Langen (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Langen (Hessen)
Langen (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Langen (Hessen) hervorgehoben
49.9893055555568.6803472222222144Koordinaten: 49° 59′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 29,12 km²
Einwohner: 35.845 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1231 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63225
Vorwahl: 06103
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 006
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Südliche Ringstraße 80
63225 Langen (Hessen)
Webpräsenz: www.langen.de
Bürgermeister: Frieder Gebhardt (SPD)
Lage der Stadt Langen (Hessen) im Landkreis Offenbach
Neu-Isenburg Dreieich Langen (Hessen) Egelsbach Rödermark Dietzenbach Heusenstamm Mühlheim am Main Rodgau Obertshausen Hainburg Seligenstadt Mainhausen Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Main-Kinzig-Kreis Offenbach am Main Kreis Groß-Gerau Frankfurt am MainKarte
Über dieses Bild
Offizielles Logo der Stadt Langen
Luftaufnahme 2008

Langen (Hessen) ist eine Mittelstadt mit rund 37.000 Einwohnern im Landkreis Offenbach, Hessen, zwischen Darmstadt und Frankfurt am Main. Langen ist Hauptsitz der Deutschen Flugsicherung; in direkter Nachbarschaft hierzu befinden sich das Paul-Ehrlich-Institut und das Ausbildungszentrum des Deutschen Wetterdienstes. Zudem hat Fujitsu Semiconductor Europe in Langen seinen Hauptsitz.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Langen liegt im Kreis Offenbach, im Ballungsraum des Rhein-Main-Gebiets, eines der wirtschaftlich stärksten Gebiete Deutschlands. Die Stadt liegt zentral zwischen den Städten Frankfurt am Main und Darmstadt und liegt günstig in dem Dreieck der Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz. Zusammen mit Städten wie zum Beispiel Krakau, Mainz und Prag befindet sich der 50. Breitengrad in Langen und ist durch einen Stein, nahe der Asklepios-Klinik, markiert. Langen wird durch den Sterzbach durchflossen, der dem Paddelteich entspringt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Langen grenzt im Norden und Nordosten an die Stadt Dreieich, im Süden an Egelsbach sowie im Westen an die Stadt Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau).

Neu-Isenburg, Mörfelden-Walldorf Neu-Isenburg Dreieich
Egelsbach Nachbargemeinden Dreieich
Egelsbach Egelsbach, Darmstadt Dreieich

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Langen ist in folgende Stadtteile gegliedert:

  • die Altstadt im Osten. Sie liegt innerhalb der ehemaligen östlichen Stadtmauer, die teilweise noch sichtbar ist. Für die Altstadt gilt eine „Altstadtsatzung“[2], um den Charakter der vielen Fachwerkhäuser zu erhalten.
  • das Zentrum in der Mitte Langens, das von den anderen Stadtteilen umgeben wird.
  • Neurott im Nordwesten. Es ist ein Gewerbegebiet, in dem Unternehmen wie Borland oder Oracle ihren Sitz haben. Hier befindet sich der Hauptsitz der Deutschen Flugsicherung sowie das Paul-Ehrlich-Institut. Obwohl der Stadtteil ein Gewerbegebiet ist, befinden sich hier Wohnhäuser. Eine der Siedlungen entstand 1958 für US-Truppen der nahen Rhein-Main Air Base (2005 geschlossen), so gibt es Basketballplätze und ein Baseball-Spielfeld. Im September 2008 hat die US-Army die Langen Terrace Family Housing Area an die Bundesrepublik zurückzugeben. Die Wohnungen werden von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vermietet, zudem wird geprüft, ob eine bauliche Verdichtung möglich ist.[3]
  • das Nordend, ein Wohnviertel Langens, in dem sich viele Wohnblocks und Wohnhochhäuser befinden.
  • Linden und Oberlinden im Westen sind als reine Wohngebiete entstandene Stadtviertel und erhöhten die Einwohnerzahl Langens damals erheblich.
  • den Steinberg im Südosten. Dort stehen seit den späten 90er Jahren neuerbaute Reihen-, Ein- und Zwei- und Dreifamilienhäuser mit Gärten.

Die einzelnen Stadtteile sind nicht durch Schilder bezeichnet. Lediglich wird an zwei Kreuzungen der Weg zur Altstadt geschildert.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen
Gerichtssiegel von Langen

Blasonierung[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein grüner Eichenzweig mit drei roten Eicheln, unten überdeckt mit einem gestummelten schwarzen Ast.“

Symbolik[Bearbeiten]

Das Wappen wurde im Jahr 1959 genehmigt, basiert jedoch auf einem Siegel aus dem Jahre 1622. Die Stadt befand sich im Wildbann Dreieich, welches sich in kaiserlichem Besitz befand. Der horizontale Ast ist ein lokales Symbol um die Wappen von anderen Wappen in der Gegend (wie Egelsbach) zu unterscheiden. Die Farben wurden offiziell nicht festgelegt, sodass viele verschiedene Kombinationen bis 1959 auftreten.[4]

Flagge[Bearbeiten]

Die Langener Flagge besteht aus zwei schmaleren roten Außenbahnen, welche die breitere weiße Innenbahn rahmen. Auf der Innenbahn ist das Langener Wappen aufgebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Spitzer Turm
Stumpfer Turm

[5]In der Koberstadt auf der Langener Gemarkung wurden bedeutende Funde aus der Hallstattzeit gemacht.

Eine erste Ortschaft entstand vermutlich in der Zeit zwischen den Jahren 500 und 600 mit Besiedelung durch fränkische Einwanderer, jedoch sollen schon in der Mittelsteinzeit Menschen dort gelebt haben. Dies wird durch Funde bei Ausgrabungen, auf dem Areal des Neuen Rathauses und des Hallenbads (Stadthalle), belegt. Langen wurde erstmals 834 in der Schenkungsurkunde König Ludwigs II. an das Kloster Lorsch als Langungon erwähnt. Dieser ließ 835 den Umfang der Mark Langen beschreiben mit Drieichlahha, dem heutigen Dreieich als Nachbargemeinde im Norden. Zum Wildbann Dreieich, der im Namen des Königs durch die Herren von Hagen (später von Münzenberg) als Vögte verwaltet wurde, gehörten im Mittelalter genauso die Wälder rund um Langen. Zwei der dreißig Wildhuben des Wildbannes befanden sich in Langen. Da sich das Kloster Lorsch um sein Eigentum kaum kümmerte, konnten die Herren von Hagen-Münzenberg im Laufe der Zeit wie Eigentümer schalten.

Als die Familie Hagen-Münzenberg 1255 ausstarb, fiel der Ort an die Herren von Falkenstein. 1414 brannte das Dorf ab, als es zwischen der Stadt Frankfurt und dem Eigentümer Langens, dem Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein zum Streit kam. Als 1418 die Herren von Falkenstein im Mannesstamme erloschen, erbten die Isenburger die Herrschaft über Langen. Aus dem Mittelalter erhalten geblieben sind unter anderem Reste der Ortsbefestigung mit dem spitzen Turm und dem stumpfen Turm aus der Zeit der Falkensteiner (1336) sowie aus der Renaissance der Vierröhrenbrunnen von 1553.

Im Jahre 1600 wurde Langen mit dem gesamten Amt Kelsterbach vom Isenburger Grafen an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt verkauft. Seither gehört Langen zu Hessen. Bei der Aufteilung der Länger Mark 1732, deren Oberhof Langen war, erhielt der Ort zwei Drittel des Bodens, Egelsbach ein Drittel.

1813 wurde Langen zum Marktflecken erhoben und 1821 Sitz des Landratsbezirks. Damit war Langen praktisch Kreisstadt, musste diese Funktion jedoch 1832 wieder an Groß-Gerau und Offenbach abgeben. 1834 hatte Langen 2.368 Einwohner. 1846 wurde die Main-Neckar-Eisenbahn mit Bahnhof in Langen errichtet, 1862 kam es zum Landkreis Offenbach. 1883 wurden dem Ort mit der Einweihung der Stadtkirche durch Großherzog Ludwig IV. die Stadtrechte verliehen.[6]

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war Langen – i m Rahmen der Alliierten Rheinlandbesetzung als Teil des Mainzer Brückenkopfes – bis 1930 von französischen Truppen besetzt. 1959 wurde als eine erste (geplante) Erweiterung die Wohnstadt Oberlinden gebaut.[7] Im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren wurde Langen als eine von wenigen Städten und Gemeinden nicht verändert.

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich von 9.077 Menschen im Jahr 1939 zu 28.500 Einwohnern (1983) bis zu etwa 36.000 im Jahre 2009.

Politik[Bearbeiten]

Das neue Rathaus in Langen

Bürgermeister: Frieder Gebhardt, SPD.

Erster Stadtrat: Stefan Löbig, Bündnis 90/Die Grünen.

Frieder Gebhardt (SPD) wurde am 10. Februar 2008 erstmals zum Bürgermeister gewählt; er setzte sich in einer Stichwahl mit 63,98 Prozent gegen Berthold Matyschok (CDU) durch. Matyschok hatte den zweiten Wahlgang nur ganz knapp vor dem unabhängigen Einzelkandidaten Jan Werner (damals ebenfalls Mitglied der CDU) erreicht.

Gebhardt wurde am 30. Juni 2008 als Nachfolger seines Parteifreundes Dieter Pitthan in sein Amt eingeführt, seine Amtszeit dauert vom 1. Juli 2008 bis zum 30. Juni 2014. Pitthan wurde nach 18 Dienstjahren zum Ehrenbürger ernannt. Gebhardt ist damit nach Johannes Steitz (1946–1948), Wilhelm Umbach (1948–1966), Hans Kreiling (1966–1990) und Dieter Pitthan (1990–2008) der fünfte gewählte SPD-Bürgermeister Langens nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Oktober 1945 war Christian Zellhöfer (ebenfalls SPD) für kurze Zeit zum Bürgermeister bestimmt worden.

Am 16. Februar 2014 wurde Gebhardt für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt; die Amtszeit beginnt am 1. Juli 2014. In der Stichwahl setzte sich Gebhardt mit 49 Stimmen Vorsprung (50,2 Prozent) gegen Dr. Jan Werner (parteilos) durch, nachdem er im ersten Wahlgang noch deutlich zurückgelegen hatte[8].

Ebenfalls am 1. Juli 2014 begann die erste Amtszeit des Ersten Stadtrats Stefan Löbig (Bündnis 90/Die Grünen). Er wurde am 5. Juni 2014 von der Stadtverordnetenversammlung ins Amt gewählt.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[9]

Kommunalwahl 2011 in Langen
 %
30
20
10
0
27,5 %
26,3 %
24,4 %
11,6 %
4,2 %
3,0 %
3,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-8,0 %p
-5,1 %p
+9,7 %p
-0,4 %p
-2,2 %p
+3,0 %p
+3,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,5 13 35,5 16 37,9 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,3 12 31,4 14 32,0 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 24,4 11 14,7 7 14,7 7
FWG-NEV Freie Wähler-Gemeinschaft – Nichtparteigebundene Einwohner-Vertreter 11,6 5 12,0 5 9,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 4,2 2 6,4 3 5,5 3
DIE LINKE DIE LINKE 3,0 1 - - - -
UWFB Unabhängige Wählervereinigung zur Förderung der Bürgermeister- und Kommunalwahlen der Stadt Langen 3,0 1 - - - -
Gesamt 100 45 100 45 100 45
Wahlbeteiligung in % 39,9 37,3 46,2

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

mit in seit
Blason ville fr Romorantin-Lanthenay (LoirCher).svg Romorantin-Lanthenay FrankreichFrankreich Frankreich 1968
Long Eaton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1970
Tarsus Belediyesi.svg Tarsus TurkeiTürkei Türkei 1991
EscudoArandadeDuero.gif Aranda de Duero SpanienSpanien Spanien 2006

Zudem bestehen Schulpartnerschaften zwischen der Dreieichschule und der Lycée Agricole in Château-Salins[10] und der Oregon High School in Oregon in Wisconsin.[11]

Religion[Bearbeiten]

Mit der Stadtkirche, Johannes-, Martin-Luther- und Petrusgemeinde, existieren vier evangelische Gemeinden. Drei katholische Gemeinden (die Gemeinde existiert im Katholizismus nicht): Pfarrei Langen St. Albertus Magnus, Liebfrauenkirche und die Kirche Heiliger Thomas von Aquin. Daneben existieren fünf Freikirchen, eine Ahmadiyya Muslim-Gemeinde, eine Gemeinde der Bahá`i-Religion, eine mormonische Gemeinschaft, eine Neuapostolische Kirche, eine Stelle der Zeugen Jehovas und die Freireligiöse Gemeinde Langen in der Freireligiösen Landesgemeinschaft Hessen. Insofern ist Langen, was Religionen angeht, vielfältig, verlor jedoch wie viele andere Städte in Deutschland die Jüdische Gemeinde. Damals war die Jüdische Gemeinde groß und die Synagoge wurde feierlich von ihr und den Einwohnern eingeweiht. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge jedoch von den Nationalsozialisten und den Bürgern der Stadt niedergebrannt. Heute steht an dieser Stelle ein Denkmal mit einer Gedenkplatte und einem Türmchen der Synagoge das bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ebbelwoifest[Bearbeiten]

Über die Stadtgrenzen hinweg bekannt ist vor allem das Langener Ebbelwoifest, zu dem jährlich am letzten Juni-Wochenende zehntausende Besucher in die Stadt kommen. Das Fest hat seinen Ursprung im Jahre 1974[12], als der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein Langen ein Heimatfest rund um den Vierröhrenbrunnen anregte und organisierte. Seitdem fließt der Apfelwein an den Festtagen aus dem Vierröhrenbrunnen.

Stadthallen-Komplex[Bearbeiten]

Viele Veranstaltungen finden in den Räumlichkeiten der neu renovierten Stadthalle statt, vor allem im großen Saal. Dieser hat eine etwa 180 m² große Bühne und bietet Platz für 500 Personen. Wenn die Wände zum Foyer geöffnet werden, können 750 im Saal sitzen. Hinter der Bühne befinden sich Künstlergarderoben. Im Untergeschoss der Neuen Stadthalle Langen befinden sich mehrere Tagungsräume. Unter anderem befindet sich hier eine ausgewählte Gastronomie, einzigartige Glaswerke, eine 45.000 Medien umfassende Stadtbücherei sowie eines der größten Hallenbäder der Region.

Sonstiges[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet befindet sich der vor allem wegen seiner Nähe zur Mainmetropole bei Frankfurtern beliebte Langener Waldsee. Dort finden seit 2002 die Schwimmwettbewerbe des Ironman Germany statt.[13]

Am Stadtrand befindet sich das ehemalige Jagdschloss Wolfsgarten, welches sich im Besitz des Hauses Hessen befindet.

Etliche Orchester und Musikgruppen gehören zum kulturellen Leben Langens. Zu den wichtigsten zählt der Orchesterverein Langen und das Blasorchester des TV 1862 Langen. Beide Gruppen untermalen musikalisch viele öffentliche Veranstaltungen Langens. Der älteste Verein von Langen ist der Männerchor Liederkranz 1838 Langen, der immer noch als reiner Männerchor kulturelle Veranstaltungen im Stadtgebiet umrahmt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Evangelische Stadtkirche

Langener Stadtkirche[Bearbeiten]

Der hohe Turm der evangelischen Stadtkirche prägt das Bild der Langener Altstadt. Das im neugotischen Stil errichtete Gebäude wurde 1883 eingeweiht. Erbaut wurde die Stadtkirche vom Architekten Johann Christian Horst. 1959 wurde der Innenraum der Kirche im Stile der damaligen Zeit verändert. Als die Kirche renoviert werden musste, entschied sich die Kirchengemeinde, die ursprüngliche Gestaltung von 1883 zum Vorbild zu nehmen. Seit 1997 erstrahlt das Kirchenschiff wieder in der Farbenpracht der Neugotik.

Vierröhrenbrunnen[Bearbeiten]

Der Vierröhrenbrunnen ist in der Annäherung (2√2−1)/3 ≈ 0,609 an den Goldenen Schnitt (√5−1)/2 ≈ 0,618 entworfen worden. Der Löwe, im Volksmund Leu oder Löb genannt kam erst 1599 auf den Brunnenschaft, als Zeichen dafür, dass Langen nicht mehr unter Isenburgischer, sondern unter hessischer Herrschaft steht. Dort, wo die Röhren angebracht sind, stellen Masken oder Ammonsfratzen die Temperamente dar: der Löwe den Choleriker, der Affe den Sanguiniker, das Lamm den Phlegmatiker und der Bär den Melancholiker. Wappen und Namensinschriften erinnern an die Brunnen-Finanziers Schultheiß Breescher, Amtmann Bellesheim und Forstmeister De Marchi. An der Westseite des Brunnens befindet sich das Stadtwappen.[14]

Vierröhrenbrunnen Langen
Goldener Schnitt im Entwurf
Vierröhrenbrunnen zur Zeit des Weihnachtsmarktes

Altes Rathaus/Heimatmuseum[Bearbeiten]

Das alte Rathaus in Langen, heute als Museum genutzt

Das Rathaus befindet sich auf dem Gelände des Gasthauses „Zum Stern“, das 1826 dem klassizistischen Bau des alten Rathauses Platz machte. Das Stadtmuseum befindet sich im Alten Rathaus in der Altstadt; geöffnet ist es samstags und sonntags und bei Sonderausstellungen wie von Mai 2008 bis März 2009 für die Schau „Blick(e) zurück“ zum Jubiläum „125 Jahre Stadtrechte“. Nicht unweit befindet sich das Scherer-Gelände, wo damals das Gasthaus „Zur Sonne“ stand, in dem sich 1774 Goethe und Merck trafen.

Goethe im Gasthaus zur Sonne (1774)[Bearbeiten]

Johann Wolfgang von Goethe schrieb 1774 an Charlotte Kestner geb. Buff aus Wetzlar über seinen Freund Heinrich Merck aus Darmstadt: „Hier sitze ich nun in Langen zwischen Franckfurt und Darmstadt, erwarte Merken, den ich hierher beschieden habe…“. Von der Gaststube aus konnte er die Fahrgasse entlang bis zur Großen Pforte blicken, durch die Merck nach dreistündigem Fußmarsch kommen musste.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

Die Stadt Langen verfügt über ein großes Bäderangebot. Neben einem Freizeit- und Familienbad mit angrenzendem Rollsportgelände gibt es das Langener Hallenbad, in dem Schwimmkurse und Wassergymnastik sowie an zwei Tagen zur Wochenmitte Warmbaden angeboten wird. Am Langener Waldsee befindet sich ein Strandbad mit 900 Meter langem Sandstrand und FKK-Bereich. Mehrere Segel- und Angelvereine sowie ein Surfclub sind dort ansässig. Seit 2002 startet dort jährlich der Ironman European Championship Triathlon mit rund 2000 Teilnehmern.

Viele Sportarten werden durch die Angebote des Turnvereins Langen, des 1. FC Langen und des Kraftsportvereins Langen abgedeckt. Zudem existiert die 1889 gegründete Sport- und Sänger-Gemeinschaft Langen.[15]

Die zur Zeit erfolgreichste Sportmannschaft Langens sind die Rhein-Main Baskets als Spielgemeinschaft der Basketballer des TV 1862 Langen und der TV Hofheim Huskies. In der Saison 2010/11 spielen sie im zweiten Jahr in Folge in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga . Erfolgreich sind die Herren des TV 1862 Langen, die in der Pro B, der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands vertreten sind. Heimspiele werden in der Georg-Sehring-Halle ausgetragen.

Ein weiterer bekannter Langener Sportverein ist der 1903 gegründete Fußballclub 1. FC Langen.

Das 1993 eingeweihte Jugendzentrum KOM,ma bietet sportliche und künstlerische Angebote für Kinder und Jugendliche, zum Beispiel Konzerte, Workshops und eine Berufswegebegleitung.[16]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Gewerbeverein 1877 Langen veranstaltet regelmäßig die IGEVA (Informations-, Gewerbe- und Verkaufsausstellung), zu der rund 100 Aussteller und 40.000 Besucher kommen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Langen sind über 100 Unternehmen der Kommunikations-, Informations- und High-Tech-Industrie ansässig, darunter Oracle (früher Sun Microsystems), Borland, Panasonic, Bull Computer, Nikon Precision Europe GmbH, Fujitsu, MISCO Germany, The Bristol Group und THALES, Polygen GmbH. sowie der Medienkonzern Vivendi Universal Publishing.[17]

Der Klinikbetreiber Asklepios unterhält in Langen ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsklinik Frankfurt am Main.

Die Posttochter DHL erbaute in der Stadt ein Postzentrum.

Die Deutsche Flugsicherung GmbH hat am Hauptsitz Langen ein Ausbildungszentrum und eine Bezirkskontrollstelle.

Verkehr[Bearbeiten]

Langen hat sehr gute Anschlüsse zu allen Verkehrsträgern.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist in das Netz der S-Bahn Rhein-Main eingegliedert und wird von der S 3 und S 4 angefahren. Es besteht werktags ein 15-Minuten-Takt in die Frankfurter Innenstadt, die in etwa 20 Minuten erreichbar ist. Zudem machen am Bahnhof Langen die Regionalzüge der Verbindungen Frankfurt – Mannheim und Frankfurt – Heidelberg Halt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Der innerstädtische Busverkehr wird mit vier Linien von den Stadtwerken Langen GmbH betrieben. Diese sind vor allem auf den Bahnhof und das weit östlich gelegene Stadtzentrum ausgerichtet. Eine der Linien bedient zudem den südlichen Nachbarort Egelsbach.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Des Weiteren ist Langen an die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Autobahnen A 5 (Anschlussstelle Langen/Mörfelden, im Westen der Stadt) und A 661 (Anschlussstelle Langen, im Osten) angebunden. Beide Anschlussstellen werden durch die in Ost-West-Richtung verlaufende B 486 verbunden, die gleichzeitig die Langener Nordumgehung bildet. Diese neue Verbindung erschließt das im Nordwesten gelegene Gewerbegebiet, in dem sich unter anderem die Bundesbehörden befinden. Über die B 486 erreicht der Fahrer in westlicher Richtung nach etwa 15 Kilometern das Rüsselsheimer Dreieck, an dem die A 60 Richtung Mainz von der A 67 (Darmstadt – Mönchhof) abzweigt.

Durch das Stadtgebiet führt zudem die frühere B 3 von Frankfurt am Main nach Darmstadt.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach, verkehrsreichster Verkehrslandeplatz der Allgemeinen Luftfahrt in Deutschland, befindet sich in der Nachbargemeinde Egelsbach. Der Flughafen Frankfurt am Main, Europas drittgrößter Flughafen, ist etwa 10 Kilometer von Langen entfernt.

Behörden[Bearbeiten]

In Langen sind drei Bundesbehörden vertreten. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat seinen Hauptsitz in der Stadt.

Dem Hauptsitz der Deutschen Flugsicherung (DFS) ist eine Außenstelle des Luftfahrtbundesamtes angegliedert. Ebenso vertreten ist hier das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr und die Flugsicherungsakademie zur Ausbildung von Fluglotsen. Im Gebäude der Flugsicherungsakademie befindet sich überdies die Wetterdienstschule, die zuvor in Neustadt an der Weinstraße beheimatet war.

Außerdem gibt es in der Stadt eine Außenstelle des Umweltbundesamtes, die aus dem ehemaligen Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene (WaBoLu) hervorgegangen ist. Pläne aus dem Jahr 2004, diese 2008 zu schließen, wurden mittlerweile überarbeitet. Nunmehr ist geplant, die Einrichtung bis zum Jahr 2018 in zwei Etappen nach Berlin zu verlegen.

Das Amtsgericht Langen ist ebenfalls in der Stadt ansässig. Außerdem befindet sich eine Polizeistation in Langen, die die Gebiete Langen und Egelsbach umfasst. Die Polizeihubschrauber und das neu eingesetzte Flugzeug sind auf dem Flugplatz Egelsbach stationiert.

Medien[Bearbeiten]

Die auflagenstärkste Tageszeitung ist die Langener Zeitung, eine Lokalausgabe der Offenbach-Post.

Im Jahre 2010 erschien im Sutton-Verlag, Erfurt, das Buch Langen‑ Handwerk, Handel und Gewerbe der Autoren Herbert Bauch, Inge und Horst Helfmann. Im Buch wird die Geschichte des Langener Handwerks und der verschiedenen Gewerbe in der Zeit von circa 1880 bis 1980 dargestellt. Bereits 2006 hatte der gleiche Verlag mit der Langener Lokal-Geschichte eine Schilderung der Geschichte der Langener Gaststätten herausgebracht.[18]

Ebenfalls im Jahr 2010 wurde von Jürgen Bremer, in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt und der Initiative für Geschichte und Kultur, ein Buch über die Stadt Langen veröffentlicht: Langen ‑ Im Herzen Europas. ISBN 978-3-00-033328-6

Bildung[Bearbeiten]

Die Wallschule, ein Bau aus dem Jahr 1906

In Langen gibt es mit der Albert-Schweitzer-, der Geschwister-Scholl-, der Ludwig-Erk-, der Sonnenblumen- und der Wallschule fünf Grundschulen. Als weiterführende Bildungseinrichtungen bieten sich die Dreieichschule (Gymnasium) mit über 1300 Schülern sowie die Albert-Einstein- (Integrierte Gesamtschule) und die Adolf-Reichwein-Schule (Kooperative Gesamtschule mit gymnasialen Eingangsklassen) an. Daneben existieren zwei Förderschulen für körperbehinderte (Erich-Kästner-Schule) und praktisch bildbare (Janusz-Korczak-Schule) Kinder und Jugendliche.[19]

Neben der Volkshochschule Langen sind die DFS-Flugsicherungsakademie (Fachhochschule) und eine Musikschule in Langen ansässig. Die Stadt verfügt über eine rund 45.000 Medien umfassende Stadtbücherei [20], die ihre Räume im Stadthallen-Komplex hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Dieter Pitthan (* 30. Juni 1941 in Klingenberg am Main) war von 1. Juli 1990 bis 30. Juni 2008 der Bürgermeister der Stadt Langen (Hessen). Er gehört seit 1972 der SPD an. Anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Pitthan ist zudem Ehrenbürger von Langens Partnerstädten Tarsus (Türkei) und Romorantin (Frankreich).
  • Hans Hoffart, von 1974 bis 2011 Brunnenwirt des Langener Ebbelwoifestes[21].
  • Johannes Schreiter (* 8. März 1930 in Buchholz), Maler, Grafiker und Glasbildner. Von 1963 bis 1987 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Frankfurt am Main, von 1971 bis 1974 deren Rektor. Er lebt heute in Langen (Hessen) und ist seit November 2013 Ehrenbürger der Stadt.[22].

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Langen leben/lebten oder wirken/gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langen (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Langen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Altstadtsatzung
  3. Pressemitteilung der Stadt Langen: Gebäude der Housing Area sollen vermietet werden
  4. Eduard Betzendörfer: Geschichte der Stadt Langen. Langen 1961, Wappen und Flagge der Stadt Langen S.206–207
  5. Stadt Langen: Langens Geschichte - Abschnitte Erste Ansiedlungen, Langen im Mittelalter, Markttreiben und Industrialisierung, Aufschwung, Krieg, Besatzung
  6. Jürgen Bremer, in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Langen und der Langener Initiative für Geschichte und Kultur: Langen, im Herzen Europas. Langen 2010, Stadtkirche S.20–25
  7. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 13. Dezember 2011: 50 Jahre Oberlinden: Langens grüner Stadtteil feiert Jubiläum
  8. Frieder Gebhardt bleibt Bürgermeister Artikel auf der Internetseite der Offenbach-Post vom 16. Februar 2014, abgerufen am 28. Februar 2014
  9. Hessisches Statistisches Landesamt
  10. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 13. März 2012: Schule mal ganz anders
  11. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 2. Juli 2012: „So alt und so wunderschön“
  12. VVV für Langen > Feste feiern, vvv-langen.de. Abgerufen am 30. Dezember 2013.
  13. Jürgen Bremer, in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Langen und der Langener Initiative für Geschichte und Kultur: Langen, im Herzen Europas. Langen 2010, Ebbelwoifest S.192–215; Altes Rathaus S.34; Stadtkirche S.20–25; Stadthallen-Komplex S.130–133
  14. Magistrat der Stadt Langen: Stadt Langen - Das Fünfte Quartal. Langen 2008, Vierröhrenbrunnen S.40-41
  15. Sport
  16. Jugendzentrum Langen
  17. Wirtschaftsförderung der Stadt Langen
  18. FAZ vom 12. Oktober 2010, Seite 46: Die Kunstmilch bleibt ein Rätsel
  19. Schulen
  20. Stadtbücherei
  21. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 26. Juni 2010: Vereinsmeier im besten Sinn
  22. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 29. November 2013
  23. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 4. Dezember 2012: „Entspannen zum Schutz der Erde“