Kumbaya

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Kumbaya – auch Kum bay ya – ist der Titel eines bekannten englischen Liedes aus Nordamerika, dessen Text durch die häufige Wiederholung der Worte Lord, Kumbaya („Herr (im Sinne von Gott), Kumbaya“) gekennzeichnet ist.

Der Ursprung des Liedes ist umstritten. Der New Yorker Geistliche Marvin V. Frey (1918–1992) behauptete, das Lied mit dem originalen Text „Come By Here“ in den 1930er Jahren verfasst zu haben. Die Veränderung von „Come by here“ zu „Kumbaya“ wird dadurch erklärt, dass das Lied von Missionaren in Angola bekannt gemacht worden sei. 1946 sei das Lied durch eine Missionarsfamilie mit dem angolanischen Text „Kumbaya“ nach Amerika zurückgebracht worden.

Eine andere Erklärung hält das Lied für deutlich älter und sieht seine Wurzeln im Gullah – einer Kreolsprache auf Grundlage des Englischen, die in den Küstenregionen im Südosten der USA vor allem von Schwarzen gesprochen wird. Kum bay ya bedeute in ihrer Sprache „Come by here“.[1]

Das Lied hat einen religiösen Text, der vor allem durch die Aufforderung „Come by here“ als eine religiöse Aufforderung an den christlichen Gott bzw. an Jesus verstanden werden kann. Seine Bekanntheit verdankt das Lied allerdings der neuerlichen Beliebtheit US-amerikanischer Folk Music in den 1960er Jahren. Bereits 1958 hatte Pete Seeger es gesungen und 1959 gemeinsam mit den kurzzeitig wiedervereinigten Weavers aufgenommen.[2] Es folgten The Seekers und später Joan Baez. Das Lied wurde zu einer der Hymnen der Bürgerrechtsbewegung und wird in den USA bis heute damit verbunden.

In den 1990er Jahren wurde in Kanada jährlich das „Kumbaya-Festival“ veranstaltet, das als Musikfestival Geld für kanadische Gruppen sammelte, die sich im Bereich von HIV und AIDS engagieren. 2001 wurde das Lied in einer Aufnahme von den Guano Apes und Michael Mittermeier unter dem Titel Kumba yo! herausgegeben. Im Dezember 2006 legte es Mickie Krause als Stimmungsschlager neu auf.

Heute ist das Lied weiterhin in religiösen und nicht-religiösen Kreisen, beispielsweise an Lagerfeuern, beliebt. Da der Ursprung umstritten ist, ist auch nicht klar, wer die Urheberrechte an Text und Melodie besitzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Auf den folgenden Seiten wird die Bedeutung und Herkunft des Lieds diskutiert. Alle Seiten in englischer Sprache.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eric Zorn (31. August 2006). Someone's dissin', Lord, kumbaya. Change of Subject. A Chicago Tribune Web log.
  2. Pete Seeger. Folk-Denkmal oder Stalins Singvogel?. Wasser-Prawda, 28. Januar 2014, aktualisierte Fassung eines 2009 erstmals erschienenen Artikels