Lothar Binding

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Lothar Binding (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Lothar Binding (* 1. April 1950 in Sandershausen) ist ein deutscher Politiker (SPD).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule in Sandershausen machte Binding von 1965 bis 1968 eine Lehre zum Starkstromelektriker bei Siemens in Kassel, die er als Facharbeiter beendete. Danach erwarb er 1969 in Kassel die Fachhochschulreife. Den anschließenden Besuch des Hessenkolleg beendete er 1972 mit dem Abitur. Nach Ableistung seines Zivildienstes absolvierte er ab 1973 ein Studium der Mathematik, Physik und Philosophie in Tübingen und Heidelberg, welches er 1981 als Diplom-Mathematiker beendete. 1982 begann er eine Tätigkeit als technischer Angestellter im Rechenzentrum der Universität Heidelberg, wo er dann von 1987 bis 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Planung, den Aufbau und den Betrieb von lokalen Netzen und Hochgeschwindigkeitsnetzen für Datenverarbeitung zuständig war. Seit 1996 ist Binding Mitglied im Vorstand, seit 2009 Vorsitzender des 1910 gegründeten Mietervereins Heidelberg und Umgebung, der mit 12.500 Mitgliedern der zweitgrößte Mieterverein im Landesverband Baden-Württemberg des deutschen Mieterbundes ist.

Lothar Binding ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Politik[Bearbeiten]

Seit 1966 ist Binding Mitglied der SPD.[1] Von 1986 bis 1994 und von 1998 bis 2000 war er Vorsitzender im SPD-Kreisverband Heidelberg. Von 1989 bis 2000 gehörte er dem Gemeinderat von Heidelberg an und war hier von 1994 bis 2000 Vorsitzender der SPD-Fraktion. 1996 war er Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Eberbach, verlor aber im zweiten Wahlgang gegen Bernhard Martin (CDU).[2]

Seit 1998 (Bundestagswahl 1998) ist Binding Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist 1998 und 2002 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Heidelberg eingezogen. 2005 verfehlte er das Direktmandat um weniger als 600 Stimmen (0,3 Prozent), wurde aber über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag gewählt. Auch nach der Bundestagswahl 2009 zog er über die Landesliste wieder in den Bundestag ein.

Von 2002 bis 2005 - damals regierte das rot-grüne Kabinett Schröder II - war er stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Finanzen der SPD-Bundestagsfraktion. Im Haushaltsausschuss ist er Hauptberichterstatter für das Bundesministerium der Justiz und für das Bundesverfassungsgericht.

Binding war 2006 Initiator des parteiübergreifenden Gruppenantrags zum Nichtraucherschutz,[1] der als Impuls für das Nichtraucherschutzgesetz des Bundestages 2007 und für zahlreiche Ländergesetze der Jahre 2007 und 2008 zum Schutz vor Passivrauchen gilt.

Er ist Mitglied im Finanzausschuss und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Kalter Rauch. Der Anfang vom Ende der Kippenrepublik. Orange Press, Freiburg (Breisgau) 2008, ISBN 978-3-936086-31-7.
  • Faire Steuern für Deutschland. Erläuterungen zur Reform der Unternehmensteuern 2008. SPD-Landesverband Baden-Württemberg, Stuttgart 2007.
  • mit Marco Winteroll: Das neue Erbschaftsteuerrecht ab 2009. Erben wird gerechter. SPD-Landesverband Baden-Württemberg, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-9804710-3-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b spiegel.de: Deutscher Dunst (über Bindings Kampf 2006/7 für ein Nichtrauchergesetz)
  2. Lob für den "exzellenten Ratsvorsitz", Kritik an der "Konzeptlosigkeit", Rhein-Neckar-Zeitung Online und Druckausgabe vom 29. Dezember 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lothar Binding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien