Kommandeurinseln

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Kommandeurinseln
NASA-Bild der Kommandeurinseln
NASA-Bild der Kommandeurinseln
Gewässer Beringmeer
Geographische Lage 54° 45′ N, 167° 0′ O54.75167Koordinaten: 54° 45′ N, 167° 0′ O
Kommandeurinseln (Föderationskreis Ferner Osten)
Kommandeurinseln
Anzahl der Inseln 2
Hauptinsel Beringinsel
Gesamtfläche 1846 km²
Einwohner 613 (2009)
Lage der Inselgruppe östlich der Kamtschatka-Halbinsel. Die große Insel im Westen ist die Beringinsel, die kleine Insel östlich davon ist Medny
Lage der Inselgruppe östlich der Kamtschatka-Halbinsel. Die große Insel im Westen ist die Beringinsel, die kleine Insel östlich davon ist Medny
Detailkarte mit Kommandeurinseln

Die Kommandeurinseln (russisch Командорские острова/Komandorskije ostrowa, daher auch als Komandorski-Inseln bekannt) sind eine Inselgruppe zwischen Nordamerika und Asien am Südrand des nordpazifischen Beringmeers.

Geographie[Bearbeiten]

Die Inselgruppe im Fernen Osten Russlands östlich der Halbinsel Kamtschatka stellt geologisch den westlichsten Teil der Inselkette der Aleuten dar. Die Entfernung zur nächstgelegenen Aleuteninsel Attu beträgt allerdings 325 Kilometer. Die Aleuten bilden zusammen mit den Kommandeurinseln die natürliche Abgrenzung des Beringmeers zum offenen Pazifik und mit diesen eine geologische Einheit.

Die Landfläche aller Kommandeurinseln zusammen beträgt 1848 km². Die mit Abstand größte Insel ist die rund 1660 km² große Beringinsel.

Verwaltungstechnisch bilden die Kommandeurinseln den Rajon Aleutski (Aleuten-Rajon) der russischen Region Kamtschatka. Verwaltungszentrum ist Nikolskoje auf der Beringinsel.

Landschaftsbild[Bearbeiten]

Die recht gebirgige Inselkette, die nur eine spärliche Vegetation aufweist, ist vulkanischen Ursprungs und gehört zum nördlichen Teil des pazifischen Feuerrings. Von den Vulkanen sind einige noch heute tätig – was oftmals von Erdbeben begleitet wird. Im Norden fällt das Gelände der Inselgruppe recht steil in das bis zu 4096 m tiefe Seebecken des Beringmeers ab, im Süden schließt sich der langgestreckte und bis zu 7822 m tiefe Aleutengraben im eigentlichen Pazifischen Ozean an.

Geschichte[Bearbeiten]

Noch vor ungefähr 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging und der Meeresspiegel weit abgesunken war, befand sich entlang der langgestreckten Alëuten und der Kommandeurinseln die teils durch tiefe Meerbereiche und östlich von Kamtschatka durch den sehr tiefen nördlichen Ausläufer des Kurilengrabens unterbrochene Beringbrücke und am nördlichen Abschluss des Beringmeers (Beringstraße) die durchgängige Landbrücke Beringia, welche jeweils die oben genannten Kontinente miteinander verbanden. Über diese Verbindungen gelangten damals – nach heute gängigen Theorien – die ersten Einwanderer nach Nordamerika.

Sowjetische Briefmarke von 1966 zur Erinnerung an die Entdeckung der Kommandeurinseln 1741

Die Kommandeurinseln wurden 1741 von Vitus Bering im Zuge der Zweiten Kamtschatkaexpedition entdeckt. Dabei erkrankte Bering an Skorbut und musste mit 28 Mann seiner Besatzung auf einer der Inseln zurückgelassen werden. Alle Zurückgelassenen starben an der Krankheit, die Insel wurde nachträglich nach dem Leiter der Expedition Beringinsel genannt. Berings Schiff, die St. Peter, erlitt wenig später Schiffbruch, wobei zwei Männer den Tod fanden. Aus den Trümmern wurde schließlich ein neues Schiff gebaut, mit welchem 46 Überlebende der ursprünglich 77 Mann starken Besatzung Kamtschatka erreichten.

Auf den ursprünglich unbewohnten Inseln wurden um 1825 durch die Russisch-Amerikanische Kompagnie alëutische Einwanderer zur Pelztierjagd angesiedelt.[1] Die Siedler kamen vorrangig von den Alëuten-Inseln Attu und Atka. Nach und nach folgten auch russische Einwanderer. Die Bevölkerung heute allerdings umfasst höchstens ca. 1000 Einwohner.

Ca. 160 km südlich der Inselgruppe fand am 27. März 1943 ein als Seeschlacht bei den Komandorski-Inseln bezeichnetes Gefecht zwischen japanischen und amerikanischen Marinestreitkräften statt.

Tourismus[Bearbeiten]

Am 23. April 1993 erklärte die Regierung der Russischen Föderation alle Kommandeurinseln sowie das umliegende Aquatorium zum Naturreservat mit einer Gesamtfläche von 3.648.679 Hektar (davon sind 95 % Wasserfläche). Es ist als Biosphärenreservat eingestuft.

Von Zeit zu Zeit laufen Kreuzfahrtschiffe die Inseln an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Terence Armstrong: Russian Settlement in the North. Cambridge University Press, 2010. ISBN 0521148103; S. 178

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kommandeurinseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien