Kronberger Bahn

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Kronberg–Frankfurt-Rödelheim
Kursbuchstrecke (DB): 645.4
Streckennummer: 3615
Streckenlänge: 9,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zweigleisigkeit: Rödelheim–Niederhöchstadt
S-Kopfbahnhof – Streckenanfang
9,5 Kronberg (Taunus) Endstation S4Frankfurt S4.svg
S-Bahnhalt…
8,3 Kronberg Süd
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Limesbahn von Bad Soden S3Frankfurt S3.svg
S-Bahnhof
5,8 Niederhöchstadt
S-Bahnhof
4,2 Eschborn
S-Bahnhalt…
2,5 Eschborn Süd
Straßenbrücke
A 66
Brücke (mittel)
A 5
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Homburger Bahn nach Bad Homburg S5Frankfurt S5.svg
   
0,0 Frankfurt-Rödelheim
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Rebstockkurve“ nach Frankfurt Hbf (Taunusbahn)
Strecke – geradeaus
Homburger Bahn nach Frankfurt S3Frankfurt S3.svgS4Frankfurt S4.svgS5Frankfurt S5.svg

Als Kronberger Bahn wird heute der nördliche Teil der S-Bahn-Linie S4 bezeichnet, die von Langen (Hessen) über Frankfurt am Main nach Kronberg im Taunus führt. Die Strecke trennt sich von der Homburger Bahn im Bahnhof Frankfurt-Rödelheim und geht weiter über Eschborn und Niederhöchstadt bis Kronberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Cronberger Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete am 1. November 1874 den Personenverkehr auf der 9,8 Kilometer langen Strecke ab dem Bahnhof Frankfurt-Rödelheim; der stets unbedeutend gebliebene Güterverkehr folgte am 1. März 1875. Die Preußische Konzession datiert vom 26. Juni 1872. Aufgabe der Bahn war es, den damals schon starken Touristenverkehr von Frankfurt in den Vordertaunus zu bedienen. Da hier auch schon zahlreiche wohlhabende Frankfurter Bürger ihren (Zweit-)Wohnsitz begründet hatten, begann damals der bis heute stetig wachsende Pendlerverkehr. So führte man bald auch durchgehende Züge von Frankfurt nach Kronberg.

Am 1. Januar 1914 ging das Eigentum an der Gesellschaft auf den Preußischen Staat über; die Strecke wurde damit Teil der Preußischen Staatseisenbahnen.

Die besondere Bedeutung der Strecke zeigt sich in der Tatsache, dass die Deutsche Bundesbahn lange vor der Eröffnung der S-Bahn Rhein-Main hier – ebenso wie nach Bad Homburg – ab Sommerfahrplan 1954 einen stündlichen/halbstündlichen Taktverkehr einrichtete. Seit dem 27. September 1970 fahren die Züge elektrisch. Seit dem 28. Mai 1978 ist die Strecke Teil der Linie S4 der S-Bahn Rhein-Main mit durchgehendem Verkehr zunächst bis zur Frankfurter Hauptwache.

Streckenausbau[Bearbeiten]

Die Strecke erhielt am 22. Dezember 1970 einen Abzweig, die Limesbahn, von Niederhöchstadt nach Schwalbach am Taunus, der am 6. November 1972 bis Bad Soden am Taunus verlängert wurde und heute von der S3 Darmstadt–Bad Soden befahren wird.

Die Strecke war anfangs zur Gänze eingleisig; im Zuge des Ausbaus zur S-Bahn wurde der Streckenteil Rödelheim–Niederhöchstadt sukzessive zweigleisig ausgebaut, lediglich das Teilstück Niederhöchstadt–Kronberg ist (als eine von wenigen S-Bahn-Strecken im Rhein-Main-Gebiet) nach wie vor eingleisig.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Die S4 wird, da zwischen Langen und Niederhöchstadt parallel zur S3, oftmals nur als „halbe“ S-Bahn-Strecke angesehen.

Der Haltepunkt Eschborn Süd zur Erschließung des Eschborner Banken- und Bürogebietes wurde im Zuge der S-Bahn-Eröffnung 1978 eröffnet und von 2007 bis 2008 barrierefrei umgebaut.

Zudem gab es zwischen Niederhöchstadt und Kronberg die Werkshaltestelle Werk Braun, die nur während der Hauptverkehrszeit angefahren wurde und ausschließlich für Mitarbeiter der Braun GmbH nutzbar war. Diese wurde Ende der 1990er Jahre ausgebaut und 1999 unter dem Namen Kronberg Süd ins öffentliche Fahrplannetz aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cronberger Eisenbahn-Gesellschaft: Denkschrift aus Anlaß des vierzigjährigen Bestehens und der Verstaatlichung. 1874-1914. Kronberg 1914. ND: Stadt Kronberg: 100 Jahre Kronberger Eisenbahn.. Kronberg 1974.
  • Kurt Eckert: Klein- und Nebenbahnen im Taunus. Augsburg 1978.
  • Stadt Kronberg: 100 Jahre Kronberger Eisenbahn.. Kronberg 1974.