Lalisch

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Lalisch (Autonome Region Kurdistan)
Lalisch
Lalisch
Lage der Stadt Lalisch im Irak
Grab von Scheich Adi

Lalisch (kurdisch: Laliş; arabisch ‏لالش‎, DMG Lāliš) ist ein Tal im heutigen Irak, ca. 60 km nördlich der Stadt Mosul, in dem sich das zentrale Heiligtum der Jesiden befindet. Sie besuchen den Ort vor allem im Rahmen des alljährlichen jesidischen Festes Jezhna Jemaʿīye vom 6. bis 13. Oktober, aber auch zu anderen Zeiten.

Den Jesiden gilt Lalisch als der heiligste Ort auf Erden. Es existieren hier zwei heilige Quellen, die „Weiße Quelle“ („Kanîya Sipî“) und die „Zamzam-Quelle“ („Kanîya Zemzem“), die mit der Zamzam-Quelle in Mekka in Verbindung stehen soll. Wichtigstes Heiligtum ist die Grabstätte von Scheich Adi ibn Musafir, dem bedeutendsten Heiligen der Jesiden. Über ihr erheben sich zwei große Qubbas, die von weither zu sehen sind. Vor dem Heiligtum Scheich Adis befindet sich der sogenannte „Markt der Erkenntnis“ („Sûqa Meʿrifetê“), ein großer Platz, an dem sich die Pilger während der Feste aufhalten und feiern.

Am unteren Ende des Lalisch-Tales befindet sich die Silat-Brücke (Pira Silat). Sie trennt den heiligen vom profanen Bereich. Der heilige Bereich darf ausschließlich barfuß betreten werden. Aus Lalisch bringen die Jesiden geweihte Erde mit, die mit dem heiligen Wasser der Zamzam-Quelle zu festen Kügelchen geformt wird. Sie gelten als „heilige Steine“ (Sing. berat) und spielen bei vielen religiösen Zeremonien eine wichtige Rolle.

Trivia[Bearbeiten]

In Karl Mays Roman Durchs wilde Kurdistan ist das Tal von „Scheik Adi“ (pars pro toto für Lalisch) Schauplatz eines Gefechts zwischen den Jesiden (bei May „Dschesidi“) und türkischen Truppen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Birgül Açikyildiz: The Sanctuary of Shaykh ʿAdī at Lalish: Centre of Pilgrimage of the Yezidis in Bulletin of the School of Oriental and African Studies 72/2 (2009) 301-333.
  • Irene Dulz: Die Yeziden im Irak. Zwischen „Modelldorf“" und Flucht. Münster 2001. S. 34-36.
  • Cecil J. Edmonds: A pilgrimage to Lalish. London 1967.
  • Khalil Jindy Rashow: „Lāliš aus mythologischer, sprachlicher, sakraler und historischer Perspektive“ in Chr. Allison, A. Joisten-Pruschke, A. Wendtland (hrsg.): From Daēnā to Dîn. Religion, Kultur und Sprache in der iranischen Welt. FS für Philip Kreyenbroek zum 60. Geburtstag. Wiesbaden 2009. S. 357-377.
  • Philip G. Kreyenbroek: Yezidism - Its Background, Observances and Textual Tradition. Lewiston, NY 1995. S. 77-83.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lalisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

36.77558333333343.315763888889Koordinaten: 36° 47′ N, 43° 19′ O