Nishitani Keiji

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Nishitani Keiji (jap. 西谷 啓治; * 27. Februar 1900; † 24. November 1990) war ein japanischer Philosoph. Er gilt als eine der wichtigsten Personen der Philosophie in Japan des 20. Jahrhunderts.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nishitani Keiji war Schüler und Nachfolger von Nishida Kitarō, dem Begründer der Kyōto-Schule.

1924 promovierte Nishitani über Das Ideale und das Reale bei Schelling und Bergson. In den Jahren 1937 bis 1939 hielt er sich zu Studien bei Martin Heidegger in Freiburg im Breisgau auf und lehrte seit 1943 als Professor in Kyōto.

Nishitani war ein Religionsphilosoph, der Erfahrungen aus der Praxis des Zen-Buddhismus mit dem Existentialismus sowie mit Martin Bubers anthropologischem Ansatz[1] verband. Durch seine detaillierte Kenntnis der westlichen und östlichen Philosophie gelingt eine Paralleldarstellung von Nihilismus und Shunyata, die auch in christlich-theologischer Sprache formulierbar wird. Sein religionsphilosophisches Hauptwerk „Shūkyō-towa-nanika“ ist in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Was ist Religion?“ erschienen (Frankfurt am Main 1982).

Werke[Bearbeiten]

  • Nishitani Keiji chosakushū (Gesammelte Werke von Nishitani Keiji). Sōbunsha, Tokyo 1986–95.
  • Was ist Religion? Vom Verfasser autorisierte dt. Übertr. von Dora Fischer-Barnicol, Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1982.
  • Religion and Nothingness. The University of California Press, Berkeley 1982, ISBN 0-520-04946-2.
  • The Self-Overcoming of Nihilism. State University of New York Press, Albany 1990
  • The Japanese Art of Arranged Flowers. Übersetzt von Jeff Shore, in: Robert C. Solomon, Kathleen M. Higgins (Hrsg.): World Philosophy: A Text with Readings. McGraw Hill, New York 1995.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dallmayr, Fred, Heidegger and Zen Buddhism: a Salute to Nishitani Keiji, in: The Other Heidegger, Ithaca/London: Cornell University Press, 1993.
  • Davis, Bret W.: Shûkyô kara seiji e, seiji kara shûkyô e: Nishitani Keiji no tenkai (Von der Religion zu Politik, von der Politik zur Religion: Nishitanis Wende), in Fujita 2003.
  • Seiffert, Johannes Ernst: Weg der Existenz. Zu K. Nishitani: „Was ist Religion?“ im Blick auf Gemeinsamkeit und Unterschied von Heideggers Denkweg und Zen, Kassel: AIGN-Verlag, 2010.
  • Unno, Taitetsu (Hrsg.), The Religious Philosophy of Nishitani Keiji, Berkeley: Asian Humanities Press, 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Brief von Hans A. Fischer-Barnicol an Martin Buber vom 3. November 1964, in: Martin Buber: Briefwechsel aus sieben Jahrzehnten (Band III, Heidelberg 1975, Seite 623-626)
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Nishitani der Familienname, Keiji der Vorname.