Lega dei Ticinesi

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Lega dei Ticinesi

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Gründungsdatum: 17. Januar 1991
Präsidium: Attilio Bignasca (geschäftsführend)
Mitglieder: 3'000[1]
(Stand: 2011)
Wähleranteil: 0,8 %[2]
(Stand: NR-Wahlen 2011)
Nationalrat: 2 Sitze
Ständerat: 0 Sitze
Fraktion (BV): SVP-Fraktion
Kantonale Parlamente: 21 Sitze (0,8 %)[3]
(Stand: April 2013)
Kantonale Regierungen: 2 Sitze
(Stand: März 2013)
Website: www.lega-dei-ticinesi.ch

Die Lega dei Ticinesi (deutsch Liga der Tessiner, französisch Ligue des Tessinois) ist eine politische Partei in der Schweiz. Sie wurde 1991 als rechte bzw. rechtspopulistische Protestpartei gegründet und ist ausschliesslich im Kanton Tessin aktiv.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Partei vom Unternehmer und ehemaligen FDP-Parteigänger Giuliano Bignasca und vom Journalisten Flavio Maspoli. Im Gründungsjahr 1991 gelang es ihnen, mit Flavio Maspoli und Marco Borradori zwei Nationalratssitze und mit Giorgio Morniroli einen Ständeratssitz zu besetzen.

Die Lega ist gegen einen Beitritt zur Europäischen Union und für eine strenge Asylpolitik. Ein besonderes Ärgernis für die Partei sind die Bundesangestellten in Bern, die sich angeblich nicht genug für die Interessen des Kantons Tessin einsetzen. Nach anfänglich raschem Erfolg im Heimatkanton schwächte sich der Aufstieg ab. Im nationalen Parlament ist die Partei mit Norman Gobbi als Mitglied der SVP-Fraktion vertreten.

Die Lega konnte bei den Kantonalwahlen 2003 dank des in der Bevölkerung beliebten Marco Borradori ihren Sitz im Tessiner Staatsrat behalten. Anlässlich der Staatsratswahlen vom 1. April 2007 erreichte Marco Borradori mit mehr als 81'000 Stimmen das beste Resultat aller Kandidierenden. Auch bei den Staatsratswahlen vom 10. April 2011 erzielte Borradori mit 81'754 Stimmen wiederum das beste Resultat aller Kandidaten; da die Lega überdies mit 29,8 % der Stimmen die FDP (25,0 %) erstmals als stimmenstärkste Partei ablöste, konnte mit Norman Gobbi ein weites Lega-Mitglied in die Kantonsregierung einziehen.

Die Untersektion der Partei für die jüngere Generation (Giovani Leghisti) wird von Francesco Lovera in Lugano geführt.

Politisch steht die Lega dei Ticinesi der Schweizerische Volkspartei, der Freiheits-Partei der Schweiz und ihrer italienischen (padanischen) «Schwesterpartei» Lega Nord nahe. Allerdings hegen die Tessiner Legisten – im grossen Gegensatz zur Lega Nord – keine Sezessionsbestrebungen.

Im März 2013 starb Mitgründer und Präsident Giuliano Bignasca.[4] Staatsrat Michele Barra starb im Oktober 2013.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Broschüre: «In der Kürze liegt die Würze», S. 24 (PDF-Datei)
  2. Nationalratswahlen: Übersicht Schweiz 2011
  3. Mandatsverteilung: Kantonale Parlamentswahlen 1984–2013. Bundesamt für Statistik, 28. April 2013, abgerufen am 29. April 2013 (html).
  4. Giuliano Bignasca ist tot. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 7. März 2013
  5. Lega-Staatsrat Michele Barra ist tot. Der Bund, abgerufen 20. Oktober 2013