Lutz Moik

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Lutz Moik (* 10. November 1930 in Berlin; † 4. Juli 2002 ebenda; eigentlich Lutz-Jürgen Moik) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Er erlangte 1950 durch Paul Verhoevens Verfilmung des Märchens Das kalte Herz große Bekanntheit.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Grab auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau

Lutz Moik wurde als Sohn eines Chemikers und einer Hausfrau in Berlin geboren. Mit seinen zwei Geschwistern musste er früh den Tod seines Vaters überwinden, woraufhin seine Familie auseinanderbrach. Die Mutter sah sich außer Stande, die Familie zu ernähren, so dass Moik in einem Militär-Waisenhaus in Potsdam unterkam, wo er einen Teil seiner Kindheit verbrachte. 1942 wurde er dort als Schuljunge von Regisseur Robert A. Stemmle für eine kleine Rolle in dem Film Meine Herren Söhne an der Seite von Werner Hinz entdeckt. Weitere Filmaufgaben folgten, unter anderem in Hans Robert Bortfelds Frühlingsmelodie und Erich Waschnecks Eine reizende Familie.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete der 15-jährige Moik zunächst als Sprecher beim Funk in diversen Hörspielen, als er ein Studium der Kunstgeschichte aufnahm, um Bühnenbildner zu werden. Nebenbei nahm er privaten Schauspielunterricht bei Leonore Ehn, als er 1947 die Hauptrolle in Hans Müllers Nachkriegsdrama Und finden dereinst wir uns wieder ... angeboten bekam. Nach einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur, dem DEFA-Streifen 1 - 2 - 3 Corona, brach Moik sein Studium ab und konzentrierte sich auf seine Karriere als Darsteller. Er wirkte in mehreren Filmen für die ostdeutsche Filmproduktionsgesellschaft DEFA mit und ab 1951 auch in bundesdeutschen Filmen.

Im Alter von 19 Jahren spielte er unter der Regie von Paul Verhoeven im Märchen Das kalte Herz mit, dem ersten deutschen Nachkriegs-Farbfilm, der national wie auch international hochgelobt wurde. Anfang der 1950er Jahre startete er eine umfassende Theater, Film- und Fernsehkarriere, sowohl im Ost- wie auch im Westteil Berlins, als er sich für eine Übersiedlung in die Bundesrepublik entschied. Einige seiner bekanntesten Filme entstanden in den ausgehenden 1950er Jahren, darunter Der eiserne Gustav (1958) mit Heinz Rühmann und in den 1960er-Jahren, so etwa Fabrik der Offiziere (1960).

In der erfolgreichen Familienserie Till, der Junge von nebenan (1967/1968) spielte er als Peter Hauser den Vater von Till. Außerdem wirkte er neben Grethe Weiser in dem Theaterstück „Keine Leiche ohne Lilly“ (1967) mit.

1981 und 1983 spielte er in zwei Frankfurter Tatorten den Kommissar Bergmann, wurde dann aber wegen einer Erkrankung an Multipler Sklerose in seinem Beruf immer eingeschränkter.

Als Synchronsprecher lieh er u. a. Mickey Rooney in Die Brücken von Toko-Ri, George Peppard in Als Jim Dolan kam oder Earl Holliman in Die vier Söhne der Katie Elder seine Stimme.

Im Rollstuhl spielte Lutz Moik noch kleinere Rollen und hielt Lesungen, oft gemeinsam mit seiner Wiener Ehefrau Anna Moik-Stötzer, ab. Er erlag am 4. Juli 2002 im Alter von 71 Jahren seiner schweren Krankheit. Beigesetzt wurde er auf dem III. Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau. Lutz Moik ist Ehrenmitglied der Europäischen Kulturwerkstatt Berlin-Wien (EKW).

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1967: Keine Leiche ohne Lily (TV-Aufzeichnung einer Theateraufführung)
  • 1967: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski
  • 1967-68: Till, der Junge von nebenan (Serie)
  • 1971: Drüben bei Lehmanns (Serie)
  • 1974: Kommissariat IX (Serie)
  • 1978: Pastorale 1943
  • 1978: Ausgerissen! Was nun? (Serie)
  • 1979: Timm Thaler (Serie)
  • 1981: Schattenboxen (Serie Tatort)
  • 1983: Blütenträume (Serie Tatort)
  • 1984: Berliner Weiße mit Schuß (Serie)
  • 1988: Der Knick – Die Geschichte einer Wunderheilung
  • 1988: Justitias kleine Fische (Serie)
  • 1989: Großstadtrevier: Geiselnahme (Serie)
  • 1992–93: Gute Zeiten, schlechte Zeiten (Serie)
  • 1996: Die Todesoperation (Serie Die Drei)

Weblinks[Bearbeiten]