Lactitol

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Strukturformel
Strukturformel von Lactitol
Allgemeines
Freiname Lactitol
Andere Namen
  • Lactobiosit
  • Lactositol
  • Laktit
  • (2S,3R,4R,5R)-4-((2S,3R,4S,5R,6R)- 3,4,5-Trihydroxy-6-hydroxymethyltetrahydropyran- 2-yloxy)hexan-1,2,3,5,6-pentaol (IUPAC)
  • 4-O-β-D-Galactopyranosyl-D-glucitol (CAS, WHO)
  • E 966
Summenformel C12H24O11
CAS-Nummer
  • 585-86-4 (Lactitol)
  • 81025-03-8 (Lactitol·Dihydrat)
  • 81025-04-9 (Lactitol·Monohydrat)
PubChem 91476
ATC-Code

A06AD12

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Laxantien

Wirkmechanismus

Osmotisch wirkendes Laxans

Eigenschaften
Molare Masse 344,31 g·mol−1
Schmelzpunkt
  • 146 °C (Lactitol)[1]
  • 94–97 °C, auch 120 °C angegeben (Lactitol·Monohydrat)[1]
  • 75 °C (Lactitol·Dihydrat) [1]
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Lactitol·Monohydrat

keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

> 30.000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral, Lactitol·Monohydrat)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Lactitol (Lebensmittelzusatzstoff 966, Lactit) ist ein synthetischer Zuckeraustauschstoff, der in der Natur nicht vorkommt.[4] Lactitol wird durch katalytische Hydrierung von Milchzucker unter Druck gewonnen.[5] Dabei wird der Glucoseteil der Lactose zu Sorbit (Glucitol) reduziert, die glykosidische Bindung jedoch nicht aufgebrochen. Lactitol wird daher chemisch als 4-O-β-D-Galaktopyranosyl-D-glucitol bezeichnet. Es findet Verwendung als Süßstoff für Nahrungsmittel, vor allem für Diabetiker. Jedoch beträgt die Süßkraft etwa 30–40 % der von Saccharose, so dass die Verbreitung als Süßstoff limitiert ist.[5]

Lactitol greift die Zähne nur wenig an, besitzt aber einen relativ starken abführenden Effekt und wird daher auch zu diesem Zweck eingesetzt.[5] Lange und intensive Studien haben gezeigt, dass Lactitol keine toxologisch wichtigen Nebenwirkungen aufweist.[6]

Im Handel wird Lactitol in Österreich und der Schweiz unter dem Namen Importal® als Abführmittel vertrieben sowie als Süßstoff (Lacty®).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; ISBN 978-0-911910-00-1
  2. Datenblatt D-Lactitol monohydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. Mai 2011 (PDF).
  3. a b Datenblatt LACTITOL MONOHYDRATE CRS (PDF) beim EDQM, abgerufen am 24. Juni 2009.
  4. L. O'Brien Nabors (Hrsg.): Alternative Sweeteners. Marcel Dekker Inc., 3. erw. Auflage 2001, ISBN 0-8247-0437-1, S. 297–299.
  5. a b c Lactitol. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 1. Oktober 2014.
  6. Alfred Larry Branen, P. Michael Davidson und Branen Larry Branen: Food Additives. Marcel Dekker Inc; 2. Auflage 2001; ISBN 978-0-8247-9343-2; S. 466–467.
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