Pyrzyce

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Pyrzyce
Pyrzyce (Polen)
DMS
Pyrzyce
Pyrzyce
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Pyrzyce
Fläche: 38,79 km²
Geographische Lage: 53° 8′ N, 14° 53′ O53.13333333333314.8833333333337Koordinaten: 53° 8′ 0″ N, 14° 53′ 0″ O
Höhe: 44 m n.p.m
Einwohner: 12.734 (30. Juni 2008[1])
Postleitzahl: 74-200
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZPY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: StettinGorzów Wielkopolski
Schwedt/OderChoszczno
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 21 Schulzenämter mit 24 Ortsteilen
Fläche: 204,40 km²
Einwohner: 19.561 (30. Juni 2008[1])
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Kazimierz Lipiński
Adresse: pl. Ratuszowy 1
74-200 Pyrzyce
Webpräsenz: www.pyrzyce.um.gov.pl
Pyritzer Markt um 1890

Pyrzyce (deutsch Pyritz) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Die Stadt mit 13.000 Einwohnern ist Kreisstadt des Powiat Pyrzycki.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographische Lage

Die Stadt ist von drei Seiten von Feuchtgebieten umgeben und liegt auf einer Bodenerhebung am Mühlgraben. Vor 1945 lag Pyritz im Zentralsüden Pommerns, nahe der Grenze zu Brandenburg in Hinterpommern. Heute befindet sich Pyrzyce im Südwesten der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Damals wie heute gehört die Stadt zum Einzugsgebiet von Stettin, das nur 48 Kilometer nördlich entfernt liegt. Zu den weiteren Nachbarstädten gehören Stargard Szczeciński (Stargard in Pommern) im Nordosten und Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) im Süden.

[Bearbeiten] Geschichte

Auf Bischof Otto von Bamberg beruht die erste geschichtliche Erwähnung von Pyritz. Im Jahre 1125 taufte dieser dort die ersten Pommern. Auch die weiteren historischen Daten haben einen religiösen Hintergrund. Die älteste Kirche in Pyritz war bereits 1250 vorhanden, 1256 wurde das Augustinerinnenkloster und 1281 das Franziskanerkloster erwähnt. 1263 wurde Pyritz das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Durch den Vertrag von Pyritz vom 26. März 1493, mit dem Pommern das Erbfolgerecht Brandenburgs anerkennen musste, rückte die Stadt in das Licht überregionalen Interesses. Ein großer Brand zerstörte 1496 beinahe die ganze Stadt, eine ähnliche Katastrophe ereignete sich genau hundert Jahre später, und noch einmal wurde Pyritz 1634 während des Dreißigjährigen Krieges Opfer einer Feuersbrunst. Zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Teile der Befestigungsanlagen, die bereits um 1300 bestanden, beseitigt und durch Bepflanzungen, aus denen sich später Promenaden entwickelten, ersetzt. Ab 1848 war Pyritz Sitz des Landratsamtes. Mit der Befestigung der Chausseen nach Stettin 1850 und nach Küstrin 1856 und dem Eisenbahnanschluss 1882 nahm auch Pyritz Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung dieser Epoche. 1863 ging eine Gasanstalt in Betrieb, 1898 wurde ein Schlachthof errichtet und 1900 entstand ein zunächst privat betriebenes Wasserwerk, das 1913 an die Stadt verkauft wurde. Die wachsende Bedeutung der Stadt ließ sich auch an den ständig steigenden Einwohnerzahlen ablesen: Während 1830 nur 4.100 Menschen in der Stadt lebten, waren es hundert Jahre später 9.000 Einwohner, und zur letzten Erhebung im Jahre 1936 wurde eine Einwohnerzahl von 10.800 genannt. Ende Januar 1945 erfuhr Pyritz noch einmal weiter reichende Erwähnung durch die Kriegsberichterstattung, denn zu dieser Zeit verlief an den Stadtgrenzen die deutsch-sowjetische Front, und bei Pyritz kam es zu heftigen Gefechten. Den ersten Vorstoß sowjetischer Panzer auf Stettin, der einen Pommernkessel mit Millionen Menschen gebildet hätte, hielten zwölf 15-16 jährige Junge der Adolf Hitler-Schule Tilsit unter einem Feldwebel auf, da Soldaten nicht schnell verfügbar waren. Bewaffnet nur mit Karabinern und Panzerfäusten, schossen sie aus Kellerfenstern den ersten in die Stadt einfahrenden Panzer ab. Die Sowjets fuhren nicht einen anderen Weg weiter, sondern zogen nachts den Panzer zurück, rollten morgens erneut vor. Dem Abschuss des Panzers folgte das Zusammenschießen der Häuser. Dezimiert durch zwei Tote und zwei Verwundete konnten die Panzer so drei Tage aufgehalten werden, bis Verstärkung und Entsatz kam und so die Eltern der Jungen aus dem Kessel fliehen konnten. Ende Februar 1945 wurde Pyritz von sowjetischen Truppen erobert. Im Juli desselben Jahres wurde die Stadt an die polnischen Behörden übergeben, anschließend wurde die deutsche Bevölkerung ausgewiesen. Aus Pyritz wurde die polnische Stadt Pyrzyce.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Joachim Stephani (1544–1623), Rechtswissenschaftler und Professor in Greifswald
  • Karl Gützlaff (1803–1851), Missionar in Fernost
  • Ferdinand Brunold (1811-1894 eigentlicher Name August Ferdinand Meyer), märkischer Dichter
  • Salomon Neumann (1819–1908), Arzt und Gründer der Berliner „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums“
  • Heinrich Völker, der in Meyers Reisebuch Deutsche Ostseeküste, Teil 2: Die pommersche Küste mit ihrem Hinterland, 2. Auflage, Leipzig 1924, genannte, offenbar in Vergessenheit geratene Kunstmaler wohnte nach dem Ersten Weltkrieg in Wiesbaden.
  • Gustav Jacobsthal (1845–1912), Musikwissenschaftler und Komponist
  • Martin Meyer-Pyritz (1870-1942), Bildhauer, wurde wegen seiner gelungenen Tierplastiken als ‚Tiermeyer‘ bekannt
  • Margarete Neumann (1917–2002), Schriftstellerin und Lyrikerin
  • Hartmut Gese (* 1929), evangelischer Theologe, Professor für Altes Testament
  • Paweł Januszewski (* 1972), Leichtathlet

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008
Persönliche Werkzeuge