Kanischka

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Goldmünze des Kanischka
Abbildung des Königs Kanischka (ca. 127)

Kanischka I. (graeco-baktrisch: Κανηϸκο; * 53 (?); † 126 (?) n. Chr.) war ein indischer Großkönig. Seine Lebens- und Regierungsdaten sind unklar, er regierte vielleicht von 100 bis 126. Er war der Sohn seines Vorgängers Vima Kadphises.

Der König aus der Kushana-Dynastie war der bedeutendste Herrscher der Yuezhi bzw. Tocharer, welche um Christi Geburt ein Riesenreich in Baktrien und Gandhara errichteten. Unter Kanischka erreichte dieser blühende Staat im beginnenden zweiten Jahrhundert seinen Höhepunkt, geprägt von iranischen, indischen und hellenistischen Einflüssen und ebenso vielen Göttern.

Allerdings ist Kanischkas genaue zeitliche Einordnung unklar, da er und seine Nachfolger in ihren Inschriften eine Zeitrechnung verwendeten, die bisher nicht genau mit festen Daten verbunden werden kann. Seine Regierung wird daher auch später als oben angegeben eingeordnet, zum Beispiel von Ghirshman auf 144–168 n. Chr. Zumindest hat Kanischka anscheinend einige Münzen des römischen Kaisers Hadrian (Regierungszeit 117–138) nachgeahmt, was für eine Zeitgenossenschaft spricht. Sein Sohn Huvishka ahmte bereits Münzen Hadrians und Antoninus Pius’ nach. 1993 wurde die Rabatak-Inschrift gefunden, deren Inhalt weitere Rückschlüsse auf ihn und seine Zeit zulässt.

Kanischka vergrößerte das Imperium nach Turkestan, Kaschmir und expandierte in Nord-Indien bis Benares. In Turkestan soll er die Kushana-Oberhoheit wiederhergestellt haben. Und zwar hatte sein Vorgänger wegen einer nicht zustande gekommenen Heiratsverbindung mit den Han im Jahr 90 eine Armee gegen deren Feldherren Ban Chao († 102) geschickt, die aber nichts ausrichtete, woraufhin er sich zu Tributzahlungen entschloss. Kanischka stellte diese Tributleistungen ein.

Goldmünze des Kanischka mit Bildnis des Buddha auf der Rückseite

Der König huldigte zwar auch griechischen, brahmanischen und zoroastrischen Gottheiten, Bedeutung erlangte er aber vor allem auch wegen des vierten großen Konzils, welches er in Kaschmir (nach anderen Meinungen in Kuvana bei Jalandhar) abhalten ließ. Dieses Konzil gilt als Beginn des Mahayana-Buddhismus. Die Vorsitzenden waren der Theologe Vasumitra und der Dichter Ashvaghosha. Außer dem Buddhismus stand Kanischka auch dem Mithras-Kult nahe.

Von der Überlieferung wird Kanischka ein ähnliches Verhalten wie dem früheren König Ashoka zugeschrieben – Grausamkeit in der Jugend und Frömmigkeit im Alter. Allerdings war Kanischka nicht ganz so friedlich und schenkungsfreudig wie Ashoka vier Jahrhunderte vor ihm. Die Legende führt sein Ende auf einen Volksaufstand wegen eines geplanten Kriegszuges zurück, er wurde im Krankenbett erstickt.

Bei Peschawar, das Kanischka zu seiner westlichen Hauptstadt und Winterresidenz machte, wurde der sogenannte Kanischka-Stupa ein 13-stöckiger Stupa gebaut. Es handelt sich um eines der höchsten Bauwerke der damaligen Welt. Die Sommerresidenz lag in Begram. Bei Surkh Kotal im heutigen Afghanistan stand ein großer Feuertempel, ein Heiligtum, das auch dem Herrscherkult gewidmet war. Die dortigen Inschriften wurden von Robert Göbl publiziert, der sich als Numismatiker auch mit den Münzen des Kanischka beschäftigte.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. K. Narain: Indo-Europeans in Inner Asia, In: Denis Sinor (Hrsg.): The Cambridge History of Early Inner Asia, Cambridge 1990, ISBN 0-521-24304-1, S. 164-166.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kanishka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Vima Kadphises Herrscher von Kuschana
100–126
Huvischka