Louis Baraguey d’Hilliers

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Louis Baraguey d’Hilliers (* 13. August 1764 in Paris; † Dezember 1812 in Berlin) war ein französischer General. Seine Schlachtstrategien gelten bis heute als beispielhaft und sind fester Bestandteil des Lehrplans an Offiziersschulen.

Louis Baraguey d’Hilliers

Leben[Bearbeiten]

Baraguey wurde 1784 Sous lieutenant, focht in der Revolutionsarmee als Général de brigade und Souschef des Stabes von Custine 1793 in der Pfalz und bei der Belagerung von Mainz, wurde jedoch in den Sturz Custines verwickelt, arrestiert und erst nach Robespierres Fall befreit. Er entging knapp der Hinrichtung, die in zwei Monaten hätte vollstreckt werden sollen.

1796 kommandierte er in Paris die Truppen gegen die Insurgenten der Vorstadt St.-Antoine, kam, nachdem er abermals als Royalist verfolgt worden war, zum Westheer unter Hoche und dann nach Italien, wo ihm Bonaparte zwei Halbbrigaden unterstellte und die Besetzung Bergamos befahl.

Für seine guten Dienste im März 1797 zum Général de division befördert, besetzte er Venedig und residierte dort als Gouverneur bis zur Besetzung der Stadt durch die Österreicher. 1798 schloss er sich der ägyptischen Expedition an, kam, mit der Siegesbeute von Malta zurückgeschickt, in englische Gefangenschaft, wurde nach seiner Befreiung vor ein Kriegsgericht gestellt. Grund war die Behauptung Louis Baraguey d'Hilliers hätte einen Pakt mit den Engländern abgeschlossen oder zumindest grob fahrlässig gehandelt. Er wurde jedoch völlig freigesprochen und 1799 als Chef des Stabes zur Rheinarmee kommandiert und operierte dann unter MacDonald in Graubünden.

1801 wurde er Generalinspektor der Infanterie und 1804 zum Colonel général der Dragoner ernannt. Im Feldzug von 1805 führte er die Reservekavallerie und zeichnete sich in der Schlacht bei Austerlitz aus. 1808 wurde er zum zweiten Mal Gouverneur von Venedig. 1809 tat er sich unter dem Vizekönig Eugène de Beauharnais besonders in der Schlacht bei Raab (14. Juni 1809) hervor.

Nach dem Wiener Frieden Oberbefehlshaber in Tirol, trug er durch Mäßigung viel zur Beruhigung dieses Landes bei. 1810 sandte ihn Napoleon I. nach Spanien, wo er in Oberkatalonien ein Kommando übernahm. Im Russlandfeldzug 1812 musste sich ein Teil seiner Division am 9. November den Russen ergeben, weshalb er bei Napoleon in Ungnade fiel. Aus Gram darüber starb er im Dezember 1812 in Berlin an einer Überdosis Opium.

Sein Sohn Achille Baraguey d'Hilliers war unter Napoléon III. Marschall.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 24. Spalte (Bey DHILLIERS) eingetragen.

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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