Martin Buber

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Martin Buber

Martin Buber (* 8. Februar 1878 in Wien; † 13. Juni 1965 in Jerusalem) war ein österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph.

Leben[Bearbeiten]

Martin Buber wurde 1878 in Wien als Sohn von Karl (Castiel Salomon) Buber und Elise Buber, geborene Wurgast, in wohlhabende Verhältnisse geboren. Nach der Trennung seiner Eltern 1881 wuchs er ab dem Alter von vier Jahren bei seinen Großeltern im galizischen Lemberg (heute Lviv, Ukraine) auf. Sein Großvater war der Privatgelehrte und Midraschexperte Salomon Buber,[1] der zu seiner Zeit einer der wichtigsten Forscher und Sammler auf dem Gebiet der chassidischen Tradition des osteuropäischen Judentums war. Nach dem Besuch des polnischen Gymnasiums in Lemberg studierte Martin Buber in Wien, Leipzig, Zürich [2] und Berlin. Er belegte Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte, Psychiatrie und Psychologie, u. a. bei Wilhelm Dilthey und Georg Simmel.

1899 heiratete er die katholische Paula Winkler, die an seiner Arbeit intensiv mitwirkte und unter dem Pseudonym Georg Munk selbst schrieb. Das Paar hatte zwei Kinder: Sohn Rafael (1900–1990), von 1922 bis 1929 mit Margarete Buber-Neumann (1901–1989) verheiratet, und Tochter Eva (1901–1992), verheiratet mit Ludwig Strauss.

In Wien lernte er Theodor Herzl persönlich kennen (erste briefliche Kontakte im Februar 1900) und schloss sich dessen zionistischer Bewegung an. Im September 1901 übertrug Herzl Buber die Leitung des zionistischen Parteiorgans Die Welt als Nachfolger Berthold Feiwels, der nicht dazu zu bewegen war, die Funktion weiterhin wahrzunehmen.

1902 war Buber Mitbegründer des Jüdischen Verlags. Ab 1905 arbeitete er für den Verlag Rütten & Loening als Lektor; dort initiierte und betreute er u.a. das großangelegte Projekt einer „sozialpsychologischen“ Monographienreihe Die Gesellschaft. 1908 war er an der Gründung des Sozialistischen Bundes beteiligt.

1916 gründete er zusammen mit Salman Schocken die Monatszeitschrift Der Jude, die bis 1928 erschien.

Martin Buber war von 1924 bis 1933 erst Lehrbeauftragter und zuletzt Honorarprofessor für jüdische Religionslehre und Ethik an der Universität Frankfurt am Main. Er legte diese Professur 1933 nach der Machtübernahme Hitlers nieder, um einer Aberkennung zuvorzukommen. Aus der Reichsschrifttumskammer wurde er 1935 ausgeschlossen. 1938 konnte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Jerusalem entkommen – er selbst sprach immer von seiner Einwanderung –, wo er bis 1951 an der Hebräischen Universität von Jerusalem Anthropologie und Soziologie lehrte. Ab diesem Zeitraum stand Buber einigen zionistischen Intellektuellen nahe, so etwa dem Philosophen Felix Weltsch, dem Schriftsteller Max Brod, Politikern wie Chaim Weizmann als auch Hugo Bergman. Sie alle waren Bekannte Bubers aus dem alten Europa der Städte Prag, Berlin und Wien; ihre Freundschaft und gegenseitige Anregung bestand bis in die 1960er Jahre.

Bubers Wohnhaus in Heppenheim wurde während der November-Pogrome am 9. November 1938 verwüstet. Er wohnte darin von 1916 bis 1938 zusammen mit seiner Frau und später seinen Enkelinnen, den Töchtern von Rafael Buber und Margarete Buber-Neumann. Barbara (verheiratete Goldschmidt) wurde Malerin, Judith Soziologin und Frauenforscherin. 1975/76 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt, in den Jahren 1978/1979 renoviert und restauriert. Seit April 1979 ist das Haus Sitz des Internationalen Rates der Christen und Juden (ICCJ). In den Jahren 1938 bis 1940 verfasste Paula Buber das literarische Zeitbild Muckensturm. Ein Jahr im Leben einer kleinen Stadt, das 1953 unter Pseudonym veröffentlicht wurde, wobei sich Muckensturm auf Heppenheim bezieht.

Kurz nach den November-Pogromen erschien Ende 1938 ein offener Brief Mahatma Gandhis unter der Überschrift „Die Juden“, in dem er zur Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland, zum Zionismus und zum Palästinakonflikt Stellung bezog. Gegen diesen Text wandte sich nicht nur Martin Buber. Gandhi betonte zwar seine Sympathien für das jüdische Volk, lehnte aber den Zionismus als ungerecht gegenüber den Arabern ab, denen Palästina ebenso zustehe wie England den Engländern und Frankreich den Franzosen. Ein Krieg gegen Deutschland könne zur Verhinderung der „frevelhaften Verfolgung eines ganzen Volkes“ gerechtfertigt werden. Allerdings könnten die Juden der Verfolgung mit gewaltlosem, organisiertem, zivilen Widerstand begegnen. Es gebe Gemeinsamkeiten zur Situation der Unberührbaren in Indien und zur Diskriminierung der Inder in Südafrika.[3] Buber widersprach in seiner scharfen Replik dem Vergleich zwischen der antisemitischen Gewalt mit der Diskriminierung der Inder durch die Briten und Buren. Gandhi kenne die Lage in den deutschen Konzentrationslagern nur unzureichend. Das Ausmaß des nationalsozialistischen Terrors sei ihm nicht bewusst. Buber drückte seine Enttäuschung darüber aus, dass der von ihm geschätzte und verehrte Gandhi oberflächlich urteile, denn die Inder in Südafrika würden diskriminiert, seien aber weder vogelfrei noch würden sie systematisch beraubt oder sogar umgebracht und zu „Geiseln für das erwünschte Verhalten des Auslands“ gemacht. Jahrelanger gewaltloser Widerstand jüdischer Deutscher habe die Nationalsozialisten nicht an ihren Unrechtstaten hindern können, sondern die Gewalt eher verstärkt. Gandhis Behauptung, Palästina gehöre ausschließlich den Arabern, sei historisch, rechtlich und moralisch falsch. Vielmehr stehe Palästina beiden Völkern bzw. allen Völkern zu, die geschichtlich mit diesem Land verbunden seien. Nur ein gemeinsames gewaltfreies Leben miteinander führe zu Frieden und Gerechtigkeit.[4]

In New York war Buber 1955 neben Hannah Arendt, Gershom Scholem u.a. an der Gründung des Leo Baeck Instituts beteiligt, einer wichtigen Dokumentations- und Forschungsstätte für die Geschichte der deutschsprachigen Juden. Ein Großteil der Bestände, die in elektronischer Form vorliegen, ist im Jüdischen Museum Berlin einsehbar. Buber gehörte auch – ebenso wie Hannah Arendt – zu den Autoren des Aufbau.

Gedenkbriefmarke zum 100. Geburtstag von Martin Buber. Erstausgabe 1978

Paula Buber starb 1958 in Venedig bei der Rückkehr von einer Reise durch die USA und Europa, die sie mit ihrem Mann gemeinsam unternommen hatte. Martin Buber starb 1965 in Jerusalem.

Im Jahr 1970 wurde in Wien Floridsdorf (21. Bezirk) die Bubergasse nach ihm benannt. Auch ist die Martin-Buber-Jugendherberge (1974) in Überlingen am Bodensee nach ihm benannt.

Werk[Bearbeiten]

Obwohl er selbst über allen jüdischen Richtungen stand, widmete sich Martin Buber dem Verständnis der orthodoxen und ultraorthodoxen mystischen jüdischen Bewegung im Westen. Dazu übersetzte er zahlreiche Erzählungen und Traditionen des Chassidismus in die deutsche Sprache. Insbesondere seine umfangreiche Textsammlung Die Erzählungen der Chassidim liefert dafür ein Zeugnis. Zeit seines Lebens war Buber ein Vermittler zwischen der bedrohten traditionellen jüdischen Welt im Osten und der westlichen wissenschaftlichen und aufklärerischen Moderne. Schon zu Beginn der zionistischen Bewegung und der jüdischen Einwanderung nach Palästina mahnte er eindringlich, gute Beziehungen zu den Arabern aufzubauen. Das trug ihm viel Widerspruch und Feindschaft ein.

Auf Anregung des Verlegers Lambert Schneider begann Buber 1925 zusammen mit dem Philosophen Franz Rosenzweig mit der Übersetzung der Heiligen Schrift, des Tanach, ins Deutsche. Die Bände erschienen zunächst im Verlag von Lambert Schneider. Es ging den beiden Gelehrten vor allem um die sprachlich genaue Übertragung des hebräischen Urtextes unter Wahrung seines vollen Bedeutungsreichtums. Nach Rosenzweigs Tod im Jahr 1929 (dem letzten gemeinsamen Band Jeschajahu war ein Gedenkzettel für Rosenzweig beigelegt) setzte Buber die Arbeit allein fort; bis 1938 erschienen von vorgesehenen 20 jedoch nur 15 Bände. Der 1938 im Schocken-Verlag publizierte Band „Gleichsprüche“ blieb der letzte der Einzelausgaben. Ein geplantes Erscheinen des bereits fertiggestellten Ijob-Bandes im nach New York übersiedelten Schocken-Exilverlag wurde nicht realisiert, weil Buber einen „Torso nicht um ein weiteres Stück vergrößern“ wollte. Die fehlenden Bände kamen erst nach dem Krieg, zu einem einzigen voluminösen Buch zusammengefasst, als „Schriftwerke“ im Rahmen einer vierbändigen Gesamtedition der Buber-Rosenzweig-Bibel im Hegner-Verlag heraus. Die Buber-Rosenzweig-Übersetzung gilt neben der Tora-Übertragung von Moses Mendelssohn als bedeutendste deutschsprachige jüdische Bibel (und als genauste Übertragung der „alttestamentlichen“ Bücher). Sie war Vorbild für André Chouraqui bei seiner wörtlichen Übertragung der Schrift ins Französische; er verfolgte das Ziel, eine ebenfalls allgemein akzeptierte französischsprachige jüdische Bibel zu schaffen, die in den 1970er Jahren in 22 Bänden erschien und seither ständig nachgedruckt wird.

In seinen philosophischen Werken kommt bei Buber vor allem das Thema des Dialogs als anthropologisches Prinzip des Menschen zum Ausdruck. Sein Hauptwerk trägt den Titel Ich und Du und behandelt das Verhältnis des Menschen zu Gott und zum Mitmenschen als existentielle, dialogische und religiöse Prinzipien. Diese prägten u.a. den Arzt Hans Trüb, später den Pädagogen Hermann Röhrs und den Philosophen Amitai Etzioni, der das kommunitaristische Denken ausarbeitete; auch der strukturierende Dreischritt ich – du – wir des von den Didaktikern Urs Ruf und Peter Gallin entwickelten Dialogischen Lernens scheint von Bubers dialogischem Prinzip geprägt. Zudem plädierte Buber in Texten wie Drei Sätze eines religiösen Sozialisten für einen religiösen Sozialismus.[5]

Anfang der 1960er Jahre stellte Buber seine Werke in drei Sammelbänden zusammen, geordnet nach Schriften zur Philosophie, Schriften zur Bibel und Schriften zum Chassidismus. Sein Hausverlag Lambert Schneider veröffentlichte die drei Bücher gemeinsam mit dem Kösel-Verlag. Diese Edition gilt nach Zusammenstellung und Ordnungsprinzip als „Ausgabe letzter Hand“ und behält daher trotz der inzwischen begonnenen neuen Werkausgabe weiter ihre Gültigkeit. Das im eigentlichen Sinne letzte Buch Bubers ist der Band Nachlese, dessen Druckfahnen er noch selbst korrigiert, dessen Erscheinen er aber nicht mehr erlebt hat. Die Spätzeit des Religionsphilosophen hat Werner Kraft im Band „Gespräche mit Martin Buber“ dokumentiert.

Die aktuelle, auf 21 Bände angelegte Gesamtausgabe der Schriften Martin Bubers (Martin Buber Werkausgabe) war bislang als Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt. Seit 2010 wird die Edition an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf aus eigenen Mitteln sowie mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen herausgegeben. Im Frühjahr 2011 erschien der für Buber in mehrerlei Hinsicht zentrale neunte Band der Werkausgabe unter dem Titel Schriften zum Christentum. In den dort versammelten Dokumenten, aus denen insbesondere seine 1950 entstandene Schrift Zwei Glaubensweisen herausragt, zeigt Buber in paradigmatischer Weise das Trennende, gleichzeitig aber auch die enge theologische Verbindung zwischen Judentum und Christentum auf.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Eine künstlerische Bearbeitung: Hetty Krist, Martin Buber (Farblithographie)

Werke/Ausgaben (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Martin Buber Werkausgabe (MBW). Im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (bis 2009), der Israel Academy of Sciences and Humanities und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (seit 2010) hrsg. von Paul Mendes-Flohr, Peter Schäfer und Bernd Witte (seit 2010). 21 Bde., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2001ff. (Bisher erschienen: Bd. 1, 2001; Bd. 6, 2003; Bd. 8, 2005; Bd. 3, 2007; Bd. 10, 2008; Bd. 19, 2009; Bd. 9, 2011; Bd. 14, 2012; Bd. 2.2, 2012; Bd. 2.1, 2013; Bd. 2.3 2013)
  • Die Geschichten des Rabbi Nachman. 1906 Digitalisat.
  • Hrsg. der Buchreihe Die Gesellschaft. 1906–1912, 40 Bde.
  • Die fünfzigste Pforte. 1907.
  • Die Legende des Baalschem. 1908 Digitalisat.
  • Ekstatische Konfessionen. 1909.
  • Reden und Gleichnisse des Tschuang Tse. 1910 (Erste deutsche Ausgabe, wichtiges Nachwort).
  • Drei Reden über das Judentum. 1911 Digitalisat.
  • Daniel. Gespräche von der Verwirklichung. 1913 Digitalisat.
  • Vom Geist des Judentums. Reden und Geleitworte. 1916 Digitalisat,
  • Die jüdische Bewegung. Gesammelte Aufsätze und Ansprachen 1900–1915. 1916 Digitalisat.
  • Ereignisse und Begegnungen. 1920.
  • Ich und Du. 1923 (Reclam 1995 (Nr. 9342)).
  • Die Schrift. (verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig), 1926–1938.
  • Die chassidischen Bücher. 1928.
  • Zwiesprache. (Erstdruck 1929, Buchausgabe 1932), u.a. in: Das dialogische Prinzip.
  • Königtum Gottes. 1932.
  • Kampf um Israel. Reden und Schriften 1921–1932. 1933.
  • Die Frage an den Einzelnen. 1936, in: Das dialogische Prinzip.
  • M.B., Judah L. Magnes und Ernst Simon (Hrsg.): Towards Union in Palestine. Essays on Zionism and Jewish-Arab cooperation. IHUD (Union) Association, Jerusalem 1947.
  • Das Problem des Menschen. 1948.
  • Gog und Magog. 1949
  • Die Erzählungen der Chassidim. 1949.
  • Zwei Glaubensweisen. 1950.
  • Pfade in Utopia. Über Gemeinschaft und deren Verwirklichung. 1950 (vor allem eine Auseinandersetzung mit den Ideen von Gustav Landauer).
  • Der utopische Sozialismus. 1952 und 1967. [Ergänzung zum Band Pfade in Utopia].
  • Gottesfinsternis. Betrachtungen zur Beziehung zwischen Religion und Philosophie. 1953.
  • Elemente des Zwischenmenschlichen. In: Das dialogische Prinzip. 1953.
  • Reden über Erziehung. 1953, L. Schneider, jetzt:Gütersloher Verlagshaus; 10. Aufl., Heidelberg 2005, ISBN 3-579-02581-3.
  • Begegnung. Autobiographische Fragmente. 1961.
  • Juden, Palästina und Araber. 1961, Ner-Tamid-Verlag.
  • Werkausgabe in 3 Bänden bei Lambert Schneider / Heidelberg und Kösel / München: ›Schriften zur Philosophie‹ (Bd. 1, 1962), ›Schriften zur Bibel‹ (Bd. 2, 1964), ›Schriften zum Chassidismus‹ (Bd. 3, 1963).
  • Der Jude und sein Judentum. Ergänzungsband zur dreibändigen Werkausgabe, Köln, Melzer 1963
  • Nachlese. 2. Ergänzungsband zur Werkausgabe, Heidelberg 1965
  • Das dialogische Prinzip, Heidelberg 1973
  • Ein Land und zwei Völker, Zur jüdisch-arabischen Frage., Jüdischer Vlg., Ffm., Erscheinungsdatum: 1993, ISBN 3-633-54085-7
  • Nachlese, 1965, Heidelberg: L. Schneider, aktuell Gütersloher Verlagshaus; 3. Aufl. (Juli 2002), ISBN 3-579-02576-7
  • Martin Buber: Briefwechsel aus sieben Jahrzehnten, 3 Bde., hrsg. und eingeleitet von Grete Schaeder, Heidelberg 1972–1975
  • Martin Buber: Des Baal-Schem-Tow Unterweisung im Umgang mit Gott. Des Rabbi Israel Ben Elieser genannt Baal-Schem-Tow, das ist Meister vom guten Namen, Unterweisung aus den Bruchstücken gefügt von Martin Buber. Mit Nachwort und Kommentar hrsg. von Lothar Stiehm. Schneider, Heidelberg 1981. ISBN 3-7953-0185-8.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Seit 1968 bis heute wird jährlich die Buber-Rosenzweig-Medaille durch den Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an Personen verliehen, die sich besonders für den christlich-jüdischen Dialog einsetzen.

Weiterhin wird durch das 1982 ins Leben gerufene euregionale Kultur- und Wissenschaftsfestival Euriade seit 2002 die „Martin-Buber-Plakette“ verliehen. Das Festival findet im Dreiländereck zwischen Belgien, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen statt.

Das 1966 an der Universität zu Köln gegründete zweite judaistische Institut in Deutschland heißt Martin Buber-Institut für Judaistik.

Den Pädagogen Buber ehren zahlreiche Schulen in ihrem Namen.

Martin-Buber-Gesellschaft[Bearbeiten]

Die 2000 gegründete Martin-Buber-Gesellschaft sucht „Kenntnis und Verständnis für Martin Buber zu wecken und zu vertiefen, die Erforschung und Darstellung seines Werkes, seiner Person und seiner Zeit zu fördern. In die Erhellung des Buberschen Lebenskreises einbeschlossen sollen seine Herkünfte sein, primär die jüdische Geistes- und Glaubensgeschichte, vorwiegend vom 18. Jahrhundert an.“[9]

In der Gesellschaft gibt es inzwischen eine philosophische Sektion, eine pädagogische Sektion und eine therapeutische Sektion. Erster Vorsitzender ist Hans-Joachim Werner, Stellvertretende Vorsitzende ist Ursula Frost. Ehrenvorsitzender ist Lothar Stiehm.

Stiftungsfonds[Bearbeiten]

An der Hebräischen Universität ist ein mit 20 Millionen Euro ausgestatteter Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft der Forschungsstipendiaten in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem eingerichtet worden, der weitere Arbeiten von Graduierten unterstützen soll.

Literatur[Bearbeiten]

  • Oliver Bidlo: Martin Buber: Ein vergessener Klassiker der Kommunikationswissenschaft? Tectum, Marburg 2006, ISBN 978-3-8288-9086-2
  • Jochanan Bloch, Haim Gordon Hgg.: Martin Buber. Bilanz seines Denkens. Reihe: Veröffentlichung der Ben-Gurion-Universität des Negev. Herder, Freiburg 1983 ISBN 3-451-19192-X
  • Martin Buber, Carl Rogers: Im Gespräch.[10]Zuerst: Dialogue between M. B. and C. R. In Zeitschrift Psychologia, Vol. 3, No. 4, Kyoto 1960. Deutsch zuerst in Arbeitsgemeinschaft personenzentrierte Gesprächsführung, Hg.: Persönlichkeitsentwicklung durch Begegnung. Das personenzentrierte Konzept in Psychotherapie, Erziehung und Wissenschaft. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1984 ISBN 3700544995 S. 52 - 73.- Leicht gek., überarb., teilweise neu übers. und eingel. von Wolfgang M. Pfeiffer, wieder in: Personenzentrierte Psychologie und Psychotherapie. Jahrbuch 1992. GwG, Köln 1992 ISBN 3-926842-09-1 S. 184 – 201
  • Bernhard Casper: Das dialogische Denken. Franz Rosenzweig, Ferdinand Ebner und Martin Buber. Zuerst 1967. Überarb. und erw. Neuaufl. Karl Alber, Freiburg 2002 ISBN 978-3-495-47933-9
  • Erhard Doubrawa, Frank-M. Staemmler (Hg.): Heilende Beziehung – Dialogische Gestalttherapie.
  • Hans Duesberg: Person und Gemeinschaft. Philosophisch-systematische Untersuchungen des Sinnzusammenhangs von personaler Selbständigkeit und interpersonaler Beziehung an Texten von J. G. Fichte und Martin Buber. Bouvier, Bonn 1970 (Reihe: Münchener philosophische Forschungen, 1) ISBN 3-416-00633-X
  • Martha Friedenthal-Haase, Ralf Koerrenz (Hg.): Martin Buber: Bildung, Menschenbild und hebräischer Humanismus. Schöningh, Paderborn 2005, ISBN 3-506-71790-1
  • Maurice Friedman: Begegnung auf dem schmalen Grat. Martin Buber, ein Leben. Agenda, Münster 1999, ISBN 3-89688-059-4
  • Andreas Haupt: Der dritte Weg. Martin Bubers Spätwerk im Spannungsfeld von philosophischer Anthropologie und gläubigem Humanismus. Herbert Utz, München 2001, ISBN 3-8316-0068-6
  • Hans Kohn: Martin Buber. Sein Werk und seine Zeit. 1930, Neuauflage 1961
  • Ernst Simon: Martin Buber und das deutsche Judentum, in: Deutsches Judentum. Aufstieg und Krise. Gestalten, Ideen, Werke. Vierzehn Monographien. Hg. Robert Weltsch. Veröffentlichung des Leo Baeck Instituts. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1963, S. 27 - 84[11]
  • Yigal Wagner: Martin Bubers Kampf um Israel. Sein zionistisches und politisches Denken. Verlag für Berlin-Brandenburg 1999
  • Gerhard Wehr: Martin Buber: Leben, Werk, Wirkung. Diogenes, Zürich 1991, ISBN 3-257-01908-4.
  • Hans-Joachim Werner: Martin Buber. Campus, Frankfurt 1994, ISBN 3-593-35057-2.
  • Siegbert Wolf: Martin Buber zur Einführung. Junius, Hamburg 1992, ISBN 3-88506-873-7.
  • Michael Zank: New Perspectives on Martin Buber. Mohr-Siebeck, Tübingen 2006, ISBN 3-16-148998-5

Rundfunkberichte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin Buber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiversity: Martin Buber – Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Gerhard Ruhbach: Buber, Martin (1878–1965). In: Helmut Burkhardt und Uwe Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. 1, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1992, ISBN 3-417-24641-5, S. 317.
  2. http://www.matrikel.uzh.ch/active/static/3460.htm
  3. Christian Bartolf: Wir wollen die Gewalt nicht – Die Buber-Gandhi-Kontroverse. Berlin 1998, S. 11–13
  4. Christian Bartolf: Wir wollen die Gewalt nicht – Die Buber-Gandhi-Kontroverse. Berlin 1998, S. 16 ff.
  5. Drei Sätze eines religiösen Sozialisten (1928)
  6. http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/sixcms/media.php/1290/1953_buber.pdf
  7. http://campus.uni-muenster.de/ehrendoktorwuerden.html
  8. http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BuberMartin/
  9. Satzung der Gesellschaft vom 11. Februar 2000 auf deren Website.
  10. Gespräch der beiden, Moderation: Maurice Friedman, am 18. April 1957, University of Michigan
  11. Simon war ein enger Mitarbeiter Bubers, siehe auch Primärlit.