Song-Dynastie

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Dieser Artikel behandelt die Nördliche und die Südliche Song-Dynastie. Zur Song-Dynastie der Zeit der Südlichen Dynastien, die auch Liu-Song-Dynastie genannt wird, siehe Frühere Song-Dynastie.
Das Song-Reich im Jahr 1111

Die Song-Dynastie (chinesisch 宋朝Pinyin sòngcháo, W.-G. Sung Ch'ao) war von 960 bis 1279[1] die herrschende Dynastie im Kaiserreich China. Sie teilt sich in die „Nördliche“ und „Südliche“ Song-Dynastie. Die „Nördliche“ (北宋Běi Sòng) regierte 960–1126 in Kaifeng (開封Kāifēng), die „Südliche“ (南宋Nán Sòng) 1126–1279 in Hangzhou (杭州Hángzhōu).

Nördliche Song 960–1126[Bearbeiten]

Staatsgründung[Bearbeiten]

Song Taizu, Begründer und erster Kaiser der Song-Dynastie

Die Nördliche Song-Dynastie wurde 960 von General Zhao Kuangyin (reg. 960–976, posthum Taizu) begründet, der den siebenjährigen Thronerben der Späten Zhou-Dynastie (chinesisch 後周Pinyin Hòu Zhōu: 951–960) stürzte und den Thron in Kaifeng usurpierte. In mehreren Feldzügen zwischen 963 und 979 einigten er und sein Nachfolger China weitgehend und beendeten die Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche. Kaifeng wurde die Hauptstadt, wie bereits unter den Späten Jin-, Späten Han- und Späten Zhou.

Die Grundlagen des Staates waren schon zur Späten Zhou-Zeit gelegt worden: Wiedervereinigung der Provinzen, Ordnung der Steuerlast, Kanal- und Dammbau, Bepflanzung von Brachland, Anlage von Militärkolonien. Der unruhige türkische Militäradel (speziell die Shato) hatte sich gegen 950 aufgerieben. Die buddhistischen Tempel und Klöster waren 955 größtenteils konfisziert und der Mönchsstand starken Beschränkungen unterworfen worden. Der erste Song-Kaiser konnte sich auf dieses Staatsfundament stützen. Er unterstellte zudem schon 963 die Militär- der Zivilverwaltung und schaffte das System der Militärgouverneure ab, das zum Untergang der Tang geführt hatte. Potentielle Rivalen pensionierte er oder setzte sie auf zivile Posten.

Außenpolitik und Militär[Bearbeiten]

Große Teile Nordchinas waren zum Zeitpunkt der Dynastiegründung bereits in der Gewalt der Kitan bzw. der Liao-Dynastie, welche das Land in mehreren Siegen (979, 986) und im Frieden von Shanyuan 1004 behaupteten. Die Song zahlten ihnen Tribut in Silber und Seide, was die Staatsfinanzen belastete, aber angesichts der hohen Kosten für das Militär (bis zu 25 % des Budgets) immer noch die billigere Variante war. Die Armee vergrößerte sich im 11. Jh. ständig, war aber qualitativ nicht sehr hochwertig: bei einer Truppenverlegung passierte es z. B., dass die Soldaten ihr Gepäck nicht selbst tragen wollten: man musste eine Armee von Trägern anstellen. Die hohen Kosten der Armee bedeuteten nicht gleichzeitig eine hohe Schlagkraft.

Weiterhin war die Existenz des Tanguten-Reiches in Gansu und die des Staates Nánzhāo (Bai, aber auch Thai, Tibeter, Chinesen mit Hauptstadt Dali) in Yunnan zu verzeichnen. Dem Tangutenreich musste Song-China ebenfalls Tribut zahlen, wenn auch weniger als den Kitan. Dazu kam die Loslösung des jahrhundertelang angegliederten Vietnam: 981 schlug das Land einen Angriff der Song zurück.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Brücke in der Hauptstadt Kaifeng, Qingming-Rolle

Die Zeit der Song-Dynastie sicherte China ein schnelles wirtschaftliches Wachstum (erkennbar an einer mehr-als-Verdopplung der Münzprägung trotz Einführung des Papiergeldes) und im Zusammenhang damit eine damals einzigartige gesellschaftliche Blütezeit.

Die einzelnen Regionen waren wirtschaftlich nicht mehr autark, d. h. bestimmte Regionen standen nun für bestimmte Produkte (Eisen, Zucker, Reis, Tee), und das beeinflusste Binnenhandel und -verkehr positiv. Dazu kam der Aufstieg der Städte unabhängig von ihrer politischen Bedeutung, ausgelöst durch die Landflucht und das Bevölkerungswachstum. Einzelne Stadtteile trennende Mauern verschwanden und Läden, Werkstätten und Märkte waren nicht mehr an vorgeschriebene Orte gebunden. Die Gentry erlaubten zudem eine soziale Gesetzgebung, was die Wohlfahrt begünstigte (z. B. 1089 Amt für Altersheime, 1102 Krankenpflegeamt). Eine weitere Voraussetzung für den Erfolg der chinesischen Wirtschaft zur Song-Zeit war eine wachsende Nachfrage im Inneren. Das städtische Bürgertum (Grundeigentümer, Kaufleute) wurde wohlhabend und wünschte seinen Anteil am Luxus, egal ob es nun um Möbel, Kleidung oder Küche ging.

Wir verzeichnen eine Zunahme des Block- und Buchdrucks, Einführung des Papiergelds 1024, eine Weiterentwicklung der Schifffahrt (ca. 1090 Nutzung des Kompass, 984 Kanalschleuse, 12. Jh. verstärkter Einsatz des Schaufelrads, Tiefenbohrungen nach Sole und Erdgas (durchschnittlich bis 900 m), bessere Militärtechnik (Schießpulver auf 1044 datiert)) und weiteres. Die Literatur blühte auf vielen Gebieten (Enzyklopädien, Technik, Medizin, Romane, Architektur, Religion, fremde Länder), und analog dazu gab es eine Zunahme öffentlicher wie privater Schulen und Bibliotheken.

Eine Voraussetzung für den Erfolg der alten chinesischen Wirtschaft war der Überschuss an Arbeitskräften, der durch die Abwanderung von Bauern in die Städte des 12. Jahrhunderts gegeben war. In den staatlich betriebenen Manufakturen arbeiteten bis zu 7000 Arbeitskräfte; und in privaten Manufakturen, -auf dem Bereich der Ziegel-Brennereien, Lack- und Porzellanherstellung- arbeiteten zumindest bis zu 1200 Arbeitskräfte. Diese privaten Manufakturen arbeiteten aber stets den großen staatlichen Manufakturen zu. Wenn sie zu einflussreich werden drohten, griff der Staat ein. Eine weitere Ausdehnung dieser frühkapitalistischen Entwicklung wurde also durch den Staat verhindert.

Tempel der Heiligen Mutter in Taiyuan

Die meisten Handwerker waren im Verlagssystem von einem Verleger abhängig (wie in England im 16. Jh.). Größere Handwerker konnten bis zu 40 Lohnarbeiter haben. Zünfte waren für Arbeitsvermittlung, Waisenheime und Feuerwehren zuständig, auch allgemein schufen Stiftungen diverse Wohlfahrtseinrichtungen in den Städten. In den Häfen gab es Maklerbüros und Hafenarbeitergilden.

Der große Anstieg der Bevölkerung ist insbesondere auf Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Produktion zurückzuführen. Zwischen der Mitte der Tang-Zeit und dem 11. Jahrhundert verdoppelte sich die Bevölkerungszahl, obwohl die Staatsfläche kleiner geworden war. Das Erschließen neuer Agrarflächen durch Terrassierung und Bewässerungsanlagen trug ebenso zu einem höheren Ernteaufkommen bei wie eine höhere Effizienz, die durch den Einsatz von Düngemitteln, mehrere Ernten innerhalb eines Jahres und Züchtung von neuen Reis- und Weizensorten erreicht wurde.[2]

Die Handelsbeziehungen nach Japan, Südostasien und Indien wurden mit der Entwicklung der Wirtschaftskraft und Hochseeschifffahrt intensiver, d. h. der bisher im Wesentlichen den Muslimen überlassene Überseehandel wirkte sich wirtschaftlich aus. Ferner vermerkte man für das frühe 13. Jh. eine vage Kenntnis europäischer Örtlichkeiten, vermittelt durch arabische Seefahrer (im Buch Chu-fan chih).

Das Problem des Großgrundbesitzes[Bearbeiten]

Als ein (im 13. Jh. letztlich entscheidendes) Problem des Staates erwies sich der Großgrundbesitz, der sich zunehmend in den Wirtschaftszentren wie z. B. am Huai-Fluss ausdehnte. Großgrundbesitzer waren durch ihren Einfluss auf das Beamtentum schon früh in die Lage gewesen, ihre ökonomische Basis auch politisch zu sichern. Das Prinzip der Akkumulation war wie folgt: Eine Steuerquote war für jeden Distrikt festgesetzt. Die Großgrundbesitzer bekamen die Steuern ihrer Pächter (40-50% jeder Ernte), gaben aber nur wenig davon an den Staat weiter. Und wenn der Großgrundbesitz Steuern hinterzog, mussten die freien Kleinbauern zahlen, da die Quote festgesetzt war und sie über keinen Einfluss auf das Beamtentum verfügten. Nach und nach wurden so die freien Kleinbauern ruiniert. Der ruinierte Kleinbauer konnte nun Pächter des Großgrundbesitzers werden oder sein Land verlassen, um woanders Geld zu verdienen, letzteres war aber verboten. Zudem begünstigte die Steuerstaffelung die Großen, d. h. die Mindestabgaben waren zu hoch.

Das Problem war in Südchina von Anfang an viel schlimmer, denn im Norden Chinas hatte man im 10. Jh. viele Großgrundbesitzer umgebracht: sie waren immer die ersten Opfer bei Erhebungen und Kriegen und an ihre Stelle waren freie Kleinbauern getreten.

Sogar innerhalb des Großgrundbesitzes kam es zu einer Differenzierung: die Klein-Gentry und Intelligenz wurde abhängig von der Groß-Gentry und hielt sich aus der Politik raus. Nie war eine Zeit so reich an Dichtern gewesen wie die der Song. Die Groß-Gentry spekulierte mit Land und Geld und dominierte (abgesehen von der Reformzeit unter Wang Anshi) die Verwaltung.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Song-Zeit gilt als bürokratisch, aber verhältnismäßig liberal. Der Staat stützte sich auf die Klasse der Großgrundbesitzer (enge Verflechtung mit dem Großhandel), und die gehobene Beamtenschaft rekrutierte sich fast ausschließlich aus ihr. Der kaiserliche Umgang mit den Ministern war vertrauter als zuvor, und es konnte vorkommen, dass ein Minister dem Kaiser auf die Schulter klopfte oder bei ihm einschlief. Der Kaiser betitelte sich selbst nur als Kuan-chia, d. h. Administrator, und bekam für seine Ausgaben (anders als etwa bei den Ming) ein Budget und Sonderzuwendungen für Feiern zugewiesen. Die Rolle des Kanzlers war dabei stets bedeutend. Andererseits war die Zentralregierung im Hinblick auf die Anzahl und Verbreitung der Behörden so stark vertreten wie noch nie, und die Tendenz war steigend.

Die Zentralverwaltung gliederte sich zur Song-Zeit in die großen Abteilungen a) Wirtschaft und Finanzen (Ämter: Staatsmonopole, Budget, Bevölkerung), b) Heer und c) Sekretariat (d. h. Gerichts- und Personalverwaltung). Es gab sogar drei Ämter für die unabhängige Entgegennahme von Beschwerden und Anregungen seitens der Beamten und der Bevölkerung.

Beamte erhielten 80 freie Tage im Jahr und 50% (und mehr) des Gehaltes als Pension, weiterhin bekamen sie eine gewisse Menge Landbesitz als steuerfreien Gehaltszuschlag. Nach 1065 hielt man Beamtenprüfungen alle drei Jahre ab und machte sie zur Pflicht. Dazu gab es inzwischen drei Ebenen von Beamtenprüfungen (in der Präfektur, Hauptstadt und vor dem Kaiser). Auch die Fächer der Beamtenprüfungen wurden (unter Wang Anshi) praktischer ausgerichtet, so dass wir verzeichnen: Allgemeinbildung, Schrift und Schriftstücke, Recht, Mathematik, Militär und wie immer die Klassiker. Prüfungsbögen wurden anonym behandelt.

Unter Kaiser Shenzong (神宗, reg. 1067–1085) kam es 1069 zu den Reformen des Wang Anshi. Das Hauptanliegen Wang Anshis bestand darin, durch den Erlass von Gesetzen die Unterdrückung der Kleinbauern zu regulieren, die die Hauptlast der direkten Steuern und der Frondienste zu tragen hatten. Das gleiche betraf die kleinen Handwerker, die von o. g. Verlegern und von Handelsgilden (hang 行) abhängig waren. Wang Anshi konnte sich bei Hofe nicht halten und wurde 1076 verbannt, 1078 wieder eingesetzt und 1085 erneut entmachtet. An seine Stelle trat der Konservative Sima Guang, der die Großgrundbesitzer und reichen Kaufleute vertrat und die „neuen Gesetze“ wieder rückgängig machte. Nach dem Tod der beiden Rivalen 1086 setzte sich der Kampf ihrer Parteien fort, wobei die von Wang inspirierte Partei ab 1093 die Oberhand gewann (wobei auffällig ist, dass die Gruppenbildung einen politischen und regionalen Charakter annahm und sich weniger an der Clanstruktur orientierte).

Südliche Song 1126–1279 [Bearbeiten]

Jurchen und Dynastiewechsel[Bearbeiten]

Das Song-Reich im Jahr 1142: Die Dynastie verlor durch den Angriff der Jurchen Nordchina.

Kanzler Cai Jing (1046–1126) führte den Staat in der Tradition Wang Anshis, aber das endete im Fall der Nördlichen Song-Dynastie, weswegen er schlecht bewertet wird (Ausbau des Schulwesens, Vergrößerung der Bürokratie). Er hatte wie Kaiser Huizong künstlerische Neigungen, war aber kein Wirtschaftsfachmann. Beispielsweise kam es um 1123 zu einem Aufstand in Zhejiang, begünstigt durch die Korruption. Das geschah in einem ungünstigen Moment: im Norden waren mit den Jurchen neue Gegner aufgetaucht, welche die Kitan ablösten.

Entscheidend für den Untergang der nördlichen Song-Dynastie (北宋Běi Sòng) war die 1126 erfolgte Gefangennahme des Kaisers Huizong (宋徽宗Sòng Huīzōng, reg. 1100–1125) und seines Sohnes bei der Eroberung von Kaifeng durch die Jurchen (Jin-Dynastie). Der gesamte Hof wurde in die Mandschurei deportiert. Gaozong (reg. 1127–1162), ein anderer Prinz, entkam und gründete südlich des Jangtsekiang, d. h. in Hangzhou, die südliche Song-Dynastie (南宋Nán-Sòng). Ein Sieg über den Jurchen-General Wu-chu am Jangtsekiang sicherte 1130 den Fortbestand der Dynastie.

Innenpolitisch änderte sich wenig, es war nur die Fortsetzung des alten Staates im Süden, d. h. mit einem verkleinerten Staatsgebiet. In dem neuen Staat war der Großgrundbesitz allenfalls stärker vertreten, und in vielen Bezirken gehörten über 30% des Bodens direkt der Gentry. Sie verhinderte unter Kanzler Qin Gui auch den Versuch zur Rückeroberung des Nordens.

Im Jahr 1138 marschierte der chinesische Volksheld Yue Fei bereits auf Kaifeng, als der kriegsmüde Kaiser Gaozong einen Tribut-Frieden schloss, der auch eine Vasallenstellung der Song (bis 1165) beinhaltete. Yue Fei wurde analog dazu durch den Hof verhaftet und hingerichtet (1142). Song-China hatte in Zukunft zwar die Macht, aber nicht den Willen, die Jurchen aus Nordchina zu vertreiben, und sicherte den Frieden stattdessen durch hohe Tribute (Kanzler Qin Gui, † 1155). Im Jahr 1161 scheiterte ein erneuter Angriff der Jurchen auf Südchina -diesmal unter Jin-Kaiser Tikunai persönlich- am Jangtsekiang. Bei den Kämpfen der kaiserlichen Truppen mit den Jurchen sowie mit Piraten wurde übrigens eine Flotte von Schaufelradbooten auf dem Jangtsekiang und seinen Nebenflüssen eingesetzt, ebenso wie Gas- und Explosivwaffen, Vorläufer der Kanonen.

Untergang der Dynastie[Bearbeiten]

Veruntreuung und Vetternwirtschaft in der Mandarin-Verwaltung waren die Schattenseite des Song-Staates im 12. und 13. Jahrhundert. Möglichkeiten dazu gab es verschiedene; sie reichten von der einfachen Unterschlagung von Steuergeldern bis zur unternehmerischen Betätigung von Beamten über Strohmänner, unter Ausnutzung ihrer Stellung. Die Steuerflucht der Großgrundbesitzer nahm zu, was Zahlungsschwierigkeiten des Schatzamtes zur Folge hatte. Gleichzeitig zogen gescheiterte Kleinbauern aus den Grenzregionen als Pächter in die Ackerbauzentren, wodurch sich die die soziale Lage verschärfte. Es kam ferner zu einer nicht zu bremsenden Inflation.

Um 1263 wurde die innenpolitische Lage in den Ackerbauzentren südlich des Jangtsekiang derart prekär, dass das Einziehen der Steuern schwierig wurde: Reformen wurden unumgänglich. Zwangsmaßnahmen des Kanzlers Jia Sidao (1213–1275) waren die Folge. Der Kanzler stammte aus der Klein-Gentry, aber seine Schwester war eine kaiserliche Nebenfrau. Er wollte den Großgrundbesitz auf 27 Hektar beschränken, das überschüssige Land aufkaufen und mit dessen Einkünften die Steuerausfälle bzw. Kriegskosten decken. Jia Sidao erwies sich dabei als rücksichtsloser Intrigant. Die resultierenden Auseinandersetzungen in der Zentralverwaltung und dem Staatsrat untergruben die Loyalität der Beamtenschaft und schließlich der Armeeführung am Vorabend des Mongolen-Angriffs.

Die Mongolen (ab 1271 Yuan-Dynastie) hatten inzwischen ihre Herrschaft über Nordchina etabliert, die Hauptstadt nach Peking verlagert, und nun wurde die Eroberung Südchinas das Ziel. Nach dem Fall der Festungen am Han-Fluss 1273 (mehrjährige Belagerung von Xiangyang) drangen die Mongolen nach Hangzhou vor. Die Hauptstadt Hangzhou kapitulierte 1276, letzte Anhänger der Song hielten sich bis 1279. Nach Verlust der Seeschlacht von Yamen (chinesisch 崖門戰役 / 崖门战役) am 19. März 1279, einer der größten Seeschlachten in der Weltgeschichte, ertränkte Premierminister und Kaiserberater Lu Xiufu (chinesisch 陸秀夫 / 陆秀夫, 1232–1279) den 8-jährigen Thronerben Bing und sich durch einen Sprung in den Perlfluss. Damit fand die Südliche Song-Dynastie ihr Ende, und die Herrschaft der Yuan-Dynastie begann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacques Gernet: Die chinesische Welt. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-38005-2
  • Helwig Schmidt-Glintzer: Geschichte Chinas bis zur mongolischen Eroberung 250 v. Chr.–1279 n. Chr. Oldenbourg Verlag, München 1999, ISBN 3-486-56402-1.
  • Herbert Franke, Rolf Trauzettel: Das Chinesische Kaiserreich (= Fischer Weltgeschichte 19), 13. Auflage, Frankfurt am Main 2005 (Originalausgabe 1968).
  • Denis Twitchett, Paul Jakov Smith (Hrsg.): The Sung Dynasty and its Precursors, 907–1279, Part 1 (= Cambridge History of China 5). Cambridge University Press, Cambridge 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Song Dynasty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Art of the Song Dynasty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F. W. Molte: China von der Sung-Dynastie bis zur Ch`ing-Dynastie; in Propyläen Weltgeschichte, Band VI, Ullstein, Frankfurt a. M., 1964. S. 267
  2. Peter J. Golas: Rural China in the Song. In: The Journal of Asian Studies, Vol. 39, No. 2., Februar 1980, S. 291–325
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