Kinderfernsehen

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Kinderfernsehen ist Fernsehen, das speziell die Zielgruppe der Kinder anspricht. Es gibt auch spezielle Kinderfernsehsender (siehe dazu auch die Liste der Kinderfernsehsender).

Geschichte des Kinderfernsehens in BRD und DDR[Bearbeiten]

Schon 1953 gab es im Versuchsprogramm des DDR-Fernsehens am Sonntag von 16.00 bis 18.00 Uhr ein Programm für Kinder. In der DDR wurde, anders als im Westen, nicht ernsthaft diskutiert, Kindern das Fernsehen zu verbieten. Stattdessen sollte das Fernsehen insgesamt zu einem Massenmedium entwickelt werden und das Programm für Kinder darin seinen Platz haben.[1] So gab es unter anderem die Sendungen Unser Sandmännchen und Meister Nadelöhr.

Bereits mit Beginn der ersten Fernsehversuchsprogramme wurden auch in der BRD Sendungen für Kinder ins Programm integriert. Es gab etwa ab 1953 die Augsburger Puppenkiste zu sehen. Im gleichen Jahr wurden auch erste Zeichentrickfilme wie Kalif Storch und Spielfilme wie Das doppelte Lottchen gezeigt. Die 1970er Jahre brachten die Sesamstraße als regelmäßig ausgestrahlte Kindersendung. Seit Anfang der 1980er Jahre gab es beim ZDF Experimente mit Kindern in Nachrichtenstudios. Gleichzeitig gab es mit dem Aufkommen der privaten Fernsehanbieter in den 1980er Jahren verstärkt Konkurrenz zwischen den einzelnen Sendern. Ab 1989 wurde die Kinder-Nachrichtensendung logo ausgestrahlt, eine circa 10-minütige Nachrichtensendung für 9- bis 13-jährige Kinder.[2] Am 5. Juli 1995 ging der erste deutschsprachige Fernsehsender, der sich komplett an Kinder richtete, auf Sendung. (Genaueres zu den Kinderfernsehsendern siehe Liste der Kinderfernsehsender.)

Laut DWDL.de gilt das heutige Kinderfernsehen in Deutschland im internationalen Vergleich als konservativ.[3]

Fernsehkonsum von Kindern[Bearbeiten]

In der 2012 herausgegebenen Broschüre „Geflimmer im Zimmer“ des BMFSFJ werden Tipps zum Umgang mit kindlichem Fernsehkonsum für Familien aufgeführt. Informationen über das Fernsehverhalten von Kindern verdeutlichen, was problematisch sein kann und wie der Fernsehkonsum in Familien reguliert werden kann.[4] Siehe auch: Die Initiative SCHAU HIN! Was deine Kinder machen.

Forschung zum Fernsehkonsum von Kindern[Bearbeiten]

Das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) untersucht die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. In der IZI-Datenbank kann nach Veröffentlichungen zu Themen rund um Kinder-, Jugend- und Bildungsfernsehen gesucht werden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kinderfernsehen in der DDR, in: Dossier: Deutsche Fernsehgeschichte Ost und West, Bundeszentrale für politische Bildung, 30. August 2012, zuletzt abgerufen am 17. Juli 2014.
  2. Vom Fernsehkindergarten zum multimedialen Kinderportal – 50 Jahre Kinderfernsehen in der Bundesrepublik Deutschland von Hans-Dieter Kübler, in: TELEVIZION, Ausgabe 14/2001/2, zuletzt abgerufen am 17. Juli 2014.
  3. Trends und Themen der Kids 2013 – „Nichts ist bei uns so konservativ wie Kinderfernsehen“ von Thomas Lückerath (7. Februar 2013), DWDL.de, zuletzt abgerufen am 17. Juli 2014.
  4. Geflimmer im Zimmer – Eine Broschüre des BMFSFJ, (PDF; 1,9 MB)
  5. Die IZI-Datenbank