Klaus M. Leisinger

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Klaus M. Leisinger (2006)

Klaus Michael Leisinger (* 6. Februar 1947 in Lörrach[1]) ist Sozialwissenschaftler und Ökonom. Er ist Vorsitzender des Stiftungsrates der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung.

Biografie[Bearbeiten]

Klaus M. Leisinger studierte Ökonomie und Sozialwissenschaften an der Universität Basel, promovierte in Entwicklungssoziologie und habilitierte in Soziologie zum Thema „Gesundheitspolitik für die am wenigsten entwickelten Länder“. Seine berufliche Laufbahn führte ihn als Geschäftsführer des pharmazeutischen Regionalbüros der damaligen CIBA für mehrere Jahre nach Ostafrika. Nach seiner Rückkehr an den Hauptsitz in der Schweiz war er für die internationalen Beziehungen des Unternehmens verantwortlich.

Seit 1996 bis 2012 war Leisinger Geschäftsführer der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung, die vom Pharmaunternehmen Novartis finanziert wird. Seit Marz 2012 ist Klaus Leisinger Vorsitzender des Stiftungsrats der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung (NFSD).[2]

Neben seiner Tätigkeit bei Novartis ist Klaus Leisinger Professor für Soziologie an der Universität Basel. Er forscht und lehrt auf einem breiten Themenspektrum der internationalen Entwicklungs- und Gesundheitspolitik sowie auf den Gebieten der Geschäftsethik, der sozialen Verantwortung von Unternehmen und der Thematik von Privatwirtschaft und Menschenrechten. Durch Veröffentlichungen in referierten Fachzeitschriften und Bücher in mehreren Sprachen hat er massgeblich zur wissenschaftlichen Diskussion beigetragen. Klaus Leisinger lehrte als Gastprofessor an zahlreichen europäischen Universitäten sowie an der University of Notre Dame, der MIT Sloan School of Management in Cambridge und der DePaul University. Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Im November 2004 erhielt er den Ehrendoktor für Theologie an der Universität Fribourg (Schweiz).

Klaus Leisinger arbeitet in zahlreichen Beraterfunktionen für nationale und internationale Organisationen wie den UN Global Compact, die Weltbank und das Weltwirtschaftsforum (Global Agenda Council on Human Rights).[3] Von Kofi Annan wurde er 2005 zum Sonderberater des UN-Generalsekretärs für den UN Global Compact berufen.[4] Dieses Mandat endete mit der Amtszeit von UN-Generalsekretär Kofi Annan am 31. Dezember 2006. Klaus Leisinger war auch Mitglied der Kommission der Vereinten Nationen für Informationspolitik und Rechenschafts¬pflicht zur Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern.[5] Er ist weiterhin Mitvorsitzender der Digital Health Initiative – einer Kooperation von Interessengruppen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie und verschiedenen Gesundheitssektoren zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele. Zudem ist er Mitglied der Broadband Commission,[6] des Lenkungsausschusses der UN Global Compact LEAD Initiative und des UN ECOSOC Development Cooperation Forum. Klaus Leisinger ist darüber hinaus Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik sowie Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

Für seine Mitarbeit in UN-Kommissionen insbesondere derjenigen der "Informationstechnologie im Gesundheitswesen" erhielt Leisinger im September 2011 den South South Award.[7] Im November 2012 wurde er vom Global Compact zum "Special Advisor on the Post 2015 Development and Business Ethics" ernannt und vom Sustainable Development Solutions Network (Leitung Prof. Jeffrey Sachs, Earth Institute, Columbia University New York) zum Mitglied des “Leadership Council". Für seine “outstanding contributions” im Kampf gegen Lepra erhielt er am 4, Dezember 2012 den 2012 Republic of Korea Hansen Grand Award.

Fachgebiete / Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Seine akademische Forschung und Praxis widmet er den Themen der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen in Entwicklungsländern, Unternehmensethik, internationale Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Versorgung armer Bevölkerungsschichten mit Arzneimitteln. Im Vordergrund seiner Arbeit der letzten Jahre standen die nachhaltige Umsetzung des UN Global Compact in der Unternehmenspraxis sowie die Spezialthematik „Human Rights and Business“.

Er ist Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen. [8]

Werke / Publikationen[Bearbeiten]

  • Arbeitslosigkeit, Direktinvestitionen und angepasste Technologie: Zur Investitionspolitik multinationaler Unternehmen in der Dritten Welt. Haupt, Bern 1975, ISBN 3-258-02418-9 (= Dissertation, Universität Basel, 1975).
  • Entwicklungspolitik: Anspruch und Wirklichkeit. Ein Werkbuch. Basler Zeitung, Basel 1986, ISBN 3-85815-149-1.
  • Unternehmensethik. Globale Verantwortung und modernes Management. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42289-6.
  • Die sechste Milliarde. Weltbevölkerungswachstum und nachhaltige Entwicklung. Beck, München 1999, ISBN 3-406-42140-7.
  • Six Billion and Counting: Population Growth and Food Security in the 21st century. In: Johns Hopkins University Press / IFPRI, Baltimore / Washington D.C 2002; auch auf Chinesisch erschienen, 3. Auflage, Beijing, 2003 (Koautoren Karin Schmitt und Rajul Pandya-Lorch).
  • Corporate Ethics in a Time of Globalization (Koautorin und Hrsg. Karin M. Schmitt) Sarvodaya Vishca Lekha Publishers, Colombo 2003, ISBN 955-599-333-5.
  • Whistleblowing und Corporate Reputation Management, Rainer Hampp Verlag (sfwu, Schriftenreihe für Wirtschafts- und Unternehmensethik), München und Mering 2003, ISBN 3-87988-731-4.
  • Ethik im Management (Hrsg. mit Hans Ruh), Orell Füssli, Zürich 2004, ISBN 3-280-05104-5.
  • Holzwege für den aufrechten Gang. Christliche Werte als Handlungsorientierung für unternehmerische Entscheidungen. In: Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie, Academic Press Fribourg, Band 52, Heft 3 (2005), S. 628-679.
  • Capitalism with a Human Face. The UN Global Compact. In: The Journal of Corporate Citizenship, 28. Auflage (2007), S. 113-132.
  • Corporate philanthropy: The “top of the pyramid”. In: Business and Society Review, Band 112, Heft 3 (2007), S. 315-342.
  • Zur Relevanz der Unternehmensethik in der Betriebswirtschaftslehre. In: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Sonderheft 58 / 8. Oktober 2008, S. 26-49.
  • Corporate Responsibilities for Access to Medicines. In: Journal of Business Ethics, Band 85, Heft 1 (2009), S. 3ff.
  • On Corporate Responsibility for Human Rights. In: Spitzeck H. /Pirson M. / Amann W. / Khan S. / Kimakowitz E.v. (EDS.): Humanism in Business, Cambridge University Press, Cambridge 2009, S. 175-203.
  • The Role of Corporations in Shaping Globalization with a Human Face. In: Straus J. (Ed.): The Role of Law and Ethics in the Globalized Economy, Springer, Heidelberg 2009, pp. 27-48.
  • Manifest globales Wirtschaftsethos: Konsequenzen und Herausforderungen für die Weltwirtschaft. mit Hans Küng und Josef Wieland Dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-34628-3.
  • Poverty, Diseases, and Medicines in Low-and Middle-Income Countries: The Roles and Responsibilities of Pharmaceutical Corporations. In: Business & Professional Ethics Journal Vol.31 (2012)No.1, S. 135-185.
  • Corporate Responsibility and Corporate Philanthrophy (mit Karin Schmitt), Juni 2012 UN Development Cooperation Forum[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vademekum der Geschichtswissenschaften. F. Steiner, Stuttgart 2000, S. 459.
  2. http://www.novartisstiftung.org/page/content/index.asp?MenuID=133&ID=188&Menu=2&Item=4.3.1
  3. http://www.weforum.org/content/global-agenda-council-human-rights-2012
  4. http://www.unglobalcompact.org/NewsAndEvents/news_archives/2005_10_05.html
  5. http://www.who.int/woman_child_accountability/about/coia/en/index3.html
  6. http://www.broadbandcommission.org/CommissionerListPage.aspx
  7. UNO Preis für Klaus Leisinger, Badische-Zeitung, 26. August 2011
  8. DGVN Präsidium
  9. http://www.un.org/en/ecosoc/newfunct/pdf/leisinger-schmitt_corporate_responsibility_and_corporate_philanthropy.pdf