Nomaden
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Als Nomaden (von griech. νομάς - nomás „mit Herden herumziehend“; νομoς) werden Menschen und Gesellschaften bezeichnet, die aus kulturellen, ökonomischen oder weltanschaulichen Gründen ein nicht sesshaftes Lebenskonzept wählen, sich in ihrer Wirtschaftsweise aber deutlich von nichtsesshaften Wildbeuterkulturen unterscheiden, da die Haltung von domestizierten Nutztieren eine wesentliche Stütze der nomadischen Wirtschaftsweise darstellt. Besonders Viehzucht, Jagd und Fischfang – siehe auch Seenomaden – bedingen nomadische Lebensformen, wobei die Viehzucht in Kombination mit der Nichtsesshaftigkeit als eigentliche Definition des Nomadismus anzusehen ist. Umgangssprachlich werden oft nichtsesshafte Wildbeuterkulturen fälschlicherweise als Nomaden bezeichnet, auch wenn in jenen Kulturen Viehhaltung nicht vorhanden ist. Unter diesem Gesichtspunkt kann bei den indigenen Ethnien Amerikas nicht von Nomaden die Rede sein, da die Viehwirtschaft in Amerika bis zur Ankunft der Europäer unbekannt war.
In übertragener Bedeutung, unter Abhebung auf das Umherziehen von Ort zu Ort, wird das Wort in jüngerer Zeit auch für sogenannte "Mietnomaden" (siehe dort) oder "Jobnomaden" verwendet, letztere verstanden als Personen, die aus eigener Entscheidung keine dauerhafte berufliche Anstellung anstreben, sondern die Stellung und in Verbindung damit dann auch den Wohnort häufig wechseln.
Dieser Artikel gibt eine Übersicht über die geographische Verbreitung des Nomadismus im herkömmlichen Verständnis. Traditionelle nomadische Lebensformen im einzelnen werden im Artikel Nomadismus behandelt.
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[Bearbeiten] Nomadische Gesellschaften
Zu den nomadischen bzw. teilweise nomadisch lebenden Gesellschaften zählen in der Ethnologie folgende:
[Bearbeiten] Afrika
[Bearbeiten] Amerika
- Innu - sind die Ureinwohner von Québec und Labrador.
- Haush - ursprünglich waren sie auf ganz Feuerland vertreten.
- Kawesqar - in den Wasserkanälen an der Westküste von Patagonien.
- Yámana - siedelten als Seenomaden entlang des Beagle-Kanal.
[Bearbeiten] Asien
- Alanen - (Teilstamm der Sarmaten, historisch)
- Burjaten - (Mongolen), Burjatien, Russland
- Changpa - (Jammu und Kashmir)
- Kaschgai - (Iran)
- Kara-Kitaier
- Kuchis - (Afghanistan)
- Luren
- Merkiten
- Mlabri (Bergregion von Thailand)
- Mongolen
- Nenzen - Tundra bei Dudinka (69° 29' N, 86° 17' O), Autonomer Kreis Taimyr, Russland
- Reiternomaden - in der zentralasiatisch-sibirischen Steppe bei Kysyl (51° 42' N, 94° 23' O), Tuwa, Russland
- Seenomaden - (z. B. Moken, Orang Laut)
- Tanguten
- Tibeter
- insbesondere Turkvölker
[Bearbeiten] Europa
[Bearbeiten] Australien
[Bearbeiten] Arktis
- Inuit - auch Eskimos genannt
- Nenzen - das Nomadenvolk der Nenzen lebt mitten in der sibirischen Tundra, wo sie mit ihren Zelten und Rentieren in kleinen Gruppen leben.
[Bearbeiten] Historische Nomadenvölker
[Bearbeiten] Weblinks
- Melvyn Goldstein: The Impact of China's Reform Policy on the Nomads of Western Tibet
- The Remote World of Tibet's Nomads.
- Differenz und Integration: Sonderforschungsbereich an den Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig, der sich mit den Beziehungen zwischen Nomaden und Sesshaften in Geschichte und Gegenwart befasst.
- Frühe Reiternomaden der eurasischen Steppen: Bibliographische Notizen mit Ausblick auf die früh- und hochmittelalterliche Zeit und Angaben zur Geschichte der Forschung. Zusammengestellt für Studienzwecke von Markus Mode.