Luena

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die gleichnamige Gemeinde in Kantabrien, Spanien, siehe Luena (Kantabrien)
Luena
Luena (Angola)
Luena
Luena
Koordinaten 11° 47′ S, 19° 53′ O-11.78333333333319.883333333333Koordinaten: 11° 47′ S, 19° 53′ O
Basisdaten
Staat Angola

Provinz

Moxico
Município Luena
Comuna Luena
Höhe 1350 m
Einwohner 456.000 (2014)
Politik
Bürgermeister Bento Luembe Paulino[1]
Die Verwaltungsfachschule Instituto Médio de Administração e Gestão in Luena
Die Verwaltungsfachschule Instituto Médio de Administração e Gestão in Luena

Luena (auch Lwena) ist eine Stadt im Osten Angolas. Zur Zeit der portugiesischen Kolonialherrschaft bis 1975 hieß der Ort Vila Luso oder kurz Luso. Er ist Hauptstadt der Provinz Moxico und Sitz des Bistums Luena.

Platz vor dem Gouverneurspalast in Luena

Geschichte[Bearbeiten]

Der alte Soba (dt. etwa: Häuptling) Moxico hatte hier seinen Wohnsitz, als die Expedition der portugiesischen Afrikareisenden Serpa Pinto und Silva Porto 1894/95 hier eintraf. Sie errichtete hier eine erste Festung. Auf Grund der Erkenntnisse der Expedition wurde am 15. September 1917 der Distrikt Moxico eingerichtet, benannt nach dem lokalen Regenten. Der Expeditionsleutnant Trigo Teixeira richtete hier 1918 die erste Distriktverwaltung ein. Der erste Gouverneur Moxicos, Dr. António de Almeida, ließ 20 km nördlich des Ortes, zwischen den Flüssen Luena und Lumege gelegen, die neue Distrikthauptstadt errichten. Er nannte sie „Moxico Novo“ (Neues Moxico). 1922 bereiste General Norton de Matos als Hochkommissar Angolas erstmals Moxico Novo. Danach machte er den wachsenden Ort zur Kleinstadt (Vila) und nannte ihn „Vila Luso“, in Anlehnung an den portugiesischen Ort Luso. Am 18. Mai 1956 wurde Luso zur Stadt (Cidade) erhoben. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Angolas 1975 legte die Stadt ihren portugiesischen Ortsnamen ab und trägt seither den Namen des nahen Flusses Luena. Nach diesem wird auch das Volk der Luvale in Angola Luena genannt.[1]

Am 4. April 2002 unterzeichneten die angolanische Regierung und die Rebellen der UNITA hier das Luena Memorandum of Understanding, durch das der seit 1975 andauernde Bürgerkrieg in Angola beendet wurde. Kurz zuvor war der Rebellenführer Jonas Savimbi unweit von Luena ermordet worden.[2]

Verwaltung[Bearbeiten]

Der Kreis[Bearbeiten]

Luena ist Sitz eines gleichnamigen Kreises (Município) in der Provinz Moxico.

Der Kreis Luena setzt sich aus vier Gemeinden (Comunas) zusammen:

Das eigentliche Stadtgebiet Luenas, in der Gemeinde Luena, ist durch rückkehrende Bürgerkriegsflüchtlinge stark gewachsen. Das überwiegend unkontrollierte Wachstum brachte eine Reihe neuer Stadtviertel hervor. Zu nennen sind hier Nzaji, Saidy – Mingas Popular, Mandembué, Zorrô, Santa Rosa, Sinai - Velho, Aço und Kapango, u.a.[1]

Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Schätzungen über die Einwohnerzahl Luenas variierten lange zwischen 60.000 und 200.000 Menschen, Bevölkerungsstatistik.de gibt für 2010 gar 85.000[3] an. Eine unbekannte Zahl von Binnenvertriebenen (30.000 bis 60.000) floh vor dem Bürgerkrieg in Angola nach Luena.

Zuletzt ist die Bevölkerungszahl durch den massiven Zuzug von rückkehrenden Bürgerkriegsflüchtlingen weiter stark gestiegen. Die Staatliche Nachrichtenagentur ANGOP gab zuletzt 456.000 Einwohner für den Kreis an.[1] Die Volkszählung 2014 soll fortan gesicherte Bevölkerungsdaten liefern.

Die Kirche Igreja Sacalumbo Nossa Senhora das Vitórias do Luena

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Luena verfügt über wenige Sehenswürdigkeiten, darunter die Hauptkirche Igreja Nossa Senhora das Vitórias (dt.: Kirche Unserer Lieben Frau der Siege). Im September finden in den ländlichen Ortschaften der Umgebungen zahlreiche Feste statt, anlässlich der Beschneidungen der heranwachsenden männlichen Jugendlichen.

In der schachbrettartig angelegten Stadt wurde zum Gedenken an das hier ausgehandelte Ende des Bürgerkriegs ein Denkmal errichtet. Der zuvor nahe Luena ermordete Rebellenführer Jonas Savimbi ist auf dem zentralen Friedhof (cemitério central) der Stadt begraben.[4]

Außerhalb der Stadt liegt das geschützte Waldgebiet Reserva Florestal do Luena, das jedoch durch das zuletzt starke Wachstum der Stadt bedroht ist.

Parque Nacional da Cameia[Bearbeiten]

Der Kameia-Nationalpark besteht überwiegend aus Feuchtgebieten und wurde 1935 als geschütztes Jagdrevier ausgewiesen, bevor er 1957 zum Nationalpark wurde. Er gehört heute zu den sechs Nationalparks in Angola.

Der Park ist im Osten durch den Sambesi, im Süden durch den Luena, und im Westen und Norden durch die Benguelabahn begrenzt. Die wichtigsten Säugetiere des Parks sind das Gnu, die Leierantilope (Tsebesse), der Letschwe (Lechwe), der Riedbock (Chango), das Wüstenwarzenschwein (Javali), der Löwe (Leão) und andere Raubkatzen.[5]

Der Flughafen des damaligen Luso, 1975

Verkehr[Bearbeiten]

Luena liegt an der Benguelabahn zwischen Huambo und Luau nahe der Grenze zum Kongo.

Die wichtigste Straßenverbindung ist die Überlandstraße nach Kuito im Westen und nach Luau im Osten. Sie gehört zu den noch nicht neugebauten Verbindungsstraßen im Land und ist in ausgesprochen schlechtem Zustand (Stand 2012). Daher sind von Kuito nur wenige Transportmöglichkeiten vorhanden, die sich auf Motorradtaxis (Motos), schwere Geländewagen und die Kamaz-LKWs beschränken, und verhältnismäßig teuer sind.

Der Flughafen von Luena verfügt u.a. über tägliche Verbindungen in die Hauptstadt Luanda.[6] Der 1329 Meter hoch gelegene Flughafen hat den IATA-Code LUO und den ICAO-Code FNUE.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luena (Angola) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Artikel vom 18. Mai 2014 zum 58. Stadtjubiläum Luenas, staatliche Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 18. Mai 2014
  2. The end of the war: the Luena Memorandum of Understanding
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.debevölkerungsstatistik.de (2007)
  4. Joost De Raeymaeker: À Descoberta De Angola. 1.Auflage, Verlag LeYa, Alfragide 2012, S.232ff und S.17 (ISBN 978-989-741-009-3)
  5. Webseite der Naturparks Angolas (port.), abgerufen am 12. Dezember 2013
  6. Joost De Raeymaeker: À Descoberta De Angola. 1.Auflage, Verlag LeYa, Alfragide 2012, S.233f (ISBN 978-989-741-009-3)