Almosen

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Dieser Artikel behandelt die „Almosen“, für den gleichnamigen Ort Allmosen in Brandenburg siehe Großräschen, für die Katastralgemeinde in Niederösterreich siehe Almosen (Gemeinde Göpfritz an der Wild).
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Ein Almosen (von griech.: ἐλεημοσύνη (eleēmosýnē) „Mitleid, Mildtätigkeit“) ist eine materielle Gabe an einen bedürftigen Empfänger ohne Erwartung einer materiellen Gegenleistung dieses Empfängers. Es unterscheidet sich von einer Spende durch den Beweggrund des Mitleids mit dem Empfänger. Je nach Kultur oder Religion kann sich mit einem Almosen die Erwartung eines geistlichen Vorteils oder das Ableisten einer Buße verbinden.

Die hl. Elisabeth von Thüringen verteilt Brot an Arme und Hungernde Elisabethkrankenhaus Ravensburg
Almosenopferkasten an der Kapelle eines spanischen Waisenhauses. Die Inschriftet bittet um mildtätige Spenden für die Armen des Hospitals unserer Lieben Frau von den Waisenkindern.

In den Religionen[Bearbeiten]

Die Gabe von Almosen gilt in vielen Religionen als religiöse Pflicht.

Im Theravada-Buddhismus erhalten die Mönche ihren Lebensunterhalt nur durch Almosen. Die Gebenden betrachten ihr Schenken als eine Glück bringende Gunst.

Im Judentum ist die Almosengabe, die als Tzedaqa bezeichnet wird, ein Ausdruck der Nächstenliebe und eine Verpflichtung im Glauben. Der Umfang und die Höhe soll den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Gebers entsprechen.[1]

Das Christentum begründet das Almosengeben neutestamentlich. Im Markusevangelium belehrt Jesus den reichen Jüngling über das, was über das Halten der jüdischen Thora hinaus zu seiner engeren Nachfolge gehöre: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! 10,21 EU. Im Urchristentum gab es neben der Unterstützung der Apostel auch Sammlungen für Bedürftige in der Gemeinde in Jerusalem. Die weit über das gewöhnliche Almosen hinausgehende Sorge für die Bedürftigen war ein grundlegender Zug der frühesten Gemeinden. Ein großer Teil der materiellen Güter der frühchristlichen Gemeinden war zur Versorgung der Armen bestimmt (z.B. Witwen und Waise). Der Diakon Laurentius erlitt das Martyrium, weil er die für die Armen bestimmten Gelder der Gemeinde nicht an den römischen Kaiser Valerian herausgeben wollte. Durch den Wandel zur Reichskirche im 4. Jahrhundert kamen neue Herausforderungen in diesem Bereich auf die Kirche zu.

Die Konsequenz dieser Grundhaltung, dass die materielle Gabe nur ein Teil der christlichen Nächstenliebe sei, sind bei dem Kirchenvater Johannes Chrysostomos im 4. Jahrhundert Forderungen, die Sklaven nicht einfach freizukaufen und sich selbst zu überlassen, sondern ihnen erst das Erlernen eines Handwerks zu finanzieren, damit sie auch in Würde die Freiheit leben und ihre Familien versorgen können. Diese wechselseitige Verbindung und Verantwortung ist es, was christlichen Liebesdienst wesentlich von dem reinen Almosengeben unterscheidet. In der katholischen Kirche gehört das Almosengeben wie auch das Gebet und die Wallfahrt zu den Möglichkeiten, um unter bestimmten Voraussetzungen einen Ablass zu erlangen.

In der Reformationszeit entstanden unter Beteiligung von Philipp Melanchton und des Wittenberger Stadtpfarrers Johannes Bugenhagen Kirchenordnungen wie z.B. 1523 die Leistniger Kastenordnung. Gelder der Kirchengemeinde, die aus dem „Kasten“, einer Art Geldtruhe kamen, dienten dazu, Bedürftige durch Almosen zu unterstützen.[2]

Im Islam ist das Almosen (Zakat) eine der fünf Säulen des gottgefälligen Lebens, also eine Pflicht. Außerdem lebten in der Vergangenheit einige Sufis (islamische Mystiker) ausschließlich von Almosen. Der Sufismus sieht das Almosengeben als eine Form des Sieges über die Selbstsucht und den Geiz. Es zeigt die Vergegenwärtigung der Zusammengehörigkeit aller Geschöpfe. Es wird verglichen mit dem „Fasten der Seele“ und dem Fasten des Leibes.

Zitate[Bearbeiten]

  • Es heißt, dass die Armen fünfhundert Jahre vor den Reichen ins Paradies eingehen werden. Durch Almosen kauft man den Armen etwas vom Paradies ab.Elias Canetti (Die Stimmen von Marrakesch)
  • Almosen verderben die Seele des Gebers wie des Nehmers und verfehlen zu alledem ihren Zweck, denn sie verschlimmern die Armut.Fjodor Dostojewski

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wikiquote: Almosen – Zitate
 Wiktionary: Almosen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Alms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alois Payer: Materialien zur Religionswissenschaft; Judentum als Lebensform: Lebensführung: Mildtätigkeit, abgerufen am 16. Oktober 2014
  2. Evangelische Kirchengemeinde Leistnig: Leistniger Kastenordnung (abgerufen 16. Oktober 2014)