Kangal (Hunderasse)

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Türk çoban köpeği Kangal
(Türkischer Hirtenhund Kangal)
Kangal (Hunderasse)
Nicht von der FCI anerkannt
2.2 Berghunde
Ursprung:

Türkei

Alternative Namen:

Kangal

Widerristhöhe:

65–78 cm ±2 cm

Liste der Haushunde

Der Kangal ist eine im Entstehen begriffene Hunderasse aus der Türkei. Sie wird vom türkischen Zuchtverband in der FCI, der Köpek Irkları ve Köpek Bilimleri Federasyonu (KIF) auf nationaler Ebene anerkannt und in die FCI-Gruppe 2, Sektion 2.2 eingeordnet. Die Rasse ist nicht von der FCI anerkannt. Die Kangal-Hunde haben eine typische schwarze Zeichnung im Gesicht (Maske), aufgrund derer sie auch Karabaş (kara: türk. schwarz, baş: türk. Kopf) genannt werden.[1]

Der türkische Zuchtverband[Bearbeiten]

Die Rasse Kangal wird von der Köpek Irkları ve Köpek Bilimleri Federasyonu (KIF) (der kynologischen Vereinigung der Türkei) als Rasse entwickelt. Die FCI und die KIF haben am 14. Oktober 2010 einen Partnerschaftsvertrag geschlossen, mit dem die KIF zum alleinigen Vertragspartner der FCI in der Türkei wurde.[2] Seitdem werden die türkischen Ahnentafeln von der FCI anerkannt.

Die KIF bemüht sich um die internationale Anerkennung des Kangals als Rasse. Sie führt Studien zur Genomkartierung und zum Rassestandard des Kangals durch, die (Stand Juni 2011) in Kürze abgeschlossen sein werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kangal stammt möglicherweise von Herdenschutzhunden der Nomaden ab, die zwischen 10000 v. Chr. bis 1300 n. Chr. von Zentralasien nach Anatolien zogen. Es wird vermutet, dass es ihn in seiner heutigen Form seit dem 12. Jahrhundert gibt und er seit dem zum Schutz der Schafherden insbesondere in der Region um Sivas und in Ostanatolien eingesetzt wird.[4] Die Stadt Kangal ist besonders für die Kangal-Hunde bekannt. Diese Theorie zur Herkunft des Kangals wird sowohl durch linguistische und morphologische Hinweise als auch durch genetische Studien gestützt.[5]

1975 begann in der Türkei ein Trainingsprogramm, in dem Kangal-Hunde für militärische Zwecke ausgebildet wurden.[6]

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Kangal ist ein Hund vom molossoiden Typ. Der Körper ist etwas länger als hoch und muskulös. Er ist mit dickem Haar bedeckt, das eine feine, dicke Unterwolle hat. Die Haarlänge variiert jahreszeitabhängig zwischen etwa 3 und 7 cm, die Farbe ist weitgehend einheitlich und reicht von creme bis dunkel grau. Die Maske ist schwarz, auch die Ohren sollten schwarz sein. Die Augen sind mandelförmig und möglichst dunkel, sonst an die Fellfarbe angepasst, nie aber farbig.

Verwendung[Bearbeiten]

In erster Linie ist der Kangal ein Herdenschutzhund, der an den Schafherden arbeitet. Außerdem wird er als Wachhund eingesetzt. In der Türkei wird der Kangal als Diensthund gezüchtet und eingesetzt.

Kangal als vermutlich gefährlicher Hund[Bearbeiten]

In Deutschland wird der Kangal in zwei Bundesländern als vermutlich gefährlicher Hund eingestuft.

In Hamburg wird durch das Hamburgische Gesetz über das Halten und Führen von Hunden (Hundegesetz – HundeG) vom 26. Januar 2006 für Kangals sowie Kreuzungen von Kangals mit anderen Hunden „Gefährlichkeit vermutet, solange der zuständigen Behörde nicht für den einzelnen Hund nachgewiesen wird, dass dieser keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren aufweist“.[7] Dazu wird ein Wesenstest durchgeführt. In Zweifelsfällen hat der Halter nachzuweisen, dass der Hund kein Kangal und keine Kangal-Kreuzung ist.[7]

In Hessen wird durch die Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) geregelt, dass für Hunde der Rasse „Kangal (Karabash)“[8] oder Kangal-Kreuzungen Gefährlichkeit vermutet wird. Daher muss zum Halten eines Kangals oder einer Kangal-Kreuzung eine Erlaubnis eingeholt werden, die unter anderem an einen Wesenstest des Hundes und einen Sachkundenachweis des Halters gebunden ist.[8]

Überschneidungen mit anderen Rassen[Bearbeiten]

Die organisierte Hundezucht westlicher Prägung und mit ihr moderne Hunderassen sind in der Türkei erst im Entstehen. Das heißt, erst jetzt wird begonnen, systematisch Zuchtbuch für die Rasse zu führen und die Zucht an einem Rassestandard auszurichten. Außerhalb der Türkei werden Hunde, die ihre Ursprünge in der Türkei haben, schon länger als Rassehunde gezüchtet.

In der FCI gibt es eine Rasse Anatolischer Hirtenhund (Çoban Köpeği). Zu dieser Rasse gehört der Kangal als ein Schlag. Die Rasse wird im Patronat der FCI geführt, als Ursprung gilt Anatolien.

Der AKC führt seit 1996 den Anatolian Shepherd Dog und beschreibt diesen als Wachhundrasse, die seit mehr als 6000 Jahren in der heutigen Türkei existiert haben soll.[9]

Der UKC erkennt den Kangal als eigenständige Rasse neben dem Anatolischen Hirtenhund[10] an und führt für ihn einen Rassestandard.[11]

Der KC erkennt ebenfalls eine Rasse Anatolian Shepherd Dog an. Ihr Standard wurde 2005 durch das Breed Standards and Stud Book Sub-Committee (BSSB) überprüft. Es fand ein spezielles Treffen statt, das sich der Frage einer separaten Anerkennung von Karabasch/Kangal widmete. Ein entsprechender Vorschlag wurde zunächst jedoch nicht angenommen.[12] Am 3. Oktober 2012 gab der KC bekannt, dass er den Kangal unter der Rassebezeichnung Turkish Kangal Dog als eigenständige Rasse anerkennen wird.[13] Der vorläufige Rassestandard trat am 1. April 2013 in Kraft.[14] Seit dem 1. Juli 2013 ist die Rasse auf Ausstellungen des KC zugelassen. Papiere von bisher als Anatolian Shepherd Dog registrierten Hunden können auf Antrag umgeschrieben werden.

Es gibt darüber hinaus außerhalb der Türkei eine ganze Reihe von Zuchtvereinen, die international nicht anerkannt sind und sich der Zucht von Kangals widmen.

Rezeption[Bearbeiten]

Kanki, das offizielle Maskottchen der in der Türkei ausgetragenen U-20-Fußball-Weltmeisterschaft 2013 stellte einen Kangal-Welpen in anthropomorpher Gestalt dar.[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Orhan Yılmaz: Kangal (Karabaş) Türk çoban köpeği: tarihçe – tanım – yetiştirme – ıslah. ISBN 9789944425933.
  2. FCI: Zirkular 10/2011 vom 24. Januar 2011. FCI-Partnerschaftsvertrag mit der Türkei. (PDF; 121 kB)
  3. About KIF. History, aims and activities. (engl.)
  4. Rassestandard der KIF
  5.  Evren Koban u. a.: Genetic relationship between Kangal, Akbash and other dog populations. In: Discrete Applied Mathematics. 157, Nr. 10, 2009, S. 2335–2340, doi:10.1016/j.dam.2008.06.040.
  6. Kangal Shephard Dog > General Characteristics Darstellung des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums (engl.)
  7. a b Hamburgisches Gesetz über das Halten und Führen von Hunden (Hundegesetz - HundeG) Vom 26. Januar 2006. § 2
  8. a b Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) Vom 22. Januar 2003, geändert durch Verordnung vom 16.12.2008 (PDF; 40 kB)
  9. AKC Meet the breeds®: Anatolian Shepherd Dog (engl.)
  10. UKC-Rassestandard für den Anatolischen Hirtenhund
  11. UKC-Rassestandard für den Kangal
  12. The Kennel Club annual report 2005 (PDF; 5,1 MB) S. 13
  13. Recognition of the Turkish Kangal dog. Mitteilung des KC vom 3. Oktober 2012
  14. KC-Standard des Kangal, abgerufen am 11. Juni 2013
  15. Offizielles Maskottchen in Istanbul vorgestellt. Pressemitteilung der FIFA vom 12. November 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kangal Hirtenhund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien