Bad Soden am Taunus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Soden am Taunus
Bad Soden am Taunus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Soden am Taunus hervorgehoben
50.1424305555568.4997222222222141Koordinaten: 50° 9′ N, 8° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 141 m ü. NHN
Fläche: 12,55 km²
Einwohner: 21.556 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1718 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65812
Vorwahlen: 06196,
06174 (Altenhain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 001
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Königsteiner Straße 73
65812 Bad Soden am Taunus
Webpräsenz: www.bad-soden.de
Bürgermeister: Norbert Altenkamp (CDU)
Lage der Stadt Bad Soden am Taunus im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild
Der Solbrunnen mit der Statue der Sodenia – ein Wahrzeichen der Stadt; im Hintergrund das Hundertwasserhaus.

Bad Soden am Taunus ist eine Stadt im Main-Taunus-Kreis im Land Hessen und liegt an den Südhängen des Taunus. Als Reichsdorf war es im Mittelalter bekannt für Salz und Warmquellen, später bis zu den 1990er-Jahren als ein international bekannter Kurort. Heute ist Bad Soden ein wichtiger Wohn- und Arbeitsraum westlich der Stadt Frankfurt am Main. Bad Soden am Taunus ist wie die benachbarten Städte Königstein im Taunus und Kronberg im Taunus (beide Hochtaunuskreis) für seine teuren Wohnlagen mit einer Reihe von Villen bekannt. Zudem weist die Stadt Bad Soden am Taunus im Jahr 2007 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 188,1 Prozent des Bundesdurchschnitts (100 Prozent) auf und belegt damit einen bundesweiten Spitzenwert.

Geografie[Bearbeiten]

Blick auf den Taunus von der Sodener Wilhelmshöhe
Blick auf die Frankfurter Skyline von der Sinaihöhe

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bad Soden am Taunus liegt am Südhang des Taunus, 15 km nordwestlich von Frankfurt am Main und 20 km nordöstlich von Wiesbaden. Die Gemarkungsfläche von Bad Soden am Taunus umfasst insgesamt 1247 Hektar. Hiervon sind 231 ha bewaldet. Auf den Stadtteil Bad Soden (Kernstadt) entfallen 479 ha, auf den Stadtteil Neuenhain 454 ha und auf den Stadtteil Altenhain 314 ha. Die Höhe variiert zwischen 130 Meter und 385 Meter über Normalnull. Der tiefste Punkt befindet sich im Bereich der Straße Auf der Krautweide, der höchste Punkt im Bereich der Kreuzung B 519/L 3266 an der nördlichen Gemarkungsgrenze. Durch die Stadt fließen zwei Bäche. Der Sulzbach durchfließt das Stadtzentrum sowie den Quellenpark. Beim zweiten handelt es sich um den Waldbach, welcher durch das zum Ortsteil Neuenhain gehörende, Im Süßen Gründchen genannte Tal fließt. In Schwalbach mündet er in den gleichnamigen Schwalbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Soden grenzt im Norden an die Stadt Königstein im Taunus (Hochtaunuskreis), im Osten an die Stadt Schwalbach am Taunus und die Gemeinde Sulzbach (Taunus), im Süden an die Gemeinde Liederbach am Taunus sowie im Westen an die Stadt Kelkheim (Taunus).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Soden besteht seit der Gebietsreform von 1977 aus den drei Stadtteilen Altenhain, Bad Soden und Neuenhain.

Die ursprünglich vom Land Hessen zusätzlich geplante Eingemeindung der Gemeinde Sulzbach wurde nicht realisiert. Aufgrund des Widerstandes von Bevölkerung und Politik in Sulzbach und der vergleichsweise guten Finanzsituation der Gemeinde durch das Main-Taunus-Zentrum wurde der Erhalt der Eigenständigkeit durchgesetzt. Im Mittelalter bestand auf nun Altenhainer Gebiet der Weiler Beidenau, der seit dem 16. Jahrhundert eine Wüstung ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Römerzeit und erste Erwähnung[Bearbeiten]

In Bad Soden findet man an vielen Stellen Quellen darunter viele Warm- und Salzquellen. Dies war auch zu Zeiten der Römer so. Man geht davon aus, dass schon die Römer in den warmen Quellen in Soden badeten und teilweise Salz damit gewannen. Es gibt jedoch keine urkundliche Erwähnung aus dieser Zeit. Bei Bohrungen an den Quellen VI und VII fand man aber Scherben von Tongefäßen, welche vermutlich die Arbeit von Römern war. Des Weiteren befinden sich auf dem Burgberg in Soden auch alte Reste einer Burg, die offenbar teilweise aus alten römischen Backsteinen gebaut wurden. Jedoch sind keine weiteren Beweise erhalten geblieben. Auch für die Zeit der Völkerwanderung wurden keine Nachweise von Soden gefunden.

Erstmals wurde das Dorf Soden im Jahr 1190 in einer Urkunde des Klosters Retters erwähnt, welche seine Güter aufzählte. Auf dem heutigen Burgberg befand sich ein Weinberg des Klosters. Zwischen 1222 und 1475 werden mehrere Adlige aus Sulzbach genannt, welche eine Burg in Soden besaßen, die sich auf dem Burgberg befand.

Soden als „Reichsdorf“[Bearbeiten]

Kaiser Sigismund in einem Porträt von 1436

Im Jahr 1434 erhob Kaiser Sigismund Soden und Sulzbach und die Dörfer Sennfeld und Gochsheim (bei Schweinfurt) zu Reichsdörfern. Als freies Reichsdorf war es bis 1803 keiner unmittelbaren Landesherrschaft unterstellt. 1437 wurden die Sodener Salzquellen in einer kaiserlichen Urkunde erwähnt. 1486 wurde in Soden die erste Salzsode erbaut und 1494 ließ Kaiser Sigismund den Gesundbrunnen mit einer Einfassung versehen. Am 24. Mai 1547 ließ Feldherr Graf Maximilian von Egmond die Dörfer Soden und Sulzbach in Brand setzen, da Frankfurt den Durchmarsch und Lieferungen verweigerte. Kurze Zeit später ließ Albrecht von Brandenburg-Kulmbach ebenfalls die beiden Reichsdörfer niederbrennen, aufgrund einer erfolglosen Belagerung von Frankfurt.

Bei einer Untersuchung des Dorfes Soden wurden von Baumeistern vier Salzquellen und eine warme Quelle festgestellt. 1605 bekamen die Gebrüder Gaiß die Erlaubnis der Stadt Frankfurt zur Anlegung einer Saline. Doch für die Erbauung waren viele Verpflichtungen zu erfüllen. Im Vordergrund stand die Deckung des Salzbedarfs der Stadt Frankfurt. Außerdem war ein Verkauf der Saline auch nur durch den Senat möglich. Bis dahin versuchten viele den Bau einer Saline. Doch ohne Einigung mit dem Magistrat der Stadt Frankfurt konnte auch nichts gebaut werden. Zunächst waren die Sodener Bürger noch ruhig. Doch nach und nach kam eine Unzufriedenheit auf, da sie ihre Eigentumsrechte verletzt sahen. Im Dezember 1612 kam es zu einem Aufruhr. Die Bevölkerung kappte die Leitungen nach Frankfurt. Nachdem auch das Militär den Aufruhr nicht niederschlagen konnte, einigte man sich mit der Stadt Frankfurt darauf, die Salzzufuhr zu senken und der Sodener Saline mehr Freiraum zu gewähren.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde auch Soden ein Opfer von Brandschatzungen und Plünderungen. Dutzende Häuser, meist aus Holz, wurden niedergebrannt. Die Kriegsvölker durchquerten das Dorf und plünderten die Bevölkerung aus.

1680 erwarb David Malapert die Saline. Er errichtete „in der Sültz“ eine neue Saline. 1715 wurde der Grundstein für die evangelische Kirche in der Altstadt gelegt. Ein knappes Jahr später wurde diese feierlich eröffnet. 1770 wurde der erste Gasthof, der spätere Nassauer Hof, erbaut. 1792 besetzte der französische General Custin den Raum Mainz und ließ Soden und die angrenzenden Städte ausrauben und niederbrennen.[2]

19. Jahrhundert und der Beginn des Kurbetriebs[Bearbeiten]

Das 1849 erbaute Kurhaus
Ehemalige Kurpension Nassovia - 1820 erbaut, hier war Felix Mendelssohn Bartholdy 1844/1845 zu Gast.
Die 1887 eröffnete alte Trinkhalle (1955 durch einen Neubau ersetzt)

Ab 1806 gehörte Soden zum Herzogtum Nassau. Die Chaussee von Höchst nach Königstein (die heutige Königsteiner Straße) entstand 1817, 1847 eröffnete die Sodener Bahn von Soden nach Höchst. Soden zählte im Jahr 1820 500 Seelen. 1828 wurde das erste Haus an der Königsteiner Straße in Bad Soden gebaut, der Gasthof „Zum Adler“. 1817 und 1847 kam es in Raum Bad Soden zu Missernten, aufgrund von schlechter Witterung. Dadurch stiegen die Preise für Brot und andere Grundnahrungsmittel stark an. Doch Herzogin Pauline von Nassau half der Sodener Bevölkerung. Da sie im Jahr 1847 in das Paulinenschlösschen zog, ließ sie elf Malter (circa 1100 kg) Kartoffeln an die Bürger verteilen. 1840 wurde der neue Sodener Friedhof angelegt, welcher sich an der heutigen Niederhofheimer Straße befindet. Ab 1841 wurde der Arzt Dr. Otto Thilenius nach Soden berufen und fungierte hier als Brunnenarzt.

Seit 1701 gibt es in Soden Kurbetrieb. Das erste Kur- und Badehaus wurde 1722 erbaut. Zunächst war dieser Bau bekannt als das „Bender’sche Haus“. 1813 wurde es in „Frankfurter Hof“ umbenannt und ist heute als das „Haus Bockenheimer“ in das Hundertwasserhaus eingegliedert und befindet sich am heutigen Franzensbader Platz.[2] 1822 wurde der alte Kurpark im Stil eines englischen Gartens angelegt. 1849 wurde das Neue Kurhaus im schweizerischen Stil am Alten Kurpark erbaut und eröffnet.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Soden bereits ein internationaler Kurort mit prominenten Gästen aus ganz Europa. Berühmte Besucher und Kurgäste im 19. Jahrhundert waren zum Beispiel Herzogin Pauline von Nassau (1844), August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1844), Felix Mendelssohn Bartholdy (1844/1845), Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld - Mutter der britischen Königin Victoria (1847), Otto von Bismarck und Johanna von Bismarck (1856), Friedrich Stoltze (1860), Richard Wagner (1860), Kaiser Wilhelm I. (1861).

Während 1839 nur knapp 360 Kurgäste die Kurstadt besuchten, waren es 1865 bereits 2840. Um diese große Anzahl von Gästen unterbringen zu können, entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Kurvillen und Kurhotels. Die größten waren zunächst einmal das Kurhaus am Alten Kurpark (1971 abgerissen), der „Europäischer Hof“ in der Königsteiner Straße (1965 abgerissen), das Hotel „Colloseus“ (1945 zerstört), der „Frankfurter Hof“ (heute „Haus Bockenheimer“) und der „Nassauische Hof“ (1900 abgerissen). Des Weiteren gab es noch jede Menge kleinere Villen wie die in der heutigen Alleestraße („Villa Stolzenfels“, „Villa Rheinfels“, „Villa Sanssouci“ und „Villa Westfalia“) oder den Villen an der Königsteiner Straße („Hotel Adler“, „Haus Quisisana“, „Parkhotel“ oder „Haus Haßler“).

1870 entstand in Bad Soden eine Gasfabrik, welche für die Straßenbeleuchtung erbaut wurde. Bereits 1897 aber wurde die Straßenbeleuchtung von Gas auf Elektrizität umgestellt. Damit war Bad Soden die erste Gemeinde in Nassau mit elektrischer Straßenbeleuchtung. Als 1870 der Deutsch-Französische Krieg begann, wurden in Bad Soden 29 Männer einberufen, wovon aber nur einer gefallen ist. Während des Krieges fanden im 14-Tage-Takt Betgottesdienste statt. 1871 wurde das Badehaus eingeweiht und es entstand auch die erste selbstständige katholische Pfarrei. Nachdem der Krieg 1871 gewonnen war, fand am 4. März ein Festzug mit anschließendem Feuer auf dem Dachberg statt. In den weiteren Jahren wurden die Badeanstalten weiter ausgebaut, wobei ein Inhalatorium im alten „Krug Haus“ im Alten Kurpark angelegt wurde. Später wurde in der heutigen Parkstraße das heutige „Medico Palais“ erbaut. Weiters wurde der Brunnenwasserversand ausgebaut und die ersten Sodener Pastillen wurden hergestellt, welche bei Husten und Heiserkeit halfen. 1885 wurde im Eichwald der „Wilhelmsplatz“ eingeweiht, wo sich die Bismarck- und die Friedrichs-Eiche befanden. 1887 wurde die Trinkhalle am Quellenpark eingeweiht.[3]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Übersicht von Bad Soden mit evangelischer Kirche 1906 – Der Schornstein gehört zur ehemaligen „Sodener Pastillenfabrik“.
Ansicht von 1937 – im Vordergrund die heutige Alleestraße (damals Lindenweg)

Bei der Volkszählung 1900 wurden in Bad Soden 1.768 Einwohner gezählt. Weiters wurde im gleichen Jahr der Burgbergturm auf dem Burgberg eröffnet. 1909 erwarb die Stadt das Paulinenschlösschen und richtete hier das Rathaus ein. 1911 wurde der Wasserturm auf der Wilhelmshöhe eröffnet.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs ging die Zahl der Kurgäste zurück. Hotels und Gaststätten waren zeitweise komplett leer. Die ersten französischen Kriegsgefangenen halfen damals in Neuenhain in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben aus. Während des Rückmarsches der deutschen Truppen durchquerten sie auch teilweise Bad Soden. Der gesamte Alte Kurpark war angefüllt mit alten Karren, verletzten Soldaten und Pferden. Auch die Königsteiner Straße wurde zum Abstellen von Artilleriegeschossen und anderen militärischen Waffen genutzt. Im Dezember 1918 besetzten die Franzosen den gesamten Raum Mainz. Dazu zählten auch Bad Soden, Neuenhain und Altenhain. Zu dieser Zeit wurde die Königsteiner Straße öfters für Paraden genutzt, um die Stärke der Besatzer zu demonstrieren. Weiters mussten alle Personen über zwölf Jahre einen mehrsprachigen Personalausweis mit sich führen, und der gesamte Schriftverkehr musste auf Deutsch und Französisch abgefasst werden.

Die israelitische Kuranstalt in der Talstraße (1938 zerstört) - Blick von der Dachbergstraße
Kriegszerstörungen an der Königsteiner Straße - Rechts der Alte Kurpark, links der heutige Standort des Sodener Rathauses.

Seit 1922 darf sich Soden Bad nennen. 1926 übernahmen die Briten dieses Gebiet. 1927 wurde das Freibad im Altenhainer Tal eröffnet.

Die Baustelle der St. Katharina Kirche

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die jüdische Bevölkerung von Bad Soden gedemütigt. 1935 wurde das Erholungsheim „Aspira“, welches 1911 vom jüdischen Arzt Dr. Kallner erbaut worden war, beschlagnahmt. Daraufhin zog die Deutsche Arbeitsfront (DAF) in das Gebäude ein. Am 10. November 1938 wurde die israelitische Kuranstalt in der Talstraße angezündet und kurz darauf abgerissen. Während des Zweiten Weltkrieges kam es auch in Bad Soden zu gelegentlichen Angriffen. Der erste Bombenangriff traf die Stadt in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1941. Dabei wurden das Areal am Schwimmbad sowie die Gärtnerei Jung schwer beschädigt. In der Nacht vom 24. zum 25. August 1942 wurde das Gebiet am alten Kurpark und Kronbergstraße bombardiert. Dabei wurde das Frankfurter Kinderheim in der Kronbergerstraße zerstört, wobei mehrere Kinder ums Leben kamen. Ebenfalls wurde das Badehaus getroffen und im ganzen Umkreis zersprangen die Fenster, z. B. in der katholischen Kirche oder im Kurhaus.[3] Die größte Zerstörung richtete ein Angriff von amerikanischen Bombenfliegern an. In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1945 wurde ein großer Teil der Gebäude an der Königsteiner Straße, wie das Hotel „Colloseus“ (heutiger Standort des Rathauses) und das ehemalige Parkinhalatorium zerstört. Auch das Badehaus im Alten Kurpark wurde teilweise vernichtet. Ebenfalls wurde die alte kath. Kirche am Rande des alten Kurparks schwer in Mitleidenschaft gezogen.[4]

Nach dem Krieg wurde der Gemeinde Bad Soden/Taunus mit Kabinettsbeschluss vom 21. Mai 1947 durch das Hessische Staatsministerium die Bezeichnung Stadt verliehen.[5] 1955 begann der Bau der neuen katholischen Kirche in der Nähe des Bahnhofs. Gleichzeitig wurde der Neue Kurpark angelegt und 1961 für die Öffentlichkeit freigegeben. Ab den 1960er Jahren entwickelte sich die Stadt zum bevorzugten Wohnort im Westen Frankfurts. 1970 wurde das Kreiskrankenhaus eröffnet. Seit dem 6. November 1972 wird der Sodener Bahnhof von der Limesbahn angefahren, womit die Stadt einen weiteren Bahnanschluss nach Frankfurt am Main bekam (zuvor nur nach Höchst). Seit 1978 verkehrt diese als S-Bahn (S3) direkt nach Frankfurt (zunächst nur bis zur Hauptwache, ab 1997 bis Darmstadt Hauptbahnhof).

1991 begann der Bau des Hundertwasserhauses, welches kurz darauf eröffnet wurde. Es befindet sich am heutigen Quellenpark. Bis 1997 wurde die gesamte Altstadt saniert, wobei die Straßen neu gepflastert und die alten Wasserleitungen ersetzt wurden.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Königsteiner Straße vereint heute Gebäude aus der Zeit des Spätklassizismus bis hin zur Architektur der 1980er

2001 wurde die Kur-GmbH aufgelöst und kurze Zeit später das Thermalbad geschlossen. Damit endete die fast 200-jährige Kurgeschichte der Stadt Bad Soden. 2004 wurde der ökologische Lehrpark „Rohrwiese“ angelegt. Hier kann man das Ökosystem „Teich“ und Bienennester erkunden. In den Jahren 2006/2007 wurde das Freibad renoviert und in „FreiBadSoden“ umbenannt. In der Nacht vom 10. zum 11. Juni 2007 kam es zu einem großen Unwetter in Bad Soden und Umkreis. Schätzungen nach gingen bis zu 60 Liter pro Quadratmeter auf die Erde nieder. Wassermassen wälzten sich von der Königsteiner Straße in die Innenstadt hinunter. Dabei stand ein großer Teil der Altstadt knöcheltief unter Wasser. 130 Keller und Tiefgaragen liefen voll.[6]

Bis Ende 2011 wurde die Salinenstraße umgestaltet, wobei die Parkplatzgestaltung geändert wurde sowie eine Reihe neuer Häuser entstand. Am Bahnhof wurde 2011 die neue Zentrale der Messer Group eingeweiht. Derzeit stehen in Bad Soden zwei städtische Erneuerungen an. Zunächst soll das Bahnhofsgelände renoviert und ein neues Parkhaus gebaut werden. Weiters ist die Planung eines neuen Rathauses im Gespräch.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Stadt Bad Soden (Taunus) am 1. Januar 1977 mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden und heutigen Stadtteilen Neuenhain und Altenhain zur neuen Stadt Bad Soden im Taunus zusammen.[8]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. August 1972 wurde ein Gebiet mit damals fast 200 Einwohnern an die Nachbarstadt Königstein im Taunus abgetreten.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1500[3] 200
1600 300
1760 400
1797[3] 447
1820[9] 500
1830 639
1836 637
1854 1.290
Jahr Einwohner
1864[10] 3.750
1940[11] 6.247
1950 6.918
1960 7503
1961[8] 7.626
1970[8] 10.076
1975 10.528
19771 18.163
Jahr Einwohner
1980 18.646
1986 19.959
1998 20.218
2005 21.295
2010 21.644
2012 21.223

1 nach der Eingemeindung von Neuenhain und Altenhain

Religionen[Bearbeiten]

Die katholische St. Katharina Kirche im Neuen Kurpark
Neuapostolische Kirche in der Joseph-Haydn-Straße

Evangelische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde besteht aus ca. 3600 Gemeindemitgliedern (Stand Ende 2013). Die Gemeinde wird von Pfarrer Dr. Achim Reis (seit August 1997) und Pfarrer Andreas Heidrich (seit April 2002) betreut. Der Kirchenvorstand besteht aus 14 Mitgliedern, die Vorsitzende ist Sabine Korthals. Die Gottesdienste finden i. d. R. sonntags um 10.00 Uhr in der Kirche statt.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Bad Soden besaß bis in die Mitte der 1930er Jahre eine größere jüdische Gemeinde. Diese Gemeinde besaß eine Synagoge, eine Religionsschule und ab 1873 einen jüdischen Friedhof an der Niederhofheimer Straße. Die Synagoge wurde 1846 eingeweiht und befand sich in der heutigen Enggasse. 1938 wurde sie in der Reichskristallnacht im Inneren zerstört. Später wurde das Gebäude als Lagerhalle genutzt und 1981 im Zuge der Altstadtrenovierung abgerissen. Heute steht hier eine Seniorenwohnanlage.[12]

Katholische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die katholischen Kirchen sind geweiht auf die Namen St. Katharina (Bad Soden), Maria Hilf (Neuenhain), Maria Geburt (Altenhain), leitender Priester im pastoralen Raum ist Pfarrer Paul Schäfer. Die Gottesdienste finden in Bad Soden jeden zweiten Samstag um 18.00 Uhr, sowie sonntags um 10.45 statt.

Die Kirche St. Katharina ist ein Bau aus den 1950er Jahren und wurde persönlich vom Geheimrat Max Baginski gestiftet.

Neuapostolische Gemeinde[Bearbeiten]

Die erste neuapostolische Kirche in Bad Soden entstand im Jahr 1970 in der Joseph-Haydn-Straße. 30 Jahre später wurde ein Neubau auf dem gleichen Gelände erbaut. Die Gemeinde beherbergt heute genau 130 Mitglieder. Zurzeit ist Priester Ohland der Vorsteher der Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 27. März 2011 und am 26. März 2006 lieferten folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
36,8 %
21,4 %
17,3 %
15,3 %
9,1 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-13,4 %p
+21,4 %p
+8,3 %p
-3,8 %p
-2,4 %p
-10,2 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,8 14 50,2 19 40,9 15
BSB Bad Sodener Bürger 21,4 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,3 6 9,0 3 8,6 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,3 6 19,1 7 23,3 9
FDP Freie Demokratische Partei 9,1 3 11,5 4 10,7 4
dfb DIE FREIEN BÜRGER 5,5 2 8,5 3
FuS Für unsere Stadt 2,7 1 4,6 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Bad Soden 2,0 1 3,4 1
Gesamt 37 37 37
Wahlbeteiligung in % 51,1 42,7 53,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Rathaus an der Königsteiner Straße (ehemaliger Standort des Hotels Colosseus)

Bürgermeister ab 1806:[3]

  • 1806: Christian Langhans
  • 1806–1809: Caspar Diehl
  • 1809–1818: Peter Jung
  • 1818–1826: Peter Diehl
  • 1826–1827: Peter Jung
  • 1827–1833: Friedrich August Dinges
  • 1833: Peter Jung
  • 1833–1848: Friedr. Wilh. Christ. Langhans
  • 1848–1876: Friedrich Dinges
  • 1876–1890: Peter Butzer
  • 1890–1893: Ludwig Schilling
  • 1893–1912: Georg Busz
  • 1912–1920: Dr. Friedrich Höh
  • 1920–1923: Niederschulte
  • 1925–1937: Alfred Benninghoven
  • 1937–1939: Jakob Rittgen
  • 1939–1945: Karl Bohle
  • 1945–1948: Dr. Kuno Mayer
  • 1948–1957: Gilbert Just
  • 1957–1967: August Karl Wallis
  • 1967–1973: Dr. Helmuth Schwinge
  • 1973–1977: Hans-Helmut Kämmerer
  • 1977–1985: Dr. Volker Hodann
  • 1985–1986: Hans Jörg Röhrich (Staatsbeauftragter)
  • 1986–1992: Berthold R. Gall
  • 1992–2004: Kurt E. Bender
  • seit dem 1. März 2004: Norbert Altenkamp

Norbert Altenkamp (CDU) wurde am 27. September 2009 mit 58,8 % für seine zweite Amtszeit bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Bad Sodener Wappen stellt einen roten Reichsapfel mit goldenem Beschlag und goldenem Kreuz auf blauem Grund dar. Das Wappen stammt aus der Zeit, als Kaiser Sigismund Bad Soden zum Reichsdorf erhob (1434).

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 26. April 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„Auf der Trennungslinie des zweifeldrigen blau-gelben Flaggentuches das Stadtwappen: in Blau einen roten, golden bereiften Reichsapfel, bekrönt mit einem goldenen Kleeblattkreuz.“[13]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften mit:[14]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Burgbergturm
Das Hundertwasserhaus am Quellenpark
Der Wasserturm an der Wilhemshöhe

Bauwerke[Bearbeiten]

Badehaus[Bearbeiten]

Das Badehaus ist ein ehemaliges Kurgebäude im Herzen des Alten Kurparks. Es befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Saline. Das Gebäude wurde 1860 erbaut und immer weiter um- bzw. ausgebaut. Seit 1997 befinden sich hier das Stadtmuseum sowie die Stadtbibliothek.

Bahnhofsgebäude[Bearbeiten]

Das Bad Sodener Bahnhofsgebäude wurde 1847 erbaut. Seitdem wurde es mehrmals erweitert, wobei 1914 der Uhrturm und ein Anbau hinzugefügt wurden. Seitdem hat sich das Gebäude kaum verändert. Es befindet sich in der Stadtmitte, in der Nähe der Königsteiner Straße. Heute halten hier zwei Züge, die S-Bahn-Linie S3 (nach Darmstadt über Frankfurt) und die Regionalbahnlinie RB 13 (nach Frankfurt-Höchst über Sulzbach).

Burgbergturm[Bearbeiten]

Der 10 m hohe Burgbergturm ist ein Aussichtsturm, welcher 1900 vom Taunusclub errichtet wurde. Er befindet sich oberhalb des alten Kurparks.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die Evangelische Kirche befindet sich in der Bad Sodener Altstadt direkt neben dem Quellenpark. Auf dem Platz der heutigen Kirche entstand 1482/83 ein erster kirchlicher Bau in Form einer Kapelle. Die Sakristei ist der älteste Teil des aktuellen Kirchenbaus und stammt aus dem Jahre 1510. Das restliche Kirchengebäude ohne Glockenturm wurde 1715 erbaut. Der Glockenturm wurde 1878 angebaut. 1995/96 wurde sie aufwendig saniert, wobei man auf alte barocke Tafelbilder aus den Jahren um 1720 stieß. Ende 2011, Anfang 2012 wurde der Dachstuhl umfangreich saniert.[15]

Haus Reiss[Bearbeiten]

Das Haus Reiss ist eine Villa aus dem 19. Jahrhundert. Der Bau des Gebäudes begann 1839 im Auftrag vom Frankfurter Kaufmann Enoch Reiss. Kurze Zeit lebte auch Pauline von Nassau in dem Haus. 1941 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff schwer zerstört, konnte aber nach kurzer Zeit wieder aufgebaut werden. Das Haus Reiss befindet sich in der Sodener Altstadt Zum Quellenpark 8.

Hundertwasserhaus[Bearbeiten]

Das Hundertwasserhaus wurde von dem im Februar 2000 gestorbenen Friedensreich Hundertwasser entworfen. Der Wiener Künstler ist weltweit durch farbenfrohe Malerei bekannt. Seit 1983 gestaltete er auch Häuser architektonisch, die bekanntesten sind das „Hundertwasser-Wohnhaus“ und das „Kunst-Haus-Wien“ in Wien. Das Wohnhaus, dessen Grundstein im November 1990 gelegt wurde, bezieht das erste Bad Sodener Kurhaus, das Haus Bockenheimer, aus dem Jahre 1722 mit ein. 17 völlig unterschiedliche Wohnungen von 120 bis 230 Quadratmeter befinden sich in dem Haus, das einen neunstöckigen, 30 Meter hohen Turm besitzt. Die Räume sind großzügig gefasst, gehen oftmals ineinander über und sind mit Parkettböden ausgestattet, die teilweise von Fliesen unterbrochen werden. Zusätzlich stehen noch 650 Quadratmeter Nutzfläche für Gewerberäume zur Verfügung.

Medico-Palais[Bearbeiten]

Das Medico-Palais war einst das größte Inhalatorium Europas. Das Gebäude wurde 1912 auf Initiative der damaligen Ärzte in der Parkstraße gebaut. Heute befindet sich hier immer noch ein Inhalatorium, sowie mehrere Arztpraxen.

Paulinenschlösschen[Bearbeiten]

Das Paulinenschlösschen ist heute ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Innenstadt von Bad Soden und beherbergt das Bürgerbüro.

Das Gebäude selbst entstand 1847 auf Wunsch von Pauline von Nassau, da sie Bad Soden zu ihrer Sommerresidenz wählte. Nach ihrem Tod, wurde das Paulinenschlösschen als Hotel genutzt und ab 1909 als Rathaus der Stadt Bad Soden. Zum Gesamtkomplex gehören auch die Krug’sche Villa und die Parkvilla.

St. Katharina-Kirche[Bearbeiten]

Die St. Katharina-Kirche ist eine katholische Kirche im Neuen Kurpark. Sie wurde 1957 erbaut und wurde persönlich vom Geheimrat Max Baginski gesponsert. Am 1. Januar 2012 haben sich die Pfarrgemeinden von Bad Soden, Neuenhain, Altenhain und Sulzbach zur "St. Marien und St. Katharina Pfarrei" zusammengeschlossen. Mit 8394 Katholiken bildet diese Pfarrei die größte des Main-Taunus-Kreises.[16]

Wasserturm[Bearbeiten]

Der Bad Sodener Wasserturm ist heute ein denkmalgeschütztes Gebäudes am Ortsausgang an der Niederhofheimer Straße. Der Turm wurde 1911 für die Sinai-Gärtnerei erbaut. Im Jahr 2000 wurde er von Grund auf saniert und wird heute als Aussichtsturm und als Ausstellungsraum für naturkundliche Themen verwendet.

Für weitere Bauten siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Bad Soden am Taunus

Parkanlagen[Bearbeiten]

Blick vom Badehaus auf den Alten Kurpark
Der Neuer Kurpark

Alter Kurpark[Bearbeiten]

Der Alte Kurpark befindet sich in der Innenstadt, direkt an der Königsteiner Straße. Er wurde 1823 im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt. Hier befinden sich zahlreiche exotische Bäume sowie mehrere Brunnen, wie der Schwefelbrunnen oder der „Neue Sprudel“. Hier befand sich ebenfalls das 1971 abgerissene Kurhaus, an dessen Stelle sich jetzt das „Ramada Hotel“ befindet.

Ebenfalls befindet sich im Alten Kurpark das Badehaus, welches früher zu Kurzeiten erbaut wurde. Heute befinden sich hier das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und das Stadtmuseum. Des Weiteren befinden sich hier das Paulinenschlösschen sowie die Konzertmuschel, wo regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen (wie z. B. Public Viewing oder Gottesdienste) angeboten werden.

Außerdem befindet sich hier der Schwefelbrunnen, der Wilhelmsbrunnen (seit 2001 außer Betrieb) und der „Neue Sprudel“.

Neuer Kurpark[Bearbeiten]

Der Neue Kurpark wurde 1961 angelegt hat eine Fläche von 43.884 m². Er liegt zwischen dem Eichwald und dem Innenstadtbereich. Zu finden sind hier unter anderem die katholische Kirche St. Katharina und die Kindergartenstätte St. Katharina. Jedoch sind hier keine Kur- und Quellanlagen aufzufinden. Am Rande der Parkanlage befinden sich zahlreiche Gründerzeitvillen sowie die ehemaligen Kurhotels.

Quellenpark[Bearbeiten]

Der Quellenpark befindet sich in der Altstadt der Stadt Bad Soden. Er wurde 1872 angelegt, nachdem die Stadt die notwendigen Grundstücke erworben hatte. Das Kernstück des Parks bildet der Solbrunnen, welcher früher zur Salzgewinnung genutzt wurde. Heute ist er als Kur- und Trinkbrunnen in Benutzung. Die Statue Sodenia ist heute ein Wahrzeichen der Stadt Bad Soden. Durch den Quellenpark fließt der Sulzbach. Direkt am Park befindet sich das „Haus Bockenheimer“. Dieser Bau war das erste Badehaus der Stadt. Es wurde 1813 in „Frankfurter Hof“ umbenannt. Auf der andere Seite befindet sich der Sauerbrunnen.

Wilhelmspark[Bearbeiten]

Der Wilhemspark wurde 1911 im Auftrag der Gemeinde von den Gartenarchitekten Gebrüder Siesmayer geschaffen. Der Franzensbader Platz und die Straße Zum Quellenpark trennen ihn vom Quellenpark. Im Wilhelmspark befinden sich drei Brunnen, darunter der Winklerbrunnen, Glockenbrunnen, Champagnerbrunnen. Bis 1924 hieß er „Kaiser-Wilhems-Park“. Seit 1987/88 heißt er wieder „Wilhelmspark“.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Die Drei Linden im Stadtteil Neuenhain.

Kultur[Bearbeiten]

Stadtgalerie[Bearbeiten]

Ganzjährig interessante und sehenswerte Ausstellungen, meist im monatlichen Wechsel, zeigen seit 2000 Arbeiten von regional- und überregional bekannten Künstlern mit Malerei, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen in der Stadtgalerie. Das im Alten Kurpark gelegene Badehaus beherbergt hierzu im ersten Obergeschoss die Stadtgalerie mit großzügigen, lichtdurchfluteten Räumlichkeit.

Stadtmuseum[Bearbeiten]

Das Stadtmuseum befindet sich seit 1998 im Badehaus im Alten Kurpark. Hier sind verschiedene Funden aus frühgeschichtlicher Zeit ausgestellt sowie die Geschichte der Stadtteile Neuenhain und Altenhain. Ebenso ist der ehemaligen Saline in Bad Soden eine Ausstellung gewidmet, die bis 1812 ein großer wirtschaftlicher Faktor darstellte. Weitere Sonderausstellungen finden im Obergeschoss des Gebäudes statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Konzertmuschel im Alten Kurpark, hier finden regelmäßig Konzerte, Gottesdienste sowie Public Viewing statt.
Weihnachtsmarkt 2012

Sodener Weintage[Bearbeiten]

Zehn Tage lang findet dieses Event im alten Kurpark statt und beginnt am Freitag vor Pfingsten. Weinbauern aus dem Rheingau, aus Franken und von der Mosel bieten ihre verschiedenen Weine an.

Sommernachtsfest[Bearbeiten]

Das Sommernachtsfest bildet einen kulturellen Höhepunkt in Bad Soden. Es findet jeweils am dritten Samstag im August statt. Zehntausenden Menschen werden jährlich angezogen. Das Fest erstreckt sich vom alten Kurpark hinüber in die Altstadt: Adlerstraße, Königsteiner Straße und „Zum Quellenpark“. Für genügend musikalische Unterhaltung ist gesorgt und um 23 Uhr beginnt das traditionelle Feuerwerk.

Weihnachtsmarkt[Bearbeiten]

Der Bad Sodener Weihnachtsmarkt findet jährlich am zweiten Adventswochenende statt. Genau wie die vorher genannten Feste, findet auch der Weihnachtsmarkt im alten Kurpark statt. Er bietet jede Menge Glühweinstände, sowie eine Weihnachtskrippe und einen Streichelzoo.

Vereine[Bearbeiten]

In Bad Soden gibt es eine Vielzahl an Vereinen. Das Vereinsleben selber spielt in allen Stadtteilen eine große Rolle. In der Stadt sind zu finden: musikalische Vereine (z.B. Freie Musikschule Bad Soden am Taunus, Junge Kantorei Bad Soden e.V.,Kath. Kirchenchor Neuenhain,etc), historische Vereine (Historischer Verein Bad Soden am Taunus e.V., Heimatgeschichts-Verein Neuenhain im Taunus e.V. und Altenhainer Geschichtsverein - Altenhain im Taunus e.V.), Verschönerungsvereine (Wir für Bad Soden, Verein zur Förderung der Kur- und Wohnstadt e.V.), gemeinnützige Vereine (Deutsches Rotes Kreuz Ortsvereinigung Bad Soden am Taunus e.V.[17], Freiwillige Feuerwehr Bad Soden am Taunus e.V.) und viele weitere, wie den Gewerbeverein Bad Soden am Taunus e.V., den Internationaler Kultur- und Sportaustausch Bad Soden am Taunus e.V. (IKUS) oder den SKG Sodener Karneval-Gesellschaft 1948 e.V. Die größten Mitgliederzahlen haben naturgemäß die Sportvereine.

Sport[Bearbeiten]

Die Hasselgrundhalle in der Gartenstraße
  • Fußball: SG Bad Soden 1908 e.V.[18]/ Fußballverein 08 Neuenhain e.V.[19]
  • Leichtathletik: Leichtathletik Gemeinschaft LG Bad Soden / Neuenhain
  • Reiten: Reit- und Fahrverein Bad Soden am Taunus e.V.
  • Schwimmen: ESSC – Erster Sodener Schwimm-Club 1927 e.V. – Anfängerschwimmen, Wettkampfschwimmen, Synchronschwimmen, Hallensport[21]
  • Volleyball: TG 1875 Bad Soden am Taunus e.V.: Die erste Frauenmannschaft der TG Bad Soden tritt in der 2. Volleyball-Bundesliga an. Die Heimspiele werden in der Hasselgrundhalle ausgetragen. Weitere Frauenmannschaften spielen in der Oberliga Hessen sowie in der Kreisliga, dazu gibt es etliche Jugendmannschaften in verschiedenen Altersstufen.[22][23]

Bildung[Bearbeiten]

Schulhof der Theodor-Heuss-Schule

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Drei-Linden-Schule (Neuenhain)
  • Grundschule Altenhain (Altenhain)
  • Theodor-Heuss-Schule (Bad Soden)
  • Otfried-Preußler-Schule (Bad Soden, ab 2015)

Vereine[Bearbeiten]

  • Arbeitskreis für Erwachsenenbildung Bad Soden am Taunus e.V.
  • Gründungs- und Trägerverein der Philipp-Melanchton-Schule e.V.
  • HILO – Lohnsteuerhilfeverein e.V.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das neue Hauptgebäude der Messer Group

In Bad Soden am Taunus befinden sich zehn staatlich anerkannte Heilquellen. Die Kaufkraft der örtlichen Bevölkerung (Kaufkraft-Index 2007 (Bundesrepublik Deutschland = 100): 188,1 %) ist die höchste im Main-Taunus-Kreis. In Hessen liegen lediglich Königstein im Taunus und Kronberg im Taunus (beide Hochtaunuskreis) mit einer höheren Kaufkraft vor Bad Soden, auf Rang vier folgt Bad Homburg vor der Höhe (Kreisstadt des Hochtaunuskreises). Damit belegt Bad Soden am Taunus einen bundesweiten Spitzenplatz.

In Bad Soden hatten die Kartographischen Verlage Haupka und zeitweise auch Ravensteins Geographische Verlagsanstalt (unter dem Namen CartoTravel) ihren Sitz, die 2007 von MairDumont (Falk-Pläne) übernommen und liquidiert wurden.

Das Kreiskrankenhaus in Bad Soden ist Teil der Kliniken des Main-Taunus-Kreises.

Seit September 2011 hat die Messer Group ihren Hauptsitz in der Innenstadt direkt zwischen Alten und Neuen Kurpark. Die Messer Group gehört zu den größten Industriegasspezialisten weltweit.[24]

Verkehr[Bearbeiten]

Das alte Bahnhofsgebäude

Der öffentliche Nahverkehr in Bad Soden wird im Auftrag und zu den Tarifen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) betrieben. Vom Kopfbahnhof Bad Soden bestehen mit der Regionalbahnlinie RB 13 Verbindungen nach Süden über Sulzbach und Sossenheim nach Frankfurt-Höchst sowie mit der S-Bahn nach Osten über Schwalbach, Eschborn (Limesbahn, Kronberger Bahn) und Frankfurt Hauptbahnhof nach Langen und zum Hauptbahnhof Darmstadt. Mit dem Bus bestehen Verbindungen nach Frankfurt-Höchst (Linie 253), Königstein (Linien 253, 803 und 811), zum Main-Taunus-Zentrum (Linie 253 und 803), nach Eschborn (Linien 810, 812 und 813) und Hofheim am Taunus (Linie 812). Des Weiteren bietet die Stadt den Stadtbus 828 an, welcher durch die ganzen Wohnviertel vom Bahnhof aus fährt.[25]

Südlich des Ortes verläuft die A 66, westlich die vierspurig ausgebaute B 8, über die L 3014 in Ost-West-Richtung und die L 3266 in Nord-Süd-Richtung ist die Ortsmitte zu erreichen. Der nächste Flughafen ist der Flughafen Frankfurt am Main.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das Haus Reiss in der Straße Zum Quellenpark, Sommerresidenz der Familie Reiss.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Enoch Reiss (1802–1885), Bankier und Stifter des Armenbads "Bethesda" (1867)¹
  • Paul Reiss (1846–1926), Jurist und Mäzen. (1921)
  • Adolf Reiss (1877–1962), Jurist und Mäzen. (1952)
  • Dr. med. Henry Hughes (1860–1952), Arzt und Mitstifter des Burgberginhalatorium. (1950)
  • Max Baginski (1891–1964), Unternehmer und Stifter der katholischen Kirche. (1956)
  • Otto Raven (1895–1983), Pfarrer in Neuenhain und Heimatforscher (1979)
  • Dr. Adolf Kromer (1899–1981), 1. Stadtrat und Mitglied im Vorstand der kath. Gemeinde sowie Tätigkeit bei der Caritas. (1980)
  • Peter Scharp (1912–1994), Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und Aufsichtsrat der ehemaligen Kur GmbH (1984)
  • Eric Karry (1909–1995), Ehrenvorsitzender der Europäischen Akademie Hessen (1991)
  • Sigrid Pless (1911–2005), vermachte der Stadt Bad Soden ihre komplette Meissner-Porzellan-Sammlung (1996)
  • Dr. Karl-August Haupt (1911–1999), Arzt (1992)
  • Kurt E. Bender (1938–2006), Ehrenbürgermeister

¹Die Zahlen in der Klammer geben jeweils das Jahr des Erhalts des Ehrenbrief wieder.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Bad Soden[Bearbeiten]

  • Ludwig Börne (1786–1837), deutscher Schriftsteller, verweilte mehrmals in Soden zur Kur und verfasste hier mehrere seiner Texte (später bekannt unter Sodener Tagebuch)
  • Giacomo Meyerbeer (1791–1864), deutscher Komponist; 1843 zur Kur, soll hier seine Oper Le prophète teilweise komponiert haben.
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), deutscher Komponist; mehrere Kuraufenthalte, komponierte mehrere Lieder, Orgel- und Orchesterstücke in Soden.
  • Friedrich Stoltze (1816–1891), Dichter in Frankfurter Mundart; mehrmalige Kuraufenthalte, verfasste mehrere Gedichte über Soden.
  • Eduard Iwanowitsch Totleben (1818–1884), russischer General; verstarb während eines Kuraufenthaltes in Soden.
  • Iwan Sergejewitsch Turgenew (1818–1883), russischer Schriftsteller; war 1860 zur Kur in Soden, verfasste hier sein Werk Frühlingswogen, in dem es um die Landschaften rund um Soden geht.
  • Leo Tolstoi (1828–1910), 1860 zur Kur; verfasste den Roman Anna Karenina, welcher teilweise in Soden spielt.
  • Friedrich Christoph Hausmann (1860–1936), österreichischer Bildhauer; lebte ab 1904 in Soden, verstarb in Bad Soden.
  • Maximilian Klewer (1891–1965), Zeichner, Maler und Professor an der Universität der Künste Berlin; lebte ab 1946 bis zu seinem Tod in Bad Soden.
  • Hans Wagner (1905–1982), deutscher Bildhauer und Maler. Entwarf die Mosaiken in der kath. Kirche, er verstarb in Soden.
  • Rudolf Schucht (1910–2004), deutscher Grafiker und Maler. Lebte von 1957 bis zu seinem Tod in Soden. Er arbeitete als Artdirektor bei der Höchst AG.
  • Otto Greis (1913–2001), Maler der Informellen Kunst; lebte von 1945 bis 1957 in Bad Soden.
  • Heinz Müller-Pilgram (1913–1984), deutscher Maler und Zeichner. Lebte von 1968 bis zu seinem Tod in Soden.
  • Wolfgang Mischnick (1921–2002), Politiker der FDP, u.a. Mitglied des Deutschen Bundestages von 1957 bis 1994, lebte viele Jahre in Bad Soden und starb ebenda.
  • Helmut Caspary (1927–1985), deutscher Maler; lebte 20 Jahre in Soden und zeichnete viele seiner Werke hier.
  • Harald Sommer (1930–2010), deutscher Maler (vor allem Porzellankunst), stellte 1991 eine Kunstausstellung russischer Künstler in Bad Soden zusammen.
  • Viswanathan Anand (* 1969), indischer Schachspieler und Weltmeister 2007–2013, lebt zeitweise in Bad Soden und besitzt hier eine Wohnung. [27]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Kromer: 10. November 1938 . Materialien zur Bad Sodener Geschichte, Heft 4,, Hrsg., Arbeitskreis für Bad Sodener Geschichte unterstützt vom Magistrat, Bad Soden 1988.
  • Gunther Krauskopf: Bad Soden am Taunus. Sutton Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-386-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Soden am Taunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Opperman, Carl; Kronik Bad Soden, Taunus; 1990
  3. a b c d e Joachim Kromer: Bad Soden am Taunus Bestehen aus der Geschichte, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1990
  4. Krauskopf, Gunter: Bad Soden am Taunus, Sutton Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-386-2.
  5. Erlass des Hessischen Ministers des Innern zur Stadterhebung vom 4. Juli 1947 (StAnz. S. 287) Seite 3 der tif-Datei 4,7 MB
  6. Bad Sodener Echo vom 22. Juni 2007
  7. Frankfurt Neuer Presse Parkhaus
  8. a b c d  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370 und 371.
  9. Krauskopf, Gunter; Kromer, Joachim; Soden in Nassauer Zeit
  10. Der Deutsche Heimatführer Band 12 Rhein-Main 1940
  11. Jahreschronik 1980 Bad Soden am Taunus
  12. Synagoge Bad Soden
  13. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1954 Amtsblatt Nr. 20 Seite 483
  14. Städtepartnerschaften
  15. Website der Stadt Bad Soden
  16. Frankfurter Neue Presse Aus vier mach eins
  17. Offizielle Website der DRK-Ortsvereinigung Bad Soden am Taunus e.V.
  18. Offizielle Website der SG Bad Soden
  19. Offizielle Website des FV 08 Neuenhain
  20. Handballabteilung TG Bad Soden
  21. Offizielle Website des ESSC
  22. Offizielle Website der TG Bad Soden, Abteilung Volleyball
  23. Offizielle Website der Deutschen Volleyball-Liga
  24. Pressemitteilung der Messer Group
  25. Bad Sodener Stadtbus
  26. Lebenslauf Olaf Koch
  27. Zeit-Interview mit Magnus Carlsen