Karl Joseph Eberth

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Karl Joseph Eberth

Karl Joseph Eberth, auch Carl Joseph Ebert (* 21. September 1835 in Würzburg; † 2. Dezember 1926 in Berlin-Halensee), war ein deutscher Pathologe und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Karl Joseph Eberth war der Sohn eines Kunstmalers. Nach dem frühen Tod des Vaters herrschte Armut in der Familie, Eberth trug mit Kunstarbeiten (Scherenschnitt) zum bescheidenen Auskommen bei.

Er studierte in Würzburg Medizin, unter anderem bei Virchow. 1859 wurde er mit einer Arbeit über Trichocephalus dispar promoviert und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent des Zoologen und Mediziners Albert von Kölliker, der in Würzburg die Physiologie und Anatomie lehrte. Zuletzt war er dessen Stellvertreter. 1862 wurde Eberth habilitiert und drei Jahre später wechselte er als außerordentlicher Professor für Anatomie und Pathologie an die Universität Zürich, wo er 1869 zum Ordinarius des Lehrstuhls für Pathologie, Histologie und Embryologie (an der Zürcher Tierarzneischule) berufen wurde. 1881 berief man ihn an die Universität Halle, wo er zunächst die vergleichende Anatomie und Histologie, dann die gesamte Anatomie (ab 1893) und schließlich bis zur Emeritierung 1911 die pathologische Anatomie vertrat (ab 1895). Im Jahr 1884 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Die letzten Lebensjahre verbrachte Eberth in Berlin.

Leistung[Bearbeiten]

Die Breite seiner wissenschaftlichen Interessen spiegelte sich in der Vielfalt seiner Veröffentlichungen, die er zum Teil mit meisterhaften Zeichnungen von eigener Hand versehen hat. Geschrieben hat er z.B. als Parasitologe „Über den Peitschenwurm“ (1859) und „Über Nematoden“ (1863). Der Feinbau der Leber, der Herzmuskeln und der männlichen Geschlechtsorgane oder etwa das Wachstum der fetalen Knochen beschäftigten ihn als Anatom und Histologen. Er konnte 1872 zeigen, „dass das Wesen der Diphtherie eine Mykose und dass Bacterien Träger des Contagiums sind.“

Vermutungen über einen Erreger des Typhus konnte er histologisch sichern. 1880 beschrieb er gleichzeitig mit Robert Koch den nach ihm „Eberthella typhosa“ (Salmonella typhi) benannten Erreger des Abdominaltyphus. Bedeutsam waren auch die „Untersuchung des Auswurfs auf Tuberkelbacillen“ (1891), eine Arbeit über bakterielle Mykosen (1872) und die vermutliche Identifikation des Erregers der Pneumonie (Diplococcus pneumoniae).

Er befasste sich mit der Morphologie des lymphatischen Systems (Lymphgefäße des Herzens) und wandte sich ab 1881 der Pathologie der Thrombose (extrazelluläre Lokalisation des Amyloids, 1880) und Störungsmechanismen der Blutgerinnung (1888) zu.

Innerhalb seines wissenschaftlichen Gesamtwerkes haben die bakteriologischen Arbeiten die größte Bedeutung, wobei seine eigenhändig erarbeiteten „Bakteriologischen Wandtafeln“ (1891–1895) einer breiteren Öffentlichkeit genauere Kenntnisse vermittelten. Seit 1890 fungierte er (zusammen mit Goldschneider) als Herausgeber des Fachjournals „Fortschritte der Medizin“ in Berlin.

Schriften[Bearbeiten]

  • Ueber die Lymphgefäße des Herzens (mit A. Belajeff). Arch Pathol Anat Physiol Klin Med 37 (1866) 124
  • Die Organismen in den Organen bei Typhus abdominalis. Arch Path (Berlin) 81 (1880) 58

Literatur[Bearbeiten]

  • Eberhard J. Wormer: Syndrome der Kardiologie und ihre Schöpfer. München 1989, S. 91–95
  • Robert Dumesnil, Hans Schadewaldt (Hg.): Die berühmten Ärzte. Köln 1969, S. 235
  • Rudolf Beneke: Zur Erinnerung an Karl Joseph Eberth. Münchn Med Wochenschr 82 (1935) 1536
  • Rudolf Beneke: Zu Carl Josef Eberth's 80. Geburtstag. Berlin 1915
  • L. Ribbert: Carl Joseph Eberth. Dtsch Med Wochenschr 31 (1905) 1511
  • Wilhelm Katner: Eberth, Karl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 259 (Digitalisat).
  • Huldrych M.F. Koelbing: Eberth, Carl Joseph im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten]