Karl Eduard Hammerschmidt

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Dor.Carl E. Hammerschmidt, Lithographie von Josef Kriehuber, 1836.

Karl Eduard Hammerschmidt (später Abdullah Bey) (* 12. Juni 1801 in Wien; † 30. August 1874 in Kleinasien) war ein österreichischer Mineraloge und Entomologe, sowie Arzt.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Hammerschmidt studierte die Rechte, konnte aber nicht zur Advokatur gelangen. Obgleich schon als Redakteur der Landwirtschaftlichen Zeitung und als Entomologe bekannt, ließ er sich doch noch einmal als Student der Medizin einschreiben. Er führte zahlreiche Äthernarkosen durch und wies bereits 1847 auf die Vorteile des Äthers gegenüber dem Chloroform hin

In den Aufstand von 1848 verwickelt, musste er fliehen, trat in die ungarische Armee, kämpfte zuletzt unter dem polnischen General Józef Bem in Siebenbürgen und wurde mit vielen Leidensgenossen über die türkische Grenze gedrängt.

Von seiner bald errungenen Stelle als Lehrer an der medizinischen Schule zu Konstantinopel verdrängten ihn Reklamationen Österreichs.

Er wurde dann in Damaskus mehrere Jahre als Spitalarzt verwendet, diente als Arzt im Krimkrieg, war während der Wiener Ausstellung türkischer Kommissar und seit 1873 Lehrer der Mineralogie und Zoologie an der medizinischen Schule zu Konstantinopel, für welche er ein naturhistorisches Museum gründete. Er war Mitbegründer des Türkischen Roten Halbmondes.

Außer zoologischen und geologischen Lehrbüchern in türkischer Sprache lieferte H. wertvolle Beiträge zur geologischen und zoologischen Kenntnis der Bosporusgegenden. Er starb bei der geologischen Untersuchung einer neuen Eisenbahnlinie in Kleinasien am 30. August 1874.

Hammerschmidt war Mitglied der Royal Entomological Society of London. Seit 1833 war er auch Mitglied der Leopoldina.

Anlässlich des 140. Jahrestages der Gründung des Roten Halbmondes wurde die Islamische Fachschule für soziale Bildung in Wien zusätzlich als Abdullah Karl Hammerschmidt-Schule benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Beschreibung eines neuen mexicanischen Schmetterlinges (Cossus) Redtenbacheri Hmrschdt., dessen Entwickelung in Wien beobachtet wurde, mit 1 lith. Tafel. Wien, 1847
  • Helminthologische Beiträge, Beschreibung einiger neuer in Insekten entdeckten Oxyuris-Arten. Wien, 1847.
  • Beschreibung einiger Oxyuris-Arten. In: Naturwissenschaftliche Abhandlungen, 1 (1847).

Literatur[Bearbeiten]

  • Kinzelbach, Ragnar (2013): Die Vogelsammlung Karl Eduard Hammerschmidt und verschollene Teile der Sammlung des Herzogs Paul Wilhelm, Prinz von Württemberg, am Gymnasium am Kaiserdom zu Speyer und in der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock. Vogelwarte 51, (Heft 2): 81–96. Aufzurufen als pdf-Dokument.
  • Feza Günergun, Celâl Şengör: Ein Österreichischer Flüchtling begründet die Geologie in der Türkei: Dr. jur. Dr. med. Karl Eduard Hammerschmidt / Abdullah (1800?-1874). In: Berichte der Geologischen Bundesanstalt, Band 89, Wien 2011, S.13-19. Aufzurufen als pdf-Dokument.
  • Alois Kernbauer, Werner F. List, Thomas Kenner: Karl E. Hammerschmidt. Humanist, Naturwissenschafter und Narkosepionier. In: Der Anaesthesist (1998) 1, S. 65-70.
  • Verhandlungen des V. Symposions über Österreichisch - Türkische Medizinische Beziehungen: Anlässlich des 120. Todesjahres des Mitbegründers des Türkischen Halbmondes Dr. Abdullah Bey und des 150. Todesjahres des Schöpfers der Medizinschule Galatasaray Dr. K. A. Bernard. (V. Türk - Avusturya Tibbî İlişkileri Simpozyumu bildirileri: 5 Ekim 1994, Çarşamba; Kızılay'ın Kurucularından Miralay Dr. Abdullah Bey'in ölümünün 120. yıldönümü ile Galatasaray'da Mekteb-i Tıbbiye-i Şahane'nin kurucularından Dr. K. A. Bernard'ın ölümünün 150. yıldönümü anısına düzenlenen yayınlayanlar Arslan Terzioğlu). Türk Avusturya Tıbbî İlişkileri Simpozyumu 5, 1994. Istanbul, 1995.
  • Hammerschmidt Karl Eduard (Abdullah-Bey). In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 170.
  • Hammerschmidt, Karl Eduard in Constant von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, 7. Band, Wien 1861.

Weblinks[Bearbeiten]