Weltwirtschaftsforum

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Weltwirtschaftsforum
World Economic Forum logo.svg
Typ Gemeinnützige Stiftung
Gründer Klaus Schwab
Gründung 1971
Sitz Cologny, Schweiz
Ursprung 1971-1987 European Management Forum
ab 1987 World Economic Forum
Aktionsraum weltweit
Motto Committed to improving the state of the world
Website www.weforum.org

Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, kurz WEF) ist eine in Cologny im Kanton Genf (Schweiz) ansässige gemeinnützige Stiftung, die in erster Linie für das von ihr veranstaltete Jahrestreffen bekannt ist, das alljährlich in Davos im Kanton Graubünden (Schweiz) stattfindet. Bei diesen Treffen kommen international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Journalisten zusammen, um über aktuelle globale Fragen, dazu zählen neben der Wirtschafts- auch die Gesundheits- und Umweltpolitik, zu diskutieren. Das Forum organisiert auch das «Annual Meeting of the New Champions» in China sowie verschiedene regionale Treffen im Verlauf des Jahres. Es wurde 1971 von Klaus Schwab in der Schweiz gegründet.[1] Neben den Jahrestreffen gibt das Forum Forschungsberichte heraus. Seine Mitglieder betätigen sich in verschiedenen branchenspezifischen Initiativen.[2]

Organisation[Bearbeiten]

Klaus Schwab, Gründer und Präsident des World Economic Forum

Das Forum hat seinen Sitz in Cologny bei Genf in der Schweiz. 2006 eröffnete das Forum regionale Büros in Beijing, China, und in New York, Vereinigte Staaten. Das Forum ist eine unparteiische gemeinnützige Organisation, die an keinerlei politische, parteiliche oder nationale Interessen gebunden ist. Sie hat Beobachterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und steht unter der externen zivilrechtlichen Stiftungsaufsicht des schweizerischen Bundesrates (Département fédéral de l'intérieur; Art. 84 ZGB; SR 210; Schweizer Bundesrat). Ihr höchstes internes Aufsichtsgremium ist der Stiftungsrat. Mitglieder, Direktoren und Zeichnungsberechtigte ergeben sich aus dem Eintrag im Handelsregister des Kantons Genf (Registre du Commerce du Canton de Genève). Die Mission des Forums lautet, «den Zustand der Welt zu verbessern» (But: organisation internationale qui rassemble les personnalités dirigeantes des milieux économique, politique, académique et civil dans une communauté globale d’action, désireuse d’améliorer l’état du monde).[3]

Mitgliedschaft, Finanzierung[Bearbeiten]

Das Forum wird von seinen rund 1000 Mitgliedsunternehmen finanziert.

Das typische Mitgliedsunternehmen ist ein globales Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Mrd. US-Dollar, wobei dies je nach Branche und Region variieren kann. Ausserdem zählen diese Unternehmen zu den wichtigsten Unternehmen ihrer Branche und/oder ihres Landes und spielen bei der Zukunftsgestaltung ihrer Branche und/oder Region eine wichtige Rolle.[4] Ab 2005 bezahlt jedes Mitgliedsunternehmen eine Basis-Jahresmitgliedsgebühr von 42'500 CHF und eine Gebühr von 18'000 CHF für die Teilnahme ihres Präsidenten am Jahrestreffen in Davos.

Industrie- und strategische Partner bezahlen jeweils 250'000 CHF und 500'000 CHF, um massgeblich an den Initiativen des Forums mitzuwirken.[5][6]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Jahrestreffen in Davos[Bearbeiten]

Die zentrale Veranstaltung des Forums ist das Jahrestreffen, das alljährlich im Januar oder Februar in Davos stattfindet. Bei dieser Veranstaltung in dem Schweizer Wintersportort kommen die Präsidenten der 1000 Mitgliedsunternehmen des Forums sowie ausgewählte Politiker und Vertreter von Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Religion und Medien zusammen.[7][8] Die Teilnahme am Jahrestreffen ist nur auf Einladung möglich. Die Gäste nehmen im Rahmen der fünftägigen Veranstaltung an rund 220 Sitzungen des offiziellen Programms teil. Darüber hinaus finden – auch aufgrund des dafür einfachen Charakters dieses verhältnismässig kleinen Ortes – viele informelle Treffen statt sowie Empfänge von Firmen und Staaten. In den Diskussionen des offiziellen Programms werden wichtige Fragen von globaler Bedeutung (wie internationale Handelshemmnisse, Konflikte, Armut und Umweltprobleme) sowie mögliche Lösungen behandelt.[2] Im Übrigen nehmen 500 Internet-, Print-, Radio- und TV-Journalisten am Jahrestreffen teil. Medienvertreter haben Zugang zu allen Veranstaltungen des offiziellen Programms, die auch als Webcast live übertragen werden.[9]

Eingang WEF 2014

44. Jahrestreffen 2014[Bearbeiten]

Das 44. Jahrestreffen fand vom 22. bis 25. Januar 2014 statt und stand unter dem Motto „The Reshaping of the World: Consequences for Politics, Business and Society“ (dt. Die Neugestaltung der Welt: Konsequenzen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft).[10]

Die Eröffnungsrede des Treffens hielt der japanische Premierminister Shinzō Abe. Der Premier präsentierte dabei seine als Abenomics bezeichneten Wirtschaftspolitik,[11] mit der die bestehende Deflation in Japan überwunden[12] und sich das Land zur weltweit wirtschaftsfreundlichsten Nation entwickeln soll.[13] Die von Abe als Folge der expansiven Fiskalpolitik des deficit spending tolerierte Schwächung des Yen zur Ankurbelung japanischer Exporte wurde in Davos auch als Angriff auf die von Deutschland verfolgte Stabilitätspolitik bezeichnet.[11] Abe sprach sich gegen weitere militärische Expansionen im asiatischen Raum und für Transparenz bei den Verteidigungsausgaben in der Region aus. Seine im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Senkaku-Inseln geäußerte Forderung nach Einhaltung des internationalen Seerechts richtete sich an China, dessen direkte Erwähnung Abe jedoch vermied.[13] Gegenüber Journalisten verglich Abe das Verhältnis zwischen Japan und China mit dem von Deutschland und Großbritannien vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.[11] Seinen von China und anderen Nachbarn kritisierten Besuch im Yasukuni-Schrein Ende 2013[14] wollte Abe als „Antikriegsgeste“ verstanden wissen.[11]

US-Außenminister Kerry mit Ruandas Präsident Kagame beim Jahrestreffen 2014

Erstmals hatte der Vatikan mit Kardinal Peter Turkson einen Sondergesandten zum Weltwirtschaftsforum geschickt,[15] der am Eröffnungstag eine Botschaft von Papst Franziskus an die Konferenzteilnehmer verlas. Darin lobte der Papst die Erfolge des modernen Unternehmertums und forderte zugleich eine gerechtere Verteilung des globalen Wohlstands. Franziskus erinnerte an die „klare Verantwortung gegenüber anderen, vor allem denjenigen, die am zerbrechlichsten, schwächsten und verwundbarsten sind“ und verurteilte den weltweiten Hunger als „nicht hinnehmbar“.[16]

Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff war 2014 erstmalig zu Gast in Davos.[17] Nachdem eine Bloomberg-Umfrage unter Investoren im November 2013 pessimistische Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens und negative Einschätzungen zu Rousseffs Wirtschaftspolitik ergeben hatte,[18] schilderte die Präsidentin eine positives Lage ihres Landes. Rousseff verwies auf große soziale Fortschritte, die für breite Schichten der Bevölkerung zu einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage geführt hätten. Auch seien in den vorangegangenen zehn Jahren in Brasilien über 4 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, während das Durchschnittseinkommen um 78 Prozent zugenommen habe. Als entscheidend für den bisherigen und künftigen wirtschaftlichen Aufstieg Brasiliens bezeichnete Rousseff Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes. Als wichtige Ziele ihrer künftigen Politik nannte sie die Konsolidierung öffentlicher Finanzen, den Abbau von Inflation und die Stabilisierung der brasilianischen Währung.[19] Rousseff versprach, die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens zu steigern,[20] und versicherte ausländischen Investoren, dass ihr Land über sichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen verfüge und geschlossene Verträge eingehalten würden. Auch seien Investoren dort stets „gut behandelt“ worden, erklärte die Präsidentin und ergänzte, dass ihre Regierung Maßnahmen ergriffen habe, um die Beziehungen zu Investoren weiter zu verbessern.[17] Als konkretes Ziel ihrer Wirtschaftspolitik nannte Rousseff die Verringerung der jährlichen Inflation von 6 auf 4,5 Prozent.[20] Nach Angaben ihrer Berater diente Rousseffs Rede vor allem dem Ziel, das Vertrauen von Investoren zurückzugewinnen.[17] Zur brasilianischen Delegation zählten neben Rousseff auch ihr Finanzminister Guido Mantega und die Präsidenten der Brasilianischen Zentralbank, Alexandre Tombini, und der Brasilianischen Entwicklungsbank, Luciano Coutinho.[21]

Der iranische Präsident Hassan Rohani nutzte die erste Rede eines Präsidenten der Islamischen Republik seit 10 Jahren dazu, das Interesse seines Landes an besseren Beziehungen zum Westen zu verkünden. Rohani warb um ausländische Investitionen für sein Land, vor allem für die Ölindustrie, für die er ein neues Investitionsmodell ankündigte. In einem Interview hatte er zuvor als Signal der Entspannung eine Wiedereröffnung der US-Botschaft in Teheran in Aussicht gestellt.[22] Rohani bekräftigte den „friedlichen Charakter“ des iranischen Atomprogramms. Iran habe nicht die Absicht, Atomwaffen zu produzieren, sondern wolle innerhalb von 30 Jahren zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt aufsteigen, so der Präsident weiter.[23] Nachfragen des WEF-Gründers Klaus Schwab bei einer späteren Podiumsdiskussion bezüglich freundschaftlicher Beziehungen zu Israel erteilte Rohani eine Absage.[24]

Der britische Premier David Cameron forderte In seiner Rede die europäischen Staaten auf, die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents zu erhöhen. Um dies zu erreichen, müsse das wirtschaftliche Umfeld liberalisiert und die Steuern gesenkt werden, erklärte der Premier.[25] Ziel sei es, so Cameron, möglichst viele der in der Vergangenheit aus Europa abgewanderten Arbeitsplätze zurück zu holen, vor allem aus Asien und Osteuropa. Für sein Land gab er die Vorgabe aus, zu einer „Reshore“-Nation zu werden. Der Premier wiederholte seine Forderung nach Begrenzung von Immigration und seine Ablehnung einer Zuwanderung in die Sozialsysteme. Immigration müsse mit „Wohlfahrt und Ausbildung kombiniert werden“, so Cameron.[26]

Am Abschlusstag des Treffens bekräftigte der EU-Währungskommissar Olli Rehn, dass die Existenzkrise des Euro überwunden sei und sich die Währung in einer Erholungsphase befände.[27]

Zuvor hatte Axel Weber, Verwaltungsratspräsident der schweizer Großbank UBS und bis 2011 Bundesbankpräsident, vor einer erneuten Verschärfung der Euro-Krise gewarnt.[28] Weber mahnte, aufgrund einer leichten wirtschaftlichen Erholung in Europa und günstiger Prognosen für das Jahr 2014 nicht in Euphorie zu verfallen und analysierte: „Der Aufschwung fühlt sich besser an, als er ist.“ Als drohende Risiken für 201 nannte Weber das Erstarken EU-kritischer Parteien bei der Europawahl im Mai und das Ergebnis des EZB-Bankenstresstests im November.[29] Weber äußerte sich skeptisch zur ökonomischen Situation der EU-Länder, von denen nur Deutschland bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht habe, während in vielen südeuropäischen Staaten die wirtschaftliche Situation für große Teile der Bevölkerung weiter angespannt sei. Unterschiedlich bewertete er auch die Situation in Europa und den Vereinigten Staaten bei der Krisenbewältigung: „Die USA sind zurück, Europa nicht.“[30]

43. Jahrestreffen 2013[Bearbeiten]

Christine Lagarde, Präsidentin des IWF, beim Jahrestreffen 2013

Das 43. Jahrestreffen fand vom 23. bis 27. Januar 2013 statt. Das Motto des Treffens lautete "Resilient Dynamism" (Widerstandsfähige Dynamik).[31] Das Treffen zählte mehr als 2500 Teilnehmer,[32] darunter über 1500 hochrangige Manager aus 100 Ländern. Über 40 Staats- und Regierungschefs reisten ebenfalls an.[33] Dazu zählten neben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auch der britische Premierminister David Cameron und die Ministerpräsidenten Russlands und Italiens, Dmitri Medwedew und Mario Monti,[33] der die Eröffnungsrede hielt.[34] Darin übte der italienische Premier deutliche Kritik an der Politik seines Amtsvorgängers Silvio Berlusconi.[35] Zu dem vom britischen Premier Cameron kurz zuvor angekündigten Referendum zum Verbleib seines Landes in der EU äußerte Monti, dass er mit einer Zustimmung der Briten rechne, da die Vorteile einer Mitgliedschaft deren Nachteile deutlich überwiegen würden.[36] "Die EU braucht keine Europäer, die keine Europäer sein wollen", erklärte Monti weiter.[37] Während des Treffens forderte Bundeskanzlerin Merkel in einer Rede[38] weitere Maßnahmen innerhalb der EU zur Senkung der Arbeitslosigkeit[33] und erklärte die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zur zentralen Aufgabe bei der künftigen Sicherung des europäischen Wohlstands.[39] Der britische Premier Cameron verteidigte auf dem Treffen das angekündigte Referendum zum Verbleib seines Landes in der EU und bekräftigte seinen Widerstand gegen eine vertiefte politische Integration der EU-Staaten.[40] Die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, gab während des Jahrestreffens eine IWF-Prognose zur ökonomischen Entwicklung des Jahres 2013 bekannt, die von einer „zerbrechlichen und ängstlichen Erholung“ der Weltwirtschaft ausging.[41] Lagarde warnte zugleich, dass die Weltwirtschaft die Krise noch nicht überwunden habe. Vielmehr sei die weitere wirtschaftliche Erholung von einer konsequenten Fortführung des bisherigen Stabilitätspolitik abhängig, erläuterte die IWF-Chefin weiter.[42] Der amerikanische Investor George Soros kritisierte die Sparpolitik Deutschlands und warnte vor einem Währungskrieg. Soros befürwortete weitere geldpolitische Lockerungen.[43] Axel Weber, Verwaltungsratsvorsitzender der schweizer Bank UBS und ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank, trat für eine einheitliche globale Regulierung des Bankensektors ein und mahnte die Banken, sich bei Managergehältern und Boni auf ethisch vertretbare Standards festzulegen.[44]

42. Jahrestreffen 2012[Bearbeiten]

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Forum 2012

Das 42. Jahrestreffen fand vom 25. bis 29. Januar 2012 statt und stand unter dem Motto „The Great Transformation: Shaping New Models“ (Die große Verwandlung: Neue Modelle gestalten).[45] Das Treffen hatte 2600 Teilnehmer, was laut Veranstalter einen Rekord darstellte. Zu den Teilnehmern zählten 40 Staats- und Regierungschefs, darunter auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Eröffnungsrede hielt.[46] In ihrer Rede warnte Merkel im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Überwindung der Schuldenkrise vor einer Überforderung Deutschlands.[47] Während des Treffens errichteten 45 Aktivisten der Occupy-Bewegung unter dem Motto „Occupy WEF“ ein Iglu-Camp in Davos.[48][49] Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisierte während des Treffens die griechische Regierung und warf ihr mangelnde Sparanstrengungen vor.[50][51] Der Finanzminister wehrte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion auch gegen eine vom französischen Finanzminister François Baroin geforderte Aufstockung des EFSF-Rettungsfonds.[52] Schäuble widersprach damit zugleich dem britischen Premier Cameron, der am Vortag ebenfalls eine Anhebung der Bürgschaften gefordert[53] und das Krisenmanagement der deutschen Bundeskanzlerin Merkel heftig kritisiert hatte.[54] Auch US-Finanzminister Timothy Geithner kritisierte die europäischen Schritte zur Überwindung der Finanzkrise als zu einseitig an Sparmaßnahmen orientiert. Geithner forderte die stärkere Ausrichtung auf ein künftiges Wirtschaftswachstum, das die Voraussetzung für eine Überwindung der Krise sei.[55]

41. Jahrestreffen 2011[Bearbeiten]

Der russische Präsident Dimitri Medwedew (re.) mit WEF-Gründer Klaus Schwab während des 41. Jahrestreffens

Das 41. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums fand vom 26. bis zum 30. Januar 2011 statt und stand unter dem Motto „Shared Norms for the New Reality“ (Gemeinsame Normen für eine neue Realität).[56][57] Das Treffen, zu dem 2500 Teilnehmer angereist waren,[58] wurde vom russischen Präsidenten Dimitri Medwedew eröffnet.[59] In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Medwedew den Sturz des tunesischen Staatschefs Zine el-Abidine Ben Ali als „Lektion“.[60] Zunehmende Ungleichheit führe zu wachsenden sozialen Spannungen, erklärte der russische Präsident und mahnte: „Was sich ereignet hat, ist, glaube ich, eine ernste Lektion für alle Amtsträger in allen Ländern.“[61] Medwedew sagte die Unterstützung für eine völlige Freiheit des Internets zu und erklärte: „Russland wird keine Initiativen unterstützen, die Freiheit des Internets zu beschneiden.“[60] Der russische Präsident war trotz eines unmittelbar zuvor auf dem Flughafen Moskau-Domodedowo verübten Bombenanschlags nach Davos gereist.[62]

40. Jahrestreffen 2010[Bearbeiten]

Der spanische Ministerpräsident José Zapatero beim Jahrestreffen 2010

Das 40. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums fand vom 27. bis 31. Januar 2010[63] statt und stand unter dem Motto „Improve the State of the World: Rethink, Redesign, Rebuild“ (Den Zustand der Welt verbessern: Neu denken, neu gestalten, neu schaffen).[64]

In seiner Eröffnungsrede sprach sich der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy für eine grundlegende Reform des Finanz- und Währungssystems aus.[65] Sarkozy forderte ein neues Bretton-Woods-Abkommen und sprach von einer Krise der Globalisierung.[66] Der französische Präsident prangerte die Selbstbedienungsmentalität von Bankern ebenso an wie unfaire Handelspraktiken von Schwellenländern wie China.[67] Sarkozy plädierte im Zusammenhang mit der Globalisierung für die Durchsetzung einer „moralischen Dimension“.[68] Nachdem US-Präsident Obama kurz zuvor eine Regulierung des amerikanischen Banken-Sektors angekündigt hatte,[69][70][71] war dies auch Thema beim Jahrestreffen in Davos.[72] Anwesende Bankmanager warnten vor einer zu weitreichenden Regulierung des Finanzsektors.

Der kanadische Premier Stephen Harper auf dem Jahrestreffen 2010

So sah Peter Sands, Vorstandschef der britischen Standard Chartered Bank, im Fall einer Überregulierung die Gefahr von Wachstumseinbußen voraus. Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, warnte vor einem Effizienzverlust bei den Kapitalmärkten.[73] Zugleich fordertete er dazu auf, Bankenschelte und Schuldzuweisungen zu beenden,[74][75] ermahnte jedoch ebenfalls seine Branche: „Banken müssen proaktiver sein und zeigen, dass sie zu helfen bereit sind. Weil am Ende arbeiten wir nicht für uns selbst und nicht allein für die Volkswirtschaft, sondern wir arbeiten zum Wohl von Menschen weltweit.“[76] Ackermann brachte erneut seine Idee eines gemeinsamen von europäischen Staaten und Banken finanzierten Fonds zur Rettung oder Abwicklung gefährdeter Banken in die Diskussion ein.[77] Ackermann war neben Melinda Gates Co-Vorsitzender des Treffens.[78] Im Zusammenhang mit der von Obama geplanten Aufspaltung von Großbanken in Investmentbanken und Banken mit Einlagen- und Kreditgeschäft verwies Axel Weber, Präsident der Bundesbank, auf die guten Erfahrungen, die Europa mit dem Universalbankensystem gemacht habe. Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, befürwortete die Pläne Obamas, insbesondere die geplante Begrenzung von Eigenhandel und Institutsgröße.[79] Auch der chinesische Vize-Regierungschef Li Keqiang forderte Reformen bei internationalen Finanzinstituten und -märkten sowie eine internationale Koordination von staatlichen Stützungsmaßnahmen.[74][80]

39. Jahrestreffen 2009[Bearbeiten]

Wladimir Putin, russischer Ministerpräsident, beim 39. Jahrestreffen 2009 in Davos

Das 39. Jahrestreffen fand vom 28. Januar bis 1. Februar 2009 statt und stand unter dem Motto „Shaping the Post-Crisis World“ (Gestaltung der Welt nach der Krise).[81] Mit mehr als 40 Staats- und Regierungschefs nahmen deutlich mehr Spitzenpolitiker an dem Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums teil.[82][83] Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hielt die Eröffnungsrede des Treffens.[84] In seiner Rede warnte Putin vor Protektionismus[83] und zu vielen staatlichen Interventionen in der bestehenden Wirtschafts- und Finanzkrise. Der russische Ministerpräsident verwies auf die Sowjetunion als Beispiel staatlicher Überregulierung.[85] Putin warnte vor der Abhängigkeit vom Dollar als einziger globaler Reservewährung und bezeichnete diese als „Gefahr für die Weltwirtschaft“.[86] Der russische Premier empfahl, sämtliche faulen Finanzwerte in den Bilanzen der Banken offenzulegen und abzuschreiben. Dies sei, so Putin, ein schmerzhafter Prozess, der aber eine Verlängerung der Krise verhindere.[87] Vor dem Hintergrund einer russisch-ukrainischen Auseinandersetzung um Gaslieferungen sprach sich Putin für neue internationale rechtliche Rahmenbedingungen für Energielieferungen aus.[85]

In seiner Rede[88] erklärte der chinesische Premierminister Wen Jiabao, dass China für das Jahr 2009 ein Wirtschaftswachstum von 8 Prozent anstrebe.[89] Der chinesische Premier machte die USA für die Krise verantwortlich, ohne sie jedoch namentlich zu nennen. Wen sprach vielmehr von einer "unpassenden makroökonomischen Politik mancher Volkswirtschaften", die zu einem Missverhältnis von Konsum und Sparen geführt habe.[86] Wen beschrieb die Konsequenzen der Krise auf sein eigenes Land. Dazu gehörten eine deutlich gesunkene Auslandsnachfrage, Überkapazitäten in einigen Wirtschaftszweigen, verschlechtere Bedingungen für Unternehmen, steigende Arbeitslosigkeit in den städtischen Gebieten und gedrücktes Wirtschaftswachstum. Trotzdem zeigte sich der Premier überzeugt, dass sein Land einen Weg aus der Krise finden und zusätzlich auch der Weltwirtschaft wichtige Impulse geben werde.[90]

Wens japanischer Amtskollege Tarō Asō betonte die Bedeutung des asiatischen Wirtschaftsraums für die Weltwirtschaft und bei der Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise.[91] Der Premier kündigte in seiner Rede ein Hilfspaket seines Landes im Umfang von 17 Milliarden Dollar an, mit dem asiatische Staaten bei der Überwindung der Wirtschaftskrise unterstützt werden sollten. Die Mittel seien für Investitionen zur Infrastruktur und für die Förderungen des Handels vorgesehen.[92] Asō warnte zudem vor Protektionismus,[93] ebenso wie der britische Premierminister Gordon Brown.[94]

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte auf dem Treffen die Schaffung einer „Charta des nachhaltigen Wirtschaftens“ und die Einrichtung eines Weltwirtschaftsrates bei den Vereinten Nationen.[95][96]

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde warnte vor sozialen Unruhen in Europa, solange die globale Wirtschaftskrise nicht erfolgreich bekämpft werde. Die Regierungen forderte die Ministerin auf, ihre Bürger klar und unmissverständlich über künftige Maßnahmen zu informieren. Lagarde bezeichnete Protektionismus und soziale Unruhen als größte Risiken der Krise. Sie betonte, dass verlorenes Vertrauen wiederhergestellt werden müsse.[97] Zugleich bezeichnete die französische Finanzministerin ein gewisses Maß an Protektionismus als „notwendiges Übel“.[98] Scharfe Kritik übte Lagarde an der Entscheidung der amerikanischen Regierungen unter George W. Bush, das amerikanische Finanzinstitut Lehman Brothers nicht durch einen Bail-out vor der Insolvenz zu retten. Dies habe einer Vereinbarung der Finanzminister widersprochen, systemrelevante Finanzinstitute zu stützen.[99]

Zu einem Eklat kam es während einer Diskussionsveranstaltung zur Lage im Gazastreifen, an der auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der israelische Präsident Schimon Peres teilnahmen, als der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan aus Protest das Podium verließ.[100]

Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet erklärte, dass dem Euro durch die Finanzkrise keine Gefahr drohe. Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, bezeichnete den Euro als einen „Schutzschild für die Länder, die ihm angehören“ und beschrieb ihn als „Anker für die Stabilität“.[101] Die neue US-Regierung wurde durch Valerie Jarrett repräsentiert.[102] Insgesamt nahmen etwa 2200 Teilnehmer am WEF 2009 teil.[103]

38. Jahrestreffen 2008[Bearbeiten]

Gordon Brown, britischer Premierminister, und Königin Rania von Jordanien beim Jahrestreffen 2008 in Davos

Das 38. Jahrestreffen fand vom 23. bis 27. Januar 2008 statt und stand unter dem Motto „The Power of Collaborative Innovation“ (Die Kraft gemeinsamer Erneuerung).[104][105] Unmittelbar vor Eröffnung des Jahrestreffens in Davos war es an den internationalen Börsen zu massiven Kursverlusten gekommen.[106] Die Eröffnungsrede des Treffens hielt die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice.[107] In ihrer Rede warb Rice für Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft[108] und verwies auf günstige Wachstumsperspektiven.[109] Beim Streit um das iranische Atomprogramm sprach sich die Außenministerin für eine diplomatische Lösung aus und richtete ein Gesprächsangebot an Teheran.[110] Der britische Premierminister Gordon Brown warnte im Zusammenhang mit der Kreditkrise vor einem neuen Protektionismus, forderte aber Reformen bei den Vereinten Nationen und der Weltbank.[111] Ein kurz zuvor von US-Präsident George W. Bush verkündetes Konjunkturpaket[112] wurde auf dem Treffen von Experten als unzureichend kritisiert.[113] So bezweifelte der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz dessen Wirksamkeit[114] und regte für die Vereinigten Staaten ein Insolvenzrecht für Hausbesitzer an.[113] Stiglitz forderte zudem Zinssenkungen von der Europäischen Zentralbank.[115]

Besondere Aufmerksamtkeit wurde während des Treffens dem US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini zuteil, der beim Jahrestreffen 2007 für die USA zutreffend einen wirtschaftlichen Abschwung vorhergesagt hatte.[116][117] Roubini äußerte sich angesichts der wirkungslosen Zinssenkung durch die US-Notenbank[118] pessimistisch zum weiteren Verlauf der Krise und prognostizierte eine „schwere Rezession“.[119]

Der japanische Premier Yasuo Fukuda beim Treffen 2008

Der Wissenschaftler sagte der US-Wirtschaft eine „harte Landung“ voraus und sah für den europäischen Wirtschaftsraum keine Möglichkeit, der Krise zu entkommen. Unterstützung erhielt Roubine von Stephen Roach, Volkswirt der US-Investmentbank Morgan Stanley.[120]

Der japanische Premierminister Yasuo Fukuda präsentierte auf dem Treffen das Programm seiner laufenden G8-Präsidentschaft, in dessen Mittelpunkt Klimaschutz und eine Förderung Afrikas standen.[121] Einen Schwerpunkt des Jahrestreffens war der Bereich Social Media. So zählten unter anderem Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, Caterina Fake, Miterfinderin von Flickr, und Chad Hurley von YouTube zu den Gästen.[122]

Das Treffen zählte etwa 2500 Teilnehmer, darunter die Vorstandsvorsitzenden von 74 der 100 weltweit größten Unternehmen.[123]

Teilnehmer[Bearbeiten]

Die von YouTube betriebene Davos Conversation Corner beim Jahrestreffen 2008 des World Economic Forum

Al Gore, Bill Clinton, Bill Gates, Bono, Paulo Coelho und Tony Blair stehen in Davos regelmässig auf der Gästeliste. An früheren Jahrestreffen nahmen teil: Angela Merkel, Dmitri Medwedew, Henry Kissinger, Nelson Mandela, Raymond Barre und Jassir Arafat.

Der typische Teilnehmer des Jahrestreffens wurde von Samuel Phillips Huntington in Anspielung auf eine weltweite Elite, deren Mitglieder sich als vollkommen international betrachten, als «Davos-Man» bezeichnet.[124][125][126]

Social Media[Bearbeiten]

Alle Plenardiskussionen aus Davos sind auch auf YouTube[127] zugänglich. Bilder können kostenlos auf Flickr[128] heruntergeladen werden, und die wichtigsten Zitate sind auf Twitter[129] zu finden. 2006 und 2007 wurden ausgewählte Teilnehmer interviewt, und die Abschlusssitzung wurde per Streaming in Second Life[130] in das Auditorium von Reuters’ übertragen. 2007 richtete das Forum eigene Seiten auf Soziale-Medien-Plattformen wie MySpace[131] und Facebook[132] ein. Seit dem Jahrestreffen 2008 ist die allgemeine Öffentlichkeit eingeladen, die sogenannte «Davos-Debatte» mit einem auf YouTube[133] geposteten Video zu beantworten und über ein YouTube Video Corner im Kongresszentrum[134][135] mit den in Davos versammelten internationalen Führungskräften über dieses Thema zu kommunizieren. 2008 wurden die Pressekonferenzen per Live-Streaming auf Qik[136] und Mogulus[137] übertragen, wo jedermann den Vortragenden Fragen stellen konnte.

Jahrestreffen der «New Champions»[Bearbeiten]

2007 führte das Forum das «Jahrestreffen der New Champions» ein, das alljährlich in China stattfindet[138] und auch als "Sommer Davos" bezeichnet wird.[139] Dabei handelt es sich um ein Treffen von Teilnehmern, die das Forum als Vertreter «globaler Wachstumsunternehmen» bezeichnet. Bei diesen Unternehmen handelt es sich in erster Linie um Vorzeigeunternehmen aus schnell wachsenden Schwellenländern wie China und Indien, aber auch um Schnellstarter aus Industrieländern. Bei den Treffen kommen auch die globalen Führungskräfte der nächsten Generation und führende Vertreter schnell wachsender Regionen und konkurrierender Städte sowie Technologiepioniere aus der ganzen Welt zusammen.[140][141] Das Treffen 2013 fand vom 11. bis 13. September in der chinesischen Hafenstadt Dalian statt[142] und wurde vom chinesischen Premierminister Li Keqiang eröffnet.[139]

Regionale Treffen[Bearbeiten]

Alljährlich finden ca. zehn regionale Treffen statt, die einen engen Kontakt zwischen führenden Wirtschaftsvertretern, Führungskräften lokaler Regierungen und Nichtregierungsorganisationen ermöglichen sollen. Diese Treffen finden in Europa, Afrika, Ostasien, Lateinamerika und im Nahen Osten statt. Die Gastgeberländer wechseln von Jahr zu Jahr, wobei China und Indien im vergangenen Jahrzehnt ständig Gastgeber waren.[143]

Young Global Leaders[Bearbeiten]

2005 rief das Forum die Community der Young Global Leaders ins Leben, als Nachfolgeorganisation von Global Leaders of Tomorrow. Die Mitglieder sind junge Führungskräfte, die verschiedensten Sparten und Disziplinen angehören und aus allen Teilen der Welt stammen. Sie werden für fünf Jahre berufen und dürfen zum Zeitpunkt der Berufung das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.[144] Die Mitglieder unterhalten die «2030 Initiative», die einen Aktionsplan zur Verwirklichung der Vision einer idealen Welt im Jahr 2030 zum Ziel hat.

Jährlich werden neue Mitglieder berufen. Im Jahr 2013 hatte das Forum of Young Global Leaders mehr als 700 Mitglieder.[144]

Sozialunternehmer[Bearbeiten]

Seit 2000 fördert das Forum Modelle, die von führenden Sozialunternehmern der Welt in enger Zusammenarbeit mit der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship[145] entwickelt werden. Die Stiftung betrachtet Sozialunternehmer und ihre Arbeit als wichtiges Element für den Fortschritt von Gesellschaften und für die Lösung sozialer Probleme.[146][147] Ausgewählte Sozialunternehmer werden zur Teilnahme an den regionalen Treffen und zum Jahrestreffen eingeladen, wo sie Gelegenheit haben, mit Top-Managern und leitenden Regierungsbeamten in Kontakt zu kommen. So konnte Jeroo Bilimoria durch die Begegnung mit Roberto Blois, dem stellvertretenden Generalsekretär der International Telecommunication Union, beim Jahrestreffen 2003 eine wichtige Partnerschaft für ihre Organisation Child Helpline International[148] initiieren.

Technologiepionier Programm[Bearbeiten]

Das Forum ernennt alljährlich rund 30 Technologiepioniere, Unternehmen deren Technologie bahnbrechend ist. Seit 2003 wurde diese Auszeichnung bereits 391 Unternehmen verliehen.[149]

Wirtschaftsberichte[Bearbeiten]

Das Forum, das auch als Thinktank fungiert, produziert eine Reihe von jährlichen Wirtschaftsberichten (Erstveröffentlichung in Klammern): Der Global Competitiveness Report (1979) misst die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern und Volkswirtschaften; der Global Information Technology Report (2001) beurteilt ihre Wettbewerbsfähigkeit aufgrund ihrer Bereitschaft, IT zu verwenden; der Global Gender Gap Report (2005) beleuchtet kritische Bereiche der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen; der Global Risk Report (2006) erfasst wichtige globale Risiken; der Global Travel and Tourism Report (2007) misst die Wettbewerbsfähigkeit der Reise- und Tourismusbranche, und der Global Enabling Trade Report (2008) präsentiert eine landesübergreifende Analyse der vielfältigen Massnahmen, die den Handel zwischen den Nationen erleichtern.[150]

Initiativen[Bearbeiten]

Die Global Health Initiative (GHI) wurde von Kofi Annan beim Jahrestreffen 2002 gegründet. Die Mission der GHI besteht darin, öffentlich-private Partnerschaften zwischen Unternehmen in den Bereichen HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und Gesundheitssystemen zu fördern.

Die Global Education Initiative (GEI), gegründet beim Jahrestreffen 2003, bringt internationale IT-Unternehmen und Regierungen in Jordanien, Ägypten und Indien zusammen. Diese Initiative führte dazu, dass neue PC-Hardware in Schulen eingesetzt wird und mehr lokale Lehrkräfte in E-Learning ausgebildet werden. Diese Neuerungen haben reale Auswirkungen auf das Leben der Kinder. Das skalierbare und nachhaltige GEI-Modell wird jetzt in anderen Ländern wie Ruanda als Bildungsmodell eingesetzt

Die Environmental Initiative befasst sich mit Klimawandel und Wasser. Im Rahmen des «Gleneagles Dialogue on Climate Change» ersuchte die Regierung Grossbritanniens das World Economic Forum beim G8-Gipfel in Gleneagles 2005, einen Dialog mit der Wirtschaft zwecks Entwicklung von Empfehlungen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen in die Wege zu leiten. Diese von einer Gruppe internationaler CEOs unterstützten Empfehlungen wurden den Führungspersönlichkeiten vor dem G8-Gipfel in Tōyako 2008, der im Juli 2008 stattfand, vorgelegt.[151][152]

Die Water-Initiative bringt verschiedene Anspruchsgruppen wie Alcan, die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), USAID Indien, UNDP Indien, die Confederation of Indian Industry (CII), die Regierung von Rajasthan und die NEPAD Business Foundation zusammen, um öffentlich-private Partnerschaften im Bereich Wasserwirtschaft in Südafrika und Indien zu entwickeln.

In dem Bestreben, die Korruption zu bekämpfen, wurde im Januar 2004 beim Jahrestreffen in Davos die «Partnering Against Corruption Initiative» (PACI) von CEOs aus den Branchen Engineering und Bauwesen, Energie und Metalle sowie Bergbau ins Leben gerufen. PACI ist eine Plattform für Peer-Austausch über praktische Erfahrungen und Dilemmasituationen. Rund 140 Unternehmen haben die Initiative unterzeichnet.[153]

Geschichte[Bearbeiten]

Frederik de Klerk und Nelson Mandela beim Händeschütteln beim Jahrestreffen in Davos im Januar 1992

European Management Symposium[Bearbeiten]

1971 lud Klaus Schwab, damals Professor für Unternehmenspolitik an der Universität Genf, 444 Führungskräfte westeuropäischer Firmen zum ersten «European Management Symposium» ein, das in dem damals neu erbauten Kongresszentrum von Davos stattfand. Schwab beabsichtigte, unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission und europäischer Industrieverbände europäische Unternehmen mit Managementpraktiken der Vereinigten Staaten bekannt zu machen. Zu diesem Zweck gründete er das «European Management Forum» als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Genf und lud alljährlich im Januar führende europäische Wirtschaftsvertreter nach Davos zum Jahrestreffen ein.[154]

«Ich dachte mir, Europa aufzurütteln und den Leuten die fortschrittlichsten Management-Konzepte vorzustellen, sei eine gute Sache» – Schwab.

Schwab entwickelte den Managementansatz der «Stakeholder», dem zufolge der Erfolg eines Unternehmens davon abhängt, dass die Manager nicht nur die Interessen der Aktionäre, der Klienten und Kunden berücksichtigen, sondern auch jene der Mitarbeiter, der Gemeinde, in der das Unternehmen seinen Sitz hat, und der Regierungen.[155] Einschneidende Ereignisse des Jahres 1973, namentlich der Zusammenbruch des Mechanismus der festen Wechselkurse von Bretton Woods und der Jom-Kippur-Krieg, führten dazu, dass das Jahrestreffen seinen Fokus von Managementfragen auf wirtschaftliche und soziale Themenbereiche ausweitete und im Januar 1974 erstmals führende Politiker nach Davos eingeladen wurden.[156]

World Economic Forum[Bearbeiten]

Das European Management Forum änderte seinen Namen 1987 auf World Economic Forum und war in der Folge bestrebt, seine Vision zu erweitern und sich zu einer Plattform für die Lösung internationaler Konflikte zu entwickeln. Führende Politiker nutzen Davos als neutrale Plattform zur Beilegung ihrer Differenzen. So wurde die «Davos Declaration», die Griechenland und die Türkei in letzter Minute davon abhielt, einen Krieg zu beginnen, 1988 von diesen beiden Ländern unterzeichnet. Beim Jahrestreffen 1992 traten der südafrikanische Präsident Frederik Willem de Klerk, Nelson Mandela und Mangosuthu Buthelezi erstmals gemeinsam ausserhalb Afrikas auf. Beim Jahrestreffen 1994 unterzeichneten der israelische Aussenminister Shimon Peres und PLO-Vorsitzender Jassir Arafat einen Vertragsentwurf über Gaza und Jericho.[157] 2008 hielt Bill Gates einen Keynote-Vortrag über «Creative Capitalism» – die Kapitalismusform, die einerseits Gewinne generiert und andererseits die Ungleichheiten der Welt beseitigt, indem sie die Marktkräfte dazu nutzt, den Bedürfnissen der Armen besser Rechnung zu tragen.[158][159] Kurz vor Weihnachten 2013 wurde bekannt, dass der ehemalige deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Philipp Rösler mit Wirkung zum 20. Februar 2014 in das Management des Weltwirtschaftsforums berufen worden ist.[160] Der frühere Bundesvorsitzende der FDP übernimmt dort Verantwortung für die weltweiten Regierungskontakte des Forums[161] und soll für die regionalen Aktivitäten außerhalb der Schweiz zuständig sein.[162][163]

Kritik[Bearbeiten]

Das Weltwirtschaftsforum bietet immer wieder Anlass zu öffentlicher Kritik und Demonstrationen. Da es sich beim WEF um eine von Globalisierungskritikern als neoliberal angesehene Organisation handelt, zieht es die Aufmerksamkeit zahlreicher linker Gruppen auf sich – ähnlich wie der G8-Gipfel oder die WTO wird das WEF als «Symbol des Kapitalismus» betrachtet. Ende der 1990er Jahre gerieten das Forum, der G8-Gipfel, die Weltbank, die WTO und der IWF unter die massive Kritik von Globalisierungskritikern, deren Meinung nach Kapitalismus und Globalisierung die Armut verstärken und die Umwelt zerstören. Auch fehlende Unabhängigkeit von Interessen der stärksten Wirtschaftsvertreter der Welt, die ja das Rückgrat von WEF bilden, wird kritisiert.[164]

Demonstrationen[Bearbeiten]

Demonstration gegen das WEF am 28. Januar 2006 in Basel

1500 Demonstranten störten im September 2000 das World Economic Forum in Melbourne, Australien, indem sie 200 Delegierten den Zutritt zu dem Treffen verwehrten.[165]

Auch Davos war wiederholt Schauplatz von Demonstrationen gegen das Treffen von „Bonzen im Schnee“ („fat cats in the snow“), wie Rocksänger Bono es ausdrückte.[166] Im Januar 2000 marschierten 1000 Demonstranten durch Davos und zerschmetterten das Schaufenster der lokalen McDonald’s-Filiale.[167]

Die strengen Sicherheitsmassnahmen rund um Davos halten die Demonstranten von dem Alpenurlaubsort fern, und der Grossteil der Demonstrationen findet jetzt in Zürich, Bern oder in Basel statt.[168]

Sicherheitsmassnahmen und ihre Kosten[Bearbeiten]

Davos und die umliegenden Gebiete gleichen während des WEFs einer militärischen Sicherheitszone, das Recht auf Versammlungsfreiheit wird teilweise drastisch eingeschränkt. Die Einsätze der Polizei und auch das Aufgebot der Schweizer Armee (2005 standen etwa 5500 Soldaten im Einsatz) geraten dabei öfters in die Schlagzeilen wegen angeblich übertriebenen Massnahmen und Überwachung.[169] Auch auf österreichischer Seite der Grenze wird die Luftraumsicherung für das Treffen im Rahmen der Operation Dädalus gewährleistet.

Die Gewährleistung der Sicherheit des Forums kostet die Schweiz jährlich mehrere Millionen Franken. Die Kosten der Sicherheitsmassnahmen, die vom Forum und von den Schweizer Kantonal- und Bundesbehörden gemeinsam getragen werden, werden in der Schweiz und den Schweizer Medien auch häufig kritisiert[170] und sind auch Gegenstand politischer Auseinandersetzungen.[171]

Das «andere Davos»[Bearbeiten]

Zu den Protesten gegen das WEF gehört auch das «andere Davos», ein Forum, grösstenteils von Attac Schweiz organisiert, das sich mit allen Themen der Globalisierung auseinandersetzt. So hatten auch eine Gruppe Schauspieler ihre Hauptprobe im «anderen Davos», bevor sie beim Public Eye on Davos (Public Eye Awards) spielten. Dazu kommen jedes Jahr noch überall in der Schweiz Demonstrationen, Filmabende, Diskussionsveranstaltungen und Konzerte gegen das WEF.

Globalisierungs-Kritiker organisieren seit 2001 parallel zum Weltwirtschaftsforum den Gegengipfel des Weltsozialforums (WSF). Er fand von 2001 bis 2003 und 2005 in Brasiliens Porto Alegre statt, 2004 im indischen Mumbai (früher: Bombay), 2006 an drei Orten in Afrika, Asien und Südamerika gleichzeitig und 2007 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. 2008 fand das WSF in Form eines globalen Aktionstages statt, 2009 wurde es in Belém (Brasilien) organisiert.

Ferner gibt es seit 2000 simultan zum WEF in Davos das Treffen «Public Eye on Davos», das am Eröffnungstag jeweils den Negativpreis «Public Eye Award» in vier Kategorien verleiht. Dazu kam der Positivpreis.

Beim Jahrestreffen im Januar 2003 wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) in Davos parallel zu der Hauptveranstaltung erstmals das Open Forum Davos abgehalten, das die Diskussion über die Globalisierung für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich machte. Das Open Forum, an dem führende Politiker und Wirtschaftsvertreter teilnehmen und das allen Mitgliedern der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung steht, findet alljährlich in der örtlichen Alpinen Mittelschule statt.[172][173]

Das Jahrestreffen wurde unter anderem als «Mischung von Pomp und Plattitüden» kritisiert. Laut Kritikern bewegt es sich weg von ernsthaften wirtschaftswissenschaftlichen Analysen und bringt kaum nennenswerte Ergebnisse, insbesondere aufgrund der zunehmenden Einbindung von NGOs, die über wenig oder kein wirtschaftliches Fachwissen verfügen.

Davos ist heute nicht länger Schauplatz von Diskussionen zwischen Experten, führenden Wirtschaftsvertretern und Spitzenpolitikern über die Weltwirtschaft, sondern eher ein Forum für die wichtigsten medienpolitischen Themen (wie den weltweiten Klimawandel oder AIDS in Afrika).[174]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weltwirtschaftsforum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pigman p6-22
  2. a b Pigman p41-42
  3. Pigman p58-59
  4. World Economic Forum: Members and Partners (Version vom 22. August 2008 im Internet Archive) Archiv-Version
  5. Pigman p23-30
  6. Rothkopf p272
  7. Deutsche Welle: Davos: Harte Deals und moralische Werte vom 23. Januar 2008.
  8. Q&A: World Economic Forum 2006, BBC, 23. Januar 2006: 11:15AM GMT, abgerufen am 29. August 2008
  9. Forum’s homepage
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWorld Economic Forum Annual Meeting 2014. weforum.org, abgerufen am 18. September 2013 (englisch).
  11. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStolzes Japan sagt Deutschland den Kampf an. welt.de, 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAbes schöner Schein. bazonline.ch, 23. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  13. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAbe beschwört militärische Deeskalation in Asien. WEF-Rede von Japans Ministerpräsidenten. nzz.ch, 23. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAbe besucht Yasukuni-Schrein. Japan provoziert China. faz.net, 26. Dezember 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPapst nimmt in Davos die Staatschefs in die Pflicht. focus.de, 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDer Papst outet sich als Freund der Marktwirtschaft. welt.de, 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  17. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBrazil's Rousseff tries to win over jittery investors at Davos. reuters.com, 24. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 (englisch).
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPessimism on Brazil Soars to Record in Poll. bloomberg.com, 21. November 2013, abgerufen am 8. Mai 2014 (englisch).
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBrasiliens Transformation trotz Erfolgen nicht am Ziel. Präsidentin Rousseff setzt auf Freihandel. nzz.ch, 25. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014.
  20. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRousseff Vows to Make Brazil More Competitive. wsj.com, 24. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 (englisch).
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRousseff Debuts at Davos to Assure Investors She Had Spurned. bloomberg.com, 21. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 (englisch).
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRohani beim Weltwirtschaftsforum:Irans Präsident umwirbtden Westen. spiegel.de, 23. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRohanis Charmeoffensive. faz.net, 23. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.
  24. Der Standard: Iran wirbt, Israel warnt
  25. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTim Rahmann: Europa, hör’ auf David Cameron. wiwo.de, 24. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.
  26. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCameron will Jobs aus Asien zurückholen. Grossbritannien als «Reshore-Nation». nzz.ch, 24. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.
  27. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMehr Zuversicht als Zweifel beim Weltwirtschaftsforum 2014. stern.de, 25. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.
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  100. Eklat am WEF. Türkischer Ministerpräsident verlässt Podiumsveranstaltung. nzz.ch, 29. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.
  101. WEF 2009/Trichet: Euro steht in der Krise nicht auf dem Spiel. handelszeitung.ch, 29. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.
  102. Nelson D. Schwartz: At Davos, crisis thins the guest list. International Herald Tribune 25. Januar 2009
  103. Offizielle Teilnehmerliste des World Economy Forums (PDF; 32 kB)
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  105. Auftakt in den Alpen. manager-magazin.de, 23. Januar 2008, abgerufen am 27. Juni 2013.
  106. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatExperten warnen vor Börsencrash-Hysterie. Kurssturz. spiegel.de, 21. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014.
  107. «Die USA glauben an eine bessere Welt». nzz.ch, 24. Januar 2008, abgerufen am 27. Juni 2013.
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46.2252696.191688Koordinaten: 46° 13′ 31″ N, 6° 11′ 30″ O; CH1903: 503795 / 120080