Kloster von Yuste

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Kloster von Yuste
Palast Karls V.

Das Kloster von Yuste (San Jerónimo de Yuste) liegt in der Provinz Cáceres in der Extremadura, abgeschieden an der Südflanke der Sierra de Gredos. Das Hieronymiten-Kloster von Yuste war das letzte Refugium von Kaiser Karl V. Hier verbrachte er seine letzten Lebensjahre von seiner Ankunft im November 1556 bis zu seinem Tod im September 1558. Zum 1409 gegründeten Kloster gelangt man vom im oberen Jerte-Tal gelegenen Tornavacas über den Wanderweg Ruta de Carlos V.

Gebäude[Bearbeiten]

Die heutige Klosteranlage mit Kirche, Konventsgebäuden, zweigeschossigem Kreuzgang und Palast Karls V. wurde ab 1949 auf Anordnung Francos über den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebäuderesten wieder aufgebaut. Das historische Kloster war Anfang des 19. Jahrhunderts in den Napoleonischen Kriegen bis auf die Grundmauern zerstört worden.

Karl V. im Kloster von Yuste[Bearbeiten]

Im Alter von 55 Jahren hatte sich Karl V., der damals mächtigste Mann der Welt, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und König des spanischen Weltreiches "in dem die Sonne nie unterging", entschieden, seine Kronen und Ämter niederzulegen. Das Kaisertum ging an seinen Bruder Ferdinand, das spanische Königtum an seinen Sohn Philipp.

Kaiser Karl V. erreichte am 11. November 1556 mit seinem Tross Tornavacas. Der Tross bestand aus einer Vielzahl von Reitern und Dienern, mit denen Karl V. in einer noch heute erhaltenen Sänfte in die abgelegene Region reiste. Karl V. trat während seiner Zeit in Yuste nicht in den Orden der Hieronymiten ein. Er lebte in einem kleinen, im italienischen Stil gehaltenen Palast, welcher für ihn direkt an das Kloster angrenzend erbaut worden war. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Palastes lebte er übergangsweise in Jarandilla im Schloss des Grafen von Oropesa. Am 3. Februar 1557 konnte Karl V. in den fertiggestellten Klosterpalast übersiedeln.

Eine Besonderheit des Palastanbaus ist eine Verbindungstür vom Schlafgemach zum Hauptaltar des Klosters. Der an Gicht leidende Karl V. konnte so die Messe von seinem Bett aus verfolgen. Auch wenn der Palast mit lediglich acht Zimmern relativ bescheiden ist, hat es dem Privatier nicht an Komfort gemangelt: Eine rund sechzigköpfige Dienerschaft kümmerte sich um den abgedankten Kaiser in seinem Alterswohnsitz.

Literatur und Musik[Bearbeiten]

August von Platen († 1835) gestaltete die Ankunft Karls V. in Yuste in der Balladenszene Der Pilgrim vor St. Just,[1] die Carl Loewe 1844 vertonte (op. 99,3).

In Verdis Oper Don Carlos (1867) beginnt der zweite Akt beim Kloster von Yuste, wo Prinz Carlos Besinnung am Grab seines Großvaters sucht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster von Yuste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Text im Projekt Gutenberg

40.114097222222-5.7387527777778Koordinaten: 40° 6′ 50,75″ N, 5° 44′ 19,51″ W