Lúcia dos Santos

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Lucia Santos (Mitte) im Alter von 10 Jahren mit ihrer Cousine Jacinta Marto (7) und ihrem Cousin Francisco Marto (9)

Lúcia de Jesus dos Santos (* 22. März 1907 in Aljustrel, heute Teil von Fátima (Portugal); † 13. Februar 2005 in Coimbra) war eine portugiesische Nonne. Sie soll als Kind Zeugin einer Marienerscheinung in Fátima gewesen sein.

Leben[Bearbeiten]

Gemeinsam mit ihrer Cousine Jacinta Marto und ihrem Cousin Francisco Marto hatte sie vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 im Alter von zehn Jahren Marienerscheinungen in der Cova da Iria (deutsch: Mulde der Iria) bei Fátima (Portugal).

Francisco Marto starb 1919 an der spanischen Grippe, Jacinta 1920. Beide wurden am 13. Mai 2000 von Papst Johannes Paul II. in Fátima seliggesprochen.

Lúcia trat am 17. Mai 1921 in das Kollegium der Dorotheerinnen von Vilar bei Porto ein, wo sie Lesen und Schreiben lernte. Am 2. Oktober 1926 wurde sie im Kloster von Tuy (Spanien) aufgenommen. Sie erhielt den Ordensnamen Maria das Dores (deutsch: Maria von der Schmerzensmutter), legte am 3. Oktober 1928 die zeitliche und am 3. Oktober 1934 die ewige Profess ab. Nach dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs wurde sie 1936 in das Colégio do Sardão bei Porto (Portugal) geschickt und kehrte 1946 wieder in das Kloster von Tuy zurück. Mit Erlaubnis von Papst Pius XII. durfte sie am 25. März 1948 in den Karmel St. Theresa in Coimbra übertreten. Am 13. Mai 1948 wurde sie dort als Karmelitin eingekleidet und legte am 31. Mai 1949 die feierliche Profess ab. Bei der Einkleidung erhielt sie den Ordensnamen Sr. Maria Lucia vom Unbefleckten Herzen.

1941 schrieb sie das sogenannte erste und zweite Geheimnis, 1944 das dritte Geheimnis von Fátima nieder. Die Niederschrift enthält die Botschaften, die den Kindern von der Gottesmutter übermittelt worden sein sollen.

Der Tag ihres Begräbnisses, der 15. Februar 2005, wurde in Portugal zum Nationalen Trauertag erklärt.

Am 19. Februar 2006 wurde Schwester Lúcia dos Santos von Coimbra nach Fátima überführt, um dort in der Basilika „Unserer lieben Frau von Fátima“ neben Jacinta und Francisco ihre letzte Ruhestätte zu finden. An ihrem dritten Todestag 2008 erteilte Papst Benedikt XVI. sein Einverständnis für die Einleitung des Seligsprechungsprozesses von Sr. Lucia und setzte damit, wie bereits zuvor beim Verfahren für Papst Johannes Paul II., eine Regelung des Kirchenrechtes außer Kraft, wonach ein Seligsprechungsverfahren frühestens fünf Jahre nach dem Tod einer Person eröffnet werden darf.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Maria Celina de Jesus Crucificado: Schwester Lucia. Die Erinnerung, die wir von ihr haben. Carmelio de Coimbra 2006, ISBN 972-8524-53-6
  • J. de Marchi: Fatima von Anfang an. Fatima/Portugal in div. Übersetzungen und Auflagen.
  • L. Gonzaga da Fonseca: Maria spricht zur Welt. 15. Auflage. Tyrolia, Innsbruck-Wien-München 1963
  • Gregor Kauling: Visionen und die Frage ihrer Echtheit. Fatima – Medjugorje – Marpingen. Oros, Altenberge 2001, ISBN 3-89375-200-5
  • Luís Kondor (Hrsg.): Schwester Lucia spricht über Fatima. Erinnerungen der Schwester Lucia. Postulação, Fatima 1977 (3. Aufl., Übersetzung aus dem Portugiesischen)
  • Maria Lúcia: Die Aufrufe der Botschaft von Fatima. Secretariado dos Pastorinhos, Fatima 2002 (Übersetzung aus dem Portugiesischen), ISBN 972-8524-27-7
  • Visconde de Montelo: As grandes maravilhas de Fátima. Lisboa 1927 (Portugiesisch)
  • Georg Scharf: Fatima aktuell. Botschaft und Boten. Schmitz, Münster 1984, ISBN 3-922054-04-8
  • Manuel Fernando Silva: Pastorinhos de Fátima. Lissabon, Paulinen 2003 (469 S.)

Weblinks[Bearbeiten]