Klaus Heider

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus Heider (* 25. Oktober 1936 in Göppingen; † 28. Oktober 2013 in Stuttgart[1]) war ein deutscher Grafiker, Maler, Fotograf, Installations- und Objektkünstler sowie Hochschullehrer.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Der ausgebildete Grafiker arbeitete mit den verschiedensten Drucktechniken. Dazu zählten Radierungen, Lithografien, Siebdruck, Offsetdruck und Heliogravure. Zudem malte und zeichnete er und experimentierte mit Collagen. Zuletzt beschäftigte er sich vor allem mit der Fotografie. Aus dieser Auseinandersetzung mit der Fotografie ging das Kosmische Lichtbildarchiv hervor, welches neben dem Schatten der Unendlichkeit zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählt.

Nach einer Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker bewarb sich Klaus Heider auf Empfehlung seines Lehrers an der Stuttgarter Kunstakademie. Von 1957 bis 1960 studierte er dort bei Manfred Henninger Malerei und Zeichnung. 1960 wechselte er an die Hochschule für bildende Künste Berlin. In Berlin besuchte Klaus Heider Ausstellungen von Cy Twombly und Robert Rauschenberg, deren Werk den jungen Künstler stark beeinflusste. 1964 beendete Heider sein Studium als Meisterschüler und kehrte 1966 nach Göppingen zurück. Bis zu seinem Tode lebte und arbeitete er in Bad Boll sowie im italienischen Cima.

Nach einer Reise an die französische Atlantikküste entstand zwischen 1972 und 1975 die Serie Atlantikbunker. Während eines Gastaufenthaltes an der Villa Romana in Florenz im Jahr 1977 realisierte Heider eine dauerhaft in den Boden eingelassene Glastreppe. Nach einem ersten Besuch des Pantheons in Rom im Jahr 1982 begann eine intensive malerische und fotografische Auseinandersetzung mit diesem antiken Bauwerk. Zudem plante Heider dort eine Lichtinstallation mit Laserstrahlen, die wegen baulicher Mängel nicht ausgeführt werden konnte. Die Auseinandersetzung mit dem Pantheon ging einher mit Heiders erster Lichtarbeit ‚Lichtjahr‘. Im Jahr 1982 erhielt er den Rompreis der Villa Massimo. Von 1983 bis 2000 hatte Heider eine Professur für Fotografie und Malerei an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim inne.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1982/83 Rompreis Villa Massimo
  • 1993 Heinrich-Schickardt-Preis der Stadt Göppingen
  • 2010 Erich-Heckel-Preis
  • 2012 Maria-Ensle-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg

Ausstellungen (in Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1968 Kunstverein Ulm
  • 1970 Europe Gallery Melbourne (USA)
  • 1973 Galleria Villa Massimo Rom (Italien)
  • 1975 Kunsthalle Tübingen
  • 1977 Kunsthalle Baden-Baden
  • 1986 Villa Merkel Galerie der Stadt Esslingen
  • 1991 Ernst Museum Budapest (Ungarn)
  • 1994 Kunsthalle Göppingen
  • 2005 Kulturverein Zehntscheuer Rottenburg

Ausstellungsbeteiligungen (in Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1970 „Aktiva 17“, Haus der Kunst München
  • 1976 „Art in Stuttgart“, Contemporary Art Museum St. Louis (USA)
  • 1977 IX. Festival International de la Peinture Cagnes-sur-mer (Frankreich)
  • 1977 „I materiali del linguaggio, Artisti tedeschi a Firenze“, Palazzo Strozzi Florenz (Italien)
  • 1980 Mittelmeerbiennale Alexandria (Ägypten)
  • 1983 Fotografie und Video, Staatsgalerie Stuttgart
  • 1988 „German Art“, Neville-Sargent Gallery Chicago (USA)
  • 1996 „Abenteuer Kunst“, Kunsthalle Göppingen
  • 1996 „Kunst der Gegenwart“, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
  • 2003 „Fotokunst 1852–2002“, Staatsgalerie Stuttgart
  • 2005 „Lichtkunst aus Kunstlicht“, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
  • 2006 „Das Schicksal des Paradieses liegt in seiner Geometrie“, KISS, Kunst im Schloss Untergröningen

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Über das Marionettentheater, Mappe mit Lithografien
  • Pulserate
  • Vital Statistic, Mappe mit Siebdrucken
  • Kosmisches Lichtbildarchiv, Fotografie

Arbeiten im Öffentlichen Raum[Bearbeiten]

  • Florenz, Villa Romana: Lichtfalle/Glastreppe, Glas, 1977
  • Göppingen, Projekt für Kunstverein Göppingen: Wandarbeit Kunst, 2010

Filme[Bearbeiten]

  • Theorie, 2001
  • Künstler-Leben, 2001

Künstlerbücher[Bearbeiten]

  • Vieles ist so schwer zu sehen, Verlag Beatrix Wilhelm Stuttgart 1994, ISBN 3-923-71783-0
  • Die Balancen des Wahren und Schönen, Cantz Verlag, Stuttgart 1994
  • Im Rahmen einer Vorstellung, Kunsthalle Göppingen und Cantz Verlag, Stuttgart 1994
  • Kunst, Galerie Eva Mack, Stuttgart 1998
  • Kunst über Kunst und Kunst, Edition Edith Wahlandt Galerie, Stuttgart 2003, ISBN 3-00-012652-X

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Heißenbüttel: Klappentext Nr. 17. 1972.
  • Karin Thomas: Kunst bis Heute. Köln 1973.
  • Juliane Roh: Deutsche Kunst seit 1960. Druckgraphik. München 1974.
  • Kunsthalle Tübingen: Klaus Heider. Texte: Götz Adriani, Günther Wirth, Heinz Ohff, Walter Aue, Herbert Pée, Helmut Heißenbüttel, Diulio Morosini. Tübingen 1975.
  • Ulmer Museum: Klaus Heider - Neue Arbeiten. Text: Johann-Karl Schmidt. Stuttgart 1977.
  • Kunsthalle Baden-Baden: Klaus Heider. Text: Hans Albert Peters. Baden-Baden 1977.
  • IX. Festival International de la Peinture. Text: Karin von Maur. Cagnes-sur-mer 1977.
  • Galleria Unimedia: Die Erscheinung ist nicht das Ding. Text: Joachim Burmeister, Alessandro Vezzosi. Genua 1981.
  • Staatsgalerie Stuttgart: Handzeichnungen der Gegenwart. Text: Ulrike Gauss. Stuttgart 1982.
  • Galerie Beatrix Wilhelm: Klaus Heider. Lichtobjekte. Text: Dorothée Bauerle. Stuttgart 1989.
  • Wolfgang Riedl: Bild und Texte. Historische Aspekte. 2004.
  • Klaus Heider. Überschaubare Vorstellung des Ganzen – kosmisches Lichtbildarchiv. Texte: Werner Meyer, Dorothée Bauerle-Willert, Heiderose Langer, Klaus Heider. Kunsthalle Göppingen 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maler und Grafiker Klaus Heider gestorben