Laura Ingraham

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Laura Anne Ingraham (* 19. Juni 1964 in Glastonbury, Connecticut) ist eine US-amerikanische Fernseh- und Radiomoderatorin, Sachbuchautorin und konservative Kommentatorin. Sie ist vor allem bekannt als Moderatorin der nach ihr benannten Radiosendung The Laura Ingraham Show.

Laura Ingraham (2007)

Leben und Arbeit[Bearbeiten]

Ausbildung und berufliche Anfänge[Bearbeiten]

Ingraham entstammt einer Familie der Mittelschicht aus Connecticut. Nach dem Besuch der Glastonbury High School, die sie 1981 abschloss, studierte sie am Dartmouth College, das sie 1985 mit einem Bachelor-Abschluss verließ. Während ihrer Studienzeit in Dartmouth gehörte sie der Redaktion der konservativen Zeitung The Dartmouth Review an, deren erster weiblicher Herausgeber sie in ihrem letzten Studienjahr in Dartmouth wurde. Bereits zu dieser Zeit fiel sie durch kontroverse Positionen in gesellschaftlichen und politischen Fragen auf, so durch die in einem Artikel geäußerte These, dass die damals an den amerikanischen Universitäten erstmals sehr engagiert auftretenden Aktivisten für Schwulenrechte im Grunde nichts anderes seien als „Cheerleader für die sodomistischen Untergrundgemeinden“ an den Universitäten.

In den späten 1980er Jahren arbeitete Ingraham als Redenschreiberin für den Berater für Innenpolitik in der Reagan-Regierung. Anschließend fungierte sie kurzzeitig als Redakteurin für The Prospect, einer von der Gruppe Concerned Alumni of Princeton herausgegebenen Zeitschrift konservativen Zuschnitts.

1991 erwarb Ingraham einen Abschluss im Fach Rechtswissenschaften an der University of Virginia School of Law. Danach war sie nacheinander Mitarbeiterin von Ralph K. Winter Jr, Richter beim US Court Of Appeals des 2. Bezirks und von Clarence Thomas, Richter beim Supreme Court in Washington. Später zog sie als Privatverteidigerin im Dienst der Anwaltskanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom nach New York City.

Ende der 1990er Jahre moderierte Ingraham die Sendung Watch It! im Programm des Nachrichtensenders MSNBC.

Karriere als Radio- und Fernsehmoderatorin[Bearbeiten]

Im April 2001 begann Ingraham mit der Moderation der nach ihr benannten Radio-Talk-Show The Laura Ingraham Show, die werktags vom Talk Radio Network ausgestrahlt wird. Die Sendung ist mit einer wöchentlichen Zuhörerschaft von durchschnittlich 5,5 Millionen die quotenmäßig achterfolgreichste Radiosendung in den Vereinigten Staaten.

Im Fernsehen ist Ingraham regelmäßig als Kommentatorin in Sendungen des konservativen US-Nachrichtensenders Fox News Channel präsent. In der von Bill O'Reilly moderierten Show The O'Reilly Factor, die mit täglich mehr als drei Millionen Zuschauern als erfolgreichste Politsendung im US-Kabelfernsehen überhaupt gilt, tritt sie einmal pro Woche mit einer als „Ingraham Angle“ bezeichneten Kolumne auf, in der sie den Zuschauern ihre Ansichten zu aktuellen Ereignissen und ihren Protagonisten darlegt. Seit 2008 übernimmt Ingraham zudem routinemäßig die stellvertretende Moderation des O'Reilly Factors.

In ihrer Eigenschaft als Radio- und Fernsehpersönlichkeit fällt Ingraham immer wieder durch umstrittene politische Meinungsbekundungen, durch provokante Thesen und Vergleiche auf. So wandelte sie 2009 während der allgemeinen politischen Debatte um die amerikanische Gesundheitsreform ein Gedicht Martin Niemöllers, in dem dieser die mangelnde Zivilcourage seinerselbst gegenüber den Repressionsmethoden des NS-Regimes beklagt, ab, um den ihrer Meinung nach repressiven und freiheitsfeindlichen Charakter der Pläne der Obama-Regierung für die amerikanische Gesellschaft im Allgemeinen und das US-Steuersystem, -Waffenrecht und -Gesundheitssystem im Besonderen aufmerksam zu machen:

First they came for the rich, and I did not speak out because I was not rich. Then they came for the property owners, and I did not speak out because I did not own property. Then they came for the right to bear arms, and I did not speak out because I was not armed. Then they came for me and denied me my medical care, and there was no one left to speak for me...." (dt.: Erst kamen sie, um die Reichen zu holen, aber ich habe geschwiegen, ich war ja kein Reicher. Dann kamen sie, um die Grundbesitzer zu holen, ich habe geschwiegen, ich war ja kein Grundbesitzer. Dann kamen sie, um das Recht Waffen zu tragen abzuschaffen, ich habe geschwiegen, ich war ja nicht bewaffnet. Dann kamen sie wegen mir, um mir das Recht auf medizinische Versorgung zu nehmen, und da war niemand mehr, der für mich sprechen konnte...

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

Daneben hat Ingraham verschiedene Bücher veröffentlicht. In The Hillary Trap analysiert sie Hillary Clinton unter feministischen Gesichtspunkten und reinterpretiert die Wahrnehmung Clintons als einer feministischen Ikone als Fehleinschätzung, da diese einen liberalen Feminismus unterstützt habe, der einer Kultur Vorschub leiste, in der die Abhängigkeit von Frauen belohnt, die Familie als Institution zersetzt und die Rolle von Frauen als Opfer zelebriert wird. Das Buch Shut Up & Sing ist eine Breitseite gegen liberale Eliten, die die Unterhaltungsindustrie, die Medien, die Politik, die Kunst und die internationalen Organisationen (UNO) dominieren und diese dazu benutzen würden die Vereinigten Staaten zu unterminieren, während die amerikanische Mittelklasse als das eigentliche Herzblut jeder demokratischen Gesellschaft marginalisiert würde. Die Streitschrift Power to the People, die den 1. Platz der New York Times Bestseller-Liste erreichte, kritisierte die angebliche Pornifizierung der USA und fordert die konservative Leserschaft zur aktiven Teilnahme am kulturellen Leben auf, um so konservative Werte in der Erziehung und im Familienleben zu stärken. In The Obama Diaries, einem Bestseller aus dem Jahre 2010 zielt sie auf Präsident Barack Obama. Hier stellt Ingraham mit Fantasietagebucheintragungen Obama, seine Familie und seine Verwaltung als inkompetente, bösartige und charakterschwache Idioten dar[1][2]. Im Buch Of Thee I Zing, ebenfalls einem Bestseller, stellt Ingraham den Verfall der amerikanischen Kultur dar[3][4].

Privatleben[Bearbeiten]

2003 konvertierte sie zum Katholizismus[5]. Im April 2005 gab Ingraham ihre Verlobung mit dem Geschäftsmann James V. Reyes bekannt, die schließlich wieder aufgelöst wurde. In früheren Jahren hatte sie Beziehungen mit dem demokratischen Senatoren Robert Torricelli und dem linken Moderator Keith Olbermann. Ebenfalls 2005 erklärte Ingraham, eine Brustkrebsoperation durchlaufen und gut überstanden zu haben.

Schriften[Bearbeiten]

  • The Hillary Trap. Looking for Power in All the Wrong Places, 2000. (Erweiterte Neuauflage 2005)
  • Shut Up & Sing. How Elites from Hollywood, Politics, and the U.N. are Suverting America, 2003.
  • Power to the People, 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laura Ingraham – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jennifer Schuessler: Hardcover Nonfiction. In: The New York Times, 1. August 2010. 
  2. Laura Ingraham takes aim in ‘The Obama Diaries’. MSNBC News. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  3. Jennifer Schuessler: Hardcover Nonfiction. In: The New York Times, 31. Juli 2011. 
  4. Laura Ingraham's Of Thee I Zing. Daily Caller. Abgerufen am 13. Juli 2011.
  5. Relionnews: 10 minutes with Laura Inraham vom 20. Februar 2008 (abgerufen am 1. Dezember 2011)