Redendes Wappen

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Redendes Wappen des Kantons Uri (Schweiz): der Auerochse steht für Ur bzw. Uri
Redendes Wappen Roßwein: Das Pferd steht für Roß, der Weinstock für Wein

Als redendes Wappen (französisch armes parlantes), auch sprechendes Wappen oder Namenwappen, bezeichnet man in der Heraldik solche Wappen, die auf den Namen des Inhabers entweder anspielen oder ihn rebusartig darstellen.

Die Anspielung liegt meist in der Figur, seltener in der Farbe. Die Grafen von Henneberg führten z. B. eine Henne auf einem Dreiberg, die Familie von Aufenstein einen Auf oder Uhu, die Grafen von Helfenstein einen Elefanten; die Herren von Olvenstedt führten ein Kamel, welches man im Mittelalter Olfent nannte. Die spätere offizielle Heraldik verfuhr bei der Wahl der redenden Wappen sehr willkürlich und den Gesetzen der Heroldskunst widersprechend. So ist das Wappen des preußischen Staatsministers August Friedrich von Boden (geadelt 1739) dreifach redend, indem es eine Pfote (Pote), einen Boden und einen Boten enthält. Auch das Wappen von Hamburg zählt zu den redenden Wappen, es zeigt eine Burg auf rotem Grund.

Viele redenden Wappen offenbaren erst in der Landessprache ihr Geheimnis:

Der ins Schild genommene schrägrechte Schlüssel sollte den slawischen Ortsnamen verkörpern, 1997 wurde das Wappen allerdings neu gestaltet und beinhaltet keinen Schlüssel mehr.

  • Bettendorf (entstanden aus Betendorf) zeigt Bibel und Rosenkranz
  • Telgte (nach einem Gehöft Telgoth) zeigt eine stilisierte Eiche, Telge steht dabei für Eiche („Telgen Potten“ für Bäume pflanzen, 16. Jahrhundert).

Auch sind die Initialwappen häufig als redend anzusehen. Beispiele sind:

  • Radom in Polen ein „R“ unter einer Krone
  • Kielce in Polen „CK“ für „Civitas Kielce“
  • Graslitz in der Tschechischen Republik mit einem wappenfüllendem „G“, trotz der Namensänderung auf Kraslice.

So zieren oft Falken Wappen von Orten mit Namen Falkenstein und Falkenberg (heute Niemodlin), Löwen das von Löwenberg, ein Beil der Herren von Beilstein, eine Tanne Münzen der elsässischen Stadt Thann. Bekannt sind auch die Magd über der Burg im Wappen von Magdeburg oder der Stralsunder Strahl.

Meyers Konversationslexikons logo.svg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.

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