Klebsamengewächse

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Klebsamengewächse
Pittosporum crassifolium, geöffnete Kapselfrucht

Pittosporum crassifolium, geöffnete Kapselfrucht

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Klebsamengewächse
Wissenschaftlicher Name
Pittosporaceae
R.Br.

Die Klebsamengewächse (Pittosporaceae) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Doldenblütlerartigen (Apiales). Sie ist in der Paläotropis verbreitet. Der deutsche Trivialname und der wissenschaftliche Gattungsname der Typusgattung Klebsamen (Pittosporum) beziehen sich auf den klebrigen Schleim in dem die Samen Samen eingebettet sind; Pittosporum leitet sich von den griechischen Wörtern pítta für Schleim und spérma für Samen ab.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration von Billardiera scandens.

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Es sind immer verholzende Pflanzen, die als Sträucher, Halbsträucher oder kleine Bäume oder Lianen wachsen. Sie sind meistens immergrün. Ein besonderes Merkmal der Klebsamengewächse sind die Harzgänge in der Rinde, die durch ein Auseinanderweichen der Zellen entstehen. Einige Arten enthalten farbigen Milchsaft. Die Pflanzen sind oft mit Dornen bewehrt.

Die gestielten Laubblätter sind wechselständig und spiralig angeordnet, an den jüngeren Zweigen aber oft so gedrängt, dass sie quirlig erscheinen. Die einfachen, häutigen bis ledrigen Blattspreiten besitzen eine Fieder- und Netznervatur. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstand mit gelben, fünfzähligen Blüten von Hymenosporum flavum.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen meist in zymösen, doldigen oder doldenrispigen Blütenständen, manchmal auch einzeln.

Die zwittrigen Blüten sind oft relativ groß, radiärsymmetrisch und meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Drei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem (synkarpen) oberständigen, ein- bis mehrkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Staubblätter sind unten zu einer Röhre verwachsen.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Sie bilden Beeren oder Kapselfrüchte. Häufig springen die Fruchtkapseln mit Klappen auf und präsentieren ihre farbige Pulpa, um Vögel zum Fressen der Samen anzuregen.

Chemische Merkmale[Bearbeiten]

Aus den Pittosporaceen ist eine Fülle von Inhaltsstoffen bekannt.[1] Für die Chemosystematik besonders bemerkenswert ist das Vorkommen von Polyinen (Polyacetylenen), die die Verwandtschaftsbeziehung zu den Apiales untermauern sowie das Fehlen von Petroselinsäure, das die Separierung der Familie von Apiaceen und Araliaceen bestätigt.[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die meisten Arten der Familie Pittosporaceae kommen in Australien vor. Die anderen findet man im tropischen und subtropischen Asien, Malesien, Afrika (einschließlich der Kanaren und Madagaskar) und Neuseeland. Diese Familie fehlt in der Neuen Welt.

Laubblätter und Blüten von Billardiera heterophylla, Syn.: Sollya heterophylla.
Blütenstand von Bursaria spinosa.

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie Pittosporaceae wurde durch Robert Brown in Matthew Flinders: A Voyage to Terra Australis, App. III, 1814, S. 65-74 aufgestellt. Typusgattung ist Pittosporum Banks ex Gaertn..

Die Familie der Klebsamengewächse (Pittosporaceae) enthält sechs bis neun [3] Gattungen mit etwa 200 bis 250 Arten. Bis auf die Gattung Klebsamen (Pittosporum) enthalten die Gattung oft nur wenige Arten:

  • Bentleya E.M.Benn.: Mit nur zwei Arten in Western Australia:
  • Billardiera Sm. (Syn.: Labillardiera Schult., Pronaya Hugel ex Endl., Rhytidosporum F.Muell., Sollya Lindl.): Mit etwa 25 Arten, alle in Australien heimisch.
  • Bursaria Cav.: Mit sechs bis sieben Arten in Australien.
  • Cheiranthera A.Cunn. ex Brongn.: Mit acht bis zehn Arten in Australien.
  • Hymenosporum R.Br. ex F.Muell. (Syn.: Pittosporum sect. Hymenosporum (R.Br. ex F.Muell.) Baill.): Mit der einzigen Art: [4]
  • Marianthus Hugel ex Endl. (Syn.: Oncosporum Putt., Rhytidosporum F.Muell., Calopetalon Harv.) [6]
  • Klebsamen (Pittosporum Banks ex. Soland., Syn.: Auranticarpa L.Cayzer, Crisp & I.Telford, Chelidospermum Zipp. ex Blume, Citriobatus A.Cunn. ex Putt., Glyaspermum Zoll. & Moritzi, Ixiosporum F.Muell., Pseuditea Hassk., Senacia Lam., Senacia Comm. ex DC., Shoutensia Endl.): Mit etwa 140 bis 150 Arten von Afrika über Pazifische Inseln bis ins südliche Asien und Australien (elf Arten). [7]

Bilder[Bearbeiten]

Chinesischer Klebsame (Pittosporum tobira):

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Stuhlfauth, Chemosystematische Untersuchungen zur Fettsäurezusammensetzung von Frucht- und Samenölen der Pittosporaceen sowie einiger Arten der Rutales und Araliales, Diplomarbeit, Universität Kaiserslautern (1984), 22-51
  2. T. Stuhlfauth, H. Fock, H. Huber, K. Klug: The distribution of fatty acids including petroselinic and tariric acids in the fruit and seed oils of the Pittosporaceae, Araliaceae, Umbelliferae, Simarubaceae and Rutaceae. In: Biochemical Systematics and Ecology. 13, 1985, S. 447–453, doi:10.1016/0305-1978(85)90091-2.
  3. Pittosporaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. L. W. Cayzer, M. D. Crisp & I. R. H. Telford: Revision of Pittosporum (Pittosporaceae) in Australia, S. Australian Systematic Botany, Volume 13 (6), 2000, S. 846.
  5. Gattug und Art in der New South Wales Flora Online.
  6. L. W. Cayzer & M. D. Crisp: Reinstatement and revision of the genus Marianthus (Pittosporaceae), Australian Systematic Botany, Volume 17 (1), 2004, S. 128-129.
  7. L. W. Cayzer, M. D. Crisp & I. R. H. Telford: Revision of Pittosporum (Pittosporaceae) in Australia, S. Australian Systematic Botany, Volume 13 (6), 2000, S. 845-902.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klebsamengewächse (Pittosporaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien