Schwalbach am Taunus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schwalbach am Taunus
Schwalbach am Taunus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schwalbach am Taunus hervorgehoben
50.1541666666678.5288194444444135Koordinaten: 50° 9′ N, 8° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 6,47 km²
Einwohner: 14.812 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 2289 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65824
Vorwahl: 06196
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 011
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1–2
65824 Schwalbach am Taunus
Webpräsenz: www.schwalbach.de
Bürgermeisterin: Christiane Augsburger (SPD)
Lage der Stadt Schwalbach am Taunus im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Schwalbach am Taunus ist eine Stadt im hessischen Main-Taunus-Kreis. Sie liegt im Vordertaunus, unmittelbar an der westlichen Stadtgrenze von Frankfurt am Main. Schwalbach ist ein wichtiger Wohn- und Gewerbestandort im suburbanen Frankfurter Umland. Annähernd die Hälfte der Schwalbacher lebt in der Limesstadt, einer von 1962 bis 1973 errichteten Großwohnsiedlung.

Geographie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Wie im Westen Deutschlands üblich, hat Schwalbach atlantisches Klima mit warmen Sommern und milden Wintern. Im Sommerhalbjahr fällt (durch Gewitter) etwas mehr Regen als im Winterhalbjahr (mehr Landregen). Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,5 Grad Celsius. Pro Jahr fallen 550 Millimeter bis 600 Millimeter Niederschlag.

Durch den nördlich an Schwalbach vorbei verlaufenden Taunus-Hauptkamm kommt es bei nördlichen Winden, insbesondere bei Nordwestwind, zur Ausbildung von Föhn. Bei starker Ausprägung herrscht in Schwalbach aufgelockerte Bewölkung, ab Eschborn-Süd in Richtung Frankfurt regnet es.

Geologie und Böden[Bearbeiten]

Der kleinere nördliche Teil Schwalbachs gehört geologisch noch zum Vordertaunus, während ein größerer südlicher Teil dem Main-Taunus-Vorland zugerechnet wird. Im nördlichen Gebiet gibt es sehr dichte, zu Staunässe neigende schwere Lehmböden; im südlichen Teil sind es eher gute und nicht so dichte Ackerböden.

Fauna und Flora[Bearbeiten]

Für diese Gegend typisch sind Eichen-Hainbuchen-Wälder, sie prägen auch den Schwalbacher Wald. Die Bäche säumen Schwarzerlen, Weiden und Eschen. Nadelbäume sind in Schwalbach ohne Ausnahme nicht heimisch. Gute Standortbedingungen finden dagegen Edellaubhölzer wie zum Beispiel die Esskastanie, aber auch Kirsche, Ahorn und Eiche; die Bedingungen für den Obstbau sind günstig. Im Norden der Gemarkung gibt es größere, ökologisch sehr wertvolle Wiesenflächen. In Schwalbach brüten 59 Vogelarten; 32 Schmetterlings-, 18 Libellen- und sieben Amphibienarten konnten beobachtet werden.

Natur- und Landschaftsschutz[Bearbeiten]

In Schwalbach am Taunus stehen mittlerweile Flächen von 18,5 Hektar unter Natur- und Landschaftsschutz. Nahezu dreiviertel dieser Flächen sind Wiesen, zum Beispiel Streuobst- und Bachuferwiesen, der Rest Feldgehölze und Uferwälder. Der Schwalbacher Wald ist Bannwald und untersteht damit – ebenso wie das Arboretum – größtmöglichem Schutz.

Arboretum Main-Taunus[Bearbeiten]

Im rund 75 Hektar großen Arboretum Main-Taunus wachsen rund 600 verschiedene Baum- und Straucharten. Während Baumparks üblicherweise aus einer Ansammlung einzelner Bäume bestehen – mit Namenschild und Herkunftsbezeichnung – hat das Land Hessen mit dem Arboretum einen ganz anderen Baumpark geschaffen. Hier werden verschiedene Waldgebiete der Erde jeweils durch eine Gruppe von Bäumen und Sträuchern repräsentiert, so, wie sie als Wald auch in der Natur vorkommen. Außerdem umgibt das Arboretum den ehemaligen Stützpunkt der USA: „Camp Phönix“. Heutzutage wird dieser Stützpunkt als Trainingsplatz für das Technische Hilfswerk und die Hundestaffel verwendet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schwalbach grenzt im Norden an die Städte Königstein im Taunus und Kronberg im Taunus (beide Hochtaunuskreis), im Osten an die Stadt Eschborn, im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie im Westen an die Gemeinde Sulzbach (Taunus) und die Stadt Bad Soden am Taunus.

Geschichte[Bearbeiten]

Schwalbach um 1670

Frühe Besiedlung[Bearbeiten]

Der historische Ortskern war, wie Ausgrabungen Anfang der 1960er-Jahre ergaben, bereits in jungsteinzeitlicher, römischer und merowingischer Zeit besiedelt. Ein sichtbares Zeugnis dieser Vor-Schwalbacher Besiedlung ist der 1839 gefundene römische Viergötterstein, welcher ein Fundament einer Jupitersäule war. Daher kann man schließen, dass sich auf diesem Gebiet ein alter römischer Gutshof befand. 1983 entdeckte man 700 m entfernt vom Fundort des Steines auf der Schwimmbadwiese weitere Reste des Hofes. Auch Spuren von Franken wurden bereits in Schwalbach gefunden. Man fand beim Bau eines Hauses im heutigen Gärtnerweg eine „Franziska“. Dabei handelt es sich um bei den Franken gebräuchliche Streitaxt. Daher vermutet man, dass es sich hierbei um eine alte Grabstätte handelt.[2]

Mittelalter[Bearbeiten]

Ein altes Fachwerkhaus in der Taunusstraße

Wie in den meisten anderen „-bach“-Orten der Umgebung erfolgte die eigentliche Dorfgründung in karolingischer Zeit. Die erste erhaltene Erwähnung eines villa Sualebach stammt aus einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch aus dem Jahr 781. Dabei schenkte Starcfrit dem Kloster 70 Joch Acker, Land und Wiesen. Weitere Belege des Dorfes Schwalbachs stammen aus den folgenden Jahren von 782 bis 789. In einer Urkunde aus dem Jahre 782 taucht der Name Sulbach auf. Schwalbach blieb jahrhundertelang ein bäuerlich geprägtes Dorf mit 200 bis 300 Einwohnern.[3] Der früheste Beleg des Namen von Schwalbach stammt aus dem Jahr 1237. Dabei wurde ein gewisser Herr namens Hartmut von Schwalbach als Zeuge für einen Prozess geladen.

Seit dem 13. Jahrhundert stand das Dorf Schwalbach ebenfalls unter der Herrschaft eines Vogtes, welcher seinen Sitz in der Burg Schwalbach hatte. Des Weiteren wurde im gleichen Jahrhundert eine erste Kirche in Schwalbach erbaut. Man kann jedoch nicht genau festlegen wann sie gebaut wurde. Die erste Erwähnung dieser Kirche stammt aus dem Jahre 1285, welche am alten Friedhof stand. 1439 verlor das Dorf Schwalbach seine Burgrechte gegenüber Frankfurt. Dadurch stand es nicht mehr unter dem Schutz der freien Reichsstadt. Bis 1535 unterstand das Dorf unter der Herrschaft der Eppsteiner. Nach deren Aussterben kam Schwalbach an die Stolberger. Graf Ludwig zu Stolberg bekannte sich zum protestantischen Glauben und änderte somit die kirchlichen Verhältnisse in seinem Land, womit auch Schwalbach protestantisch wurde. Nach dessen Tod im Jahre 1574, trat sein Bruder Christoph von Stolberg die Nachfolge an. 1581 kam es zum gewaltsamen Rechtstreit zwischen den Stolbergern und Kurmainz um den Anspruch auf das Land. Die Kurmainzer Truppen belagerten die Burg Königstein und zwangen so den Grafen Albrecht-Georg, bereits der zweite Nachfolger von Ludwig von Stolberg, zur Aufgabe. Jedoch konnte zunächst der evangelische Glaube bestehen blieben.[2]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

St.-Pankratius-Kirche

Erst unter Kurfürst Johann Adam von Bicken wurde dies geändert. Dieser bestrebte den katholischen Glauben im ganzen Land an. Im August 1604 wurde somit der katholische Glaube wieder in Schwalbach eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg konnten sich zeitweise die Stolberger wieder etablieren, jedoch änderte sich nichts an den Schwalbacher Verhältnissen. Am 20. Juni 1622 standen sich bei Höchst die Truppen von Feldherrn Tilly und von Herzog Christian von Braunschweig gegenüber. Beim Rückzug der Truppen von Herzog Christian von Braunschweig wurden viele Dörfer im Vordertaunus, wie Bad Soden, Sulzbach und auch Schwalbach zerstört. Dabei wurde auch die Schwalbacher Burg weitestgehend in Mitleidenschaft gezogen. 1635 kam Schwalbach unter die Herrschaft der Herren von Königstein, die ihrerseits zum Kurfürstentum Mainz gehörten. Die eingesetzten Vögte hatten in der Burg Schwalbach einen lokalen Sitz. Bis 1660 wurde die Burg dann wieder aufgebaut und konnte wieder als Amtssitz der kurmainzischen Schultheißen dienen. Im Jahr 1668 zählte Schwalbach 174 Einwohner, welche in 48 Wohnhäusern untergebracht waren. Mitte des 18. Jahrhunderts, in den Jahren 1754 bis 1756 wurde die St.-Pankratius-Kirche erbaut. 1792 wurde in Schwalbach, in der Nähe des alten Rathauses, eine Schule erbaut.[4]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das alte Schulgebäude von 1835

Bis zum Jahr 1806 gehörte das Dorf weiterhin zum Gebiet von Kurmainz. Nach dessen Auflösung kam Schwalbach an Herzogtum Nassau. Dadurch wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgelöst. Zwischen den Jahren 1795 und 1812 entstanden für Schwalbach Kriegskosten. Zunächst forderten die preußischen Truppen ihren Tribut, dann ab 1797 die französischen Truppen. Insgesamt entstanden bis 1812 Kosten von bis zu 6800 Gulden.[2] Bis 1835 stieg die Bevölkerungszahl auf 622 Menschen. Dadurch wurde auch mehr Platz im Schulgebäude benötigt. 1833 begann man mit dem Bau eines ganz neuen Schulgebäudes außerhalb des Dorfes auf der sogenannten "Rothen Wiese". 1835 konnte der Bau abgeschlossen werden. 1843 hatte Schwalbach 703 Einwohner.[3]

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen 1866 kam Schwalbach in die preußische Provinz Hessen-Nassau und dort in den Obertaunuskreis. Bei der Volkszählung 1865 registrierte man 933 Dorfbewohner. 1897 erhielt das Schulgebäude sein heutiges Aussehen. Dabei wurde der rechte Flügel mit dem Glockentürmchen errichtet. Pünktlich zur Jahrhundertwende wurde die Kirche im Ortskern renoviert. Im Zuge der Industrialisierung, ab den 1870er Jahren, änderte sich die Schwalbacher Wirtschaftsstruktur. Während der Ort bisher fast ausschließlich von der Landwirtschaft lebte, fanden nun viele Schwalbacher in den benachbarten Städten Rödelheim, Bockenheim oder Höchst am Main als Arbeiter in den entstehenden Fabriken ihr Auskommen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Alte Ansicht von 1920

Während des Ersten Weltkrieges musste Schwalbach drei seiner vier Glocken zur Metallspende abgeben. 1920 wurde der "Bau- und Siedlungsverein" gegründet. Dieser plante die erste moderne Bausiedlung in Schwalbach auf der großen Rohrwiese. 1924 waren die ersten Häuser fertiggestellt. Aufgrund der erweiterten wirtschaftlichen Basis steigt, wie überall im Vordertaunus, auch die Einwohnerzahl. 1925 hatte Schwalbach 1500 Einwohner. 1928 wurde die Gemeinde Schwalbach Teil des neu gegründeten Main-Taunus-Kreises mit Sitz in Höchst am Main. 1930 bekam Schwalbach seinen amtlichen Namen Schwalbach am Taunus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch Schwalbach Ziel von alliierten Bombern. Viermal wurde die Gemeinde davon heimgesucht. Allein am 25. September 1944, dem schwersten Angriff, starben 24 Menschen und 14 Häuser wurden vollkommend zerstört. Dabei wurde auch das Wasserhaus, gegenüber der alten Schule, zerstört, wodurch die Wasserversorgung im Dorf zusammenbrach. Insgesamt fielen 143 Schwalbacher Soldaten im Krieg.[4]

Der erste Bürgermeister nach dem Krieg war Peter Scherer von der SPD. Ab 1948 stellte die CDU den Bürgermeister. 1956 zählte Schwalbach 3300 Einwohner. Die Suburbanisierung führte in den 1960er und 1970er im ganzen Vordertaunus zu einem weiteren, noch stärkeren Wachstum der Einwohnerzahlen. Dies geschah in Schwalbach in extremer Form durch den Bau der Limesstadt, der zweitgrößten Großwohnsiedlung im Rhein-Main-Gebiet durch die Nassauische Heimstätte. Zum Zeitpunkt des Baubeginns hatte Schwalbach rund 4000 Einwohner, die neue Siedlung war für 10.000 Menschen konzipiert. Die Limesstadt machte aus der kleinen Vordertaunusgemeinde eine moderne Vorstadt am Rande der Metropole. 1970 eröffnete die Limesbahn, im selben Jahr, dem 9. Mai, erfolgte die Verleihung der Stadtrechte.[5] Während der Gebietsreform in Hessen 1972 bis 1977 konnte das stark angewachsene Schwalbach seine Eigenständigkeit erhalten. 1978 erhielt die Stadt Anschluss an das neue Frankfurter S-Bahn-Netz. 1981 feierte die Stadt ihr 1200-Jahr-Jubiläum. Seit den 1990er-Jahren entwickelte sich der Wohnvorort auch zu einem wichtigen Gewerbestandort, vor allem als Deutschlandsitz ausländischer Großkonzerne.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

2003 wurden vorwiegend in Schwalbach Diskussionen über eine freiwillige Fusion mit Eschborn, Steinbach (Taunus) (Hochtaunuskreis), Sulzbach und Bad Soden geführt, die jedoch nicht in die Tat umgesetzt wurde. Die Bürgermeister der genannten, städtebaulich verwachsenen Kommunen verständigten sich stattdessen auf das Ziel einer engeren Kooperation ihrer Verwaltungen. Größere gemeinsame Projekte stehen bislang noch aus.

Bauwerke[Bearbeiten]

Ehrenmal
altes Fachwerkrathaus
Gasthaus zum Schwanen
Viergötterstein

Altes Rathaus[Bearbeiten]

Das historische Fachwerkrathaus der Stadt im alten Ortskern ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde um 1700 erbaut und zu Beginn der 1980er renoviert. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Gaststätte.

Ehrenmal[Bearbeiten]

Das Schwalbacher Ehrenmal an der Eschborner Straße erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und wurde im Jahre 1923 fertiggestellt. Der Kostenvoranschlag belief sich damals auf 17.400 Reichsmark. Infolge der Inflation kostete es schließlich einige hunderttausend Reichsmark. Allein für den Guss der Platten entstanden Kosten von 200.000 Reichsmark. Die zur Errichtung des Ehrenmals ins Leben gerufene Gedenksteinkommission musste bis zur Fertigstellung insgesamt 46-mal tagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zusätzliche Platten angebracht, um der Gefallenen und Opfer des Zweiten Weltkrieges zu gedenken.

Gasthäuser „Mutter Krauss“ und „Zum Schwanen“[Bearbeiten]

Die Mutter Krauss ist ein weit über die Grenzen der Stadt bekanntes Wirtshaus. Das nahegelegene historische Gasthaus Zum Schwanen ist bereits seit 1668 urkundlich nachgewiesen. Der Fachwerkbau besitzt eine in dieser Form in Hessen selten anzutreffende Bauweise.

Limesstadt[Bearbeiten]

Die Limesstadt ist eine 1962 bis 1973 durch die Nassauische Heimstätte errichtete Großwohnsiedlung für seinerzeit rund 10.000 Einwohner, deren Bau Schwalbachs Einwohnerzahl mehr als verdoppelte. Die Errichtung der Limesstadt wurde maßgeblich von Frankfurt unterstützt. Hier befindet sich heute der moderne Mittelpunkt der Stadt, der Marktplatz sowie der zentrale S-Bahnhof Schwalbach (Taunus) Limes.

Schwalbacher Burg[Bearbeiten]

Die Überreste der Schwalbacher Burg (erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1345) wurden um 1960 geschleift, um Platz für einen Baumarkt (heute: Moos) zu machen. Im Jahre 1213 traten erstmals die Ritter von Schwalbach (Henricus de Swalebach und sein Bruder Hartmudus) in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Eberbach auf. Johann von Schwalbach ist als Vogt ab 1242 nachgewiesen. Die Familie von Schwalbach starb hier 1569 im Mannesstamm aus.

St.Pankratius-Kirche[Bearbeiten]

Die St.-Pankratius-Kirche ist eine katholische Kirche in der Altstadt. Sie wurde zwischen 1754 und 1756 erbaut und ist dem Heiligen Pankratius geweiht.

Viergötterstein[Bearbeiten]

Neben dem Waldfriedhof in der Nähe des Ostrings befindet sich der Viergötterstein. Dieser Stein ist eine originalgetreue Nachbildung des 1839 in Schwalbach gefundenen Viergöttersteins. Die damalige Fundestelle befindet sich etwa 400 Meter abseits des heutigen Standortes. Der Stein wurde 1981 durch den Verschönerungsverein aufgestellt. Der Platz rund um den Stein wird von einer geschwungenen Mauer aus Gabionen eingefasst.

Stadtleben[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Eingang zur Albert-Einstein-Schule

In Schwalbach gibt es vier allgemeinbildende Schulen:

Beide Grundschulen besitzen ein Schulkinderhaus, das als Betreuungsmodell gerne von berufstätigen Eltern genutzt wird. Die Obermayr International School bietet an jedem Tag ein ganztägiges Betreuungsmodell. Es existieren auch eine städtische Leseförderung, eine Schülerhilfe, sowie eine Schulsozialarbeit.

Kinder[Bearbeiten]

Brunnen von Willi Schmidt in der Limesstadt

In Schwalbach gibt es zwei Krabbelgruppen für Kleinkinder bis zu drei Jahren, die von engagierten Eltern, aber auch manchmal mit Unterstützung einer Kirchengemeinde organisiert werden. Zudem besitzt der Ort zwei öffentliche und vier konfessionelle Kindergärten sowie eine private Kindertagesstätte für Kinder von null bis sechs Jahren:

  • Tausendfüßlerhaus
  • Kinderkiste
  • Kindergarten der evangelischen Friedenskirchengemeinde
  • Kindertagesstätte der evangelischen Limesgemeinde
  • katholischer Kindergarten St. Martin
  • katholischer Kindergarten St. Pankratius
  • Kinderzeit Gute Zeit.

Das Städtische Spielmobil hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder zum Spielen und Spaß haben zu animieren. Schwalbach besitzt außerdem viele Bolz- und Spielplätze sowie eine Halfpipe.

Jugend[Bearbeiten]

In Schwalbach gibt es viele Angebote für Jugendliche. Hervorzuheben ist das Jugendbildungwerk der Stadt, welches Bildungsfahrten, Jugendbegegnungen (mit polnischen und französischen Jugendlichen) und weitere Bildungsveranstaltungen anbietet. Einen großen Anteil an der Jugendarbeit übernimmt auch der Sport, insbesondere der Fußball. Der Traditionsverein FC Sportfreunde 1920 Schwalbach e. V. (kurz „FC Schwalbach“ genannt) hat neben vier Senioren-Mannschaften vor allem 13 Jugendmannschaften und zählt damit zu den größten Jugendfußballvereinen im Main-Taunus-Kreis. Die über 200 Jugendlichen trainieren unter Anleitung auf drei Sportplätzen, darunter zwei mit Kunstrasen. Zudem gibt es seit 2008 eine Jugendfeuerwehr in Schwalbach.

Politik[Bearbeiten]

Schwalbach wurde von 1988 bis 2006 von einer Koalition aus SPD, FDP und Unabhängiger Liste (UL) regiert. Seit der Kommunalwahl 2006 haben CDU und B90/Grüne eine Koalition in der Stadtverordnetenversammlung geschlossen[6]. Im Jahr 2008 wurde Christiane Augsburger erstmals zur Bürgermeisterin gewählt und 2014 in ihrem Amt bestätigt.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 27. März 2011 und am 26. März 2006 haben folgende Ergebnisse geliefert:[7]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl in Schwalbach am Taunus 2011
 %
40
30
20
10
0
38,2 %
35,6 %
15,7 %
5,5 %
5,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,8 %p
+7,3 %p
+6,6 %p
-2,8 %p
-1,3 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,2 14 48,0 18 39,0 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,6 13 28,3 11 36,0 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,7 6 9,1 3 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 5,5 2 8,3 3 9,7 4
UL Unabhängige Liste 5,0 2 6,3 2 6,2 2
Gesamt 37 37 37
Wahlbeteiligung in % 50,0 46,0 50,8

Stadtverordnetenvorsteherin ist Claudia Eschborn (CDU).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Amtszeit
Johann Scherer (erster Schwalbacher Bürgermeister) 1848–1872
N.N. Weil 1873–1893
Melchior Kilb 1894–1905
Peter Weil 1906–1913
August Freund (geschäftsführend) 1913
Peter Nikolaus Specht 1913–1930
Philipp Kilb 1930–1934
Georg Kießer 1934–1943
Fritz Wegstein 1943–1945
Philipp Kilb 1945–1946
Hans Rühl 1946
Peter Scherer (SPD) 1946–1948
Peter Fink (CDU) 1948–1952
Julius Hemmerle (CDU) 1952–1958
Hugo Lietzow (SPD) 1958–1975
Roland Petri (SPD) 1976–1982
Rüdiger Glatzel (CDU) 1982–1988
Horst Faeser (SPD) 1988–2002
Ulrike Scholtz (FDP) (geschäftsführend) 2002
Roland Seel (CDU) 2002–2008
Christiane Augsburger (SPD) seit 7. Juni 2008

Magistrat[Bearbeiten]

Der Magistrat von Schwalbach am Taunus wird derzeit aus vierzehn Mitgliedern, der Bürgermeisterin und dreizehn ehrenamtlichen Stadträten, gebildet.

Ausländerbeirat[Bearbeiten]

Der Ausländerbeirat der Stadt Schwalbach am Taunus besteht aus fünf Mitgliedern. Ein ehrenamtlicher Stadtrat ist als ständiger Vertreter des Magistrats bei den Sitzungen anwesend.

[Bearbeiten]

Blasonierung: In Gold ein aufrechter schwarzer Schwalbenschwanz, darüber ein sechsstrahliger roter Stern.[8]

Das Wappen wurde in seiner heutigen Grundgestaltung 1953 offiziell verliehen und geht auf die seit 1725 auf Grenzsteinen der Dorfmark und Gerichtssiegeln vorgefundenen Schwalbenschwänze und Schwalbenschwingen zurück. Dass das Wappen ursprünglich den Y-förmigen Zusammenfluss von Waldbach und Sauerbornsbach zum Schwalbach zeigte, gilt als Fehldeutung.[8] Der Stern findet sich seit 1804 im Wappen

Zusätzlich zum Stadtwappen wurde im Jahr 2002 ein Stadtlogo mit zwei stilisierten grünen Bögen eingeführt, die an den Taunus erinnern sollen.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Haus in der Schwalbacher Altstadt

Schwalbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • FrankreichFrankreich Avrillé in der Region Anjou in Frankreich seit 1978
  • EnglandEngland Yarm in der nordenglischen Grafschaft Cleveland seit 1995
  • PolenPolen Olkusz in Polen zwischen Kattowitz und Krakau seit 1997 und
  • DeutschlandDeutschland Schkopau in Sachsen-Anhalt seit 1993.

Die Stadt Schwalbach pflegt zudem freundschaftliche Beziehungen zu Tarrafal, Republik Kap Verde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nicht zuletzt angeregt durch den Erfolg der Nachbargemeinde Eschborn, die mehr Arbeitsplätze als Einwohner zählt, konnte sich auch Schwalbach als suburbaner Standort im Frankfurter Westen etablieren. Mehrere Deutschland- oder Europazentralen ausländischer Unternehmen haben ihren Sitz in Schwalbach. Zuletzt übten 76 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Schwalbach am Taunus Dienstleistungstätigkeiten aus.

Gewerbegebiete[Bearbeiten]

Die meisten größeren Schwalbacher Unternehmen haben ihren Sitz in einem der beiden Gewerbegebiete. Ein drittes ist derzeit in der Entwicklung.

  • Das Gewerbegebiet West liegt an der Stadtgrenze zu Sulzbach, an der Sulzbacher Straße.
  • Das Gewerbegebiet Nord Am Kronberger Hang befindet sich an der Stadtgrenze zu Kronberg und Eschborn-Niederhöchstadt.
  • Für die wirtschaftliche Zukunft von Schwalbach ist das 50 Hektar große Gewerbegebiet Camp Phönix-Park an der A 66 sehr wichtig. Es handelt sich um ein interkommunales Gewerbegebiet, das von den Städten Schwalbach und Eschborn gemeinsam entwickelt wurde. Die Erschließung des Gebietes ist seit 2007 vollendet.

Als Publikumsmagnet und größtes Unternehmen hat sich ein Möbelhaus hier angesiedelt. Auf der Schwalbacher Gemarkung des Camp Phönix-Parks ist bisher die Hopf Vertriebsgesellschaft mbH vertreten. Hier sind noch Flächen mit rund 40.000 Quadratmeter frei.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Im Gewerbegebiet West hat der Markenartikelhersteller Procter & Gamble seine Hauptverwaltung für Deutschland, Österreich und Schweiz sowie sein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Papierprodukte und Getränke.
  • Ebenfalls im Gewerbegebiet West ist die Continental AG ansässig.
  • Seit 1997 sind auch zwölf Samsung-Tochtergesellschaften in Schwalbach am Taunus im Gewerbegebiet Nord unter einem Dach, darunter die Europazentrale Samsung Europe Headquarters. Dort umfassen die Geschäftsfelder vor allem die Bereiche Elektronik, Stahl, Metall und Chemie, außerdem den Finanz- und IT-Sektor.
  • ellen wille THE HAIR-COMPANY GmbH ist Europas marktführender Hersteller für Perücken und Haarteile. Die Firmenverwaltung ist ansässig in der Lauenburger Straße.
  • Auf dem Gebiet der Hochtechnologie ebenfalls international aktiv sind die Siemens Healthcare Diagnostics (ehem. Dade Behring Marburg GmbH, Entwicklung medizinisch-diagnostischer Analysesysteme) und BIT Analytical Instruments GmbH.
  • Dow Chemical ist eines der größten Chemieunternehmen der Welt, die Dow Deutschland GmbH & Co OHG ist im Gewerbegebiet Nord mit ihren Verkaufs- und Verwaltungsbüros ansässig.
  • In der Produktions- und Verfahrenstechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik sind in Schwalbach am Taunus mehr als zehn Firmen vertreten, beispielsweise die EMC Deutschland GmbH oder die Tektronix Network Systems GmbH – das US-Unternehmen Tektronix, Inc. entwickelt und vertreibt Messsysteme für die Telekommunikations-, Computer- und Halbleiterbranche.
  • Darüber hinaus sind Unternehmen des Vertriebs, unter anderem die Sanyo Component Europe GmbH, Vertriebs- und Marketinggesellschaft für elektronische Bauteile, die Hopf Vertriebsgesellschaft mbH, die Dade Behring Vertriebs GmbH & Co. oder die MISUMI Europa GmbH zu nennen. Als Handelsunternehmen sind die Deutschland-Zentralen der Premium-Fahrzeugmarken Jaguar und Land Rover sowie die Mittel- und Osteuropa-Zentrale der Ernest & Julio Gallo Winery vertreten.
  • Mit dem Mafo-Institut gibt es auch ein Unternehmen der Markt-, Meinungs- und Absatzforschung in Schwalbach am Taunus. Die Werner Wilke Zerspanungstechnik GmbH verkauft Werkzeuge zur Metallbearbeitung und Spannmittel in alle Welt.

Verkehr[Bearbeiten]

Obwohl außerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen gelegen, liegt Schwalbach recht zentral innerhalb der Stadtregion. Die geringe Entfernung und die Verkehrsverbindungen ermöglichen es, die Frankfurter Innenstadt in kurzer Zeit zu erreichen.

  • Eine vierspurige Schnellstraße verbindet Schwalbach und Eschborn mit dem Nordwestkreuz Frankfurt, dem Knoten der Autobahnen A 5 und A 66. Das Frankfurter Kreuz ist nur 15 Minuten entfernt.
  • Zum Flughafen Frankfurt am Main gelangt man mit dem Auto in 20 Minuten, mit der S-Bahn ist man 45 Minuten unterwegs.
  • Seit der Eröffnung der Limesbahn 1970 ist Schwalbach an das S-Bahn-Netz des RMV angeschlossen. Es gibt nunmehr zwei Bahnhöfe: Der Bahnhof Schwalbach (Taunus) Limes liegt unterirdisch unter dem Marktplatz der Limesstadt. Am 31. Oktober 2008 wurde zudem die Station Schwalbach Nord in Betrieb genommen,[9] die das Gewerbegebiet Kronberger Hang erschließt.
  • Die Linien der Busse 810, 811 und 812 verbinden Schwalbach am Taunus mit den Nachbarstädten im Main-Taunus- und Hochtaunuskreis.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brinitzer, Sabine et al (2009): 50 Jahre Wohnstadt Limes in Schwalbach am Taunus
  • Günther Vogt: Schwalbach am Taunus : 781–1981. Stadt Schwalbach, 1981.
  • Heym, Heinrich (1970): Schwalbach, Die Stadt am Taunus
  • Simon, Ulrich, Die Niederadligen von Schwalbach am Taunus, in: Rad und Sparren. Zeitschrift des Histor. Vereins Rhein-Main-Taunus e.V., Heft 23, 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwalbach am Taunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Brinitzer, Sabine et al (2009): 50 Jahre Wohnstadt Limes in Schwalbach am Taunus
  3. a b Stadt Schwalbach: Kurze Geschichte der Stadt Schwalbach am Taunus.
  4. a b Heym, Heinrich (1970): Schwalbach, Die Stadt am Taunus
  5. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 23. April 1970 — IV A 22 — 3 k 08/03 — 1/70 — Betrifft: Verleihung des Rechts zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ an die Gemeinde Schwalbach a. Ts., Main-Taunus-Kreis, Regierungsbezirk Darmstadt (StAnz. 19/1970 S. 926)
  6. http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Buergermeisterwahl-in-Schwalbach-Der-Zweikampf;art676,755183 Artikel vom 12. Februar 2014 in: Höchster Kreisblatt
  7. http://www.statistik-hessen.de/K2011/EG436011.htm Hessisches Statistisches Landesamt
  8. a b Klemens Stadler: Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Band 3: Die Gemeindewappen des Landes Hessen, Bremen 1967, S. 82
  9. Webseite der Main-Taunus-Verkehrs GmbH.