Kunstmuseum Liechtenstein

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Kunstmuseum Liechtenstein
Kunstmuuseum Liechtenstein
Das Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz
Daten
Ort Vaduz
Architekt Morger & Degelo und Christian Kerez
Eröffnung 12. November 2000
Betreiber Stiftung Kunstmuseum Liechtenstein
Leitung Friedemann Malsch
Website http://www.kunstmuseum.li/

Das Kunstmuseum Liechtenstein ist das staatliche Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Vaduz. Der moderne Museumsbau der Schweizer Architekten Morger & Degelo und Christian Kerez wurde im Jahr 2000 eröffnet. Die bedeutende Sammlung internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst ist gleichzeitig die staatliche Kunstsammlung des Fürstentums Liechtenstein.

Geschichte[Bearbeiten]

1967 erhielt der Staat Liechtenstein als Geschenk zehn Gemälde. Dies war der Anlass zur Gründung der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung im Jahr darauf. Erster Konservator der Sammlung war Dr. Georg Malin, ein liechtensteinischer Künstler, Historiker und Kunsthistoriker. Er definierte sehr bald die Staatliche Sammlung als Gebiet der internationalen modernen und zeitgenössischen Kunst.

Das Kunstmuseum Liechtenstein wie es sich heute präsentiert ist einer Gruppe privater Stifter zu verdanken. Zusammen mit der Regierung des Fürstentums Liechtenstein und der Gemeinde Vaduz realisierten sie das moderne Museumsgebäude.

Im August des Jahres 2000 wurde der Bau dem Land Liechtenstein als Millenniumsgeschenk übergeben, welcher für den Betrieb und die Führung des Museums die öffentlichrechtliche «Stiftung Kunstmuseum Liechtenstein» gründete. Am 12. November 2000 wurde das Museum eröffnet.

Seit 1996 ist Dr. Friedemann Malsch Direktor der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung, bzw. des Kunstmuseum Liechtenstein.

Kunstmuseum Liechtenstein

Architektur[Bearbeiten]

Das Architektenteam Meinrad Morger und Heinrich Degelo mit Christian Kerez hat mit dem Kunstmuseum Liechtenstein eine Architektur hoher Komplexität und diskreter Einfachheit geschaffen. Der geschlossene Baukörper ist eine Black Box aus schwarz eingefärbtem Zement und schwarzem Basaltstein. Eingeschlossene Flusskiesel verleihen der Außenhaut des Gebäudes eine subtile Farbigkeit und stellen zugleich den Bezug zur Landschaft des Rheintals her. Die Umgebung reflektiert sich zudem in der handgeschliffenen und dadurch haptisch reizvollen Oberfläche der Fassade. Lang gezogene Fensterbänder ordnen sich der Kompaktheit des Baukörpers unter und öffnen den schwarzen Kubus sowohl von innen als auch von außen.

Im Inneren ist die Black Box perfekter White Cube. Die Dimensionen des Außenbaus entsprechen nahezu vollständig den für die Besucherinnen und Besucher erschlossenen Räumen. Das Haus ist überschaubar und doch großzügig. Der Kunst ist die maximale Fläche gewidmet. Sechs Ausstellungssäle sind um zwei gegenläufige Treppen herum angeordnet. Die Grundrisseinteilung, Windmühlenflügeln gleich, erlaubt diagonale Durchblicke durch den gesamten Baukörper. Die Ausstellungssäle bieten der Kunst die größtmögliche Freiheit durch selbstbewusste Unterordnung der Architektur, durch Klarheit und Präzision.

Der auch kontrovers diskutierte Museumsbau findet regelmäßig Eingang in die zeitgenössische Literatur und verschaffte den beteiligten Architekten international hohes Ansehen [1], allerdings auch einen Eintrag in der Liste der 10 hässlichsten Gebäude der Welt auf der Website virtualtourist [2].

Sammlung[Bearbeiten]

Die Sammlung internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst umfasst den Zeitraum vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Profil bestimmen vor allem Skulpturen, Objekte und Installationen. Eine besondere Stellung nehmen Werke von Künstlern der Arte Povera ein. Das Kunstmuseum Liechtenstein verwaltet zudem den Nachlass von André Thomkins.

Im Jahre 2006 erwarb das Kunstmuseum Liechtenstein zusammen mit dem Kunstmuseum St. Gallen und dem Museum für Moderne Kunst Frankfurt (MMK) die kunsthistorisch bedeutende Sammlung des Kölner Galeristen Rolf Ricke, unter anderem mit Werken von Richard Artschwager, Bill Bollinger, Donald Judd, Fabian Marcaccio, Steven Parrino, David Reed, Richard Serra, Keith Sonnier und Jessica Stockholder.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Das Kunstmuseum Liechtenstein als architektonischer Fokus in Vaduz

In den letzten Jahren wurden unter anderem Einzelausstellungen von Otto Freundlich, Gottfried Honegger, Leiko Ikemura, Rita McBride, Paul Klee, Jochen Gerz, André Thomkins, František Kupka, Andy Warhol, Fabian Marcaccio, Alighiero Boetti, Fred Sandback, Georg Malin, Sean Scully, Matts Leiderstam, Ferdinand Nigg, Jannis Kounellis, Monika Sosnowska, Joseph Beuys, Herbert Zangs, Thomas Schütte, Kasimir Malewitsch, Martin Frommelt, Matti Braun, Christian Boltanski, Gotthard Graubner, Bill Bollinger, Bojan Šarčević, Günter Fruhtrunk und Rütjer Rühle gezeigt.

Wichtige Gruppenausstellungen waren unter anderem «Das innere Befinden», «Migration», «Faites vos jeux! Kunst und Spiel seit Dada», «Auszeit. Kunst und Nachhaltigkeit», «Lust for Life. Die Sammlung Ricke», «Knockin’ on Heaven’s Door», «Die Moderne als Ruine. Eine Archäologie der Gegenwart», «Che fare. Arte povera. Die historischen Jahre» und «Beispiel Schweiz. Entgrenzungen und Passagen als Kunst».

Das Kunstmuseum Liechtenstein zeigt zudem regelmässig Sonderausstellungen mit Werken aus den Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunstmuseum Liechtenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.elcroquis.es/MagazineDetail.aspx?magazinesId=169&lang=en
  2. http://www.reuters.com/article/2008/11/14/us-travel-picks-ugly-idUSTRE4AD2V720081114

47.1393055555569.5225277777778Koordinaten: 47° 8′ 22″ N, 9° 31′ 21″ O; CH1903: 758064 / 223024