Krüppel

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Dieser Artikel behandelt den Ausdruck für einen Behinderten. Zur Maßeinheit siehe Krüppel (Einheit), zum Gemälde von Pieter Brueghel dem Älteren aus dem Jahr 1568 siehe Die Krüppel.

Der Ausdruck Krüppel (von mittelniederdeutsch kröpel ‚der Gekrümmte‘) bezeichnet ursprünglich einen in seiner Bewegungsfähigkeit physiologisch dauerhaft behinderten Menschen. Auch jemand, dem von Geburt an oder durch äußere Einwirkungen Gliedmaßen fehlen, wird als verkrüppelt bezeichnet.

Aufgrund der Bedeutungsverschlechterung wird Krüppel heute als Schimpfwort angesehen, das nicht nur eine körperliche oder geistige Behinderung feststellt, sondern einem missliebigen Menschen mittels dieser Beleidigung eine solche Behinderung zuspricht. Noch in den Anfängen des 20. Jahrhunderts waren Zeitschriften und Kongresse für Krüppelfürsorge gegründet worden. Die meisten benutzten ab Mitte der 1930er-Jahre neutralere Benennungen wie Orthopädie, weil der Begriff als herabwertend galt.

Die Krüppelbewegung nimmt dieses Wort selbstbewusst im Sinne eines Geusenwortes für sich in Anspruch: Seit dem Krüppeltribunal in Dortmund am 13. Dezember 1981, einer der wichtigsten Protestaktionen der autonomen deutschen Behindertenbewegung (in Konfrontation mit der etablierten Behindertenhilfe) gegen das Internationale Jahr der Behinderten 1981, gegen Menschenrechtsverletzungen in Pflegeheimen, in Werkstätten für Behinderte und in der Psychiatrie sowie gegen Mängel des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs setzte auch in Deutschland ein Umdenken ein[1]. Zwischen 1980 und 1985 erschien die „Krüppel-Zeitung“, eine Zeitschrift der Behindertenbewegung.[2]

Damit ist die Frage, ob der Begriff „Krüppel“ politisch korrekt ist, umstritten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Krüppeltribunal 1981+20 abgerufen am 2. Januar 2012
  2. siehe Nachweis der Zeitung in der Deutschen Nationalbibliothek unter http://d-nb.info/gnd/7695385-3