Kozielice (Powiat Pyrzycki)

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Kozielice
Wappen der Gmina Kozielice
Kozielice (Polen)
Kozielice
Kozielice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Pyrzyce
Gmina: Kozielice
Geographische Lage: 53° 6′ N, 14° 49′ O53.114.816666666667Koordinaten: 53° 6′ 0″ N, 14° 49′ 0″ O
Einwohner: -
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 74-204
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZPY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Pyrzyce-Tetyń-Piaseczno
Schienenweg: Stargard Szczeciński–Kozielice (nur Güterverkehr)
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 13 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 94,51 km²
Einwohner: 2620
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3212022
Verwaltung
Adresse: Kozielice 73
74-204 Kozielice
Webpräsenz: www.kozielice.com.pl/

Kozielice (deutsch Köselitz, Kreis Pyritz) ist ein Dorf mit Sitz einer Landgemeinde im Powiat Pyrzycki (Kreis Pyritz) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kozielice im Powiat Pyrzycki (nicht zu verwechseln mit Kozielice im Powiat Kamieński (Kreis Cammin)) liegt sieben Kilometer südwestlich der Kreisstadt und drei Kilometer südlich der Woiwodschaftsstraße 122, die von Krajnik Dolny (Nieder Kränig) über Banie (Bahn) und Pyrzyce (Pyritz) und Dolice (Dölitz) bis nach Piasecznik (Petznick) verläuft. Die Landesstraße 3 (hier auch ehemalige deutsche Reichsstraße 112, heute auch Europastraße 65), die von Świnoujście (Swinemünde) bis nach Jakuszyce (Jakobsthal) an der tschechischen Grenze führt, ist über den Anschluss Mielęcin (Mellenthin) in acht Kilometern erreichbar.

Bis 1992 war Kozielice Bahnstation der Staatsbahn an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Godków. Der Bahnverkehr wurde 1992 eingestellt, allerdings 2008 als Güterverkehrsstrecke von Stargard Szcz. bis nach Kozielice reaktiviert.

Dorf Kozielice (Köselitz)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1229 bestätigte Herzog Barnim I. dem Johanniterorden den Besitz von Köselitz, 1262 schenkte er zwei Hufen dem Augustinerkloster in Pyritz als Baugrundstück für ihr Kloster.

Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Pyritz im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern. 1939 zählte Köselitz 755 Einwohner. 1945 kam es als Kozielice nach Polen und ist Zentrum der 1983 gebildeten Gmina Kozielice im Powiat Pyrzycki in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Stettin).

Kirche[Bearbeiten]

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die Kozielicer Dorfkirche ist ein spätmittelalterlicher Findlingsbau. Auffallend ist die eigentümliche Maßwerksgliederung der Blenden am Ostgiebel, der teilweise durch einen Apsisanbau verdeckt wird. Der Fachwerkturm trägt eine Barockhaube. Die Inneneinrichtung stammt weitgehend aus dem 19. Jahrhundert. Seit der Reformation evangelisches Gotteshaus wurde die Kirche nach 1945 zugunsten der katholischen Kirche enteignet, die es neu weihte und den Namen Kościół pw. św. Stanisława MB verlieh.

Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Das Kirchdorf Köselitz, in dem vor 1945 fast ausnahmslos evangelische Einwohner lebten, gehörte zum Kirchenkreis Pyritz im Westsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Eingepfarrt waren fünf Nachbarorte, unter ihnen die Filialgemeinde Naulin (heute polnisch: Nowielin). Das Kirchenpatronat oblag zuletzt den staatlichen Behörden. 1940 zählte das Kirchspiel 1617 Gemeindeglieder, davon 1012 in der Muttergemeinde Köselitz.

Seit 1945 wohnen mehrheitlich katholische Kirchenglieder in Kozielice, das wieder Pfarrsitz ist und nun zum Dekanat Banie (Bahn) im Erzbistum Stettin-Cammin der Katholischen Kirche in Polen gehört. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören heute zum Kirchspiel Stettin, dessen nächstgelegener Kirchort Kłodzino (Kloxin) ist, und gehört zur Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Pfarrer bis 1945[Bearbeiten]

Als evangelische Geistliche waren in Köselitz tätig:

  1. Georg Hertz, seit 1590
  2. Joachim Sasse, 1624-1629
  3. Michael Natze, 1630-1643
  4. Konstantin Hillebrand, 1643-1656
  5. Daniel Bruno sen., 1658-1697
  6. Daniel Bruno jun., 1697-1698
  7. Johann Georg Herrgesell, 1699-1706
  8. Friedrich Johann Gregorius, 1707-1709
  9. Daniel Arnold, 1710-1740
  10. Johann Samuel Brunnemann, 1740-1757
  11. Johann Wilhelm Quyde, 1758-1781
  12. Georg Friedrich König, 1782-1793
  13. Christian Wilhelm Auerbach, 1793-1827
  14. Konstantin Bluth, 1827-1857
  15. Theodor Wilhelm Hermann Quade, 1857-1859
  16. Johannes Konrad Wilhelm Sachse, 1860-1886
  17. August Friedrich Wilhelm Konrstädt, 1888-?
  18. Otto Blessin, 1924-1928
  19. Friedrich Seemann, 1930-?

Gmina Kozielice[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Gmina Kozielice (sie ist nicht zu verwechseln mit der bis 1951 im Powiat Kamieński (Kreis Cammin) bestehenden gleichnamigen Landgemeinde) umfasst das Gebiet der von 1945 bis 1954 bestehenden Gmina Tetyń (Beyersdorf) und ist eine 94,51 km² große Landgemeinde, deren Fläche 135 des gesamten Powiat Pyrzycki ausmacht. Hier leben 2.618 Einwohner, was bedeutet, dass die Gmina Kozielice einwohnermäßig die zweitkleinste Gemeinde der 114 Gemeinden in der Woiwodschaft Westpommern ist.

Im Gemeindegebiet gibt es zwei Postleitzahlengebiete: Kozielice = 74-204, und Tetyń = 74-205.

Nachbargemeinden sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gmina Kozielice ist mit ihren 13 Ortschaften in 10 Ortsteile ("Schulzenämter") unterteilt:

  • Ortsteile:
  • Czarnowo (Groß Zarnow)
  • Kozielice (Köselitz)
  • Łozice (Loist)
  • Maruszewo (Marienfelde)
  • Mielno Pyrzyckie (Groß Möllen)
  • Rokity (Rackitt)
  • Siemczyn (Siebenschlößchen)
  • Tetyń (Beyersdorf)
  • Trzebórz (Eichelshagen)
  • Załęże (Marienwerder)
  • Übrige Ortschaften: Przydarłów (Brederlow), Trzebórz-Podborze (Eichelshagen-Waldberg) und Zadeklino (Heinrichslust).

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Im Norden der Gemeindegebietes verläuft die Woiwodschaftsstraße 122 in den Ortsteilen Łozice (Loist) und Rokity (Rackitt) und sorgt für direkte Anbindung der Gmina an die beiden Kreisstadtregionen von Pyrzyce (Pyritz) und Gryfino (Greifenhagen) sowie der Stadt Dolice (Dölitz). Alle übrigen Gemeindeteile sind durch kleinere Nebenstraßen und Landwege bis hin zur südlichsten Ortschaft Załęże (Marienwerder) miteinander "vernetzt".

Durch den Nordosten des Gemeindegebietes wurde zwischen 2007 und 2010 die Trasse der neuen Schnellstraße S 3 verlegt. Am 22. Oktober 2010 wurde der Streckenabschnitt freigegeben. Die S 3, die auch Europastraße 65 ist, verbindet die Ostsee mit den Woiwodschaften Westpommern, Lebus und Niederschlesien.

Schienen[Bearbeiten]

Für die Gmina Kozielice besteht keine direkte Schienenanbindung mehr für Personenverkehr, im nächstgelegenen Pyrzyce gibt es nur noch Güterverkehr.Zwischen 1899 und 1992 gab es eine Eisenbahnstrecke direkt durch das Gebiet der heutigen Landgemeinde, die von Stargard in Pommern (heute polnisch: Stargard Szczeciński) über Pyritz bis nach Jädickendorf (Godków) führte und dort Anschluss an die von Berlin kommenden Wriezener Bahn hatte. Diese Strecke besteht seit 2008 wieder als Güterverkehrsstrecke zwischen Stargard Szcz. und Kozielice. Im Gebiet der heutigen Gmina lagen die Bahnstationen Köselitz (Kozielice), Eichelshagen (Trzebórz) und Beyersdorf (Tetyń). Der Personenverkehr ruht seit 1992 zwischen Pyrzyce und Godków, seit 2000 auch zwischen Stargard Szczeciński und Pyrzyce.

Persönlichkeit[Bearbeiten]

  • Wilhelm Wapenhensch (* 2. Januar 1899 in Groß Zarnow (Czarnowo)), pommerscher (Kirchen-)Musiker und Komponist († 1964)

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Hinz, Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land, Augsburg, 1996
  • Hans Moderow, Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, Teil 1, Stettin, 1903

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.