John Carmack

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John Carmack 2010

John D. Carmack II (* 20. August 1970 in Kansas City, Kansas) ist ein US-amerikanischer Programmierer und Spieleentwickler. Er wurde durch die Entwicklung innovativer Game Engines im Computerspielebereich bekannt. Er ist Mitgründer von id Software, dem Studio, das die ersten Ego-Shooter entwickelte. Nebenbei gründete er 2000 die Raketenbaufirma Armadillo Aerospace. Im August 2013 wurde er als Chief Technology Officer bei Oculus VR eingestellt. Im November 2013 verließ Carmack id Software.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten]

John Carmack wurde als Sohn von Stan Carmack, einem lokalen TV-Moderator, und der Mikrobiologin Inga Carmack in Kansas geboren.[2] In seiner Kindheit begeisterte sich der überdurchschnittlich intelligente Junge für Science-Fiction, Fantasy, Comics und Brettspiele wie Dungeons & Dragons. In der Schule war er ein guter Schüler, tat sich aber im Umgang mit Mitschülern und Lehrern schwer. In seiner Schule kam er näher mit Computern in Kontakt und schon früh erkannte er das Potenzial der Rechner. Im Alter von 14 Jahren brach er mit Freunden in seine Schule ein, um Apple II-Rechner zu stehlen.[3] Jedoch wurde er erwischt und Carmack musste in eine Erziehungsanstalt. Nach der Schule begann er an der University of Kansas zu studieren, jedoch brach er das Studium bereits nach zwei Semestern ab und arbeitete dann für die Firma Softdisk, wo er John Romero kennenlernte.

Im Jahr 1991 gründete er – unter anderem zusammen mit John Romero – die Spieleentwicklerfirma id Software. Carmack erlangte schnell einen Ruf als ausgezeichneter Programmierer, speziell im Bereich der Grafik-Engines. Er entwickelte erst einige 2D-Shareware-Spiele, von denen vor allem das Jump-’n’-Run-Spiel Commander Keen einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Commander Keen verwendete Carmacks selbstentwickelte Scrolling-Technik, die auf Personal Computer (PC) erstmals weiche Bildbewegungen (sogenanntes Scrollen) erlaubte.

Als einen weiteren Meilenstein kann man das Spiel Wolfenstein 3D bezeichnen, mit dem id Software den ersten richtigen Ego-Shooter schuf. In Deutschland wurde dieses Spiel 1994 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen bundesweit beschlagnahmt. Den richtigen Durchbruch schaffte Carmack mit den ersten beiden Teilen der Doom-Serie. Doom 1 und 2 zeigten erstmals, welches Potential PCs bei Spielen haben, wenn man möglichst effizient programmiert. Aufgrund seines "jugendgefährdenden" Inhalts wurde Doom in Deutschland indiziert (was erst Ende 2011 aufgehoben wurde)[4]. Durch sein Beharren auf der Realisierung seiner Ideen und das Vorantreiben neuer Techniken unterstützte Carmack die Markteinführung sogenannter Grafikbeschleuniger.

Die Grenzen des technisch Möglichen wurden von Carmack ständig neu gesetzt, nur durch die Geschwindigkeit der Rechner eingeschränkt, was dann am Ende auch eines der Hauptmotive für die Entwicklung von Grafikbeschleunigern war: Die Verbesserung der Möglichkeiten von Spieleentwicklern wie ihm und damit auch einer gesteigerten Nachfrage für diese speziellen Grafikkarten.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Carmack's Reverse genannte Verfahren zur Schattenberechnung, welches erstmals im Spiel Doom 3 Verwendung fand, wurde von Creative Labs patentiert. Id Software einigte sich mit Creative Labs, dass Doom 3 ein Zettel beiliegt, der besagt, dass mit einer Creative-Karte das beste Sounderlebnis zu erwarten sei. Dadurch umging Id die Patentzahlung an Creative Labs.

Am 22. März 2001 wurde Carmack in die Academy of Interactive Arts and Sciences' Hall of Fame aufgenommen und erhielt am 16. März 2006 einen Stern auf dem Walk of Game.

Für seine Leistungen bei der Entwicklung von 3D-Grafik-Engines erhielt Carmack (und id Software) am 8. Januar 2007 einen Emmy.[5]

2010 erhielt er auf der Game Developers Conference eine Auszeichnung für sein Lebenswerk. Der Preis wurde ihm vom Sims-Erfinder Will Wright überreicht.

Er ist seit Januar 2000 mit Katherine Anna Kang verheiratet.[6], einer Unternehmerin auf dem Gebiet von Machinima-Filmen. In seinem Armadillo-Blog gab er im August 2004 bekannt, einen Sohn bekommen zu haben.[7]

Mit seiner im Jahr 2000 gegründeten Raketenbaufirma Armadillo Aerospace entwickelt er vor allem senkrecht startende und landende Raketen (VTVL bzw. VTOL). Am 24. Oktober 2008 gewann Armadillo 350.000 $ für das Erreichen von Level 1 der von der NASA gesponserten Northrop Grumman Lunar Lander Challenge. Am 12. September 2009 erreichte Armadillo Level 2 der Lunar Lander Challenge und gewann weitere 500.000 $.[8][9] Derzeit laufen Projekte mit der NASA, Space Adventures sowie der Rocket Racing League.

Am 7. August 2013 wurde von Oculus VR bekannt gegeben, dass Carmack als neuer CTO (Chief Technical Officer) die Entwicklung von Virtual Reality Headsets vorantreiben solle.[10] Am 22. November 2013 wurde bekannt gegeben, dass John Carmack bei id Software gekündigt hat, um sich vollständig auf seine Arbeit bei Oculus VR konzentrieren zu können.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Kushner: Masters of Doom: How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture. Random House, ISBN 0-375-50524-5 (englisch, gebundene Ausgabe)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Carmack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Carmack tritt offiziell ab auf 4Players, Autor: Julian Dasgupta, abgerufen am 23. November 2013
  2. http://www.gamersglobal.de/report/john-carmack
  3. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,531987,00.html
  4. Spiegel Online: "Doom" ist nicht mehr indiziert
  5. National Television Academy Announces Emmy Winning Achievements: Honors Bestowed at 58th Annual Technology & Engineering Emmy Awards
  6. http://www.giantbomb.com/katherine-anna-kang/72-87644/
  7. http://armadilloaerospace.com/n.x/Armadillo/Home/News?news_id=273
  8. http://blogs.dallasobserver.com/unfairpark/2009/09/a_three-minute_hover_over_cadd.php
  9. http://cosmiclog.msnbc.msn.com/_news/2009/09/12/4351060-lunar-lander-qualifies-for-prize
  10. http://www.t-online.de/spiele/id_64875388/oculus-rift-id-software-mitgruender-john-carmack-unterstuetzt-vr-brille.html