Kaiser von Indien

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Georg V. mit seiner Frau Maria von Teck bei der Krönung am 12. Dezember 1911 in Delhi
Die Krönungszeremonie 1911
Indische Briefmarke, 1931

Kaiser oder Kaiserin von Indien sind Übersetzungen ins Deutsche der Titel Emperor of India oder Empress of India, den britische Monarchen als Herrscher von Britisch-Indien führten. Der Begriff, sowohl englisch wie deutsch, wird allerdings auch für einheimische Kaiser (zum Beispiel als Übersetzung von Samrat aus dem Sanskrit) gebraucht.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im Zuge des Sepoyaufstandes 1857 wurde Bahadur Shah II., der letzte Großmogul von Indien, zum Kaiser von Indien proklamiert, aber schon kurz darauf von den Briten abgesetzt.

Am 1. Mai 1876 nahm Königin Victoria von Großbritannien den Titel Kaiserin von Indien an – die Proklamation erfolgte am 1. Januar 1877 in Delhi – und dokumentierte damit, dass Indien Teil des britischen Weltreiches geworden war. Das Kaiserreich Indien umfasste das heutige Indien, Pakistan, Bangladesch und Myanmar.

Die Königin Victoria nachfolgenden britischen Könige waren bis zur Unabhängigkeit Indiens und Pakistans 1947 in Personalunion mit Großbritannien Kaiser von Indien, was auch z. B. durch die Aufschrift Imp. Ind. (Imperatrix Indiae bzw. Imperator Indiae) oder RI (Regina Imperatrix bzw. Rex Imperator) auf britischen Münzen zum Ausdruck kam. Oft wurde auch die Persische Form Kaisar-i-Hind verwendet – Persisch war die Verwaltungssprache im Mogulreich gewesen.

Der Titel wurde auf Betreiben von Premierminister Benjamin Disraeli eingeführt. Infolge der Gründung des Deutschen Reichs und der Stellung der russischen Zaren sowie der österreichischen Kaiser sollte der britische Königstitel gleichberechtigt sein. Darüber hinaus wollte man der (seit 1857 direkten) britischen Herrschaft eine Art legale Basis verleihen, indem man wenigstens von der Titulatur her an die Mogulherrschaft anknüpfte. Die East India Company hatte der Form nach noch im Namen des Mogulkaisers geherrscht.

Nur ein einziger der britischen Könige, die den Titel eines Kaisers von Indien führten, wurde auch tatsächlich in Indien zum Kaiser gekrönt, nämlich Georg V. am 12. Dezember 1911 in Delhi.

Von der Teilung Indiens (1947) in zwei Staaten, die säkulare Indische Union sowie die kleinere Islamische Republik Pakistan, bis zum 26. Januar 1950, als Indien Republik wurde, war der britische Monarch weiter Staatsoberhaupt des indischen Dominions. Bis 1956 war er als König von Pakistan auch Staatsoberhaupt Pakistans, das in jenem Jahr Republik wurde.

Liste der Kaiser von Indien[Bearbeiten]

Mogulreich (1526–1858)

Britisch-Indien (1858–1947)

  • Victoria (1. Mai 1876 / 1. Januar 1877 bis 22. Januar 1901)
  • Eduard VII. (22. Januar 1901 bis 6. Mai 1910)
  • Georg V. (6. Mai 1910 bis 20. Januar 1936)
  • Eduard VIII. (20. Januar 1936 bis 11. Dezember 1936)
  • Georg VI. (11. Dezember 1936 bis 15. August 1947)

Unabhängiges Indien als Dominion (1947–1950)

  • Georg VI. (15. August 1947 bis 26. Januar 1950)

Siehe auch[Bearbeiten]