Liste der Seligen und Heiligen

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Die Liste der Seligen und Heiligen enthält eine alphabetische Aufstellung von Personen, die von den christlichen Konfessionen, hauptsächlich von Katholiken, Orthodoxen und Anglikanern, als „selig” oder „heilig” verehrt werden.

2004 wurde das Martyrologium Romanum aktualisiert, worin 6650 Heilige und Selige verzeichnet sind, sowie 7400 Märtyrer. Auch die katholische Kirche kennt nicht die genaue Zahl, denn das Heiligenwesen in seiner heutigen Form wurde erst 1588 von Papst Sixtus V. geregelt.

Im frühen Mittelalter hat praktisch das Volk für sich entschieden, wen es für heilig hält. Ab dem hohen Mittelalter tritt anstelle dessen ein kirchenrechtlich festgelegter Prozess der Heiligsprechung. Darin werden von einem Verteidiger, dem advocatus dei, Argumente für die Heiligsprechung vorgebracht, während der advocatus diaboli gegen die Heiligsprechung argumentiert. Ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts versuchte man, die katholischen Heiligen enzyklopädisch zusammenzufassen, nach Kalendertagen geordnet (Acta Sanctorum). Papst Johannes Paul II. hat 1338 Personen selig- und 482 Personen heiliggesprochen. In den 300 Jahren davor gab es insgesamt nur etwa 300 Heiligsprechungen.[1]

Einen Sonderfall stellt die Spalte für die evangelischen Kirchen dar: Diese lehnen eine formelle Selig- oder Heiligsprechung als Vorwegnahme der göttlichen Heilsentscheidung ab. Die Confessio Augustana empfiehlt in Artikel 21 aber ausdrücklich das Gedenken an Heilige, allerdings ausschließlich als Vorbilder im Glauben, während eine Mittlerfunktion oder die Anrufung von Heiligen abgelehnt wird. Vor diesem Hintergrund haben auch offizielle Entscheidungsgremien evangelischer Kirchen Namen- und Heiligenkalender aufgestellt. In der liturgischen Praxis spielen diese allerdings kaum eine Rolle. Um eine Gleichbehandlung der in der Liste aufgeführten Konfessionen zu gewährleisten, sind dennoch in der entsprechenden Spalte auch Personen aus solchen Kalendern aufgeführt, beispielsweise aus dem Evangelischen Namenkalender der EKD oder den Heiligenkalendern der ELCA und der LCMS.

Zielsetzung ist ein vollständiges Auflisten, die Liste bleibt damit ergänzungsbedürftig. Aufgrund ihres Umfangs wurde sie nach Anfangsbuchstaben aufgeteilt.

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Siehe auch[Bearbeiten]

Zahlreiche Namen von Heiligen finden sich auch unter den Suchbegriffen Heiliger …, Sankt … oder St. … oder Seliger … sowie entsprechend den zahlreichen Sprachformen von Heiliger, Sankt und Seliger, wie San, Santa, Saint, Sainte usw.

Literatur[Bearbeiten]

(chronologisch)
  • Jacobus de Voragine: Legenda Aurea. vor 1282. (Nachauflagen siehe im Artikel)
  • Boninus Mombritius: Sanctuarium. Venedig 1474
  • Aloysius Lippomannus: Vitae Sanctorum. Rom 1551-1560
  • Laurentius Surius: Vitae Sanctorum. Köln 1570-1575
  • Heiliger Stuhl (Hrsg.): Martyrologium Romanum. Editio princeps, Rom 1584. (Neuausgaben siehe im Artikel, Online: vatican.va, ital.; 1749, breviary.net, lat./engl.)
  • Johann Bolland; Société des Bollandistes (Hrsg.): Acta Sanctorum. Antwerpen 1643, neuere Aufl. Bruxelles ff.
  • J. E. Stadler, F. J. Heim, J. N. Ginal: Vollständiges Heiligen-Lexikon.[2] Band 1–5. B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg 1858–1882.[3] (Online auf zeno.org, heiligenlexikon.de)
  • Otto Wimmer: Kennzeichen und Attribute der Heiligen, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2000, ISBN 3-7022-2354-1
  • Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 1988, Lizenzausgabe 2002 der Nikol Verlagsges.m.b.H. & Co.KG. ISBN 3-933203-63-5

Quellen[Bearbeiten]

  1. Helmut Moll: Seligsprechungsverfahren. In: Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Band 3, Paderborn u.a. 2004, S. 545-547. vergl. Harald Martenstein. In: Der Tagesspiegel., 25. Dezember 2006
  2. vollständiger Titel: Vollständiges Heiligen-Lexikon oder Lebensgeschichten aller Heiligen, Seligen etc. etc. aller Orte und aller Jahrhunderte, deren Andenken in der katholischen Kirche gefeiert oder sonst geehrt wird, unter Bezugnahme auf das damit in Verbindung stehende Kritische, Alterthümliche, Liturgische und Symbolische, in alphabetischer Ordnung.
  3. 1. Band: A–D, 1858; 2. Band: E–H, 1861; 3. Band: [I]K–L, 1869; 4. Band: M–P, 1875; 5. Band: Q–Z, 1882

Weblinks[Bearbeiten]