Wohlfahrtsausschuss

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Dieser Artikel behandelt die Institution während der Französischen Revolution. Für die linksradikalen Initiativen in den 1990er Jahren, siehe Wohlfahrtsausschuss (20. Jahrhundert)

Der Wohlfahrtsausschuss (französisch Comité de salut public) wurde am 5. und 6. April 1793 während der Französischen Revolution vom Nationalkonvent als Ausschuss der öffentlichen Wohlfahrt und der allgemeinen Verteidigung eingerichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Er diente als Exekutivorgan des Nationalkonvents. Hatte er anfangs 25 Mitglieder, so änderte sich die Organisation bereits mit dem 6. April, als der Wohlfahrtsausschuss vom eigentlichen Sicherheitsausschuss (Comité de sûreté générale) getrennt wurde und nun neun (später zwölf) Mitglieder hatte. Seine Hauptaufgabe bestand ursprünglich in der Kontrolle des Konvents und der Regierung. Die Koordination der Verteidigung der Revolution nach innen und außen gehörte auch zu seinen Aufgaben.[1] In dringenden Fällen konnte er auch die Verfügungen der Minister suspendieren und selbständig nötige Maßregeln ergreifen. Seine Vollmacht war auf einen Monat beschränkt und musste dann erneuert werden, wie auch die Mitglieder nur auf einen Monat gewählt waren.

Nachdem die weniger radikalen Girondisten Mitte 1793 beseitigt worden waren, gelang es den Führern der Jakobiner (Robespierre, Danton (der sich bereits unter den ersten Mitgliedern des Ausschusses befunden hatte und an dessen Stelle Robespierre am 27. Juli 1793 eingetreten war) und Louis Antoine de Saint-Just), den Ausschuss unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie bauten den Wohlfahrtsausschuss bis Ende 1793 zur zentralen Schaltstelle der Macht um. Am 10. Oktober erhielt das Gremium unbeschränkte Vollmachten zugebilligt. Vor allem unter dem Einfluss Robespierres wurde der Wohlfahrtsausschuss, ausgestattet mit diktatorischen Vollmachten, zum Organ der jakobinischen Schreckensherrschaft.

Die Terrormaßnahmen durch den Wohlfahrtsausschuss und das Revolutionstribunal führten letztlich zu Sturz und Hinrichtung Robespierres und seiner Anhänger am 27./28. Juli 1794 (nach dem Revolutionskalender: 9. Thermidor II).

Die Einflussmöglichkeiten des Ausschusses wurden danach auf die Leitung der militärischen und diplomatischen Geschäfte begrenzt. Im Oktober 1795 wurde er schließlich ganz aufgelöst.

Mitglieder[Bearbeiten]

Erster Wohlfahrtsausschuss[Bearbeiten]

Der erste Wohlfahrtsausschuss (April bis Juli 1793) setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Zeit des Terrors[Bearbeiten]

Vom 20. September 1793 bis 27. Juli 1794 war die Zusammensetzung des Wohlfahrtsausschusses unverändert (mit Ausnahme von Hérault de Séchelles):

Wohlfahrtsausschuss 1871[Bearbeiten]

Auch während der Pariser Kommune 1871 bestand für kurze Zeit ein Wohlfahrtsausschuss, dem unter anderen Charles Delescluze und Raoul Rigault angehörten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Axel Kuhn, Die Französische Revolution, Reclams Universal-Bibliothek Nr. 17017, S. 103, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-017017-5