Laser Interferometer Space Antenna

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Künstlerische Darstellung der drei LISA-Satelliten

Das Laser Interferometer Space Antenna (LISA) war ein geplanter interferometrischer Gravitationswellendetektor im All, der als gemeinsame Mission der ESA und der NASA entwickelt werden sollte. Aufgrund von Haushaltskürzungen wurde die Mission 2011 von der NASA aufgegeben. Ein internationales Wissenschaftler-Konsortium hat inzwischen auf der Basis von LISA das Projekt Evolved Laser Interferometer Space Antenna (eLISA) entwickelt, das sich ausschließlich mit europäischer Finanzierung umsetzen lassen soll. Unter der Bezeichnung New Gravitational wave Observatory (NGO)[1] wurde das Projekt von der ESA als L3-Mission unter dem Thema „Das gravitative Universum“ in die weiteren Planungen aufgenommen. Der Start ist für 2034 avisiert.[2][3]

eLISA[Bearbeiten]

Gravitationswellen wurden von Albert Einstein theoretisch vorhergesagt, konnten aber bislang (Juli 2014) nicht direkt experimentell nachgewiesen werden. eLISA wird am empfindlichsten im Frequenzbereich zwischen 0,1 mHz und 1 Hz sein und unterscheidet sich darin grundlegend von erdgebundenen Detektoren, die nur höhere Frequenzen untersuchen können.

eLISA besteht aus einer Anordnung von drei Raumsonden, die in Form eines nahezu gleichseitigen Dreiecks hinter der Erde entlang der Erdbahn um die Sonne kreisen. Der Abstand zur Erde beträgt dabei etwa 50 Millionen Kilometer. Die Satelliten bilden zusammen ein Laserinterferometer mit Armlänge von einer Million Kilometer.

eLISA wird für Gravitationswellen von superschweren Schwarzen Löchern in einem großen Teil des beobachtbaren Universums empfindlich sein. Eventuell werden auch diejenigen Wellen nachweisbar sein, die vom Urknall stammen. Auch sollen möglicherweise Veränderungen der Raumzeit bei HM Cancri gemessen werden können.

Schlüsseltechnologien für eLISA sollen ab 2015 über 12 Monate mit der Mission LISA Pathfinder (LPF) getestet werden. Das Herzstück von LISA Pathfinder wurde an der University of Glasgow abschließend getestet und wird jetzt in das LISA Technology Package integriert.

eLISA/NGO[Bearbeiten]

Um die Kosten zu senken, wurde insbesondere die Länge der Arme von 5 Million Kilometer auf 1 Million Kilometer reduziert, die Satelliten werden mit Sojus-Raketen ins All gebracht und eLISA/NGO wird, um Treibstoff zu sparen, nicht abgebremst, sondern von der Erde wegdriften und somit nur für maximal 6 Jahre arbeiten können.[4]

Das eLISA/NGO-Projekt wurde im Januar 2012 als einer von drei Kandidaten für das Cosmic-Vision-Programm eingereicht.[4] Im Mai 2012 entschied die ESA jedoch, dass nicht eLISA/NGO, sondern das JUICE-Projekt weiter verfolgt wird.[5] Am 5. Mai 2013 stellte die ESA zwei weitere sogenannte „Large (L-class) missions“ in Aussicht. Die Bewertung zu eLISA/NGO ist am 28. November 2013 positiv ausgefallen, es kann mit einem Start 2034 gerechnet werden.[6][2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laser Interferometer Space Antenna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Next steps for LISA, Artikel vom 7. Februar 2012 auf sci.esa.int
  2. a b New vision to study the invisible universe. ESA, abgerufen am 1. Dezember 2013 (englisch).
  3. Max-Planck-Institute wirken bei den nächsten Großmissionen der ESA mit. MPI, abgerufen am 1. Dezember 2013 (deutsch).
  4. a b Physik Journal: Eine völlig andere Art der Astronomie (17. Februar 2012)
  5. NGO. ESA, abgerufen am 6. April 2013 (englisch): „In May 2012, NGO was not selected by the SPC to continue into the definition phase.“
  6. Call for white papers for the definition of the L2 and L3 missions. ESA, abgerufen am 15. Mai 2013 (englisch).