Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste

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Dieser Artikel behandelt die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg.
Für die Europäische Akademie in London siehe Academia Europaea.
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Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (lateinisch: Academia Scientiarum et Artium Europaea) ist eine europäische Akademie der Wissenschaften.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Akademie gehen auf einen wissenschaftlichen Arbeitskreis zurück, dem der Salzburger Herzchirurg Felix Unger, der Wiener Erzbischof Franz Kardinal König und der Politikwissenschaftler und Philosoph Nikolaus Lobkowicz angehörten. Am 7. März 1990 erfolgte die offizielle Gründung in Salzburg. Sitz der Akademie ist Salzburg.

Am 2. März 2013 fand die jährliche feierliche Plenarsitzung der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in der Aula der Universität in Salzburg statt. Unter anderem wurden der Präsident von Kroatien Ivo Josipovic, der Präsident von Slowenien Borut Pahor und der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin (vertreten durch Botschafter Sergey Netschajew) als Beschützer der Akademie (Protectors of the Academy) inauguriert[1].

Selbstverständnis und Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste ist politisch unabhängig und wird durch öffentliche Stellen, die Republik Österreich, die Europäische Union und private Sponsoren gefördert; ihre Tätigkeit ist nicht auf finanziellen Gewinn ausgerichtet. Die Ziele der Akademie sollen durch ideelle und materielle Mittel erreicht werden. Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste versteht sich als ein Gelehrtenforum, das interdisziplinär und grenzüberschreitend europarelevante Themen aufnimmt. Sie hat Stand 2012 etwa 1.500 Mitglieder aus der ganzen Welt. Die Mitglieder gelten als anerkannte Spitzenwissenschaftler, darunter Stand 2012 laut Statistik der Akademie 29 Nobelpreisträger. Man kann sich nicht selbst um eine Mitgliedschaft bewerben, sondern wird, z. B. aufgrund Verdiensten für Forschung und Gesellschaft, von einer Auswahlkommission nominiert und vom Senat der Akademie gewählt (siehe dazu auch die unterschiedlichen Mitteilungen über neue Mitgliedsaufnahmen vom Informationsdienst der Wissenschaften[2] - idw - oder von den Hochschulen). Die Mitgliedschaft gilt daher für die Betroffenen als Auszeichnung und Würdigung ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

Bekannte Mitglieder sind beispielsweise der ehemalige Kurienkardinal Walter Kasper, der ehemalige katholische Militärbischof in Deutschland sowie Bischof von Augsburg Walter Mixa, der nordrhein-westfälische CDU-Politiker Armin Laschet sowie Kardinal Karl Lehmann, der Bischof von Mainz.

Alma Mater Europaea[Bearbeiten]

Abschlussfeier der Alma Mater Europaea in Maribor, Slowenien am 12. März 2013

Im Jahre 2013 nimmt die Alma Mater Europaea - European University for Leadership - der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg ihren Betrieb auf[3][4][5]. Bereits Anfang 2011 eröffnete sie mit der Alma Mater Europaea - Evropsko sredisce Maribor ihren ersten Zweig in Slowenien. Im Juli 2011 folgte die Alma Mater Europaea of the European Academy of Arts and Sciences - European University for Leadership mit einer Summer School in St. Gallen (Schweiz).[6]

Organisation[Bearbeiten]

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste ist ein gemeinnütziger Verein nach dem österreichischen Vereinsrecht. Derzeitiger Präsident der Akademie (Stand 2012)[7] ist Felix Unger, Ehrenpräsident ist Nikolaus Lobkowicz[8], Vizepräsidenten sind Francisco José Rubia[9], Erich Hödl[10], Joseph Straus[11] und Štefan Luby[12].

Der Europäischen Akademie sind folgende nationale Vereine angegliedert:

  • Verein Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Österreich
  • Verein Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Spanien
  • Verein Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Italien
  • Verein Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Ungarn
  • Verein Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Deutschland

Der Europäischen Akademie sind folgende nationale Stiftungen angegliedert:

  • Academia Scientiarum et Artium Europaea Privatstiftung Österreich
  • Stiftung Schweiz der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste

Eingerichtet sind Stand Oktober 2012 folgende Klassen[13]:

  • Klasse I: Geisteswissenschaften, Dekan Helmut Reinalter[14]
  • Klasse II: Humanmedizin, Dekan Konrad Meßmer[15]
  • Klasse III: Künste, Dekan Manfred Wagner[16]
  • Klasse IV: Naturwissenschaften, Dekan Branko Stanović[17]
  • Klasse V: Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Dekan Brigitte Tag[18]
  • Klasse VI: Technologie- und Umweltwissenschaften, Dekan Momir Djurović[19]
  • Klasse VII: Weltreligionen, Dekan Kardinal Karl Lehmann[20]

Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste hat verschiedene Institute für die wissenschaftliche Zusammenarbeit initiiert:

  • European Institute of Medicine (EOM), Salzburg
  • Institute of Advanced Studies on Sustainability, München
  • European Heart Institute (EHI), Salzburg
  • Institute for Global Mapping and Research, Salzburg
  • "EUROLAT" European-Latvian Institute for Cultural and Scientific Exchange, Riga
  • Kardinal König Institut, Salzburg
  • Mozart - Opern Institut an der Universität Mozarteum Salzburg

Toleranzpreis[Bearbeiten]

Die Akademie vergibt jährlich - geleitet von den Zielen der Charta der Toleranz - an eine hervorragende Persönlichkeit den Toleranzpreis[21]. Die bisherigen Preisträger sind:

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. euro-acad.eu: Festive Plenary Session 2013
  2. Informationsdienst der Wissenschaften - idw
  3. Alma Mater Europaea der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste
  4. EuroAcad → Organisation → Institutes → Alma Mater Europaea
  5. EuroAcad → Search → Alma+Mater
  6. Summer School Human Change Processes, St. Gallen, Switzerland (PDF; 320 kB)
  7. EuroAcad → Organisation → Presidency/Senate/Deans
  8. Nikolaus Lobkowicz → Ehrenpräsident
  9. Francisco José Rubia → Vizepräsident
  10. Erich Hödl → Vizepräsident
  11. Joseph Straus → Vizepräsident
  12. Štefan Luby → Vizepräsident
  13. EuroAcad → Organisation → Presidency/Senate/Deans
  14. Helmut Reinalter → Dekan Klasse I
  15. Konrad Meßmer → Dekan Klasse II
  16. Manfred Wagner → Dekan Klasse III
  17. Branko Stanovic → Dekan Klasse IV
  18. Brigitte Tag → Dekanin Klasse V
  19. Momir Djurovic → Dekan Klasse VI
  20. Kardinal Karl Lehmann → Dekan Klasse VII
  21. EuroAcad → About the Academy → Price of Tolerance
  22. Dorothea Rosenblad → price of tolerance 2002
  23. Giandomenico Picco → price of tolerance 2005
  24. Zaki Anwar Nusseibeh → price of tolerance 2012
  25. euro-acad.eu: Toleranzringe 2013

Weblinks[Bearbeiten]