Almosen

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Dieser Artikel behandelt die „Almosen“, für den gleichnamigen Ort Allmosen in Brandenburg siehe Großräschen, für die Katastralgemeinde in Niederösterreich siehe Almosen (Gemeinde Göpfritz an der Wild).
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Ein Almosen (von griech.: ἐλεημοσύνη (eleēmosýnē) „Mitleid, Mildtätigkeit“) ist eine materielle Gabe an einen bedürftigen Empfänger ohne Erwartung einer materiellen Gegenleistung dieses Empfängers. Es unterscheidet sich von einer Spende durch den Beweggrund des Mitleids mit dem Empfänger. Je nach Kultur oder Religion kann sich mit einem Almosen die Erwartung eines spirituellen Vorteils oder das Ableisten einer Buße verbinden.

Almosenopferkasten an der Kapelle eines spanischen Waisenhauses. Die Inschriftet bittet um mildtätige Spenden für die Armen des Hospitals unserer Lieben Frau von den Waisenkindern.

In den Religionen[Bearbeiten]

Die Gabe von Almosen gilt in vielen Religionen als religiöse Pflicht.

Im Theravada-Buddhismus erhalten die Mönche ihren Lebensunterhalt nur durch Almosen. Die Schenkenden bedanken sich bei den Beschenkten, denn dass sie selbst schenken dürfen und vermögen, das betrachten sie als glückbringende Gunst.

Im Judentum ist die Almosengabe als Ausdruck der Nächstenliebe die Erfüllung des Glaubens.

Auch das Christentum praktiziert das Almosengeben. Im Markusevangelium belehrt Jesus Christus den reichen Jüngling über das, was über das Halten des Gesetzes hinaus zu seiner engeren Nachfolge gehöre: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! 10,21 EU. Von Beginn an gab es im Christentum neben der Unterstützung von Aposteln und Gemeindegliedern Sammlungen für die Gemeinde in Jerusalem. Die weit über das gewöhnliche Almosen hinausgehende Sorge für die Bedürftigen war schon ein grundlegender Zug der frühesten Gemeinden. Ein großer Teil der materiellen Güter der frühchristlichen Gemeinden war zur Versorgung der Armen bestimmt. Der hl. Diakon Laurentius erlitt das Martyrium, weil er diese für die Armen bestimmten Gelder der Gemeinde nicht an den römischen Kaiser Valerian herausgeben wollte. Durch den Wandel zur Reichskirche im 4. Jahrhundert kamen neue Herausforderungen in diesem Bereich auf die Kirche zu.

Konsequenz der dargestellten Grundhaltung, dass die materielle Gabe nur Teil der christlichen Nächstenliebe sei, sind dann etwa bei dem Kirchenvater Johannes Chrysostomos im 4. Jahrhundert Forderungen wie, nicht einfach Sklaven freizukaufen und sich selbst zu überlassen, sondern ihnen erst das Erlernen eines Handwerks zu finanzieren, damit sie auch in Würde die Freiheit leben und ihre Familien versorgen könnten. Diese wechselseitige Verbindung und Verantwortung ist es, was christlichen Liebesdienst wesentlich von dem reinen Almosengeben unterscheidet.

Im Islam ist das Almosen (Zakat) eine der fünf Säulen des gottgefälligen Lebens, also eine Pflicht. Außerdem lebten in der Vergangenheit einige Sufis (islamische Mystiker) ausschließlich von Almosen.

Zitate[Bearbeiten]

  • Es heißt, dass die Armen fünfhundert Jahre vor den Reichen ins Paradies eingehen werden. Durch Almosen kauft man den Armen etwas vom Paradies ab.Elias Canetti (Die Stimmen von Marrakesch)
  • Almosen verderben die Seele des Gebers wie des Nehmers und verfehlen zu alledem ihren Zweck, denn sie verschlimmern die Armut.Fjodor Dostojewski

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wikiquote: Almosen – Zitate
 Wiktionary: Almosen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Alms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]