Kazimierz Paździor

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Kazimierz Paździor (1975)

Kazimierz Sylwester Paździor (* 4. März 1935 in Radom; † 24. Juni 2010 in Breslau) war ein polnischer Boxer. Er war Olympiasieger 1960 im Leichtgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Kazimierz Paździor, dessen Vater Jozef von den Nazis im KZ Buchenwald umgebracht wurde, begann als Jugendlicher 1951 beim Sportverein Broni Radom mit dem Boxen. Es dauerte bis zum Jahre 1955 bis er sich in die nationale polnische Spitzenklasse hineingeboxt hatte. 1956 startete er beim Warschau-Cup, bei dem fast die gesamte Boxerelite aus den damaligen Ostblock-Staaten am Start war und gewann das Turnier im Leichtgewicht durch einen Punktsieg über seinen Landsmann Zygmunt Milewski.

1957 wurde er polnischer Vizemeister im Leichtgewicht. Er besiegte anschließend in Länderkämpfen die europäischen Spitzenboxer Horst Herper aus der BRD, Olli Mäki aus Finnland und den Olympiasieger von 1956 Richard McTaggart aus England. Er wurde daraufhin von dem verantwortlichen Trainer Feliks Stamm in die polnische Boxstaffel berufen, die bei der Europameisterschaft in Prag an den Start ging. In Prag zeigte sich Kazimierz Paździor hervorragend vorbereitet. Er gewann über Anatoli Lagetko aus der Sowjetunion, Slobodan Vitic aus Jugoslawien und John Kidd aus Schottland nach Punkten und besiegte im Finale auch Olli Mäki nach Punkten und wurde damit Europameister im Leichtgewicht.

Im Jahre 1958 wurde Kazimierz Paździor erstmals polnischer Meister im Leichtgewicht. Diesen Erfolg wiederholte er 1960. Dabei schlug er im Finale Józef Grudzień, der ihn nach 1960 als polnischer Spitzenboxer im Leichtgewicht beerbte.

Im Jahre 1959 startete Kazimierz Paździor bei der Europameisterschaft in Luzern. Nach einem Sieg über den Italiener Francesco Musso unterlag er im Achtelfinale gegen Olli Mäki nach Punkten und schied aus der Konkurrenz aus.

1960 nahm er an den Olympischen Spielen in Rom teil. Er war dabei beim olympischen Boxturnier in Höchstform. Nacheinander besiegte er Karim Taha Abdul aus dem Irak, Harry Lempio aus der gesamtdeutschen Mannschaft und Salah Shokweir aus Ägypten nach Punkten. Im Halbfinale hatte er Glück, dass ihm die Punktrichter im Kampf gegen den Titelverteidiger Richard McTaggart einen knappen 3:2-Punktsieg zusprachen. Auch im Endkampf, der ihm mit einem Sieg über Sandro Lopopolo aus Italien den Olympiasieg brachte, war das Ergebnis nicht einstimmig. Es lautete 4:1 zugunsten von Paździor.

Kazimierz Paździor bestritt in seiner Laufbahn zwischen 1957 und 1961 elf Starts bei Länderkämpfen. Dabei erzielte er neun Siege. Geschlagen geben musste er sich nur den beiden bundesdeutschen Boxern Horst Herper aus Düsseldorf und Wolfgang Schmitt aus Mainz.

Kazimierz Paździor, der Elektriker gelernt hatte, bildete sich an einem Warschauer Institut zum Elektro-Techniker aus. Nach der Beendigung seiner Boxerkarriere ließ er sich aber an der Sporthochschule in Warschau zum Boxtrainer ausbilden. Dieses Studium schloss er 1972 ab. Danach war er, der während seiner aktiven Zeit auch noch für OWKS Lublin und Legia Warschau geboxt hatte, lange Jahre lang Trainer bei Zagłębie Lubin bzw. Gwardia Breslau.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, EM = Europameisterschaft, Le = Leichtgewicht, bis 60 kg Körpergewicht)

Länderkämpfe[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 1956 bis 1961,
  • Box Almanach 1920 - 1960, Herausgeber Deutscher Amateur-Box-Verband e.V., 1980,
  • Website "www.sport-komplett.de",
  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl"

Weblinks[Bearbeiten]