Kurt Matull

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Kurt Matull (* 25. Februar 1872 in Treptow; † unbekannt) war ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Regisseur und Drehbuchautor beim Stummfilm.

Leben[Bearbeiten]

Der aus Pommern stammende Matull hatte sich in der Malerei ausbilden lassen und zunächst auch in diesem Bereich gearbeitet. Mit 21 Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück (‘Frauen von heute’). Im Jahre 1902 ging er in die USA und war als redaktioneller Mitarbeiter im Politikressort der ‘Evening Post’ in New York tätig.

1906 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde in der deutschen Hauptstadt als Dramaturg am ‘Berliner Theater’ angestellt. Er schrieb weiterhin zahlreiche Stücke, vor allem Lustspiele, aber auch Dramen. Zu seinen Werken zählen Der Fürst der Bretter, Der rote Pfarrer, Annemarie, Der große Unbekannte, Die arme Mieze und Die falsche Hochzeit. Darüber hinaus verfasste er ab 1908 Groschenheft-Sensationsgeschichten um Helden wie Nick Carter und Lord Lister, die auch im Ausland erfolgreich waren, beteiligte sich 1909 am Jugendroman John Workman – Der Zeitungsboy, verarbeitete seine USA-Erfahrungen in dem Roman Volldampf – Geschichte eines Jungen in Amerika und schrieb während des 1. Weltkriegs auch patriotische Stoffe (wie z.B. den 1915 erschienenen Roman Gott erhalte Franz den Kaiser!). Nebenbei betätigte er sich außerdem als Operettenlibrettist (für Giuseppe Becce).

In den frühen 1910er Jahren wechselte Matull zur Kinematografie, arbeitete als Regieassistent und begann Drehbücher zu verfassen. Mit dem fantastischen Stoff „Der Schienenweg unterm Ozean“ debütierte er im Juli 1914, unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, an der Seite von Siegfried Dessauer als Regisseur. Matull machte sich während des Krieges vor allem einen Namen mit schwerblütigen Melodramen, in denen zu dieser Zeit populäre Leinwanddiven wie Fern Andra und Pola Negri die Hauptrollen übernahmen. Außerdem inszenierte und produzierte er mehrfach deutsch-nationale, hurrapatriotische Stoffe. Schon kurz nach Kriegsende verlor Matull das Interesse am Film und verschwand zu Beginn der 1920er Jahre aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit.

Kurt Matull verstarb möglicherweise um 1930.

Filme (als Regisseur)[Bearbeiten]

  • 1914: Das verräterische Wasserzeichen (nur Drehbuch)
  • 1914: Der Schienenweg unterm Ozean (nur Co-Regie)
  • 1915: Kaspar Hauser (auch Drehbuch)
  • 1915: Raffles, das Rätsel der Großstadt (auch Drehbuch)
  • 1915: Als die Sabbatlichter erloschen … (auch Drehbuch)
  • 1915: Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht (auch Produktion)
  • 1916: Es war einst ein Prinzeßchen (auch Drehbuch)
  • 1916: Wildwasser (auch Produktion)
  • 1916: ...und wer kein Kreuz und Leiden hat
  • 1917: Hoch klingt das Lied vom U-Boot-Mann (auch Drehbuchvorlage)
  • 1917: Rosen, die der Sturm entblättert
  • 1917: Nicht lange täuschte mich das Glück
  • 1918: Suchomlinow (auch Drehbuch)
  • 1918: Das Geheimnis der Wetter
  • 1918: Wenn das Herz in Hass erglüht
  • 1918: Hiob
  • 1919: Die Leibeigene
  • 1919: Herbststürme

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Zweiter Band, S. 1385. Klagenfurt und Wien (1960)

Weblinks[Bearbeiten]