John Boyne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Boyne beim Humber-Mouth-Festival (2009)
John Boyne in Dublin (2010)

John Boyne (* 30. April 1971 in Dublin) ist ein irischer Schriftsteller. Er verfasste vierzehn Romane und verschiedene Kurzgeschichten. Mit seinem Roman The Boy in the Striped Pyjamas (2006, dt. Der Junge im gestreiften Pyjama, 2007) schrieb Boyne einen weltweit mehr als fünf Millionen mal verkauften Bestseller, der auch verfilmt wurde. Boynes aktuellster Roman ist Stay Where You Are and Then Leave (2013, dt. So fern wie nah, 2014). Er lebt in Dublin.

Leben und Werk[Bearbeiten]

John Boyne studierte Englische Literatur am Trinity College in Dublin und Kreatives Schreiben an der University of East Anglia in Norwich.

Boyne verfasste bislang vierzehn Romane, von denen zehn auch in deutschsprachiger Übersetzung erschienen sind: Der Junge im gestreiften Pyjama (2007), Der Schiffsjunge - Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty (2011), Das Haus zur besonderen Verwendung (2011), Zu schnell (2012), Der Junge mit dem Herz aus Holz (2012), Das späte Geständnis des Tristan Sadler (2012), Das Vermächtnis der Montignacs (2013), Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket (2013), Der freundliche Mr. Crippen - Die Geschichte eines Mordes (2013) und So fern wie nah (2014). Daneben schrieb Boyne verschiedene Kurzgeschichten.

Insgesamt wurden Boynes Bücher in 46 Sprachen übersetzt. Mit Der Junge im gestreiften Pyjama gelang Boyne der internationale Durchbruch. Bis heute wurden über fünf Millionen Bücher davon verkauft. 2007 wurde das Buch in Budapest verfilmt. Boyne lebt in Dublin.

Presseschau[Bearbeiten]

The Boy in the Striped Pyjamas (2006) / Der Junge im gestreiften Pyjama (2007)[Bearbeiten]

„Boyne kommt ohne jeden sprachlichen Knalleffekt aus, ohne emotionale Überwältigungsversuche seiner Leser. Deshalb wirkt seine Geschichte weder verstörend noch vergröbernd, sondern ganz im Sinne einer Verfeinerung unserer Gefühle. Und während andere Jugendbücher kommen und gehen, wird Der Junge im gestreiften Pyjama, die Prognose sei gewagt, ein Klassiker werden.“

Wilfried von Bredow: Hinter dem hohen Zaun, in: FAZ vom 21. Juli 2007, Nr. 167, S. 34[1]

„John Boyne ist ein ergreifender und tiefgründiger Roman über den Holocaust gelungen. Aus der arglosen Perspektive des kleinen Bruno erzählt er die schrecklichen Geschehnisse auf eine märchenhaft schöne und doch unterbewusst sehr traurige Weise, die den Leser tief bewegt. Ein beeindruckendes Buch, das nachhaltig in Erinnerung bleibt und innerlich aufwühlt.“

Jury des Deutschen Jugendliteraturpreises: Deutscher Jugendliteraturpreis[2]

„Trotz oder gerade wegen der radikalen Reduktion von Fakten fasziniert der Roman, wenn man ihn nicht als kindgemäße Wiedergabe wirklichen Lebens liest, sondern eben als Fabel. Boyne beschreibt die Welt ausnahmslos aus dem Blickwinkel eines unbefangenen Kindes, man könnte auch sagen: aus der Augenhöhe eines Fabelwesens reinen Herzens. [...] Bewundernswert, wie konsequent der Autor die Wirklichkeit ausblendet, um fundamentale menschliche Wesenszüge ins Licht zu rücken und – wie das jede Fabel tut – eine moralische Botschaft ans Ende zu setzen. Die märchenhafte Erzählung spielt nur mit Elementen der Wirklichkeit, kann aber gerade dadurch jungen Lesern die Augen für »das Gute« vor den unzählbaren Abgründen des Holocaust öffnen. In jeder komplexen Geschichte über den Völkermord würden Tugenden wie Offenheit, Herzensgüte und bedingungslose Freundschaft hoffnungsarm in einem Universum des Leids verschwinden.“

Siggi Seuß: Einfach eine Fabel, in: Die Zeit vom 6. September 2007, Nr. 37[3]

The Boy in the Striped Pyjamas is a small wonder of a book. Bruno's education is conducted slowly, through a series of fleeting social encounters rather than by plunging him into a nightmare landscape. A scraped knee, an attack of nits, a slammed door - these are the moments through which he is led to a deeper knowledge of the world beyond the wire fence. And yet there is nothing muffled or held back about Bruno's fate. When, in the book's final scene, the two small boys walk hand in hand into the gas chamber, they do so not as narrative symbols but as two flesh-and-blood children caught up in a particular historical moment, one that cannot be told too often or too young.“

Kathryn Hughes: Educating Bruno, in: The Guardian vom 21. Januar 2006[4]

Mutiny on the Bounty (2008) / Der Schiffsjunge - Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty (2011)[Bearbeiten]

„Doch der verführerische Beginn, der mit seinem subtilen Fragen nach Wahrheit und Lüge, Schein und Sein mehr als eine Abenteuergeschichte verspricht, lässt einen nicht mehr los. Und er wird, darauf ist Verlass, auch die jugendlichen Leser nicht mehr loslassen. Denn John Boyne, bekannt geworden mit dem Welterfolg „Der Junge im gestreiften Pyjama“, erzählt so farbig, einfallsreich und präzise, stellt Dutzende vielschichtiger Charaktere und überraschender Geschehnisse vor, vermeidet so konsequent und mühelos mahnende Zeigefinger, dass man erst spät (vielleicht, was ebenfalls kein Schaden wäre, gar nicht) bemerkt, es mit einem federleicht geschriebenen Bildungsroman, durchsetzt mit Elementen des Schelmenromans, zu tun zu haben.“

Dieter Bartetzko: Wie behauptet man sich in der Männerwelt?, in: FAZ vom 25. Mai 2011[5]

The Terrible Thing That Happened To Barnaby Brocket (2013) / Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket (2013)[Bearbeiten]

„Charming, uplifting and perfect for any growing child who might be feeling a little ‘different’.“

Sophie Morris: The 50 Best spring reads, in: The Independent vom 5. April 2013[6]

The Terrible Thing That Happened To Barnaby Brocket is another very well-written novel with an original and clever plot. [...] This is an imaginative and highly entertaining story about a boy who is different and learns to be proud of the fact. The novel features beautiful black and white line and wash illustrations by Oliver Jeffers, the internationally acclaimed and award-winning Brooklyn-based picture-book artist who hails from Belfast. Jeffers's distinctive style is well-suited to the quirkiness of the concept and plot, often adding to the humour of a scene.“

Review: Fiction: "The Terrible Thing That Happened to Barnaby Brocket" by John Boyne, in: Irish Independent vom 4. August 2012[7]

„Das ist eine furchtbare Geschichte – und doch ist sie keinen Moment bedrückend oder hoffnungslos, dazu erzählt John Boyne viel zu leichtfüssig und humorvoll.“

Christine Steffen: Aufregend anders, in: Neue Zürcher Zeitung vom 6. November 2013[8]

„Eine weises und witziges Buch.“

Cornelia Geißler: Das sind die besten Kinderbücher des Jahres, in: Berliner Zeitung vom 22. Dezember 2013[9]

„Trotz solcher bedeutungsschwangeren Sätze und des ernsten Themas ist Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket ein leichtes, ja passenderweise gradezu schwebendes Buch. Nicht nur, dass es leicht zu lesen und leicht zu verstehen ist, vor allem ist es leicht, damit viel Spaß zu haben. Es ist wunderbar absurd, komisch und spielerisch, so als habe sich auch der Autor John Boyne beim Schreiben gut amüsiert und viel gelacht. [...] John Boyne schreibt Kinderbücher, die man auch noch lesen kann, wenn man erwachsen ist. Für altere Leser hat er so einige literarische Anspielungen in Barnaby Brocket versteckt - von Charles Dickens bis Robert Louis Stevenson. Die kann man verstehen, muss man aber nicht. Das Buch ist ein kluges Buch, ohne zu klugscheißern. So, wie es auch ein herzensgutes und herzerwärmendes Buch ist, ohne einem mit erhobenem Zeigefinger vor dem Gesicht herumzufuchteln. [...] Das moderne Märchen von Barnaby Brocket macht Mut. Mut zum Anderssein und Mut dazu, sich selbst zu mögen - so, wie man ist.“

Hartmut El Kurdi: Barnaby fliegt weg, in: Die Zeit vom 9. Januar 2014, S. 36[10]

„Boyne spinnt Märchenfäden in ziemlich reale Katastrophenstories, verwebt Fabulöses mit Psychologie und Fabulierkunst mit der unerschütterlichen Liebe der Kinder zu ihren missratenen Eltern. Der Autor ist ein Anwalt der Kinder, die mehr sehen als jeder Erwachsene und diesen unperfekten Erwachsenen auch verzeihen. Er überzeichnet, verschiebt, spinnt herum auf zauberhafte Weise. Herausgekommen ist ein Freakroman der poetischen Sorte, eine moderne Odyssee, ein Liliputheldenepos mit Schmerz und Humor dicht beieinander, das, wie immer bei Boyne, viele Fragen hinterlässt und auch nicht ganz gut ausgeht. Wenn man davon absieht, dass Eskapismus immer schon eine gute Wahl war, der Realität zu entfliehen.“

Christine Paxmann: Flucht nach oben, in: eselsohr, Januar 2014, S. 26[11]

Bibliografie[Bearbeiten]

Englischsprachige Originalausgabe Deutschsprachige Erstausgabe Anmerkungen
2000: The Thief of Time, John Boyne (Text), Weidenfeld & Nicolson (London), ISBN 978-0552776158 Roman

nicht in deutschsprachiger Übersetzung erschienen

2001: The Congress of Rough Riders, John Boyne (Text), Weidenfeld & Nicolson (London), ISBN 978-0552776141 Roman

nicht in deutschsprachiger Übersetzung erschienen

2004: Crippen, John Boyne (Text), Penguin, ISBN 978-0552777438 2013: Der freundliche Mr. Crippen - Die Geschichte eines Mordes, Werner Löcher-Lawrence (Übersetzung aus dem Englischen), Arche (Zürich), ISBN 978-3716027004 Roman
2006: Next of Kin, John Boyne (Text), Penguin, ISBN 978-0552777407 2012: Das Vermächtnis der Montignacs, Gabriele Weber-Jaric (Übersetzung aus dem Englischen), Piper (München), ISBN 978-3492301541 Roman
2006: The Boy in the Striped Pyjamas, John Boyne (Text), David Fickling Books (Oxford), ISBN 978-1862305274 2007: Der Junge im gestreiften Pyjama, Brigitte Jakobeit (Übersetzung aus dem Englischen), S. Fischer Verlag (Frankfurt a. M.), ISBN 978-3596852284 Roman
2008: Mutiny on the Bounty, John Boyne (Text), Doubleday (London), ISBN 978-0552773928 2011: Der Schiffsjunge - Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty, Andreas Heckmann (Übersetzung aus dem Englischen), S. Fischer Verlag (Frankfurt a. M.), ISBN 978-3841421180 Roman
2008: The Second Child, John Boyne (Text), New Island (Dublin), ISBN 978-1905494828 Roman

nicht in deutschsprachiger Übersetzung erschienen

2009: The Dare, John Boyne (Text), Black Swan, ISBN 978-0552775298 2012: Zu schnell, Adelheid Zöfel (Übersetzung aus dem Englischen), S. Fischer Verlag (Frankfurt a. M.), ISBN 978-3596811274 Roman
2009: The House of Special Purpose, John Boyne (Text), Doubleday (London), ISBN 978-0552775410 2011: Das Haus zur besonderen Verwendung, Fritz Schneider (Übersetzung aus dem Englischen), Piper (München), ISBN 978-3492272650 Roman
2010: Noah Barleywater Runs Away, John Boyne (Text), Oliver Jeffers (Illustration), David Fickling Books (Oxford), ISBN 978-1849920407 2012: Der Junge mit dem Herz aus Holz, Adelheid Zöfel (Übersetzung aus dem Englischen), S. Fischer Verlag (Frankfurt a. M.), ISBN 978-3596854776 Roman mit Illustrationen
2011: The Absolutist, John Boyne (Text), Doubleday (London), ISBN 978-0552775403 2012: Das späte Geständnis des Tristan Sadler, Werner Löcher-Lawrence (Übersetzung aus dem Englischen), Arche (Zürich), ISBN 978-3716026649 Roman
2012: The Terrible Thing That Happened To Barnaby Brocket, John Boyne (Text), Oliver Jeffers (Illustration), Doubleday (London), ISBN 978-0857531469 2013: Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket, Adelheid Zöfel (Übersetzung aus dem Englischen), S. Fischer Verlag (Frankfurt a. M.), ISBN 978-3596855766 Roman mit Illustrationen
2013: This House Is Haunted, John Boyne (Text), Doubleday (London), ISBN 978-0857520920 Roman

nicht in deutschsprachiger Übersetzung erschienen

2013: Stay Where You Are And Then Leave, John Boyne (Text), Doubleday (London), ISBN 978-0857532947 2014: So fern wie nah, Brigitte Jakobeit und Martina Tichy (Übersetzung aus dem Englischen), S. Fischer Verlag (Frankfurt a. M.), ISBN 978-3596856503 Roman

erscheint im März 2014 in deutschsprachiger Übersetzung

2013: Rest Day, John Boyne (Text), Brian Fitzgerald (Illustration), in: The Irish Times vom 21.12.2013 Kurzgeschichte

nicht in deutschsprachiger Übersetzung erschienen

Nominierungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Shortlist - Hennessy Literary Award
  • 1995: Winner - The Curtis Brown Award
  • 2000: Longlist - The Irish Times Literature Award
  • 2004: Shortlist - Hughes & Hughes Irish Novel of the Year Award
  • 2004: Shortlist beim Irish Book Award für Das Geheimnis der Montignacs
  • 2006: Shortlist - British Book Award, the Border's New Voices Award, the Ottakar's Children's Book Prize, the Paolo Ungari Literary Award (Italy)
  • 2007: Longlist - The Carnegie Medal
  • 2007: Shortlist - Irish Novel of the Year Award, the Leeds Book Award, the North-East Book Award, the Berkshire Book Award, the Sheffield Book Award, the Lancashire Book Award, Prix Farniente (Belgium), Flemish Young Readers Award, Independent Booksellers Book of the Year
  • 2007: Winner - Irish Book Awards: People's Choice Book of the Year, Irish Book Award Children's Book of the Year; Bisto Children's Book of the Year
  • 2007: Irish Book Award für Der Junge im gestreiften Pyjama in den Kategorien Irish Children's Book - Senior und Listener´s Choice
  • 2007: Specsavers Irish Children’s Book of the Year – Senior für Der Junge im gestreiften Pyjama
  • 2007: Bisto Book of the Year Award für Der Junge im gestreiften Pyjama
  • 2008: Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis für Der Junge im gestreiften Pyjama in der Kategorie Jugendjury
  • 2008: Nominated - the International IMPAC Literary Award
  • 2008: Shortlist - Deutschen Jugend Literatur Preis (Germany)
  • 2008: Winner - The Qué Leader Award for Best International Novel of the Year (in translation) (Spain)
  • 2009: Winner - Orange Prize Readers Group Book of the Year
  • 2009: Named Honorary Patron of the University Philosophical Society, Trinity College, Dublin.
  • 2010: Shortlist - Irish Book Awards: Children's Book of the Year
  • 2011: Shortlist - Sheffield Children's Book Award, Hull Children's Book Award[3]
  • 2012: Longlist - The Carnegie Medal
  • 2012: Winner - Hennessy Literary Awards Hall of Fame
  • 2013: Shortlist des Little Rebels Children's Book Award für Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket[12]
  • 2013: Shortlist Irish Book Award in der Sektion Bestes Kinderbuch des Jahres für Stay Where You Are and Then Leave[13]
  • 2014: Luchs des Monats für The Terrible Thing That Happened To Barnaby Brocket

Weitere:

Festivalteilnahmen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/kinderbuch/hinter-dem-hohen-zaun-1465159.html
  2. http://www.djlp.jugendliteratur.org/2008/preis_der_jugendjury-5/artikel-der_junge_im_gestreiften_-42.html
  3. http://www.zeit.de/2007/37/KJ-Boyne
  4. http://www.guardian.co.uk/books/2006/jan/21/featuresreviews.guardianreview18
  5. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/kinderbuch/john-boynes-jugendroman-der-schiffsjunge-wie-behauptet-man-sich-in-der-maennerwelt-1642995.html
  6. http://www.independent.co.uk/extras/indybest/arts-books/the-50-best-spring-reads-8558801.html
  7. http://www.independent.ie/entertainment/books-arts/review-fiction-the-terrible-thing-that-happened-to-barnaby-brocket-by-john-boyne-illustrated-by-oliver-jeffers-26883665.html
  8. http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/aufregend-anders-1.18180064
  9. http://www.berliner-zeitung.de/kultur/jahresrueckblick-2013-das-sind-die-besten-kinderbuecher-des-jahres,10809150,25618588.html
  10. www.zeit.de
  11. www.eselsohr-leseabenteuer.de
  12. http://www.booktrade.info/index.php/showarticle/46632
  13. http://www.irishbookawards.ie/2013-shortlist-the-specsavers-childrens-book-of-the-year-snr/