Körnerpark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick von der Orangerie auf den Park mit Wassertreppe, 2012

Der Körnerpark liegt zwischen Jonasstraße, Schierker Straße, Selkestraße und Wittmannsdorfer Straße im Berliner Bezirk Neukölln. Die rund 2,4 Hektar große Parkanlage ähnelt einem Schlosspark. Neben Wasserspielen (unter anderem Fontänen) findet sich im westlichen Teil eine Orangerie, die ein Café sowie eine Galerie für wechselnde Ausstellungen beherbergt. Der Vorplatz der Orangerie wird im Sommer für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Im nördlichen Teil ist ein Blumengarten angelegt.

Entstehung[Bearbeiten]

Gedenktafel in der Wittmannsdorfer Straße 6, in Berlin-Neukölln

Der Park wurde in einer ehemaligen Kiesgrube gebaut, die der Besitzer Franz Körner 1910 der damaligen Stadt Rixdorf abtrat. Einzige Bedingung war, dass der anzulegende Park seinen Namen tragen müsste. Die wahrscheinlich von Hans Richard Kullenberg entworfene und zwischen 1912 bis 1916 im Stil des Neobarock errichtete Parkanlage sollte nach dem Willen der Stadtväter „dem […] umgebenden Stadtviertel ein besonders schmuckvolles Gepräge geben und zur Durchführung einer hervorragend schönen Umbauung und zur Schaffung einer besonders bevorzugten Wohngegend anspornen.“

Das Areal liegt aufgrund der vorherigen Nutzung als Kiesgrube fünf bis sieben Meter tiefer als das umliegende Straßenniveau und wird auf drei Seiten von Stützmauern eingefasst. An die westliche Einfassungsmauer ist – ähnlich wie in Versailles – die Orangerie angeschmiegt. Neben dem Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain und der Kaskade am Lietzensee ist der Körnerpark das bedeutendste Zeugnis neobarocker Gartengestaltung in Berlin.

Wiederherstellung[Bearbeiten]

Nach zunehmender Verwahrlosung nach dem Zweiten Weltkrieg konnte inzwischen auf der Grundlage vorhandener Dokumente die Wiederherstellung der gärtnerischen Anlagen abgeschlossen werden. Die Kaskadenanlage und die Kanäle wurden saniert. Auf der Terrasse vor der Orangerie stehen wieder Kübelpflanzen und die reichhaltigen Staudenanpflanzungen wurden wiederhergestellt.

Seit dem 2. April 2004 ist der Körnerpark denkmalgeschützt.

Reitergrab von Neukölln[Bearbeiten]

Reitergrab von Neukölln, derzeit ausgestellt im Märkischen Museum

Das Gelände erlangte archäologische Bekanntheit, als am 23. Januar 1912 an der Ecke Jonas-/Selkestraße bei Bauarbeiten das Reitergrab von Neukölln gefunden wurde.[1] Das Grab stammt aus der Zeit der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert.

Reiter und Pferd waren in einer Gruft von 2,50 Meter Tiefe untergebracht. Der männliche Tote mit einem Sterbealter von etwa 40 Jahren war nach hunnischer Sitte mit seinem Pferd bestattet. Im Grab wurden weiterhin Reste eines mit Eisenteilen beschlagenen Ledergürtels, Bronzenägel und ein Tongefäß gefunden. Ein Langschwert (Spatha) lag quer über dem Körper des Toten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Alexander Wimmer: Parks und Gärten in Berlin und Potsdam; ed. Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Abt. III – Gartendenkmalpflege; Nicolaische Verlagsbuchhandlung: 3. Auflage, Berlin 1989, ISBN 3-87584-267-7, S. 80–82.
  • Adrian von Müller: Berlins Urgeschichte. Bruno Hessling Verlag, Berlin 1971, ISBN 3-7769-0111-X, S. 58.
  • Sabine Huth, Cordula Rinsche: Schlösser, Parks & Gärten in Berlin und Brandenburg. FAB Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-927551-40-6, S. 226.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Körnerpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das germanische Reitergrab, abgerufen am 18. April 2012.

52.47194444444413.437777777778Koordinaten: 52° 28′ 19″ N, 13° 26′ 16″ O