Lopburi

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ลพบุรี
Lopburi
Lopburi (Thailand)
Red pog.svg
Koordinaten 14° 48′ N, 100° 39′ O14.798041100.653707Koordinaten: 14° 48′ N, 100° 39′ O
Basisdaten
Staat Thailand

Provinz

Lopburi
Lopburi 01.JPG
Karte der Stadt Lopburi aus dem 17. Jahrhundert
Prang Sam Yod

Lopburi (alter Name: Lavo, in Thai ลพบุรี) ist die Hauptstadt des Landkreises (Amphoe) Mueang Lopburi und der Provinz Lopburi in der Zentralregion von Thailand.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Lopburi (aus Sanskrit Lava-puri) bedeutet „Stadt des Lava“. Lava ist in der indischen Mythologie des Ramayana-Epos einer der Zwillingssöhne von Rama und Sita.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Lopburi liegt am gleichnamigen Fluss und umfasst ein sehr großes Stadtgebiet inmitten der fruchtbaren Ebene des Maenam Lopburi. Nördlich der Stadt ragt der Khao Wong Phra Chan mit drei spitzen Zacken eindrucksvoll hervor.

Die Entfernung zur Hauptstadt Bangkok beträgt etwa 150 Kilometer.

Wirtschaft und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Stadt lebt von einer ertragreichen Landwirtschaft: Reis, Baumwolle und Mais sind die Hauptprodukte.

Geschichte[Bearbeiten]

Lopburi (historisch Lavo) ist eine frühe Gründung des Mon-Volkes und war bereits im 7. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum ihrer Dvaravati-Kultur. Als die Khmer im 10. Jahrhundert das Gebiet von Thailand infiltrierten und beeinflussten, regierte hier ein Provinzgouverneur im Rang eines Vizekönigs. Im 13. Jahrhundert war es König Ramkhamhaeng von Sukhothai, der Lopburi seinem Reich einverleibte. U Thong (als König Ramathibodi I.), der Gründer des Königreichs Ayutthaya, das das Gebiet des heutigen Thailand vom 14. bis 18. Jahrhundert dominierte, stammte vermutlich aus der Fürstenfamilie von Lopburi. Die Stadt gewann danach erst wieder an Bedeutung, als König Narai wegen der ständigen Bedrohung durch die Birmanen Lopburi 1664 zu einer strategischen Festung ausbauen ließ und zu seiner zweiten Hauptstadt machte.

Von der einst prunkvollen Residenzstadt sind noch viele Überreste geblieben. Im Gegensatz zu Ayutthaya wurde Lopburi bei der Eroberung des Reiches durch die Truppen des Königs von Ava 1767 nicht gänzlich dem Erdboden gleichgemacht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Javaneraffen hinter dem San Phra Kan Schrein
  • Phra Narai Ratcha Niwet (พระนารายณ์ราชนิเวสน์) – Palast von König Narai in Lopburi, erbaut zwischen 1665 und 1677. Der Entwurf stammt von französischen Jesuiten, die seit 1662 in der Hauptstadt Ayutthaya sesshaft waren. Der Chantarapisarn Pavillon wurde 1924 von Prinz Damrong Rajanubhab und Prinz Narisara Nuwattiwong als „Lopburi Museum“ eröffnet, welches heute eine große Sammlung von historischen und antiken Kunstgegenständen in mehreren Gebäuden beherbergt.
  • Statue von König Narai – zu Ehren des Förderers der Stadtentwicklung im 17. Jahrhundert.
  • Wat Phra Sri Rattana Mahathat (วัดพระศรีรัตนมหาธาตุ) – große buddhistische Tempelanlage (Wat) mit einem hohen Prang; der ursprüngliche Bau bestand bereits vor dem Einzug der Khmer. (Siehe auch: Wat Mahathat)
  • Phra Prang Sam Yod („Drei Heilige Prangs“ – พระปรางค์สามยอด) – drei Laterit-Prangs aus der Khmer-Zeit (11. Jahrhundert), unter Narai wurde ein Viharn angebaut, der eine Buddhastatue aus der Ayutthayazeit beherbergt.
  • Die Stadt wird geplagt von Javaneraffen, die sich vor allem beim Prang Sam Yod herumtreiben. Sie werden nur geduldet, da sie zahlreiche Touristen anlocken. Das Füttern der Affen ist in der Stadt nicht gestattet.
  • San Phra Kan (ศาลเจ้าพ่อพระกาฬ) – ein brahmanischer Schrein, gegenüber dem Prang Sam Yod, errichtet 1951, enthält eine hochverehrte vierarmige Statue mit einem Buddha-Kopf. Hinter dem Schrein sind Überreste eines Khmer-Prang zu sehen, der heute als „Affen-Schutzgebiet“ genutzt wird, in dem die Affen gefüttert werden dürfen.
  • Wat Thong Thong – aus der Ayutthaya-Zeit, jedoch im westlichen Stil gehalten
  • Ban Wichayen – Ruinen der Residenz von Constantine Phaulkon, dem griechisch-stämmigen Minister unter König Narai
  • Prang Khaek – kleiner Hinduschrein im Khmer-Stil

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lopburi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Santosh N. Desai: Hinduism in Thai Life. Bombay 1981, S. 64.