Kugelmühle (Windsbach)

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Kugelmühle
Stadt Windsbach
Koordinaten: 49° 13′ N, 10° 50′ OKoordinaten: 49° 13′ 26″ N, 10° 49′ 39″ O
Höhe: 391–403 m ü. NHN
Das Gelände der Kugelmühle (2014)
Das Gelände der Kugelmühle (2014)
Auf dem Bild sind Gebäude der Wasserversorgung Ansbach zu sehen. Die Kugelmühle stand ein Stück weiter links.

Kugelmühle (fränkisch: Kuhgl-mil[1]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach[2] im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Mittlerweile (2012) ist es eine Wüstung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe der Einöde münden der Brunnenklingengraben und der Weihersbach (auch Bremenwiesbach genannt) als rechte Zuflüsse in den Erlbach (auch Eschenbach genannt), der wiederum ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Nördlich des Ortes beginnt das Waldgebiet Kummerstall. Der Wald war für die Elpersdörfer während des Dreißigjährigen Krieges ein Zufluchtsort und erhielt von daher diesen Namen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kugelmühle wurde 1705 am Erlbach erbaut und als Mahl- und Schneidemühle betrieben. Benannt wurde sie nach einem Kugelplatz (Kegelplatz), der sich dort befand. Am 1. Mai 1716 brannte die Mühle ab, wurde aber im gleichen Jahr wieder aufgebaut.[4] 1732 wurde sie in der Vetterschen Oberamtsbeschreibung als „Kugel Mühl“ erstmals namentlich erwähnt.[5] Eventuell stand vor dem Dreißigjährigen Krieg an gleicher Stelle die Schwadermühle, die allerdings vollständig zerstört wurde.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Kugelmühle zur Realgemeinde Elpersdorf. Sie hatte das brandenburgisch-ansbachische Kastenamt Windsbach als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Kugelmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 23 des Ortes Elpersdorf.[6][7] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.[8][9]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kugelmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitteleschenbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mitteleschenbach zugeordnet.[10] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kugelmühle in die neu gebildete Ruralgemeinde Elpersdorf umgemeindet.[8] Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Januar 1972 nach Windsbach eingemeindet. Nachdem die letzte Bewohnerin krankheitsbedingt ausgezogen war scheiterten die Versuche zur Vermietung oder zum Verkauf wohl an den Auflagen der Stadt und des Denkmalschutzes. Die Stadt Ansbach erwarb die Mühle und ließ sie 2012 abreißen. Hierzu wurde der Denkmalschutz (Ensembleschutz) aufgehoben. Inzwischen ist von der Kugelmühle nichts mehr erhalten.

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zweigeschossige Wassermühle vom Anfang des 18. Jahrhunderts mit zweigeschossigem Giebel.[11]
  • Ca. 600 Meter nordwestlich der Kugelmühle befinden sich mehrere Grabhügel mit Scherben- und Bronzeresten, die aus der Hallstattzeit stammen.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 6 9 7 8 9 10 8 5 7 5 1
Häuser[13] 1 1 1 1 1 1 1 1
Quelle [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt.[6] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren nach St. Bonifatius (Windsbach) gepfarrt.[22][25]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kugelmühle (Windsbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 118. Dort folgendermaßen transkribiert: „kūglmíl“.
  2. Gemeinde Windsbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. November 2021.
  3. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  4. K. Dunz: Windsbach, S. 252.
  5. E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 118.
  6. a b M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 852.
  7. Johann Bernhard Fischer: Kugelmühl. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 406 (Digitalisat).
  8. a b M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 986.
  9. J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 245.
  10. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.
  11. G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 118. Objekt abgerissen.
  12. M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 24.
  13. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 51 (Digitalisat).
  15. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 146 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1042, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1207, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1094 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1158 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1196 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 170 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 333 (Digitalisat).
  25. Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 13. März 2023.