Regionaltangente West

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Geplante Streckenführung
(nach Planungsverband FRM)
Nordwestzentrum U1
Praunheimer Weg
Rampe Nordweststadt
Steinbacher Hohl
Gewerbegebiet Praunheim U6
Abzweig – in beide Fahrtrichtungen: nach links
U-Bahn-Strecke C
Stadtbahnzentralwerkstatt
Homburger Bahn
Gewerbegebiet Eschborn-Südost
Eschborn Südbf S 3 S 4
Gewerbegebiet Eschborn-Süd
Sossenenheimer Straße
Michaelstraße
Sodener Bahn
Dunantsiedlung
Haltepunkt, Haltestelle
Sossenheim Bf
Kliniken Höchst
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Taunus-Eisenbahn/Main-Lahn-Bahn
Bahnhof, Station
Höchst Bf S 1 S 2
Taunus-Eisenbahn/Main-Lahn-Bahn
Industriepark Höchst Tor Ost
Leunabrücke
Industriepark Höchst Tor Süd
Mainbahn
Tunnel – Anfang
Westrampe Flughafentangente
Flughafen Regionalbf S 8 S 9
Tunnel – Ende
Ostrampe Flughafen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Mainbahn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
SFS Köln–Rhein/Main
Bahnhof, Station
Stadion S 7 S 8 S 9
Abzweig – in beide Fahrtrichtungen: nach links
zur Alten und Neuen Niederräder Brücke
Abzweig – in beide Fahrtrichtungen: nach links
Main-Neckar-Bahn
Bahnhof, Station
Neu-Isenburg Bf S 3 S 4
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Main-Neckar-Bahn
Gewerbegebiet Neu-Isenburg
Neu-Isenburg Mitte
Streckenende auf freier Strecke – Ende

Die Regionaltangente West (RTW) ist eine geplante Regionalstadtbahn-Linie im Schnellbahnnetz des Rhein-Main-Gebietes.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Konzept

Im Gegensatz zu den bisher existierenden S-Bahn-Linien des sternförmigen RMV-Netzes soll die RTW-Linie nicht durch den City-Tunnel unter der Innenstadt von Frankfurt am Main laufen, sondern diese im Westen umfahren. Es würde eine direkte Verbindung entstehen zwischen den dicht besiedelten Städten des Hochtaunuskreises (Bad Homburg, Oberursel und Steinbach, zusammen zirka 110.000 Einwohner), den Städten des Main-Taunus-Kreises (Eschborn, Sulzbach) und Frankfurt-Höchst, dem Gewerbegebiet Eschborn-Süd, sowie dem Flughafen Frankfurt am Main und Neu-Isenburg. Weiter sollen das Nordwestzentrum und Dreieich-Buchschlag angebunden werden. Das stärke den Tangentialverkehr, weil das zeitaufwändige Umsteigen in der Frankfurter Innenstadt entfiele.

[Bearbeiten] Streckenverlauf

Streckenverlauf der Regionaltangente West

Die ursprünglichen Pläne sahen eine Strecke vor, die im Norden in Bad Homburg beginnt und über Eschborn-Süd, Frankfurt-Höchst, Flughafen und Stadion führt und sich anschließend in eine Strecke, die zum Isenburg-Zentrum und eine andere, die nach Dreieich-Buchschlag führt, gabelt. Im Norden soll es ebenfalls einen zweiten Endpunkt geben, im Nordwestzentrum. Dieser Teil der Strecke führt über die Heerstraße, kreuzt die Bad Homburger Linie (Verknüpfungshalt ist in der Diskussion) und trifft sich dann vor der Station Eschborn-Süd mit der Kronberger Linie.

Am Südende der Strecke wurde lange Zeit eine Verlängerung der Linie bis nach Dieburg diskutiert. Das ist mittelfristig allerdings nicht finanzierbar, ebenso wenig wie eine nördliche Verlängerung über Friedrichsdorf nach Friedberg.

Der Streckenverlauf der Regionaltangente West ist deshalb so attraktiv, da auf vielen Abschnitten bereits Gleiskörper existieren:

  • zwischen Bad Homburg und Eschborn-Süd kann zum Großteil auf die bereits vorhandenen Gleise der Homburger Bahn zurückgegriffen werden;
  • zwischen Sulzbach und Frankfurt-Höchst müssten keine neuen Schienen verlegt werden, allerdings ist die Strecke bisher teilweise nur eingleisig. Hier fuhr früher die S3, heute verkehrt hier eine Linie der Hessischen Landesbahn (RMV-Linie 13);

Insgesamt kann auf der 44 Kilometer langen Strecke zu zwei Dritteln auf bestehende Gleise zurückgegriffen werden.[1]

Neue Gleise wären zwischen der notwendigen Ausfädelung aus der Homburger Bahn und Sulzbach (über Eschborn Süd) sowie zwischen Höchst und dem Flughafen erforderlich. Da auf beiden Strecken reger S-Bahn-Verkehr herrscht, müssten die Ein- bzw. Ausfädelungen kreuzungsfrei erfolgen, was die Baukosten deutlich erhöht. Entlang der Leunastraße in Höchst ist der Verlauf der Regionaltangente West noch ungewiss. Auch ist noch unklar, ob für die Main-Überquerung eine neue Brücke gebraucht wird oder ob die zweispurige Leunabrücke dafür genutzt werden kann.

Nahezu komplett neu zu bauen wäre allerdings der Zweig zum Nordwestzentrum. Hier gibt es nur ein Gleis zwischen der Stadtbahnzentralwerkstatt und der U6-Endstation Heerstraße.

Um die vorhandenen Gleise der Deutschen Bahn und der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) mit ihren unterschiedlichen Stromsystemen mitbenutzen zu können, ist der Einsatz von Zweisystem-Fahrzeugen nach Karlsruher Modell vorgesehen. Allerdings kommt für den geplanten Streckenverlauf auch ein reiner S-Bahn-Betrieb in Frage (dann ohne Mitnutzung des Gleises zur Stadtbahnzentralwerkstatt).

Die Regionaltangente West wäre neben der S7 die einzige Linie des Schnellbahnnetzes, die nicht den Frankfurter Innenstadttunnel zwischen Hauptbahnhof und Frankfurt-Süd bzw. Frankfurt-Mühlberg durchführe. Der Tunnel ist das Nadelöhr des gesamten S-Bahn-Netzes, da seine Kapazitätsgrenzen die Taktraten der Linien begrenzen, was sich auch bei Störungen im seinem Bereich massiv auswirkt.

[Bearbeiten] Finanzierung

Die Regionaltangente West ist eines der zentralen Verkehrsprojekte, die das Land Hessen in sein Zehn-Punkte-Programm für den Ausbau des Schienennetzes in der Region Rhein-Main aufgenommen hat. Daher übernehmen Bund und Land einen Großteil der Investitionen von 327,6 Millionen Euro.

Dennoch sind 98,3 Millionen Euro von den Gebietskörperschaften des Rhein-Main-Verkehrsverbunds zu tragen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund prognostiziert jährlich Betriebskosten in der Höhe von 20 Millionen Euro, von denen die Stadt Frankfurt höchstens 1,5 Millionen Euro tragen müsse. Die Stadt Frankfurt hingegen kalkuliert mit einer jährlichen Haushaltsbelastung von 5,7 Millionen Euro für eine Strecke, die aus ihrer Sicht peripher ist und eventuell sogar Wirtschaftskraft an Frankfurt vorbei leitet.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund geht bei der Regionaltangente West von 46.000 Fahrgästen pro Tag aus, von denen 80 Prozent in Frankfurt ein- oder ausstiegen. Ein Drittel der Verkehrsteilnehmer wären Neukunden des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, die gegenwärtig mit dem Auto zur Arbeit pendeln. Wäre, wie ursprünglich geplant, 2006 mit dem Bau begonnen worden, wurde mit einer Fertigstellung frühestens 2010 gerechnet. Zunächst ist ein 30-Minuten-Takt vorgesehen. Die 2008 gegründete RTW-Planungsgesellschaft geht von einem Baubeginn im Jahr 2014 und einer Betriebsaufnahme im Jahr 2018 aus.[2]

[Bearbeiten] Verkehrliche Bewertung

Eine Nutzen-Kosten-Untersuchung des Verkehrsbüros Schüßler Plan ergab 2003 einen Nutzen-Kosten-Faktor von 1,14. Eine Nachuntersuchung ergab 2007 sogar den geringfügig höheren Wert von 1,17 unter Einbeziehung von Interdependenzen mit dem S-Bahn-Ausbau zwischen Frankfurt-Stadion und Frankfurt-Flughafen Regionalbahnhof.[3]

[Bearbeiten] Widerstand in der Bevölkerung

Seit Beginn der Planungen haben sich mehrere Bürgerinitiativen in die Diskussion um die Regionaltangente West eingebracht.

[Bearbeiten] Frankfurt-Sossenheim

Insbesondere in Frankfurt-Sossenheim besteht seit Jahren Widerstand gegen die geplante Streckenführung durch das Sossenheimer Naherholungsgebiet Sulzbachwiesen, einem Biotop, das durch seine hohe Diversität im Frankfurter Stadtgebiet eine Seltenheit darstellt.[4]

Eine lokale Bürgerinitiative bezweifelt die Notwendigkeit, einen Haltepunkt Sossenheim-Nord in weniger als 400 Meter Entfernung zum geplanten Haltepunkt Eschborn Düsseldorfer Str. auf der anderen Seite der A 66 einzurichten. Die zusätzliche Erschließungswirkung sei wegen des neu entstehende Haltepunkts Sossenheim-West (an Stelle des bisherigen Bahnhofs Sossenheim mit Regionalverkehr) gering.

Der Haltepunkt Sossenheim-Nord könnte aufgrund der räumlichen Situation weder per Bus noch durch Parkplätze erschlossen werden. Durch einen Verzicht auf den Haltepunkt könnten die Sulzbachwiesen intakt bleiben und die Bahnstrecke in diesem Bereich parallel zur Autobahn trassiert werden. Dies würde auch den Bau einer zusätzlichen Brücke über die zehnspurige A 66 einsparen,[5] indem die vorhandene Brücke der Sodener Bahn genutzt würde. Um diese zu erreichen, müsste die neue Strecke jedoch mit einem Bogen errichtet werden, was eine Fahrtzeitverlängerun zur Folge hätte.

[Bearbeiten] Frankfurt-Höchst

In Frankfurt-Höchst stellt zudem der schmale Straßenraum der Leunastraße ein Problem dar. Unter Umständen wären Grundstücksenteignungen und der Abriss von Wohnhäusern notwendig. Hierzu wird jedoch eine Alternativtrassierung über den Industriepark Höchst diskutiert.

[Bearbeiten] Politische Entscheidung

Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat am 15. Dezember 2005 mit den Stimmen der damaligen Vierparteien-Koalition den Gesamtverkehrsplan 2000 beschlossen. Dabei wurde der Magistrat mit der Planung der Regionaltangente West beauftragt. Die bestehenden Straßenbahnlinien nach Höchst und Schwanheim sollen so verlängert werden, dass sie Anschluss an die Regionaltangente West erhalten.[6]

Im Februar 2007 hat der Frankfurter Magistrat beschlossen, dass sich die Stadt Frankfurt mit 1,25 Millionen Euro an den 6 Millionen Euro betragenden Planungskosten für die Regionaltangente West beteiligt. Der Rest wird vom Land Hessen (drei Millionen Euro) und den Gesellschaftern des Rhein-Main-Verkehrsverbunds aufgebracht.[7]

Zum 1. Dezember 2008 wurde die Regionaltangente West-Planungsgesellschaft (RTW) mit Sitz in Frankfurt gegründet mit dem Ziel, innerhalb von zirka drei Jahren die Voraussetzungen zum Bau (Planfeststellung und Finanzierung) zu schaffen.[8] Der Baubeginn ist nach Auskunft der RTW-Planungsgesellschaft für 2014 geplant.

[Bearbeiten] Quellenangaben

  1. http://www.planungsverband.de/index.phtml?NavID=1169.220&La=1
  2. fraffiQ 28.11.08: RTW Planungsgesellschaft gegründet
  3. http://www.regionaltangente.de/PVFRMANT.PDF
  4. Botanisch-zoologisches Gutachten des Senckenberg-Museums zu den Sulzbachwiesen
  5. „Planer legen sich bei Regionaltangente West auf Strecke durch Sulzbachwiesen fest“, Pressebericht auf der BI-Seite vom 11.7.2008
  6. Beschlußausfertigung der Stadtverordnetenversammlung, Magistratsvorlage zum GVP (PDF, 25 MB)
  7. Beschlußausfertigung der Stadtverordnetenversammlung vom 1. März 2007
  8. Beschluß der Stadtverordnetenversammlung mit Satzung der Planungsgesellschaft und der vorgeschlagenen Linienführung im Anhang

[Bearbeiten] Weblinks

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