Ludwig Andreas Jordan

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Portraitrelief vom Grabstein, Friedhof Deidesheim

Ludwig Andreas Jordan (* 24. Februar 1811 in Deidesheim; † 1. Juli 1883 ebenda) war deutscher Politiker, Weingutsbesitzer und Bürgermeister seiner Vaterstadt Deidesheim.

Familie[Bearbeiten]

Jordan war der Sohn des Deidesheimer Gutsbesitzers Andreas Jordan (1775–1848) und der Josefine von Stengel (1789–1834), einer Nichte des kurpfälzischen Kanzleidirektors Georg von Stengel und Kusine des pfalz-bayerischen Staatsrats Stephan von Stengel.[1] Er hatte zwei Schwestern, Josefine (1813–1872) und Margarete (1816–1889).

1838 heiratete er Seraphine Buhl (1813–1870), die Schwester von Franz Peter Buhl (1809–1862). Mit ihr hatte er drei Töchter: Auguste (1841–1899), die 1864 den Bankier Emil Bassermann (1835–1915) heiratete, sowie Clotilde (1845–1911), verheiratet seit 1864 mit dem Unternehmer und Politiker Ferdinand Scipio (1837–1905), und Serafine (1848–1918).[2]

Biografie[Bearbeiten]

Ludwig Andreas Jordan in jungen Jahren
Ludwig Andreas Jordan
Grabmal, Friedhof Deidesheim

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Jordan einen Teil dessen Weinguts und war wie sein Vater bestrebt, die Entwicklung des Weinguts, sowie Renommee und Absatz von Pfälzer Qualitätsweinen zu fördern. Es gelang ihm sein Weingut, das heute Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan heißt, beträchtlich zu vergrößern.

Seine starke wirtschaftliche Basis bot Jordan die Möglichkeit, sich vielfältig im öffentlichen Leben zu engagieren. Im Frühjahr 1848 nahm er an Beratungen des Frankfurter Vorparlaments teil, kandidierte jedoch nicht für einen Sitz im Frankfurter Nationalparlament. Stattdessen übernahm er 1848 das Deidesheimer Bürgermeisteramt, das er bis 1852 ausübte. Seiner Vaterstadt Deidesheim machte Jordan einige Schenkungen, wie den Andreasbrunnen auf dem Marktplatz, ihn stiftete er zusammen mit Verwandten zum Andenken seines Vaters, und dem Deidesheimer Spital stiftete er zusammen mit den Deidesheimer Gutsbesitzern Franz Peter Buhl und Georg Friedrich Deinhard 10.000 Gulden.

Von 1848 bis 1852 und von 1863 bis 1871 war Jordan Mitglied der Kammer der Abgeordneten des Königreichs Bayern.[3] Wie Marquard Adolph Barth und Joseph Völk war er ein Verfechter im Landtag für einen Anschluss an Preußen.[2] Nach der Reichsgründung 1871 wurde er mit 9315 von 9556 Stimmen als Mitglied der nationalliberalen Partei in den Reichstag gewählt.[2] Sein Reichstagsmandat hatte er bis 1881 inne.[3]

Weitere Zeugnisse der Popularität Jordans waren Besuche zahlreicher Persönlichkeiten in dessen Gut in Deidesheim, wie der bayerische König Maximilian II. im Juni 1843, der Großherzog Carl-Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach im Oktober 1866, Johannes Kardinal von Geissel, die Chemiker Justus von Liebig und Robert Wilhelm Bunsen, die Politiker Heinrich von Gagern und Friedrich Daniel Bassermann sowie der Physiker Gustav Robert Kirchhoff.[2]

Da Jordan keinen männlichen Nachkommen hatte, hatte er sich gewünscht, dass sein Schwiegersohn und Erbe seines Weinguts, Emil Bassermann, ein Sohn von Friedrich Daniel Bassermann, den Namen „Jordan“ mit dem seinen verbinden möge; diesem Wunsch wurde nach seinem Tod durch Genehmigung des bayerischen Königs Ludwig II. vom 17. September 1883 auf dem Schloss Linderhof entsprochen. Seit damals heißt das Jordansche Weingut nach seinem neuen Besitzer „Bassermann-Jordan“.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klötzer, Wolfgang, „Jordan, Ludwig Andreas“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 602 f. (Onlinefassung; abgerufen am 16. August 2014)
  2. a b c d Kurt Andermann, Berthold Schnabel: Deidesheim - Beiträge zu Geschichte und Kultur einer Stadt im Weinland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0418-4
  3. a b Haus der Bayerischen Geschichte, zugegriffen am 31. Dezember 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ludwig Andreas Jordan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien