Johannes von Hanstein

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Johannes Ludwig Emil Robert von Hanstein (* 15. Mai 1822 in Potsdam; † 27. August 1880 in Bonn) war ein deutscher Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Hanst.“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Johannes von Hanstein erlernte die Gärtnerei; er besuchte 1840-44 die Gärtnerlehranstalt in Potsdam. Darauf studierte er in Berlin Naturwissenschaft und promovierte 1848. Er lehrte an einigen Berliner Schulen und habilitierte sich 1855 als Privatdozent für Botanik an der Universität Berlin. 1861 wurde er Kustos am königlichen Herbarium, 1865 Professor der Botanik in Bonn und Direktor des dortigen botanischen Gartens sowie des botanischen Instituts.

Der Botaniker arbeitete vornehmlich auf dem Gebiet der mikroskopischen Anatomie und Morphologie der Pflanzen und erforschte die Keimesentwicklung von mono- und dikotylen Blütenpflanzen. Zudem verfasste er Arbeiten zur Befruchtung und Entwicklung der Farne.

Er heiratete 1857 Helene (1834–1890), Tochter von Julie und Christian Gottfried Ehrenberg. Sie hatten drei Söhne, darunter die Schriftsteller Adalbert und Otfrid.

Ehrentaxon[Bearbeiten]

Die Pflanzengattung Hansteinia Oerst. der Pflanzenfamilie der Akanthusgewächse (Acanthaceae) ist nach ihm benannt worden.

Werke[Bearbeiten]

Johannes von Hanstein lieferte wichtige Arbeiten über Anatomie und Morphologie der Pflanzen und schrieb:

  • Untersuchungen über den Bau und die Entwickelung der Baumrinde (Berlin 1853);
  • Ueber den Zusammenhang der Blattstellung mit dem Bau des dicotylen Holzringes (Berlin 1858);
  • Versuche über die Leitung des Saftes durch die Rinde (Berlin 1860);
  • Die Milchsaftgefäße und die verwandten Organe der Rinde (Berlin 1864);
  • Zur Entwickelungsgeschichte der Gattung Marsilia (Berlin 1862-64, 2 Bde.);
  • Befruchtung und Entwickelung der Gattung Marsilia (Berlin 1865);
  • Pilulariae globuliterae generatio cum Marsilia comparata (Bonn 1866);
  • Übersicht des natürlichen Pflanzensystems (Bonn 1867);
  • Über die Organe der Harz- und Schleimabsonderung in den Laubknospen (Botanische Zeitung 1868);
  • Die Scheitelzellgruppe im Vegetationspunkt der Phanerogamen (Bonn 1869);
  • Die Entwicklung des Keimes der Monokotylen und Dikotylen (1870),
  • Die Parthenogenesis der Caelebogyne Ilicifolia: Nach gemeinschaftlich mit Alexander Braun angestellten Beobachtungen mitgetheilt. Bonn, 1877.
  • Einige Züge aus der Biologie des Protoplasmas (1880) und
  • Beiträge zur allgemeinen Morphologie der Pflanzen (1882) in dem von ihm herausgegebenen Sammelwerk Abhandlungen aus dem Gebiet der Morphologie und Physiologie; außerdem
  • Christian Gottfried Ehrenberg, ein Tagwerk auf dem Felde der Naturforschung (Bonn 1877).

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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